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#185   RIDICULOUS04.06.2006 - 20:55
I admit it. Sometimes, when I\m reading about the more miraculous works of the Saints (the levitating, the Stigmata, etc.) I feel a little crinkle of skepticism. Yeah right, a tiny voice says. That\s ridiculous. If I\m not careful, that crinkle on the crust can bleed over into the whole pie. Soon the tiny voice is denouncing the more fundamental things. Virgin Birth? It\s impossible! Incarnation? It\s unbelievable! Ressurection? Completely ridiculous!

Then of course, I remind the tiny voice that Thomas Aquinas had brains coming out of his ears, and it was all perfectly acceptable to him. Game, set and match. You\re not all that, little mind. It\s not like you can come up with a new objection that hasn\t been blasted away by the logic of the Angelic Doctor and company.

People are always quite sure that Faith is ridiculous. They rarely consider how ridiculous everything else is.

The television camera, for example. Watch something through this lense, and little electrical signals will shoot out across the world and rearrange themselves to display the exact same picture on a screen 100 miles away. That friends, is the silliest thing I\ve ever heard. Why should that work? And yet it does.

Ever wonder about gravity? Now gravity, that\s ridiculous. Everything, and I mean everything that goes up, must come down. Not only that, it all comes down at the same exact speed.

When I was a bambina, I understood that there were some things I couldn\t comprehend on my own. They had to be explained to me. And even if I didn\t understand the explaination, that didn\t mean it wasn\t so. But if I had the same know-it-all attitude that many grown-ups have, then when someone finally told me about television and gravity, I would have smiled nicely at that person and whispered to my nearest neighbor: "touched in the head, that one."

Grown-ups think they know everything. Silly nanny goats.



reply: The reason why the television lens and gravity aren\t scoffed at is because science can prove without a shadow of a doubt that such things can happen and such things are quite normal. They affect us everyday. It\s a little bit harder to have faith when it comes to the Virgin Birth, Incarnation, and the Resurrection. I\m not saying I don\t believe those things or don\t see where you\re coming from. Just playing Devil\s advocate here.

#184   EDITH 3 (ISA)04.06.2006 - 15:20
10.2 Sendung heiliger Frauen in der Geschichte Europas

Sr. Isa Vermehren
Vortrag am 5. März 1987 in der St. Lambertikirche in Münster i.W.

Die wichtigsten Botschaften in die Zeit die Gott uns zukommen läßt, sind die Heiligen. Die ersten, die diese entdecken und ihre Botschaft hören, sind die Gläubigen selber. Betroffen, angerührt, aufgeweckt von der direkten oder indirekten Begegnung mit einem dieser ausgezeichneten Menschen, werden sie nicht müde, nach ihm zu fragen: wie war er? was hat er gesagt? was hinterlassen? wie hat er gelebt? wie ist er gestorben? wer kann uns sein Leben erzählen? Es hat uns etwas zu sagen!
Wenn die Kirche dann nach gründlicher Prüfung eines solchen Lebens sich entschließt, einen Menschen, der in dieser Weise die Aufmerksamkeit der Gläubigen auf sich gezogen hat, selig oder heilig zu sprechen, dann erhält dieses Leben damit die Bestätigung, daß es eine Botschaft Gottes in unsere Zeit enthält. Es ist das Verdienst des Karmelordens und einiger Freunde und Verehrer Edith Steins, daß heute eine ziemlich lückenlose Kenntnis ihrer äußeren Lebensgeschichte vorliegt. Ihre Spur verliert sich erst zwei Tage vor ihrem gewaltsamen Tode, dessen Datum amtlicherseits auf den 9 August 1942 festgesetzt wurde. Zwei Tage vorher war sie ein letztes Mal vom Stationsvorsteher in Schifferstadt (Pfalz) gesehen und erkannt worden. Die dann folgenden 48 Stunden umschließen ein so unvorstellbares Maß von Angst, Grauen und Schrecken, daß unsere Phantasie ihr nicht mehr zu folgen vermag, kaum vermögen es unsere Gebete. Um so größer sind unser Staunen und unsere Dankbarkeit, mit denen wir ihr großes ruhiges Gesicht auftauchen sehen über den Krematorien von Auschwitz, stellvertretend für alle, die in dieser von Menschenhand bereiteten Hölle den Glauben an die Treue Gottes nicht verloren.

Edith Stein - eine kurze Portraitskizze
Welches ist die Botschaft Gottes, die wir dem Leben Edith Steins entnehmen sollen?
Ich setze Edith Steins Lebenslauf als bekannt voraus und will darum nur kurz einige äußere und innere Daten erwähnen, die mir für unsere heutige Betrachtung wichtig sind.
Edith Stein war ein von Natur aus ungewöhnlich reich ausgestatteter Mensch: Sie war begabt mit einem überragenden Verstand und einem unbestechlichen Sinn für Klarheit der Begriffe und Logik des Denkens. Es ist darum nicht verwunderlich, daß schließlich die ureigenste Frage des Verstandes, die Frage nach der Wahrheit, auch ihre Lebens- und Schicksalsfrage wurde. Sie war überdies begabt mit einem zarten Gewissen und einem kindlich warm empfindenden Herzen, denen sie eine Kenntnis des Menschen verdankte, die sie zu ebenso viel Bewunderung wie Mitleid mit ihm bewegte.
Sie war begabt schließlich mit einem starken, disziplinierten Willen, der sie zu einer erstaunlichen Arbeitsleistung befähigte: als Schülerin, als Krankenschwester, als Studentin, Assistentin oder Lehrerin - niemand hat sie je gähnen sehen. Diese hervorragenden, natürlichen Voraussetzungen hatten in ihrer großen, vom jüdischen Glauben geprägten Familie eine hochqualifizierte Erziehung erhalten, in deren Mittelpunkt eine starke, gütige Mutter stand, deren Lebenshaltung geprägt war von der Gottesfurcht. Alle anderen Güter, Werte, Tugenden wurden durch sie relativiert, so daß sich ein Lebensgefühl gefügter Ordnung und stimmiger Zusammenhänge bilden konnte.
Edith Steins Leben verläuft - von außen betrachtet - ungewöhnlich gradlinig und scheinbar ohne dramatische Phasen der Unsicherheit oder Unentschlossenheit, die wir Krise nennen und in der wir uns und anderen die halben Entscheidungen, ein Hin und Her des Suchens und Wollens ohne weiteres zugestehen. Diese nachweisbare Unbeirrtheit ihres Weges ist umso erstaunlicher, als ihr aufgrund ihrer Begabung eine unbegrenzte Berufswahl offenstand, und weil überdies ihr Leben ja nie ganz frei war von den Schatten, die erst ein latenter und später offen geschürter Judenhaß auf ihr eigenes Dasein und das ihrer Familie warf.
Die drei großen Epochen, die sich dennoch in ihrem Leben deutlich unterscheiden lassen, werden von einer tieferliegenden Fragestellung bestimmt.
Die ersten 20 Jahre beinhalten die ungehinderte Entfaltung ihrer außerordentlichen geistigen Kapazität auf Kosten ihrer Bindung an die jüdische Religion. Es ist die Phase einer tiefreichenden Emanzipation, getragen von der Zuversicht auf die Leistungskraft von Verstand, Wissen und Bildung. Es folgen 10 Jahre eines intensiven geistigen Ringens, in denen Edith Stein unter der Führung ihres unerbittlichen Intellekts Antwort sucht auf die Frage nach der Wahrheit. Rasch durchschaut sie die Unzulänglichkeit der Psychologie, mit deren Studium sie in Breslau neben dem von Deutsch und Geschichte begonnen hat. Sie macht dieser Wissenschaft den Vorwurf, daß sie keine klaren Grundbegriffe hätte und auch nicht imstande sei, solche zu erarbeiten.
Härter ist die Auseinandersetzung mit der Philosophie, die ihr in der Husserl\schen Phänomenologie das ganze Problemfeld der Wahrheitserkenntnis aufschließt, ohne zur Wahrheit selbst vorstoßen zu können. Wenigstens nicht zu jener lebendigen, jeden anderen Wahrheitsanspruch abdeckenden Wahrheit, die sich unter dem Namen Gott verbirgt, und von der Edith Stein ein ahnungsvolles Vorwissen mit sich herumtrug. Die Philosophie, zumal die Phänomenologie, ermöglicht wohl das Erspüren des Unfaßlichen im Faktum religiöser Ergriffenheit, aber das schlußfolgernde Denken, so erfährt Edith Stein es selber „prägt scharf umschriebene Begriffe, die das Unfaßliche in die Ferne rücken, die allem Begrifflichen eigen ist.“
Ihre wissenschaftlichen Arbeiten aus dieser Zeit machen ihr bald einen Namen über die deutschen Universitäten hinaus. Dennoch scheint der Gedanke an eine Karriere auf diesem Gebiet nie ihr ernsthafter Wunsch gewesen zu sein. Die Philosophie kann den Weg zur Wahrheit freischaufeln, vermag aber selber nicht, sie adäquat zu erfassen.
Der Absprung von dieser Erkenntnisebene in die Tiefe des Credo, in dem alles Erkennen überholt wird vom Akt des Vertrauens und der Hingabe, in dem alles Suchen und Fragen einmündet in Begegnung mit dem Du des lebendigen Gottes, bereitet sich dennoch vor unter der Oberfläche ihres von harter geistiger Arbeit und vielseitigen, menschlichen Beziehungen erfüllten Lebens: ob Edith Stein studierte oder lehrte, im Lazarett pflegte oder sich nützlich machte in ihrer großen Familie, ob sie ihre vielen Freundschaften mit Briefen pflegte oder in Gesprächen - was sie tat, tat sie mit größter Intensität, Konzentration, ungeteilter Hingabe des Geistes und des Herzens. Unter allen Begabungen, die sie hatte, scheint diese die hervorstechendste bzw. unfassendste gewesen zu sein. Die letzten 20 Jahre von ihrer Konversion bis zu ihrem namenlosen Untergang in der Hölle von Auschwitz stehen unter diesem Imperativ.

Die Botschaft der Heiligen muß entschlüsselt werden.
Was am Leben eines so ungewöhnlich begabten Menschen kann Botschaft sein? Welches ist die Botschaft, die uns treffen soll?
Ich will mich nicht aufhalten bei der moralischen Vorbildlichkeit dieses Menschen, die durchaus auch Botschaft sein kann für uns heute, die wir uns schwer tun mit der Begründung einer sich auf Gottes Gebot berufenen Moral: dabei ist die Sinnhaftigkeit des Gebotenen das kleinere Problem - das größere liegt in der Autorität des gebietenden Gottes, die viele nicht mehr ernst nehmen können.
Die Ehrfurcht vor Gott, seiner Schöpfung, seinen Geboten, die Edith Stein am Beispiel ihrer Mutter kennen gelernt hatte, hafte tiefen Einfluß auf die Heranbildung ihres sittlichen Empfindens, das mit Schmerz auf jede Unrechtserfahrung reagierte und tief durchdrungen war von der Verpflichtung des Menschen, gut sein und Gutes tun zu sollen.
Ich will mich auch nicht aufhalten bei der Vorbildlichkeit ihrer intellektuellen Redlichkeit, so beherzigenswert sie auch für uns wäre. Haben nicht die meisten heute nur noch ein Achselzucken des Pilatus übrig für die Frage, an die Edith Stein ihr Leben buchstäblich hingegeben hat: was ist Wahrheit? wo ist Wahrheit? in wem ist Wahrheit? Beides, die Gewissenhaftigkeit im
Handeln und die Unbedingtheit der Wahrheitssuche und -liebe sind die klassischen Wege der Gottsuche. Vorbildlich ist die Konsequenz, mit der sie von Edith Stein beschritten wurden!
Ich möchte statt dessen etwas allgemeiner nach der Botschaft der Heiligen und damit auch der von Edith Stein fragen. Im Leben dieser Erwählten leuchtet ja nicht nur etwas davon auf, wie Gott sich den Menschen gedacht hat und wie sein Leben sich vollendet, wenn es sich ganz auf Gott verläßt, sondern sie werfen gleichzeitig ein Licht in die Dunkelheit unserer Weltgeschichte, so daß der Glaube an deren Grunde die geheimnisvolle Strömung der Heilsgeschichte erkennen kann, die für das unerleuchtete Auge überdeckt bleibt vom flachen Wellenschlag der Tagesereignisse.
Die Botschaft Gottes, die seine Heiligen uns vermitteln, erfolgt nur in Ausnahmefällen im direkten, prophetischen Wort: sie muß vielmehr dem Leben dieser Menschen selbst entnommen werden. Das Zeugnis für Gott mit Worten genügt bekanntlich nicht: es muß ein Zeugnis mit dem Leibe sein, d. h. eines mit unserer ganzen sowohl fleischlichen wie geistigen Personalität.

Schließlich: mit dem Munde bekennen wir Gott, mit dem Leibe verherrlichen wir ihn. Wer wirklich für Gott leben will, muß von vornherein auch bereit sein, ja, eigentlich das Verlangen haben, auch für ihn sterben zu dürfen. Er ist ja nicht nur Herr über Leben und Tod, er ist das Leben selber, das sich uns im Tode schenkt. Diese Merkmale finden wir im Leben aller Heiligen, in ihnen verschlüsselt steckt ihre Botschaft an uns. Ein Vergleich von Edith Stein mit anderen heiligen Frauen soll uns helfen, das Besondere ihrer Botschaft klarer herauszustellen.

Von Gott betroffen - für Gott wirken
Keiner macht sich selbst zu einem Heiligen: Heiligkeit ist ein dialogisches Geschehen zwischen Gott und einem Menschen, ein Ruf-Antwort-Geschehen, das auf der Seite des Menschen für uns faßbar wird in den beiden Momenten von Betroffenheit und Wirksamkeit. Das Verlangen, für Gott allein zu leben, bricht geschenkhaft auf im Leben eines Menschen in einer Situation, einem Augenblick, den er nicht ausgesucht hat. Der Ruf Gottes hat ihn getroffen. Die Bedingungen dieses Momentes - die geschichtlichen, sozialen, menschlichen - gehen ein in die Berufung, gehören zu ihrer Disposition. Sie geben uns die Möglichkeit zu einer gewissen Typisierung der Betroffenheit, die sich in unterschiedlicher Wirksamkeit entfaltet.
Sie brauchen nur an den Lebensentwurf zu denken, mit dem der heilige Benedikt und seine Schwester SchoIastika dem chaotischen Treiben der Völkerwanderung ein Ende machten, nach außen und nach innen; an die unverminderte Zündkraft, mit der der heilige Franziskus und die heilige Klara auch heute noch gegen die Verführung durch den Reichtum und für die Freiheit der Liebe im armen Christus zu begeistern vermag, an die durchdringende Ordnungsmacht ignatianischer oder teresianischer Lebensorientierung, die sich bis heute als Bollwerk bewährt gegen den Protest reiner Subjektivität, um zu wissen, in welche Richtung ich Ihre Aufmerksamkeit lenken möchte.
Die Genannten waren Kinder ihrer Zeit, die unter den gegebenen Bedingungen, mit den vorgefundenen Denk- und Sprachkategorien ihren Auftrag verwirklicht haben: dem Zusammenfluß von Natur und Gnade unter veränderten Voraussetzungen ein neues Bett zu graben, so daß - um im Bild zu bleiben - zu beiden Seiten des Flusses sich fruchtbare Ufer bilden konnten.
Viele der bekannten heiligen Frauen unserer abendländischen Geschichte gehören zu diesem Typus der Betroffenheit, aus dem sich auch ihre Wirksamkeit ableitet: im Schaffen und Bauen von Stätten der Geborgenheit und Mildtätigkeit z.B. versuchten sie, etwas von der Liebe Gottes für die leidenden Menschen erfahrbar zu machen - ich denke an die heilige Adelheid, die heilige Hedwig. Nahe liegt der Gedanke an die heilige Elisabeth, die, mehr noch als die beiden anderen, sich selbst zur Gabe an die Kranken und Hilfsbedürftigen machte und unendlich viele Frauen inspirierte, ihr darin zu folgen.
Andere Frauen, z.B. Mary Ward, Franziska von Chantal, Madeleine Sophie Barat, haben ihre ganze Kraft darauf verwandt, angesichts der neu entstandenen Glaubensnot in der Verkündigung des Evangeliums auch neue Wege zu beschreiten, für die Wiedererstarkung der Kirche neue Methoden katechetischer Unterweisung zu suchen: von ihnen allen ist ein unermeßlicher Einfluß ausgegangen auf die Prägung christlicher Familien und Lebenskultur. Diese Frauen waren betroffen vorn leiblichen oder seelischen Elend anderer Menschen um der Liebe Christi willen, um derentwillen wurden sie tätig, und mit Gottes Hilfe gelang ein Werk, das ihren Namen trägt. Machen wir uns klar, was das heißt:
Der Anblick von Not allein setzt nichts in Bewegung. Der Priester und der Levit gingen vorbei an dem, der von Räubern halb erschlagen am Wegrand lag. Ein modernes Fernsehpublikum ist durch den täglichen Anblick von Szenen himmelschreienden Unrechts daran gewöhnt, Not tatenlos an sich vorüberziehen zu lassen. Nicht die Not öffnet unsere Augen, sondern nur das Mitleid öffnet sie so, daß Herz und Hand zur Tat gedrängt werden. Dieses Mitleid ist die erste Spur des anwesenden Christus, der in einem Menschen wirksam werdenden Liebe Christi. Die helfende Tat gibt sichtbaren Ausdruck von ihr; an ihr kann der Glaube anderer sich wieder aufrichten.
Die beispielhafte Kraft der genannten Frauen besteht darin, daß und wie sie sich der unaufhaltsamen Flut menschlicher Gebrechlichkeit entgegenstellen, um die Menschen vor dem Untergang in ihr zu bewahren; die Flut selbst abwehren zu wollen, wäre Vermessenheit gewesen. Die Heiligen haben nicht die Ambition, die Not als solche zu beseitigen, das menschliche Elend mit all seinen Wurzeln auszugraben. Die beiden christlichen Versuche dazu, die wir alle kennen - den einen politischen, der Jesuitenstaat in Paraguay, und den anderen literarischen, der Großinquisitor von Dostojewski - mußten scheitern: beide tun der Realität Gewalt an, weil sie versuchen, das Kreuz Christi zu mildem, zu ertragen, umzuwandeln, zu umarmen und zu erklären - seine Liebe spendet ihren Trost in der Not, nicht auf deren Kosten. Die Not bleibt das unauslöschliche Merkmal der gefallenen Schöpfung auch nach dem Erlösungstod Jesu Christi: Ihre endgültige Aufhebung nennen wir Himmel; ihn gibt es nur bei Gott, nicht auf Erden. Aus diesem Zusammenspiel ,von Betroffenheit und Wirksamkeit im Kleinen wie im Großen ist die christliche Kultur des Abendlandes erwachsen, deren Konkurs wir heute erleben.

Von Christus ergriffen - mit / für Christus leiden
Aber wir kennen noch eine andere Art des Betroffenseins vom Geheimnis menschlicher Not und göttlicher Liebe, die uns vor allem von Frauen vorgelebt wird, denen Erich Przywara, einer der vielen geistvollen Freunde von Edith Stein, eine „unbekümmert größere Radikalität" im religiösen Bereich zuspricht.
Ich denke an Marie de l\Inkarnation, Rosa von Lima, Katharina von Siena, die große, die kleine Therese -. Natürlich haben diese Frauen ebenfalls Sinn und Verständnis gehabt für die Zeugnishaftigkeit der Werke der geistigen und leiblichen Barmherzigkeit. Aber im Mittelpunkt ihres Betens, Betrachtens, ihres Fühlens und Handelns stand nicht der notleidende Nächste von nebenan, sondern der notleidende Christus selber; Not leidend in seiner Passion, auf seinem Weg nach Golgota, bei seiner Hinrichtung, fortleidend in seiner Kirche, in ihren trägen, faulen, abtrünnigen Gliedern, in den unbußfertigen Sündern, in lauen Priestern und selbst-gefälligen Ordensleuten... Das Schicksal, das die Liebe Christi in den Herzen der Menschen erleidet, wird ihr Schicksal.
Diese unsichtbar bleibende, aber ungeheuer dramatische Seite des Erlösungsgeschehen läßt ihr Herz entbrennen in leidenschaftlicher Liebe zum Menschgewordenen, in dessen Sinnen und Trachten, Beten und Leiden sie tief hineingezogen werden. Sein Leben wird buchstäblich ihr Leben, so daß all ihre seelischen Kräfte von der inneren Wahrnehmung und dem sich Einlassen auf diese Wirklichkeit absorbiert zu sein scheinen. Das hindert nicht, daß diese Frauen zum Teil eine beeindruckende Tätigkeit nach außen entfalten, aber diese haben den Charakter einer Nebenwirkung aus ihrer Haupttätigkeit, die eben darin besteht, ihren Herrn aus ganzem Herzen zu lieben und es geschehen zu lassen, daß sie hineinwachsen in die Breite und Höhe Tiefe und Länge dieser Liebe; d.h. teilnehmen an ihrer Kreuzesgestalt.

Betroffenheit und Wirksamkeit im Leben von Edith Stein
Daß Edith Stein in keinem der skizzierten Modelle von Betroffenheit und Wirksamkeit ganz aufgeht, weist hin auf eine tiefere Schicht im Geheimnis göttlicher Berufung. Von ihrer natürlichen Begabung her brachte Edith Stein alle Voraussetzungen mit für eine reiche und fruchtbare Lehrtätigkeit als Philosophin. Von ihr hätten wir uns einen Brückenpfeiler für diese Wissenschaft erhoffen dürfen, über den ein Bogen bis in unsere Zeit hätte geführt werden können. Die von Edith Stein anvisierte Synthese zwischen Husserls Phänomenologie und thomistischer Erkenntnislehre hatte die Frage nach dem eigentlichen Sein der Dinge wieder in die Mitte gerückt; ihre philosophische Arbeit an dieser Problematik war innerhalb ihrer Biographie eine unerläßliche Voraussetzung für ihre theologische Einsicht, von der ihr Leben schließlich ganz bestimmt wurde.
Die alte ancilla Rolle der Philosophie gegenüber der Theologie war bei Edith Stein noch einmal voll zum Tragen gekommen und hätte mit ihrer Hilfe - wäre ihre wissenschaftliche Tätigkeit nicht gewaltsam ab- bzw. umgebrochen worden - diese Stellung vielleicht noch länger behaupten können.

Edith Stein hatte aber nicht nur einen wachen und scharfen Verstand, sie hatte auch ein zart empfindendes Gewissen und ein zu großer Hingabe fähiges Gemüt. Die Selbstverständlichkeit, mit der sie sich bei Ausbruch des 1. Weltkrieges für einen besonders heiklen Lazarettdienst meldet - Pflege in einem Seuchenlazarett - wirft ein Licht auf diese großmütige Einsatzbereitschaft. Diese war zu diesem Zeitpunkt noch nicht religiös motiviert, sondern ausgelöst wohl von jener allgemeinen Vaterlandsliebe, die damals die deutschen Truppen singend in den Krieg ziehen ließ, und von einem tiefen Solidaritätsgefühl mit den eingezogenen Kommilitonen, verglichen mit denen sie es nicht besser haben wollte. In ihrer späteren Tätigkeit als Lehrerin und Dozentin an der pädagogischen Hochschule in Speyer und Münster steht sie durchaus kämpferisch auf der Seite der Frauen, die für eine Korrektur des Frauenbildes in der Öffentlichkeit eintreten: bessere wirtschaftliche, politische, berufliche Ausbildung für die Frau ist ihr Ziel und der Abbau der Vorurteile gegen die Erwerbstätigkeit auch der verheirateten Frau. Dabei hält sie fest an einer Vorstellung unterschiedlicher Wesensart von Mann und Frau. Jene der Frau ist für sie umfassend gekennzeichnet im Begriff der Mütterlichkeit, für sie eine Qualität der Kraft und Wärme, die Menschen nicht vereinnahmt, sonder freisetzt in die eigene Existenz. Beobachtet man sie in dieser Tätigkeit, ihr hätte auch ein Jurastudium gelegen mit einer politischen Laufbahn.

Edith Stein geht mit nachtwandlerischer Sicherheit an all diesen naheliegenden und verlockenden Entwicklungsmöglichkeiten vorüber, unwiderstehlich angezogen von der einen Frage nach der Wahrheit. Anfangs war das für sie die Frage des erkennenden Verstandes schlechthin, die sich zuspitzt zur philosophischen Wahrheitsfrage, mit der sie sich so lange auseinandersetzt, bis sie erkennt, daß - soll die Antwort das ganze Sein umfassen - eine rein idealistische Lösung nicht ausreichen kann. Das Sein selbst ist mehr als jede Erkenntnis oder Aussage über das Sein. Es ist darum nicht von ungefähr, daß ihr die lebendige Wahrheit Gottes nicht etwa im Evangelium oder irgendeinem theologischen Traktat aufgeleuchtet ist, sondern vermittelt wurde durch zwei Zeugnisse gelebten Glaubens: zuerst, 1917, in dem vom Glauben an Christus gesammelten Schmerz der Witwe ihres verehrten Professors Adolf Reinach, und dann, 3 Jahre später, im autobiografischen Bericht der heiligen Teresa von Avila.

Von der Begegnung mit der Witwe Reinach sagt sie selber, daß ihr „in diesem Augenblick Christus aufgeleuchtet sei im Geheimnis des Kreuzes". Die Haltung von Frau Reinach vermittelt ihr etwas von der „göttlichen Kraft, die das Kreuz seinen Trägern mitteilt, sie sieht zum ersten mal die aus dem Erlöserleiden geborene Kirche in ihrem Sieg über den Stachel des Todes handgreiflich vor sich". Die Lektüre von Teresa von Avila schließt sie mit den Worten: „das ist die Wahrheit!" Zu viel von ihrer eigenen Erfahrung der Gottesferne, der Gottessehnsucht, der Gottesflucht und der Gotteszuwendung hatte sie in Teresas Buch wiedergefunden - sie konnte nicht anders als erkennen und verstehen, mehr noch, sich selber in ihrer Gottsuche als erkannt und verstanden in dem Buch wiederzufinden.
Die Wahrheit, die sie gesucht hatte, traf sie wie in einem einzigen Strahl: Das Kreuz Christi ist die Wahrheit - sich auf diese Wahrheit einlassen heißt so viel wie sich auf das Kreuz einlassen.

Es ist bekannt, mit welch unerbittlichen Konsequenzen diese Einsicht zum allein bestimmenden Gesetz ihres Lebens wurde.

Edith Stein – Thérèse von Lisieux - Simone Weil: ein Vergleich
Nun ist sicher wahr, daß kein Heiliger einen anderen als den gekreuzigten Heiland geliebt hat, ihm gerade auch als dem Kreuztragenden nachfolgen wollte, um seinetwillen das Kreuz hinnehmen wollte bis zum Tode, aber die Lichtbrechung, in der dieses Geheimnis steht, ist von einem zum anderen verschieden An dieser Stelle erst berühren wir die tiefste Schicht der Berufung von Edith Stein.
Um sie deutlicher zu erfassen, soll nochmals weiter ausgeholt werden durch einen Vergleich mit zwei anderen ebenbürtigen Frauen, die ebenfalls von Christus ergriffen waren; mit ihrer großen Ordensschwester, der kleinen Therese von Lisieux, und mit ihrer kongenialen französischen Kollegin, der jüdischen Philosophin Simone Weil, die ebenfalls ein Opfer nationalsozialistischen Judenhasses wurde. Zwischen beiden nimmt Edith Stein nicht nur zeitlich die mittlere Position ein - sie wurde sechs Jahre vor dem Tod der heiligen Therese geboren und wird von Simone Weil, die 1943 stirbt, um ein Jahr überlebt - sie steht auch in einer viel tiefer reichenden Dimension zwischen den beiden anderen Frauen;
Am Anfang unserer Überlegungen stand die Bemerkung, daß die Heiligen in ihrem Leben nicht nur etwas aufleuchten lassen von der Erbarmung Gottes, sondern daß von diesem Aufleuchten gleichzeitig ein Licht in die Zeit fällt, in der sie leben, so daß deren heilsgeschichtliche Sinnspitze wahrgenommen werden kann. Ferner gesagt, daß die zufälligen Bedingungen ihrer individuellen Existenz bestimmend sind für die Disposition ihrer besonderen Berufung.
Die drei eben genannten Frauen gehören mit ihrer Lebens- und Wirkungsgeschichte in unsere Gegenwart. D.h. ihr Zeugnis für Gott hat sich bewährt gegenüber den spezifischen Anfechtungen, denen der Glaube in unserem Jahrhundert ausgesetzt ist. Das Folgende erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit; es muß genügen, wenn es gelingt, das Beispielhafte herauszustellen.

Thérèse von Lisieux - Gott ist barmherzig
Das innere Leben-Erleben dieser drei Frauen ist aufs eindringlichste gekennzeichnet von der Erfahrung der Gottesferne - sie ist auch das quälendste Symptom in der Psyche des modernen Menschen. Diese Erfahrung der Gottesfeme überrascht besonders im Leben der kleinen heiligen Therese. Aufgewachsen als umhegtes Nesthäkchen in einer zärtlichen und von tiefer katholischer Frömmigkeit erfüllten Familie, scheint sie zu den Lieblingskindern Gottes zu gehören, die allezeit ihren Glauben, ihre Liebe aus der Fülle himmlischer Tröstungen schöpfen können.
Für die ersten Jahre ihres Lebens mag das zugetroffen haben, aber spätestens mit dem Eintritt ins Kloster ändert sich das.
Der kleine Karmel in Lisieux mit seinen vielen Vorschriften und Übungen, seinen mündlichen Gebeten und formelhaft erstarrtem Gemein-schaftsleben, mit seinen lauwarmen Mitgliedern, einem mürrischen Seelsorger und einer unfähigen Oberin war alles andere als ein heiliger Ort. Er war dafür eine einzigartige Gelegenheit um zu beweisen, daß Heiligkeit an jedem Ort entwickelt und erworben werden kann.

Wie durch ein erbarmungsloses Vergrößerungsglas präsentiert sich der feinfühligen Therese in ihren Schwestern das Phänomen der Mittelmäßigkeit. Dies allerdings nicht nur als ein proprium dieses Karmelkloster\s, sondern darin vergegenwärtigte sich ihr der Zustand der Christenheit, der sie schmerzlich leiden ließ an der verschmähten Liebe Christi. Sie entdeckt in diesem Zustand der Kirche das verborgene Antlitz Jesu Christi, jenes, das sich dem Schweißtuch der Veronika eingeprägt hatte. Am meisten, so meint ihr Biograph W. Nigg, habe sie unter der Kälte gelitten, nicht nur der klimatischen, mehr noch der menschlichen. Er schreibt: „Das körperliche Kältegefühl erscheint als Ausdruck des inneren Frierens über das lieblose Millieu... Therese ist unter dem Mangel der vernachlässigten Nächstenliebe verblutet." (Große Heilige 437/8) Die durchdringende Erfahrung falsch verstandener, wenn nicht gar mißbrauchter Erlöserliebe geht für Thérèses jahrelang Hand in Hand mit einem Zustand geistlicher Trockenheit, der ihre innere Landschaft in ein eintöniges Grau hüllt. Aus ihm steigen furchtbare Versuchungen gegen den Glauben auf, und Therese muß zugeben, daß es keine Gotteslästerung gäbe, zu der sie nicht selber fähig gewesen wäre. Therese wählt unter diesen Bedingungen den Weg der bedingungslosen Hingabe an die göttliche Barmherzigkeit, der sie sich als Opfer weiht. Nicht Sühneopfer für die göttliche Gerechtigkeit will sie sein, sondern Auslöser und Beschwörer seiner Barmherzigkeit: die Schätze seiner Liebe sollen nicht eingeschlossen bleiben in sein Herz.

Dieses rückhaltlose Sich-Hineinwerfen in die Liebe Gottes ist unter diesen Umständen ein heroischer Akt des Glaubens. Er führt sie in die letzte Freiheit ihrem eigenen Schicksal, ihrer eigenen Situation gegenüber. Sie nimmt alles an, was und wie es ihr geschickt, bestimmt, von anderen angetan wird, und macht daraus ein Zeichen ihrer totalen Hingabe, ihrer bedingungslosen Liebe. Die bittere Arznei, die sie zu trinken bekommt und die aussieht wie köstlicher Likör, nennt sie selbst ein Bild ihres Lebens: „In den Augen anderer war mein Leben stets in die schönsten, heitersten Farben getaucht. Sie meinten, ich trinke den köstlichen Likör, und es war nichts als Bitterkeit. Ich sage Bitterkeit, dennoch war mein Leben kein bitteres, denn ich wußte mir aus jeder Bitterkeit eine Freude und Süßigkeit zu machen, d. i. einen Ausdruck ihres unbedingten Vertrauens in Gottes barmherzige Liebe.
Beide Erfahrungen: die der geistlichen Trostlosigkeit in sich selbst und die der erkaltenden Liebe rund um sich herum gehören in das Leidenspensum heutiger Christen - je nach dem Maße, in dem sie selber lieben, d.h. Christus liebende Christen sind.

Therese, die keinen Schritt aus ihrem Milieu, aus ihrem Karmel gemacht hat, die, wie sie selber sagt, viel zu klein war, um ein großes Werk zu vollbringen, die noch nicht einmal die damals im Karmel vorgeschriebenen Bußwerkzeuge anwenden konnte, sie hat uns nur eine Biographie, d.h. ihr Leben selbst als Werk hinterlassen und dazu das Schlüsselwort zur Botschaft dieses Lebens: es heißt der kleine Weg.

Dieser sogenannte kleine Weg hat größere Wirkung unter den Christen hervorgerufen als die ausgeklügelsten Programme oder hochkarätigen Seminare. Sein uneinholbarer Vorteil ist sein radikaler Realismus! Das Leben wird in seinen einzelnen Zufällen und Bedingtheiten wahr- und ernst-genommen als von Gott gewirkt, von Gott gewußt, von Gott gesehen und umfangen und von ihm gewollt. Alles wird hebend bejaht und so zum Zeichen unseres Glaubens und Vertrauens, aus welcher Dunkelheit und Verlorenheit auch immer wir dieses Ja zu ihm sagen.

Simone Weil - Gott ist ohnmächtig
Simone Weils Leben verläuft äußerlich in größtem Gegensatz zu dem von Thérèse von Lisieux

Simone Weil studiert Philosophie, wird Lehrerin, nimmt teil an gewerkschaftlichen Demonstrationen auf dem ganz linken Flügel, auf dem sie Befriedigung zu finden hofft für ihr hohes soziales Ethos. Getrieben von ihrem Verlangen nach Solidarität mit der untersten Schicht der französischen Gesellschaft, den Land- und Fabrikarbeitern, verdingt sie sich, ungeachtet ihrer physischen Untauglichkeit, als Arbeiterin am Fließband und bei der Weinlese. Ihre Haupttätigkeit aber ist und bleibt immer und überall das Denken, das bohrende, ordnende Nachdenken über alles, was ist: Denken über sich selbst, die menschliche Natur, das Zusammenleben der Menschen, die Bedingungen ihres Handelns und ihres Scheiterns... Begabt mit einem ebenso durchdringenden wie umfassenden Blick für die ganze Wirklichkeit - die sichtbare und die unsichtbare - entwirft sie in zahllosen Aphorismen, Traktaten, Artikeln mosaikartig ihre Sicht vom menschlichen Dasein, insbesondere von ihrem eigenen und dessen besonderer Berufung. Die Gültigkeit der Prinzipien und Maßstäbe, die sie dabei entwickelt, muß von uns noch einmal entdeckt werden, nachdem ihre Schriften bei deren erster Veröffentlichung in deutscher Übersetzung, noch getragen von den Wogen des abklingenden Existenzialismus, eine mehr modebedingte Rezeption erfahren hatten. Anders als Therese von Lisieux verweilt Simone Weil nicht bei den Einzelerscheinungen, sondern abstrahiert von ihnen in meisterhafter Sprache das allgemeine Gesetz. Die Wirklichkeit eines liebenden Schöpfergottes und eines menschgewordenen Gottessohnes bilden die tragenden Eckpfeiler ihres Denkens.

Innerhalb dieser Prämissen kommt sie zu einigen Aussagen über den Menschen und die Mechanismen, die den einzelnen als Individuum oder als Teil einer größeren Einheit bewegen, deren Wahrheit sie an ihrem Leben abliest. Einerseits war es ein Leben voller Aktivität, die aber bei näherem Zusehen dennoch vor allem das Ziel hatten, sie selbst als Person in den Zustand immer reinerer Passivität zu führen, des ungeminderten Erleidens, wie sie aufgrund ihrer Liebe zu Jesus Christus als einzig gerecht und angemessen für sich empfand. Das Ende ihres Lebens, an dem sie sich als Asylantin in der Nähe von London befand, hat sie insofern selbst herbeigeführt, als sie nicht bereit war, mehr und andere Nahrung zu sich zu nehmen, als damals ihre französischen Landsleuten auf Essenskarten zustand. Irgendeine besondere Aufmerksamkeit für ihre Person hat sie Zeit ihres Lebens mit „wilder Scheu" abgelehnt aus einem tiefen Gefühl ihrer Unwürdigkeit heraus und wegen ihres Verlangens, durch nichts von den Menschen der anonymen Masse unterschieden zu sein. Darin erkannte sie für sich die größtmögliche Annäherung an Christus den Gekreuzigten, in dem sich ihr das unfaßliche Geheimnis der Liebe Gottes enthüllte.

Ich möchte zur Unterstreichung des Gesagten einen Abschnitt aus Simone Weils Traktat Das Unglück und die Gottesliebe zitieren: „Gott hat seine Schöpfung aus Liebe, um der Liebe willen erschaffen. Gott hat nichts anderes geschaffen als die Liebe selbst und die Mittel der Liebe. Er hat alle Formen der Liebe erschaffen. Er hat in allen möglichen Abständen Wesen erschaffen, die der Liebe fähig sind. Aber von Urbeginn hat die Menschheit, wie uns gesagt ist, ihren Blick von Gott abgewandt und ihren Weg in verkehrter Richtung genommen, so weit ihre Schritte führen... Daraufhin ist Gott selbst, weil kein anderer es tun konnte, bis in die äußerste Entfernung, den unendlichen Abstand von sich selber hinaus-gegangen. Dieser unendliche Abstand zwischen Gott und Gott - äußerste Zerreißung, Schmerz, dem kein anderer gleichkommt, Wunder der Liebe - dieser Abstand ist die Kreuzigung. Diese Zerreißung, über welche die höchste Liebe das Band der höchsten Einigung ausspannt, hallt unaufhörlich durch das ganze Weltall, vom Grunde des Schweigens gleich zwei getrennten und verschmolzenen Tönen, als eine reine herzzerreißende Harmonie. Dies ist das Wort Gottes. Die in der Liebe ausdauern, hören diesen Ton aus dem tiefsten Grunde ihrer Verlorenheit, wohin das Unglück sie hinabgestoßen hat. Von diesem Augen-blick an sind sie allen Zweifeln enthoben.

Ein blinder Mechanismus, der auch der höchsten geistlichen Vollkommenheit nicht achtet, schüttelt und schwenkt die Menschen unaufhörlich hin und her und schleudert einige unmittelbar zu Füßen des Kreuzes hin. Es hängt nur von ihnen ab, ob sie durch diese Erschütterungen hindurch die Augen auf Gott geheftet halten oder nicht. Nichts außer der blinden Notwendigkeit kann einen Menschen an den Punkt des äußersten Abstandes, unmittelbar neben das Kreuz schleudern. Die menschlichen Verbrechen, die meistens Ursache des Unglücks sind, bilden einen Teil der blinden Notwendigkeit, denn die Verbrecher wissen nicht, was sie tun.“

Zweimal Zeugin für die Liebe Christi
Dieser Text enthält eine Deutung von Simone Weils eigener Lebenserfahrung und überdies eine exakte Kennzeichnung des Schicksals, das Edith Stein widerfuhr.

Bevor wir uns ihrer Gestalt zum Abschluß wieder zuwenden wollen, soll der Vergleich zwischen den beiden scheinbar so heterogenen Frauen Thérèse von Lisieux und Sirnone Weil zu Ende gebracht werden. Beide liefern sich bewußt und um Christi willen dem Erleiden von Gottesferne als Folge der Sünde aus; beide bezahlen mit dem Preis ihres Lebens. Thérèse macht aus ihrem Leben ein Opfer an die Barmherzigkeit Gottes - Simone Weil in ihrer herzzerreißenden Verhaltenheit verzehrt ihr Leben wie in einem Akt geistiger und moralischer Selbstverbrennung aus Liebe zu dem, der am Kreuz die Ohnmacht der Liebe Gottes offenbart.

Beide Botschaften geben uns gleich viel an, beide verweisen uns auf eine Dimension des Christseins, die viele von uns aus dem Blick, aus ihrer inneren Sorge verloren haben. Dabei geht es um das Grundwasser unseres Glaubens; sackt dieses zu tief ab, verdorren ganze Landstriche
Wir können auch anders fragen: Steht das Haus unseres Glaubens wirklich noch auf dem Fels Jesu Christi, so daß die Fluten ihm nichts anhaben können? Oftmals ist man erschrocken über die seichte Oberflächlichkeit, in die sich sogenanntes christliches, zum Teil auch kirchliches Reden und Handeln verloren hat!

Edith Stein - Gott ist Versöhnung
Betrachten wir\ zuletzt in diesem Zusammenhang Edith Stein, so gilt von ihr in letzter Zuspitzung, was Simone Weil gesagt hat: sie wurde von der Gewalt blinder Notwendigkeit an den Fuß des Kreuzes geschleudert, sie wurde aufgespürt von der gigantischen Vernichtungsmaschinerie der Nazis, wurde von ihr verfolgt, vertrieben, entdeckt, gepackt, verschickt und zuletzt vergast - besinnungslos, sinnlos, erbarmungslos - weil sie Jüdin war. Sie hat dieses Schicksal angenommen und als Christin überboten, in sein Gegenteil verkehrt: den Haß, der sie vernichten sollte, hat sie zu einem weithin leuchtenden Zeichen sieghaften Lebens gemacht.

Ich glaube nicht, daß das Phänomen des Judenhasses im deutschen Bewußtsein hinreichend ausgegraben und auf- bzw. weggearbeitet worden ist: er ist ja mit rationalen Mitteln überhaupt nicht zu erklären. Man muß schon bereit sein, die dämonische Qualität anzuerkennen, die in dieser wilden Verkehrung der Macht in reinen Vernichtungswillen zum Ausbruch kam.

Edith Stein hat wiederholt erkennen lassen, daß es ihre doppelte Verwurzelung war, die sie befähigte, diesen satanischen Angriff auf sich selbst, ihre Personenwürde, ihre Herkunft, ihr Volk, ihren alten und ihren neuen Glauben standzuhalten, ohne an der Treue Gottes irre zu werden: sie war stolz, Jüdin zu sein um Christi willen: von gleicher Art wie er, aus demselben Volk, derselben Geschichte stammend.

Gleichzeitig empfand sie die Schuld ihres Volkes gegenüber diesem Messias, so daß sie den Platz an seiner Seite suchte, um Buße zu tun für diese Sünde ihres Volkes. Sie war eine Jüngerin Christi geworden und konnte darum in einzigartiger Weise den Haß, der sich gegen sie als Jüdin richtete, erfahren und annehmen als Haß, der sich gegen Christus richtete. Sie wurde - wie er - nicht für etwas, was sie getan hatte, zum Tode verurteilt, sondern für das, was sie war. Sie war Christin geworden und wurde durch ihre Lebensgeschichte in größtmöglicher Annäherung an Jesus Christus auf die höchste Stufe der Feindesliebe geführt.

Durch ihre letzte wissenschaftliche Arbeit über Johannes vom Kreuz mag sie hinreichend vorbereitet gewesen sein auf das Maß von Schikane und Grausamkeit, das auf sie wartete, ungeheuer multipliziert dadurch, daß sie es nicht als einzelne erleiden mußte, sondern in der Anonymität der Masse. Diesen Angriff auf die Würde der eigenen Person übersteht nur der, der weiß, wer sein letzter Retter ist. Edith Stein war bereit, den ihr zugedachten Tod als Versöhnungsopfer auf sich zu nehmen im Sinne des Kreuzopfers Christi, der durch sein Sterben die trennende Wand der Feindschaft zwischen Juden und Heiden niedergerissen hat. Sie wollte die Feindschaft niederreißen zwischen Juden und Deutschen, wollte Sühne leisten für die verblendeten Christen, die durch ihren Judenhaß so furchtbares Unrecht auf sich luden, wollte ihr Leben einmünden lassen in das Leben des Erlösers, der es hingab für das Leben der Welt.

Mit dem Stichwort Versöhnung ist auch der Kern der Botschaft getroffen, die Edith Stein uns zu geben hat.

Sie hat durch ihr Leben auf verschiedenen Ebenen Gegensätzliches zu vereinen, Getrenntes miteinander zu versöhnen versucht. Als Philosophin hat sie die klassische Philosophie mit der modernen auszusöhnen, hat überdies den sich abzeichnenden Bruch zwischen Philosophie und Theologie noch aufzuhalten versucht. Sie hat nach ihrer Konversion durch die unerschütterliche Treue, mit der sie ihrer von diesem Glaubenswechsel zutiefst gekränkten Mutter ihre Liebe bezeugte, Judentum und Christentum zur gottgewollten Aussöhnung zu bringen versucht; sie hat schließlich den ihr zugedachten Vernichtungstod in die Waagschale der Versöhnung geworfen – „für unser Volk, für die so furchtbar verführten Deutschen..“
Gott ist Versöhnung, Gott wirkt Versöhnung, er wirkt sie am Kreuz durch den, der da gekreuzigt wird.

Das Kreuz ist die Wahrheit, in der alle essentielle und existentielle Wahrheit konvergieren, in der alle Gegensätze versöhnt, alles Widerstrebende vereint wird, In ihm ist die ganze Einheit zwischen Gott und den Menschen und auch den Menschen untereinander wiederhergestellt.
Vom Kreuz Christi wird alles Denken der Menschen eingeholt und auf diesen einen Punkt gebracht, in dem Tod und Leben sich begegnen: in dem der Tod das Leben vernichtet und das Leben endgültig den Tod besiegt.

Licht in der Finsternis
Im ersten Teil unserer Überlegungen haben wir unter den Begriffen Betroffenheit und Wirksamkeit das Leben einiger heiliger Frauen kurz auf uns wirken lassen.
Fragen wir zum Schluß noch einmal unter diesem Gesichtspunkt nach den dreien, die wir zuletzt verglichen haben:
Keine der Frauen hat ein Werk vorzuweisen, das ihren Namen trägt - alle drei haben nur autobiographische Schriften hinterlassen, die uns Einblick geben in die inneren Ereignisse und Beweggründe ihres Lebens, so daß die Bedeutung der Daten ihres äußeren Lebenslaufes für uns erkennbar werden.
Ihre Botschaften lauteten: Gott ist immer der barmherzige Gott, Gott ist vor den Menschen ein ohnmächtiger Gott, Gott ist ein Gott der Versöhnung.
Drei Botschaften an uns, durch die wir uns herausgefordert sehen: wir müssen sie in unserem Glauben lebendig erhalten und bekennen in einer glaubensärmer werdenden Welt. Alle drei Botschaften stammen aus derselben Begegnung mit Christus dem Gekreuzigten. Ich meine, diese Botschaft habe heute ihre eigene Dringlichkeit: das Bild des Gekreuzigten verschwindet langsam und unauffällig aus unserem Leben, aus unseren Wohnungen, zum Teil auch unseren Kirchen. Immer häufiger begegnet uns statt dessen der vorn Kreuz abgelöste Corpus mit ausgebreiteten Armen, irgendwo an der Wand zwischen Himmel und Erde hängend. Ich entdecke darin eine signifikante Gegenbewegung zu jenem Vorgang am Anfang neuzeitlicher Kirchengeschichte: damals wurde es in den protestantischen Gotteshäusern üblich, nur das Kreuz aufzustellen, ohne Corpus. Diese Verdrängung von der Wahrheit des Menschgewordenen und Gekreuzigten wird heute abgelöst durch die Verdrängung der Wahrheit, die dieser Menschgewordene und gekreuzigte Gottessohn unter uns aufgerichtet hat: die Botschaft von der Torheit des Kreuzes, die zugleich Botschaft ist von der unbesiegbaren Kraft dessen, der an ihm hängt.

Die Botschaften der drei zeitgenössischen Frauen erwachsen auf dem Boden schmerzlich erfahrener Gottesverborgenheit, Gottesohnmacht, Goftesabwesenheit.
Thérèse von Lisieux erfährt sie innerlich als Teilhabe am verborgenen Leben Christi im corpus mysticum; Simone Weil erfährt sie herzzerreißend als ihr eigenstes Schicksal: getrennt zu sein von dem, was man aus ganzer Seele sucht. Dieser Zug, meine ich, habe sich besonders scharf der Physiognomie des modernen Menschen eingeprägt. In ihrer geistigen Struktur gleicht sie der von Edith Stein wie ein Negativ dem Positiv. Deshalb durfte sie in unseren Überlegungen nicht fehlen.
Edith Stein erfährt schließlich die Gottlosigkeit eines ganzen Systems, geballt als politisches, soziales, moralisches Phänomen, in unwiderstehlicher, scheinbar absoluter Mächtigkeit, der einzig und allein das Kreuz Christi standzuhalten vermag und der Mensch, der sich an ihm festhält.
Alle drei Botschaften enthalten in sich auch den unüberhörbaren Jubelruf, den gefunden zu haben, den ihre tiefste Sehnsucht sucht - ihn, den lebendigen Gott, geborgen in dessen Hand sie keinen Tod mehr fürchten müssen.
Alle drei enthalten eine unmittelbare Aufforderung an uns, alle falsche Angst und Bedenklichkeit hinter uns zu lassen und entschlossen mit dem ganzen Sein auf die erkannte Wahrheit der Liebe Christi zu setzen, koste es was es wolle.
Es gibt kein anderes Mittel, die Nebel der Kleingläubigkeit und des Skeptizismus zu durchbrechen, in denen unser Glaube heute zu verkümmern droht. Sie sind uns auch ein Beispiel für den Mut, für die Art von Mut, dessen es bedarf, um zur Freiheit durchzustoßen, zu der Christus uns befreit hat. Das gilt besonders für Edith Stein, der wir hier besonders gedenken. Wie ein eschatologisches Zeichen steht ihre Gestalt über den Feueröfen von Auschwitz, diesem Mahnmal infernalischer Anmaßung, und ist weithin leuchtendes Zeugnis für jenes Feuer, das Gott selbst auf die Erde geworfen hat, von dem er wünscht, daß es brenne - brenne auch in uns!

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www.edith-stein-medien.de

#183   EDITH 204.06.2006 - 15:18
Die Zwischenüberschriften und Hervorhebungen dienen als Lesehilfe. Sie gehören nicht zum Originaldokument.)

Erneuerung Europas in der Fortführung der Geschichte der Heiligen

1.
Die Hoffnung auf den Aufbau einer gerechteren und menschenwürdigeren Welt, eine Hoffnung, die von der Erwartung des nunmehr vor der Tür stehenden dritten Jahrtausends noch angefacht, muß von dem Bewußtsein getragen sein, daß menschliche Anstrengungen nichts nützen würden, wenn sie nicht von der göttlichen Gnade begleitet wären: „Wenn nicht der Herr das Haus baut, müht sich jeder umsonst, der daran baut (Ps 127,1). Dem müssen auch alle Rechnung tragen, die in diesen Jahren vor dem Problem stehen, Europa eine neue Ordnung zu geben, die dem alten Kontinent helfen soll, sich durch Beseitigung, des traurigen Erbes der Vergangenheit die Reichtümer seiner Geschichte zunutze zu machen, um mit einer in den besten Traditionen verwurzelten Originalität auf die Erfordernisse der sich wandelnden Welt zu antworten.
In der Gesamtgeschichte Europas stellt das Christentum zweifellos ein zentrales und prägen-des Element dar, das. sich auf dem starken Fundament des klassischen Erbes und der vielfältigen Beiträge gefestigt hatte, die von den im Laufe der Jahrhunderte aufeinanderfolgenden unterschiedlichen ethnisch-kulturellen Strömungen eingebracht wurden. Der christliche Glaube hat die Kultur des Kontinentes geformt und sich mit seiner Geschichte so unlösbar verflochten, daß diese gar nicht verständlich wäre, würde man nicht auf die Ereignisse verweisen, die zunächst die große Zeit der Evangelisierung und dann die langen Jahrhunderte geprägt haben, in denen sich das Christentum, wenn auch in der schmerzlichen Spaltung zwischen Orient und Okzident, als die Religion der Europäer durchgesetzt hat. Auch in Neuzeit und Gegenwart, wo die religiöse Einheit sowohl infolge weiterer Spaltungen unter den Christen als auch wegen der Loslösungsprozesse der Kultur vom Horizont des Glaubens mehr und mehr zerbröckelte, kommt der Rolle des Glaubens auch weiterhin eine wichtige Bedeutung zu.
Der Weg in die Zukunft muß dieser Gegebenheit Rechnung tragen. So sind die Christen aufgerufen, sich des Glaubens neu bewußt zu werden, um zu zeigen, was er an Möglichkeiten ständig in sich birgt, Sie haben die, Pflicht, zum Aufbau Europas einen besonderen Beitrag zu leisten. Dieser wird um so wertvoller und wirksamer sein, je mehr es den Christen gelingt, sich selbst im Lichte des Evangeliums zu erneuern. Auf diese Weise werden sie jene lange Geschichte der Heiligkeit fortführen, welche die verschiedenen Regionen Europas im Laufe dieser zweitausend Jahre durchzogen hat, in denen die offiziell anerkannten Heiligen nur die als Vorbilder für alle Menschen ausgewiesenen Höhe-punkte sind. Denn zahllos sind die Christen, die durch Liebe zu Gott und zum Nächsten beseeltes, rechtschaffenes und aufrichtiges Leben in den verschiedensten Berufen als Geistliche, Ordensleute und Laien eine Heiligkeit erlangt haben, die in ihrer Verborgenheit echt und weit verbreitet war.

Schutzpatrone Europas an der Zeitenwende
2.
Die Kirche zweifelt nicht daran, daß gerade dieser Schatz der Heiligkeit das Geheimnis ihrer Ver-gangenheit und die Hoffnung ihrer Zukunft ist ihm drückt sich nämlich am besten das Geschenk der Erlösung aus, durch das der Mensch von der Sünde befreit wird und die Möglichkeit zu einem neuen Leben in Christus erhält. In ihm findet das Volk Gottes auf seinem Weg durch die Zeit eine unvergleichliche Stütze, fühlt es sich doch zutiefst mit der Kirche verbunden, die im Himmel dem Lamm den Lobpreis singt (vgl. Offb 7,9-10) während sie für die noch auf Erden pilgernde Gemeinschaft Fürbitte einlegt. Darum hat das Volk Gottes seit ältesten Zeiten die Heiligen als Beschützer angesehen. Durch eine. einzigartige Gepflogenheit, an der sicher der Einfluß des Heiligen Geistes nicht unbeteiligt war, wurden dann die einzelnen Kirchen, Regionen und sogar Kontinente dem besonderen Schutz einiger Heiliger anvertraut Manchmal geschah es auf Drängen der Gläubigen, dem die Bischöfe nachgaben, dann wieder auf Initiative der Bischöfe selbst.
Da gerade die Zweite Sonderversammlung der Bischofssynode für Europa. tagt, schien mir aus der oben gezeichneten Perspektive und angesichts des bevorstehenden Großen Jubiläums des Jahres 2000, daß die europäischen Christen aus der Betrachtung und der Anrufung mancher Heiliger, die auf ihre Weise besonders repräsentativ für ihre Geschichte sind, geistlichen Nutzen ziehen könnten. Die Christen in Europa erleben ja zusammen. mit ihren Mitbürgern einen epochalen Übergang, der zwar reich an Hoffnung, aber zugleich nicht frei von Sorgen ist. Ich habe mir daher nach entsprechender Beratung überlegt, das zu vollenden, was ich am 31. Dezember 1980 begonnen habe, als ich zwei Heilige des ersten Jahrtausends, die Brüder Cyrill und Methodius als Pioniere der Evangelisierung Osteuropas dem hl. Benedikt ln die Seite stellte und zu Mitpatronen Europas erklärte. So will ich nunmehr die Schar der himmlischen Schutzpatrone durch drei Gestalten ergänzen, die gleichfalls als Sinnbilder für entscheidende Augenblicke des zu Ende gehenden zweiten Jahrtausends stehen: die hl. Birgitta von Schweden, die hl. Katharina von Siena, und die hl. Teresia Benedicta a Cruce (Edith Stein).
Drei große Heilige, drei Frauen, die sich In verschiedenen Epochen – zwei im Hochmittelalter und eine in unserem Jahrhundert – durch die tatkräftige Liebe zur Kirche Christi und durch das Zeugnis für sein Kreuz ausgezeichnet haben.

Das weibliche Gesicht der Heiligkeit
3.
Das Panorama der Heiligkeit ist natürlich so vielfältig und reich, daß die Wahl neuer himmlischer Schutzpatrone auch auf andere sehr würdige Gestalten hätte fallen können, deren sich jede Epoche und jede Region rühmen dürfen. Im Rahmen der von der Vorsehung bestimmten Tendenz, die sich in der Kirche und Gesellschaft unserer Zeit durch die immer klarere Anerkennung der Würde und; der eigentlichen Gaben der Frau durchgesetzt hat, halte Ich jedoch die Option für diese Heiligkeit mit weiblichem Antlitz für besonders bedeutsam.
In Wirklichkeit hat es die Kirche von ihren Anfängen an nicht versäumt, die Rolle und Sendung der: Frau anzuerkennen, auch wenn sie sich bisweilen von den Bedingtheiten einer Kultur beeinflussen ließ, die der Frau nicht immer die gebührende Aufmerksamkeit schenkte. Doch die christliche Gemeinschaft ist auch in dieser Hinsicht allmählich gereift und gerade die von der Heiligkeit - entfaltete Rolle hat sich dafür als entscheidend erwiesen. Ein ständiger Impuls ist. vom Bild Mariens, der „idealen Frau“; der Mutter Christi und der Kirche; ausgegangen.
Aber auch der Mut der Märtyrinnen, die mit erstaunlicher Seelenkraft die grausamsten Qualen auf sich genommen haben,: das Zeugnis der Frauen, die sich mit beispielhafter Radikalität zum asketischen Leben verpflichtet haben, die tägliche Hingabe so vieler Ehefrauen und Mütter in der Familie „Hauskirche“, die Charismen so vieler Mystikerinnen, die zur theologischen Vertiefung beigetragen. haben: Sie alle haben der Kirche eine wertvolle Anleitung dafür gegeben, den Plan, den Gott für die Frauen hat, voll zu erfassen. Seine. unmißverständlichen Ausdruck findet diese Plan übrigens bereits auf einigen Seiten der Heiligen Schrift und besonders in der im Evangelium bezeugten Haltung Christi. Auf dieser Linie liegt auch die Wahl, die hl. Birgitta von Schweden, die hl. Katharina von Siena und die hl. Teresa Benedicta a Cruce zu Mitpatroninnen Europas zu er klären.
Der Grund, der dann mein besonderes Augenmerk auf diese Frauen gelenkt hat, liegt in deren .Leben. Ihre Heiligkeit äußerte sich nämlich unter historischen Gegebenheiten und im Rahmen „geographischer“ Räume, die sie für den europäischen Kontinent besonders bedeutsam erscheinen lassen. Die hl. Birgitta verweist auf den äußersten Norden Europas, wo sich der Kontinent mit den übrigen Teilen der Welt gleichsam zu einer Einheit verbindet; von dort ist sie aufgebrochen, um schließlich in Rom ihr Ziel zu finden.
Auch Katharinna von Siena ist wegen der Rolle bekannt, die sie damals, als der Nachfolger Petri in Avignon residierte, durch die Vollendung eines geistlichen Werkes spielte, das bereits die hl. Birgitta begonnen hatte: Denn sie hatte die Rückkehr des Papstes an seinen eigentlichen Sitz in der Nähe des Grabes des Apostelfürsten gefördert. Die erst vor kurzem heiliggesprochene Teresia Benedicta a Cruce schließlich verbrachte nicht nur ihr Leben in verschiedenen Ländern Europas, sondern schlug mit ihrer ganzen Existenz als Denkerin, Mystikerin und Märtyrerin gleichsam eine Brücke zwischen ihren jüdischen Wurzeln und der Zugehörigkeit zu Christus. Sie tat es, indem sie mit sicherer Intuition im Dialog mit dem modernen philosophischen Denken stand und indem sie schließlich durch ihr Martyrium in der entsetzlichen und beschämenden „Shoah“ die Gründe gleichsam herausschrie, die für Gott und den Menschen sprechen; So ist sie zum Ausdruck einer menschlichen, kulturellen und religiösen Pilgerschaft geworden, die den tiefen Kern der Tragödie und der Hoffnungen des europäischen Kontinents verkörpert.

Birgitta von Schweden: Ehe und Familie
4.
Die erste dieser drei großen Gestalten, Birgitta stammte aus einer Adelsfamilie und wurde im Jahr 1303 in Finsta in der schwedischen Region Uppland geboren. Sie ist vor allem als Mystikerin und Gründerin des Ordens des Heiligsten Erlösers bekannt. Man darf jedoch nicht vergessen, daß sie in der ersten Lebenshälfte dem Laienstand angehörte und mit einem frommen Christen glücklich verheiratet war, von dem sie acht Kinder hatte; Wenn ich auf sie als Mitpatronin Europas hinweise, möchte ich damit bewirken, daß sich ihr nicht nur diejenigen nahe fühlen, die die Berufung zu einem besonderen geist-lichen Stand empfange haben, sondern auch jene, die als Laien ihren gewöhnlichen Tätigkeiten in der Welt nachgehen und denen vor allem die hohe und verpflichtende Berufung zukommt, eine christliche Familie zu bilden. Ohne sich vom Wohlstandsleben ihrer gesellschaftlichen Klasse beirren zu lassen, lebte Birgitta mit ihrem Gemahl Ulf die Erfahrung eines Ehepaares, bei dem sich die eheliche Liebe mit intensivem Gebet, Studium der heiligen Schrift, Abtötung und Nächstenliebe verband. gemeinsam gründeten die Eheleute ein kleines Spital, wo sie häufig den Kranken Beistand leisteten. Birgitta hatte es sich sodann zur Gewohnheit gemacht, persönlich den Armen zu dienen. Zugleich wurde sie wegen ihrer pädagogischen Gaben geschätzt, die sie besonders dann entfalten konnte, wenn man sie am Hof von Stockholm um ihren Dienst ersuchte. Aus dieser Stellung sollten die Ratschläge heranreifen, die sie bei verschiedenen Gelegenheiten, Fürsten und Herrschern für die richtige Erfüllung ihrer Aufgaben erteilte. Aber an erster Stelle kam natürlich diese Fähigkeit ihren Kindern zugute, und es ist kein Zufall, daß eine ihrer Töchter, Katharina als Heilige verehrt wird.
Doch diese Periode ihres Familienlebens war nur einen erste Etappe. Die Wallfahrt nach Santiago de Compostella, die sie 1341 zusammen mit ihrem Ehemann Ulf unternahm, bildete den symbolischen Abschluß dieser Phase. Für Birgitta war sie die Vorbereitung auf das neue Leben, das sie einige Jahre später begann, als sie nach dem Tod des Gatten die Stimme Christi vernahm, der ihr eine neue Sendung übertrug, während er sie durch eine Reihe außerordentlicher mystischer Gnaden Schritt für Schritt begleitete.

Birgitta: Pilgerin und Mystikerin
5.
Nachdem sie 1349 Schweden verlassen hatte, ließ sich Birgitta in Rom nieder, dem Sitz des Nachfolgers Petri. Der Umzug stellt einen Abschnitt in Birgittas Leben dar, der nicht für die geographische und kulturelle, sondern vor allem für die spirituelle Erweiterung ihres Herzens entscheidend war. Viele Orte Italiens haben sie als Pilgerin gesehen, deren tiefster Wunsch es war, die Reliquien der Heiligen zu verehren. Ort, die davon erzählen können sind: Mailand, Pavia, Assisis, Ortona, Bari Benevento, Pozzuolli, Neapel, Salerno, Amalfi und das Heiligtum des hl. Erzengels Michael auf dem Monte Gargano. Die letzte Wallfahrt, die sie zwischen 1371 und 1372 unternahm, führte sie nach Überquerung des Mittel-meeres in Richtung Heiliges Land und gestattet ihr, außer den vielen heiligen Stätten des katholischen Europa die eigentlichen Quellen des Christentums gleichsam geistlich zu umarmen, die als Orte vom Leben und vom Tod des Erlösers geheiligt sind.
Noch mehr als durch dieses fromme Wallfahrten hat Birgitta aber durch den tiefen Sinn für das Geheimnis Christi und der Kirche in einem äußerst kritischen Augenblick ihrer Geschichte am Aufbau der kirch-lichen Gemeinschaft mitgewirkt. Die innige Verbun-denheit mit Christus war nämlich begleitet von besonderen Offenbarungscharismen, die sie zu einem Bezugspunkt machte, an dem sich viele Personen der Kirche ihrer Zeit ausrichteten. In Birgitta spürt man die Kraft der Prophetie. Die Töne, die sie anschlägt, erscheinen manchmal wie ein Echo der Stimmen der großen alten Propheten. Sicher und ent-schlossen spricht sie zu Fürsten und Päpsten. Ihnen enthüllt sie die Pläne Gottes in bezug auf die geschichtlichen Ereignisse. Sie spart auch nicht mit strengen Ermahnungen, was die sittliche Erneuerung des christlichen Volkes und selbst des Klerus betrifft (vgl. Revelationes, IV.49; vgl. auch IV,5). Manche Aspekte ihres außergewöhnlichen mystischen Schaffens lösten in der damaligen Zeit verständliche, Fragen aus. Ihnen gegenüber verwies die Prüfung durch die Kirche auf die einzige öffentliche Offen-barung die in Christus ihre Erfüllung und in der Heiligen Schrift ihren maßgebenden Ausdruck gefun-den hat Denn auch die Erfahrungen der großen Heiligen sind nicht frei von jenen Grenzen, die den Empfang der Stimme Gottes durch den Menschen immer begleiten.
Es besteht jedoch kein Zweifel, daß die Kirche, als sie die Heiligkeit Birgittas anerkannte, die Authentizität ihrer inneren Erfahrung insgesamt billigte, auch ohne sich zu den einzelnen Offenbarungen zu äußern. Sie erscheint als eine bedeutende Zeugin des Raumes, den das Charisma in der Kirche haben kann, wenn es in voller Fügsamkeit gegenüber dem Geist Gottes und in voller Übereinstimmung mit den Ansprüchen der kirchlichen Gemeinschaft gelebt wird. Insbesondere nachdem sich die skandinavischen Länder, also die Heimat Birgittas, im Verlauf der traurigen Gescheh-nisse des 16. Jahrhunderts aus der vollen Gemein-schaft mit dem Römischen Stuhl losgelöst hatten, bleibt die Gestalt der schwedischen Helligen ein wertvolles ökumenisches „Band“, das den Einsatz noch verstärkt, den ihr Orden in diesem Sinne leistet.

Katharina von Siena: Friedenstifterin
6.
Nur wenig jünger ist die andere große Frauengestalt, die hl. Katharina von Siena, deren Rolle in den Entwicklungen der Kirchengeschichte und selbst bei der lehrmäßigen Vertiefung der geoffenbarten Botschaft tiefe Anerkennung gefunden hat, die in der Verleihung des Titels einer Kirchenlehrerin gipfelte.
Die 1347 in Siena geborene Katharina war von frühester Kindheit an mit außerordentlichen Gnaden ausgestattet, die es ihr erlaubten, auf dem vom hl. Dominikus vorgezeichneten geistlichen Weg zwi-schen Gebet, asketischer Strenge und Werken der Nächstenliebe rasch zur Vollkommenkeit voran-zuschreiten. Sie war zwanzig Jahre alt, als Christus ihr durch das mystische Symbol des Brautringes seine besondere Liebe offenbarte. Es war die Krönung einer Vertrautheit, die in der Verborgenheit und Kontemplation, auch außerhalb der Mauern eines Klosters, durch das ständige Verweilen an jener geistlichen Wohnung herangereift war, die sie gern die „innere Zelle“ nannte. Das Schweigen dieser Zelle, das Katharina für die göttlichen Eingebungen in hohem Maße bereit machte, konnte sich schon bald mit einem ganz außerordentlichen apostolischen Eifer verbinden. Viele Menschen, darunter auch Kleriker, sammelten sich als Schüler um sie und sprachen ihr die Gabe einer geistlichen Mutterschaft zu. Ihre Briefe verbreiteten sich in Italien, ja über ganz Europa. Denn die junge Frau aus Siena traf mit sicherem Ton und glühenden Worten den Kern der kirchlichen und gesellschaftlichen Probleme ihrer Zeit.
Mit unermüdlichem Einsatz verwendete sich Katharina für die Lösung der vielfältigen Konflikte, von denen die Gesellschaft ihrer Zeit zerrissen wurde. Ihre Bemühungen um Friedensstiftung erreichten europäische Herrscher wie Karl V. von Frankreich Karl von Durazzo, Elisabeth von Ungarn, Ludwig den Großen von Ungarn und Polen sowie Johanna von Neapel. Bedeutend war ihre Initiative zur Versöhnung der Stadt Florenz mit dem Papst. Indem sie die Parteien auf den „gekreuzigten Christus und die sanftmütige Maria“ hinwies, zeigte sie, daß es für eine an den christlichen Werten orientierte Gesell-schaft niemals einen Anlaß zu einem so schwer-wiegenden Streit geben kann, daß man die Vernunft der Waffen den Waffen der Vernunft vorziehen darf.

Katharina von Siena: Ein Leben für die Kirche
7.
Katharina wußte freilich genau, daß man nicht wirksam zu dieser Schlußfolgerung gelangen konnte, wenn nicht zuvor die Herzen von der Kraft des Evangeliums geformt worden waren. Daher rührt die Dringlichkeit der Reform der Gewohnheiten, die sie allen ohne Ausnahme vorschlug. Die Könige erinnerte sie daran, daß sie nicht regieren könnten, als wäre das Königreich ihr „Eigentum“: Vielmehr sollten sie sich bewußt sein, daß sie Gott über die Machtausübung Rechenschaft geben müssen. Aus diesem Wissen heraus sollten sie die Aufgabe annehmen „die heilige und wahre Gerechtigkeit“ dadurch zu erhalten, daß sie sich zu „Vätern der Armen“ machen (vgl. Brief Nr. 235 an den König von Frankreich). Die Ausübung der Herrschergewalt war nämlich nicht von der Übung der Nächstenliebe zu trennen, die zugleich die Seele des persönlichen Lebens und der politischen Verantwortung ist (vgl. Brief Nr: 357 an den König von Ungarn).
Mit derselben Eindringlichkeit wandte sich Katharina an die Geistlichen jeden Ranges, um von ihnen die strengsten Konsequenzen im Leben und im pasto-ralen Dienst zu verlangen. Der freie, kraftvolle und eindringliche Ton, mit dem sie Priester, Bischöfe und Kardinäle ermahnt, macht Eindruck. Im Garten der Kirche - sagte sie - müßten die faulenden Pflanzen ausgerissen und durch frische, duftende „neue Pflanzen“ ersetzt werden. Gestärkt durch ihre Ver-trautheit mit Christus scheute sich die Heilige aus Siena nicht, selbst den Papst, den sie als „sanft-mütigen Christus auf Erden“ zärtlich liebte, mit aller Offenheit auf den Willen Gottes hinzuweisen, der ihm gebot, das von irdischer Vorsicht und weltlichen Interessen diktierte Zaudern und Zögern endlich auf-zugeben und von Avignon nach Rom zum Petrus-grab zurückzukehren.
Mit derselben Leidenschaft opferte sich Katharina dafür auf, die Spaltungen abzuwenden, die sich bei der Papstwahl nach dem Tod Gregors XI. abzeich-neten: Auch in dieser Situation appellierte sie noch einmal leidenschaftlich an die unverzichtbaren Grün-de, die für den Erhalt der Gemeinschaft sprachen. Das war das höchste Ideal, an dem sie ihr ganzes Leben ausgerichtet hatte, während sie sich vor-behaltlos für die Kirche verzehrte. Das sollte sie selbst auf dem Sterbebett ihren geistlichen Kindern bezeugen: „Seid gewiß, meine Lieben, daß ich das Leben für die heilige Kirche hingegeben habe“ (Seliger Raimondo da Capua, Leben der heiligen Katharina von Siena, Lib. III, c. IV).

Edith Stein: Akzente ihres Lebens
8.
Mit Edith Stein - der hI. Teresia Benedicta a Cruce - befinden wir uns in einem ganz anderen historisch-kulturellen Umfeld. Sie führt uns nämlich mitten in unser geplagtes Jahrhundert. Aus dieser Gestalt werden die Hoffnungen deutlich, die das Jahrhundert entzündet hat, aber auch die Widersprüche und das Scheitern, die es gekennzeichnet haben. Edith kommt nicht, wie Birgitta und Katharina, aus einer christ-lichen Familie. Alles in ihr drückt die Qual der Suche und die Mühsal der existentiellen „Pilgerschaft“ aus. Auch nachdem sie im Frieden des kontemplativen Lebens bei der Wahrheit ange-kommen war, mußte sie das Geheimnis des Kreuzes bis zum Letzten leben.
Edith wurde 1891 in einer jüdischen Familie in der Stadt Breslau geboren, die damals deutsches Staatsgebiet war. Aufgrund des Interesses, das sie für die Philosophie entwickelte, während sie die religiöse Praxis, in die sie von der Mutter eingeführt worden war, aufgab, hätte man bei ihr eher mit einem Leben im Zeichen des reinen „Rationalismus“ ge-rechnet als mit einem Weg der Heiligkeit Aber die Gnade erwartete sie gerade auf den verschlungenen Wegen des philosophischen Denkens: Als sie den Weg der phänomenologischen Richtung einschlug, meinte sie, darin die Instanz einer objektiven Wirklichkeit zu erfassen, die keineswegs beim Subjekt endet, sondern vielmehr dessen Erkenntnis vor-ausgeht, sie ausmißt und deshalb mit strengem Bemühen um Objektivität geprüft werden muß. Man muß sich in diese objektive Wirklichkeit hineinhören, indem man sie vor allem im Menschen erfaßt. Dies geschieht mit Hilfe jenes Einfühlungsvermögens, das „Empathie“ heißt (ein Wort, das Edith Stein sehr teuer war) und einem erlaubt, sich das von anderen Erlebte gewissermaßen zu eigen zu machen (vgl. Edith Stein, Das Problem der Empathie).
In dieser Spannung des Hinhörens traf sie sich einerseits mit den Zeugnissen der christlichen spirituellen Erfahrung, wie sie die hl. Teresa von Avila und andere große Mystiker boten, deren Jüngerin und eifrige Nachahmerin sie wurde. Andererseits berührte sie damit die alte Überlieferung des christlichen Denkens, die im Thomismus eine feste Form erhalten hatte. Auf diesem Weg gelangte Edith zunächst zur Taufe, um sich dann für das kontemplative Leben im Karmelitinnenorden zu entscheiden. Das alles spielte sich im Rahmen eines ziemlich bewegten Lebens-weges ab, der außer von der inneren Suche auch von Forschungs- und Lehrverpfiichtungen geprägt war, die sie mit bewundernswerter Hingabe erfüllte. Besonders anerkennenswert in der damaligen Zeit war ihr aktives, ja geradezu kämpferisches Eintreten für die gesellschaftliche Förderung der Frau. Wirklich eindringlich sind die Abschnitte in ihren Schriften, wo sie den Reichtum des Frauseins und die Sendung der Frau unter menschlichem und religiösem Gesichts-punkt untersucht hat (vgl. E. Stein, Die Frau. Ihre Aufgabe gemäß Natur und Gnade).

Edith Stein: Grundrechte der Person – Dialog zwischen Juden und Christen – Geschwisterliche Gemeinschaft in Europa
9.
Die Begegnung mit dem Christentum veranlaßte sie nicht dazu, ihren jüdischen Wurzeln abzuschwören, sondern bewirkte, diese in ihrer ganzen Fülle wiederzuentdecken. Das ersparte ihr jedoch nicht das Unverständnis von seiten ihrer Angehörigen. Unsagbaren Schmerz bereitete ihr vor allem die von ihrer Mutter zum Ausdruck gebrachte Mißbilligung. In Wirklichkeit vollzog sich ihr Weg christlicher Vervollkommnung nicht nur im Zeichen der mensch-lichen Solidarität mit ihrem Volk, sondern auch einer echten geistlichen Teilhabe an der Berufung der Kinder Abrahams, die das Zeichen des Geheimnisses der Berufung und der „unwiderruflichen Gaben“ Gottes in sich tragen (vgl. Röm 11, 29).
Sie machte sich insbesondere das Leiden des jüdischen Volkes zu eigen, je mehr sich dieses in jener grausamen nazistischen Verfolgung zuspitzte, die neben anderen schwerwiegenden Äußerungen des Totalitarismus einer der dunkelsten Schandfiecke Europas in unserem Jahrhundert bleibt. Da ahnte sie, daß in der systematischen Ausrottung der Juden ihrem Volk das Kreuz Christi aufgebürdet wurde. Als persönliche Teilhabe an diesem Kreuz erlebte sie ihre eigene Deportation und Hinrichtung in dem zu trauriger Berühmtheit gelangten Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Ihr Schrei verschmilzt mit dem aller Opfer jener schrecklichen Tragödie. Vorher hat er sich jedoch mit dem Schrei Christi vereint, der dem menschlichen Leiden eine geheimnisvolle, ewige Fruchtbarkeit verspricht.
Das Bild ihrer Heiligkeit bleibt für immer mit dem Drama ihres gewaltsamen Todes verbunden, an der Seite der vielen, die ihn zusammen mit ihr erlitten haben. Dieses Bild bleibt als Verkündigung des Evangeliums vom Kreuz, in das sie mit dem von ihr als Ordensfrau gewählten Namen hineingenommen sein wollte.
Wir blicken heute auf Teresia Benedicta a Cruce. In ihrem Zeugnis als unschuldiges Opfer erkennen wir einerseits die Nachahmung des Opferlammes und den Protest, der sich gegen alle Vergewaltigungen der Grundrechte der Person erhebt, andererseits das Unterpfand für jene neu belebte Begegnung zwischen Juden und Christen, die auf der vom Zweiten Vatikanischen Konzil gewünschten Linie eine vielversprechende Zeit gegenseitiger Öffnung erfährt Wenn heute Edith Stein zur Mitpatronin Europas erklärt wird, soll damit auf dem Horizont des alten Kontinents ein Banner gegenseitiger Achtung, Toleranz und Gastfreundschaft aufgezogen werden, das Männer und Frauen einlädt, sich über die ethnischen, kulturellen und religiösen Unterschiede hinaus zu verstehen und anzunehmen, um eine wahrhaft geschwisterliche Gemeinschaft zu bilden.

Kultur und Ethik der europäischen Einheit
1O.
Europa soll also wachsen! Es soll wachsen als Europa des Geistes auf dem Weg seiner besseren Geschichte, die gerade in der Heiligkeit ihren erhabensten Ausdruck findet. Die Einheit des Kontinents, die im Bewußtsein der Menschen allmählich reift und sich auch in politischer Hinsicht immer klarer abzeichnet, verkörpert gewiß eine sehr hoffnungsvolle Perspektive. Die Europäer sind auf-gerufen, die historischen Rivalitäten, die ihren Kontinent oft zur Bühne verheerender Kriege gemacht haben, endgültig hinter sich zu lassen. Gleichzeitig müssen sie sich darum bemühen, die Bedingungen für einen größeren Zusammenhalt und eine stärkere Zusammenarbeit zwischen den Völkern zu schaffen. Vor ihnen liegt die große Herausforderung, eine Kultur und eine Ethik der Einheit aufzubauen. Denn wenn diese fehlen, ist jede Politik der Einheit früher oder später zum Scheitern verurteilt. Um das neue Europa auf solide Grundlagen zu stellen, genügt es sicher nicht, nur an die wirtschaftlichen Interessen zu appellieren, die manchmal zusammenführen und dann wieder spalten. Vielmehr gilt es, die für Europa authentischen Werte zu betonen, deren Fundament das in das Herz eines jeden Menschen ein-geschriebene allgemeine Sittengesetz ist. Ein Europa, das den Wert der Toleranz und der all-gemeinen Achtung mit ethischem Indifferentismus und Skeptizismus in bezug auf die unverzichtbaren Werte verwechselte, würde sich den riskantesten Abenteuern öffnen und früher oder später die erschreckendsten Gespenster seiner Geschichte in neuer Gestalt wiederauftauchen sehen.
Um diese Bedrohung zu bannen, erweist sich wieder einmal die Rolle des Christentums als lebenswichtig. Denn es weist unermüdlich auf den idealen Horizont hin. Auch im Lichte der vielfältigen Berührungspunkte mit den anderen Religionen, die das Zweite Vatikanische Konzil erkannt hat (vgl. Dekret Nostra aetate), muß man nachdrücklich betonen, daß die Öffnung für das Transzendente eine lebenswichtige Dimension der Existenz ausmacht. Es kommt daher wesentlich auf ein erneuertes engagiertes Zeugnis aller Christen an, die in den verschiedenen Nationen des Kontinents leben. Ihnen ist es aufgetragen, die Hoffnung auf das vollkommene Heil zu nähren durch die Verkündigung des Evangeliums, das heißt der „Frohbotschaft“, daß Gott zu uns gekommen ist und uns in seinem Sohn Jesus Christus die Erlösung und die Fülle des göttlichen Lebens angeboten hat. Kraft des Geistes, der uns geschenkt wurde, können wir unseren Blick zu Gott erheben und ihn mit dem vertraulichen Namen „Abba“, Vater, anrufen (vgl. Röm 8, 15; Ga/ 4,6).

Neue Verehrung der drei großen Frauen in europäischer Sicht
11.
Genau diese Verkündigung der Hoffnung wollte ich stärken, indem ich diese drei großen Frauengestalten, die in verschiedenen Epochen einen so bedeutenden Beitrag zum Wachstum nicht nur der Kirche, sondern auch der Gesellschaft geleistet haben, in „euro-päischer“ Sicht zu neuer Verehrung empfehle.
Durch jene Gemeinschaft der Heiligen, die auf geheimnisvolle Weise die irdische mit der himmlischen Kirche verbindet, nehmen sie sich in ihrer ewigen Fürbitte vor dem Thron Gottes unser an. Zugleich müssen die innigere Anrufung sowie die eifrigere und sorgfältigere Rückbindung an ihre Worte und ihr Vorbild in uns wieder ein schärferes Bewußtsein unserer gemeinsamen Berufung zur Heiligkeit wecken. So werden wir angespornt, Vorsätze zu hochherzigerem Einsatz zu fassen.
Nach reiflicher Überlegung ernenne und erkläre ich daher kraft meiner apostolischen Vollmacht die hl. Birgitta von Schweden, die hl. Katharina von Siena und die hl. Teresia Benedicta a Cruce zu himmlischen Mitpatroninnen bei Gott für ganz Europa. Gleichzeitig gewähre ich ihnen alle Ehren und liturgischen Privilegien, die den Haupt-patronen der Orte rechtmäßig zustehen.
Gepriesen sei die Allerheiligste Dreifaltigkeit, die in ihrem Leben und im Leben aller Heiligen in einzigartiger Weise aufstrahlt. Friede sei den Menschen guten Willens in Europa und in der ganzen Welt.

Gegeben zu Rom, bei Sankt Peter, am 1. Oktober 1999,
dem einundzwanzigsten Jahr meines Pontifikates.
Joannes Paulus II.

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#182   EDITH04.06.2006 - 15:16
10.0 Einführung zum Thema "Europa sancta"

Gestern kam mir vor dem Bild des Prager Jesulein auf einmal der Gedanke, dass es ja den kaiserlichen Königsstaat trägt und sicherlich nicht zufällig gerade in Prag mit seiner Wirksamkeit zum Vorschein gekommen ist. Prag ist ja doch Jahrhunderte hindurch der Sitz der alten deutschen bzw. der römischen Kaiser gewesen und macht einen so majestätischen Eindruck, dass sich keine andere Stadt damit, die ich kenne, damit messen kann, auch Paris und Wien nicht. Das Jesulein kam gerade als es mit der politischen Kaiserherrlichkeit zu Ende ging. Ist es nicht der heimliche Kaiser, der einmal aller Not ein Ende machen soll? Es hat ja doch die Zügel in der Hand, wenn auch die Mensch zu regieren meinen.

Edith Stein am 2. Februar 1942 an Johanna Weersth


Europa Sancta – das bedeutet nicht, dass Europa ein untadeliges und makelloses politisches Gebilde wäre, sondern dass zu seinen Strukturen die christliche Dimension mit ihren hohen Ansprüchen wesentlich beigetragen und sie geprägt hat und weiter in ihnen wirkt.

Für diese Dimensionen stehen maßstabsetzend und hilfreich sechs Persönlichkeiten, die Papst Paul VI. und Papst Johannes Paul II. zu Patronen Europas erklärt haben, die Heiligen Benedikt, Cyrill und Method, Catarina von Siena, Birgitta von Schweden und Edith Stein.

Edith Stein fügt sich somit einer spirituellen Gefährtenschaft von besonders hohen Maßstäben ein. Mit Benedikt von Nursia verbindet sie die Suche nach einer dem christlichen Anspruch angemessenen Lebensform, mit den Aposteln der Slawen, Cyrill und Method, die Liebe zum geschriebenen Wort, mit Brigitta von Schweden die Wertschätzung der Mystik als Gegenpol zur Vorherrschaft der absoluten Rationalität, mit Catarina von Siena der wache Blick für die gesellschaftliche und kirchliche Wirklichkeit.

Edith Stein steht für weit dimensionierte Kontinuitäten in der christlichen Geschichte Europas. Für das Bekenntnis zu den jüdischen Wurzeln und ihre energieverleihende Integration in den christlichen Kosmos. Für die oftmals vernachlässigte Wertschätzung der Frau in den so oft der Verkrustung ausgesetzten gesellschaftlichen Strukturen. Für die stellvertretende Sühneleistung angesichts der scheinbaren Übermacht von Hass, Gewalt und Ungerechtigkeit. Edith Stein gelang eine moderne Konfiguration der biblischen messianischen Paradoxa, der Hoffnung wider alle Hoffnung, geistige Wegbereitung einer friedlichen Zukunft für Europa.

Edith Stein ist nicht nur Maßstab, sie bietet auch Hilfe in den so vielfältigen Schwierigkeiten der europäischen Integration an, und die Europäer tun gut daran, nicht nur auf Aufklärung und Wissenschaft zu setzen, sondern vertrauensvoll diese Hilfe in Anspruch zu nehmen. Ihr Lebensopfer und das ihrer Gefährtinnen und Gefährten ist auch der Preis für ein versöhntes Europa. „Wie ein eschatologisches Zeichen steht ihre Gestalt über den Feueröfen von Auschwitz, diesem Mahnmal infernalischer Anmaßung, und ist weithin leuchtendes Zeugnis für jenes Feuer, das Gott selbst auf die Erde geworfen hat, von dem er wünscht, daß es brenne - brenne auch in uns!“ (Sr. Isa Vermehren)

Dieses Bild interpretiert wie kein anderes das Papstwort, nach dem das Leben von Edith Stein die dramatische Synthese des 20. Jahrhunderts ist, unmittelbar betroffen von den Geburtswehen eines neuen Europa. Nicht weniger hilfreich und überzeugend steht daneben die von Edith Stein besonders geliebte und verehrte Gestalt des göttlichen Kindes, wie es sich in Prag darstellt, mit seiner Mutter, deren Anrufung in die Lauretanischen Litanei als „Königin des Friedens“ im friedlosen 20.Jahrhundert eingefügt wurde. Der Sternenkranz, von dem sie in der Apokalypse umgeben wird, ist zum europäischen Kennzeichen geworden.

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#181   KIRCHENMUSIK03.06.2006 - 16:03


Kurz vor der 8.00-Uhr-Messe schnell noch einen Anruf. Kaum ist das Messgewand ausgezogen, steht schon die 1.Vorsitzende der kfd mit wichtigen Fragen in der Sakristei. Beim anschließenden Kaffee bleibt der letzte Schluck regelmäßig in der Tasse, denn der nächste Termin drängt. Und abends nach der wieder endlosen Kirchenvorstandssitzung bleibt oft nur noch der Wunsch, so schnell wie möglich ins Bett zu fallen.

Priesterliches Leben in der Gemeindearbeit ist heute in der Regel geprägt von druckvoller Arbeitsbelastung und erhöhten Anforderungen.

Der Abbruch, oder manchenorts besser: Zusammenbruch des volkskirchlichen Milieus und die Veränderungen in den pastoralen Strukturen fördern zudem Unsicherheit und Frustration bezüglich der eigenen Vorstellungen vom priesterlichen Leben, vom eigenen Priesterbild. Sinnvoll gestaltete freie Zeit und die damit verbundene Erholung sind ein Bereich, der hilft, Belastungen standzuhalten.

Der andere, wichtigere, ist das Gebet. Ohne das Hören auf und Sprechen zu dem, in dessen Dienst der Priester steht, sind die Aufgaben nicht zu bewältigen. Der Reichtum der Gebetsweisen aus den vergangenen Jahrhunderten ist groß, eine persönliche Auswahl nötig.

Die uralte und millionenfach erprobte und den Betenden zutiefst im Kraftzentrum Gottes haltende Gebetsform des Stundengebetes erweist sich dabei als ein goldenes Halteseil über die Abgründe eines hektischen Alltags. Es schafft und hält die notwendige Verbindung zu Gott, die allein befähigt, die priesterlichen Aufgaben im täglichen, manchmal ermüdenden Auf und Ab zu erfüllen.

Ein verborgener Schatz

In der 3. öffentlichen Sitzung des II.Vatikanums (4.12.1963) wurde die Konstitution über die Heilige Liturgie ‚Sacrosanctum Concilium‘ verabschiedet. Die Konzilsväter beschrieben damals das Stundengebet eher als „eine der Kirche obliegende Pflicht“ (85) und mahnten das ordnungsgemäße „Verrichten“ an. (98). Auch wenn sie ebenfalls den „vollen Genuss“ ansprachen (90), in den alle kommen sollen: Das Bewusstsein von der Schönheit und vom geistlichen Reichtum dieses Gebetes ist in den Jahrzehnten danach auf breiter Basis verschwunden. Eine Möglichkeit der Erfahrung des faszinierenden Kraftstroms, des Lichtbogens geisterfüllter Gemeinschaft mit Gott und mit allen, die ihn suchen, ist verschüttet und versteckt. Das Stundengebet ist heute ein verborgener, ja regelrecht vergrabener Schatz in einer nach den Perlen der Gotteserfahrung suchenden Welt. Es lohnt sich, dieses kostbare Juwel wiederzufinden.

Ein dichtes Netz weben

In seinen wesentlichen Formen reicht das Stundengebet bis in die Zeit der Urkirche zurück. Schon Jesus und seine Jünger, vor allem der Zwölferkreis, beteten zu bestimmten Stunden des Tages. (vgl. Apostelgeschichte 3,1; 10,3.9.30) Doch auch sie waren damit Glieder in einer Kette, tauchten als gläubige Juden ein in die Gebetstradition ihres Volkes. Über Jahrhunderte hinweg hatten schon vor Beginn der Kirche die Beter der tehillim, der Psalmen und des großen Hallel den Lobpreis Gottes gesungen oder dem Unbegreiflichen ihr Leid geklagt.

In diesen unfassbaren Chor, in den alle Himmel stürmenden Ruf nach Gott, schwingt sich auch der heute Betende ein. Seine Stimme jubelt mit den Millionen Stimmen, die vor ihm riefen, seine Klagen schließen sich den Wehrufen der Klagenden aller Zeiten an. Selbst wenn das Stundengebet allein gebetet wird, in Trockenheit und Müdigkeit, niedergeschlagen und ohne Schwung: hineingewebt in dieses Netz beginnen über Zeit und Raum hinweg Quellen an Kraft und Mut neu zu fließen.

Doch nicht nur der gewaltige Chor der Beter aller Epochen stimmt bei jeder Hore ein. Auch die Zeitspanne des jeweils Einzelnen, der sich – vielleicht mühsam und stolpernd – durch Hymnus, Psalmen und Lesung kämpft, ist eingeborgen in den großen Aufblick von Laudes, Sext oder Vesper. Zum Vater durch den Sohn im Heiligen Geist - der immer gleiche Impuls der dreifaltigen Liebe zieht und lockt den kleinen, endlichen Menschen in den nicht zu fassenden, nicht zu begreifenden, ewigen Gott. Meine Vergangenheit, meine Gegenwart, meine Zukunft, sie tauchen auf und kommen vor im Tanz der Antiphonen und Psalmverse. Meine Freuden, meine Sorgen, meine Hingabe und meine Lauheit spiegeln mir Lesung und Responsorium zurück, und alles ist umgeben vom heiligen Spiel der unerbittlichen Barmherzigkeit eines Gottes, der 24 Stunden lang, Tag und Nacht, sich um mich sorgt, sich nach mir sehnt.

Nicht zuletzt die Wolke der Zeugen, die leuchtenden Vorbilder der Heiligen, deren Fest- oder Gedenktage eingestreut als sternfunkelnde Aufmunterung im Jahresverlauf erscheinen, helfen dem Beter sich zu vergewissern und zu glauben an die Güte dieses Gottes.



Struktur als Hinweis auf das Heil

Herr, öffne meine Lippen, damit mein Mund dein Lob verkünde: der Beginn am Morgen macht den Charakter des Stundengebetes als Lob Gottes sofort deutlich. Und schon der rein strukturelle Aufbau - vor allem von Laudes und Vesper – hilft, den Sinn christlichen Daseins zu verinnerlichen. Die Abfolge der einzelnen Elemente entspricht der christlichen Heilsordnung und Heilshoffnung. Im einleitenden Hymnus gesammelt und konzentriert und auf Jahreszeit oder Festkreis eingestimmt, wird der Beter aufgeschlossen für die anschließende Psalmodie. Hier ist Vers für Vers Raum für jede menschlich nur denkbare Situation. Und selbst wenn dem einzelnen Beter nie eine der angesprochenen Gegebenheiten entsprechen sollten, im großen Rund der Menschheitsfamilie ist immer jemand, auf den der Jubel oder die Klage des Psalms zutrifft. Und auch allein in der Kammer hinter verschlossenen Türen beten ja alle mit, betet das Gottesvolk füreinander. „Der Psalm ist Preislied des Gottesvolkes, Verherrlichung des Herrn, Lobgesang der Gemeinde, Rufen der ganzen Menschheit, Beifall des Weltalls, Stimme der Kirche, wohlklingendes Bekenntnis des Glaubens, Ganzhingabe an die göttliche Macht, selige Freiheit, Ruf des Glücks, Widerhall der Freude. Der Psalm besänftigt den Zorn, behebt den Kummer und erleichtert den Gram. Waffe bei Nacht, Lehre am Tag. Schild in der Furcht, Festfeier in Heiligkeit. Abbild der Stille, Pfand des Friedens und der Eintracht. Am Tages-anfang klingt der Psalm auf, am Ende des Tages hallt er wider.“ (Ambrosius, Lektionar I/5,135)

Die folgenden Lesungen wollen konkret als Verkündigung des Gotteswortes verstanden werden. Auch wenn die Evangelien hier ausgenommen sind, ist der Tisch des Wortes doch reich gedeckt.

Während die kleinen Horen Terz, Sext und Non kurzen Erinnerungen gleichen – ähnlich den Stoßgebeten zwischen Terminen – dürfen die Zwillinge Laudes und Vesper als Wortgottesdienste verstanden werden. Als Höhepunkte innerhalb dieser Horen erhebt sich darum nun das Benedictus und das Magnificat als Zeugnis gebendes Danklied von der schon jetzt begonnenen Erlösung der Welt. In der Freude und im Lob nun ganz auf den Erlöser ausgerichtet, leuchtet als tiefster Goldgrund des Heilsplanes das Erbarmen des Vaters auf. In der zuversichtlichen Hoffnung darauf darf der Beter nun seine Bitten aussprechen. Im Vaterunser, in den Worten Jesu selbst, wird zum Schluss der alles umgreifende Bogen über Zeit und Raum noch einmal sichtbar, spürbar: Mensch und Welt sind eingeborgen in den ewigen Strahlenglanz göttlicher Liebe. Antwort darauf kann nur Dank und Lob sein.

Mit weit geöffnetem Blick beten

Um die Tiefe und den Reichtum des Stundengebetes auszuschöpfen und nicht der Versuchung zum stereotypen „Herunterbeten“ zu erliegen, bedarf es manchmal, vor allem am Anfang, einiger Anstrengung.

Sich einzulassen auf den vorgegebenen Rhythmus; ein gutes Maß zu finden für Tempo und Pausen; sich die Zeit zu nehmen, einzelnen Psalmversen oder der Lesung „hinterher zu horchen“ – wer beginnt, nur eine Hore lang in Ruhe und sehr bewusst zu beten, erwischt meist schon den rotgoldenen Faden der göttlichen Spur zwischen den Seiten des Stundenbuches. Mit sozusagen weit geöffnetem Blick die Worte wahrzunehmen und ihren Nachhall, das Echo der Seele (Ignatius von Loyola) im eigenen Herzen zu spüren, sensibilisiert allmählich für die allgegenwärtige Präsenz des Herrn. Christus kommt täglich, ja stündlich mehr in den Blick, erweist sich als unversiegbare Kraftquelle und lässt Belastungen des Dienstes leichter und konstruktiver (er)tragen.

Selbst wer nur eine Hore regelmäßig achtsam wachsam beten kann, erfährt – quasi pars pro toto – die wachsende tief froh machende Verbindung zum Herrn.

So wertvoll und reich, so kostbar und fruchtbringend können Laudes und Vesper, können die kleinen Horen, können Komplet und Lesehore gebetet werden, dass klar wird: So einen Schatz darf niemand für sich behalten. Und es wäre für die heute so dringend notwendige Erneuerung geistlichen Lebens in den Gemeinden einen Versuch wert, das Stundengebet vorsichtig auszuprobieren. Aber auch hier gilt: der Versuchung zum „Herunterbeten“ widerstehen und in Ruhe, sensibel für die den Horen innewohnenden Rhythmus und Anspruch mit wachsamem Gespür für den verborgenen Schatz anbieten.

#180   ENGLISCH03.06.2006 - 10:47
...in her films that is. ("das heißt / allerdings nur"

---was turned down ("Antrag wurde abgelehnt"


they are not getting married just yet! ( "Haben vorerst nicht vor, zu heiraten"
\

#179   JOH PAUL II01.05.2006 - 14:22
Dear Young People,

Ask yourselves: Do I believe these words of Jesus in the Gospel? Jesus is calling you the light of the world. He is asking you to let your light shine before others. I know that in your hearts you want to say: "Here I am, Lord. Here I am. I come to do your will" (Responsorial Psalm; cf. Heb 10:7). But only if you are one with Jesus can you share his light and be a light to the world.

Are you ready for this?

Sadly, too many people today are living apart from the light – in a world of illusions, a world of fleeting shadows and promises unfulfilled. If you look to Jesus, if you live the Truth that is Jesus, you will have in you the light that reveals the truths and values on which to build your own happiness, while building a world of justice, peace and solidarity. Remember what Jesus said: "I am the light of the world; those who follow me will not walk in darkness, but will have the light of life" (cf. Jn 8:12).

Because Jesus is the Light, we too become light when we proclaim him. This is the heart of the Christian mission to which each of you has been called through Baptism and Confirmation. You are called to make the light of Christ shine brightly in the world.

When you were little, were you sometimes afraid of the dark? Today you are no longer children afraid of the dark. You are teenagers and young adults. But already you realize that there is another kind of darkness in the world: the darkness of doubt and uncertainty. You may feel the darkness of loneliness and isolation. Your anxieties may come from questions about your future, or regrets about past choices.

Sometimes the world itself seems filled with darkness. The darkness of children who go hungry and even die. The darkness of homeless people who lack work and proper medical care. The darkness of violence: violence against the unborn child, violence in families, the violence of gangs, the violence of sexual abuse, the violence of drugs that destroy the body, mind and heart. There is something terribly wrong when so many young people are overcome by hopelessness to the point of taking their own lives. And already in parts of this nation, laws have been passed which allow doctors to end the lives of the very people they are sworn to help. God’s gift of life is being rejected. Death is chosen over life, and this brings with it the darkness of despair.

But you believe in the light (cf. Jn 12:36)! Do not listen to those who encourage you to lie, to shirk responsibility, to put yourselves first. Do not listen to those who tell you that chastity is passé. In your hearts you know that true love is a gift from God and respects his plan for the union of man and woman in marriage. Do not be taken in by false values and deceptive slogans, especially about your freedom. True freedom is a wonderful gift from God, and it has been a cherished part of your country’s history. But when freedom is separated from truth, individuals lose their moral direction and the very fabric of society begins to unravel.

Freedom is not the ability to do anything we want, whenever we want. Rather, freedom is the ability to live responsibly the truth of our relationship with God and with one another. Remember what Jesus said: "you will know the truth and the truth will set you free" (Jn 8:32). Let no one mislead you or prevent you from seeing what really matters. Turn to Jesus, listen to him, and discover the true meaning and direction of your lives.

You are children of the light (cf. Jn 12:36)! You belong to Christ, and he has called you by name. Your first responsibility is to get to know as much as you can about him, in your parishes, in religious instruction in your high schools and colleges, in your youth groups and Newman Centers.

But you will get to know him truly and personally only through prayer. What is needed is that you talk to him, and listen to him.

Today we are living in an age of instant communications. But do you realize what a unique form of communication prayer is? Prayer enables us to meet God at the most profound level of our being. It connects us directly to God, the living God: Father, Son and Holy Spirit, in a constant exchange of love.

Through prayer you will learn to become the light of the world, because in prayer you become one with the source of our true light, Jesus himself.

Each of you has a special mission in life, and you are each called to be a disciple of Christ. Many of you will serve God in the vocation of Christian married life; some of you will serve him as dedicated single persons; some as priests and religious. But all of you must be the light of the world. To those of you who think that Christ may be inviting you to follow him in the priesthood or the consecrated life I make this personal appeal: I ask you to open your hearts generously to him; do not delay your response. The Lord will help you to know his will; he will help you to follow your vocation courageously.

Young friends, in the days and weeks and years ahead, for as long as you remember this evening, remember that the Pope came to the United States, to the City of St. Louis, to call the young people of America to Christ, to invite you to follow him. He came to challenge you to be the light of the world! "The light shines in the darkness and the darkness does not overcome it" (Jn 1:5). Jesus who has conquered sin and death reminds you: "I am with you always" (Mt 28:20). He says: "Courage! It is I; have no fear" (Mk 6:50).

On the horizon of this city stands the Gateway Arch, which often catches the sunlight in its different colors and hues. In a similar way, in a thousand different ways, you must reflect the light of Christ through your lives of prayer and joyful service of others. With the help of Mary, the Mother of Jesus, the young people of America will do this magnificently!

Remember: Christ is calling you; the Church needs you; the Pope believes in you and he expects great things of you!

Praised be Jesus Christ!

So I am prepared to return once more to play hockey! But if I will be able to, that is the question. Perhaps after this meeting, I will be a bit more ready!

John Paul II, Speech at the St. Louis Youth Rally, January 26, 1999

#178   MUSIC01.05.2006 - 09:26
Abbey of Solesmes
Cantemus Domino
Church Music Association of America
The Gregorian Association
Thomas G. McFaul, The Sad State of Liturgical Music in the Catholic Church
Ordo Antiquus
Fr. Robert A. Skeris, Singing Lessons
J.A. Tucker, The Hidden Hand Behind Bad Catholic Music

#177   vvvvvvvvv01.05.2006 - 09:23
Regarding your indy article Sex is Normal...

Sadly, your conception of the Catholic Church’s teaching on sexuality is wrong. Not just wrong, but I sense it is the product of poor catechesis (unfortunately a problem running rampant amongst baby boomer religion teachers).

First of all, the Church is not, as you say, in the Dark Ages. More people, unlike yourself, are returning to Catholicism because of the Pope’s teachings. And JPII isn’t dead yet. Even though his energy is waning, he is still mentally sharp, and as long as he can communicate by writing, he is good to go. I wouldn’t label him as anti-contraception either. He is pro-life (as opposed to the prominent pro-death stance that Americans call choice). Unlike the pro-death alternative, pro-life encompasses more than just contraceptives and abortion. It deals with promoting the “culture of life” in the “culture of death” (read Evangelium Vitae if you want to know more about this). The Pope pretty much brought down the Iron Curtain in Poland, which no doubt led to communism’s demise throughout Eastern Europe.

Gaudium et Spes (The Pastoral Constitution on the Church in the Modern World) says: “Whatever is opposed to life itself, such as any type of murder, genocide, abortion, euthanasia, or wilful self-destruction, whatever violates the integrity of the human person, such as mutilation, torments inflicted on body or mind, attempts to coerce the will itself; whatever insults human dignity, such as subhuman living conditions, arbitrary imprisonment, deportation, slavery, prostitution, the selling of women and children; as well as disgraceful working conditions, where people are treated as mere instruments of gain rather than as free and responsible persons; all these things and others like them are infamies indeed. They poison human society, and they do more harm to those who practise them than to those who suffer from the injury. Moreover, they are a supreme dishonour to the Creator.” This paragraph echoed the concerns of the pro-life movement, Pope John Paul II included it in his encyclical, Evangelium Vitae:

(http://www.vatican.va/edocs/ENG0141/_INDEX.HTM).

By the way, the priests are able to keep their hands off little boys, unlike your claim. The statistics show that the incidence of priests who abuse children is way lower than the incidence of lay people who abuse children. If you want information on this subject, you should check out a Protecting God’s Children seminar. The diocese of Peoria and many other dioceses throughout America are using this program to train priests and Church volunteers in ways to avoid sexual abuse.

Now onto sex...

You are mistaken that Catholics are preoccupied with sex. Perhaps your Catholic teachers never emphasized the proper part of Church teach on sex. Contrary to your claims, Church teaching is not militaristic regarding sex. Instead Church teaching is based on the attitude that sex is one of the greatest gifts from God. The sexual act is designed to be both a unitive and procreative act. If one is “screwing each other faster than [his or her] face broke out,” then it is obvious that people are ignoring the unitive act. Birth control destroys the procreative part. Not to mention it is against the Natural Law. Clement of Alexandria, for example, stated that “To have coition other than to procreate children is to do injury to nature.”

Contrary to what your teacher have taught you, sex isn’t evil. Sex isn’t bad. It is beautiful, and because of its nature, reserved for within marriage. In this past century with the advent of birth control, the family has been going downhill. You may scoff at the idea that the decline of family and the morals is related to things like birth control and abortion, but America used to be more family-centered before the pills and condoms, and now—sadly—sex is seen mainly as pleasure, which goes back to the quote from Clement of Alexandria.

Pope John Paul II (AKA the dying anti-contraceptive pope to you) said in paragraph 13 of Evangelium Vitae: “It is true that in many cases contraception and even abortion are practised under the pressure of real- life difficulties, which nonetheless can never exonerate from striving to observe God’s law fully. Still, in very many other instances such practices are rooted in a hedonistic mentality unwilling to accept responsibility in matters of sexuality, and they imply a self-centered concept of freedom, which regards procreation as an obstacle to personal fulfillment. The life which could result from a sexual encounter thus becomes an enemy to be avoided at all costs, and abortion becomes the only possible decisive response to failed contraception.”

Or how about paragraph 51 from Gaudium et Spes: “This council realizes that certain modern conditions often keep couples from arranging their married lives harmoniously, and that they find themselves in circumstances where at least temporarily the size of their families should not be increased. As a result, the faithful exercise of love and the full intimacy of their lives is hard to maintain. But where the intimacy of married life is broken off, its faithfulness can sometimes be imperiled and its quality of fruitfulness ruined, for then the upbringing of the children and the courage to accept new ones are both.” endangered.

As you can hopefully see, sex isn’t just normal; it’s beautiful. It isn’t beautiful when teenagers “screw around.” It isn’t beautiful when a couple marries and then refuses to be open to children. It’s hedonistic and makes us no more than pigs or dogs having sex.

Again, I apologize for your poor catechesis, but you must know that your points are not valid unless you have actually read what the Church really teaches. Catholics for Free Choice is a schismatic cafeteria-style of Catholicism. Their points are not valid as they are not in communion with the Roman Catholic Church. For whatever reason, its members say they are Catholic, but then do not believe in anything the Church actually teaches, which, my friend, is the joy of being Catholic. No other Christian religion has any kind of teaching whatsoever. The Indy paper hit the nail on the head when it said that evangelicals only believe in the Bible and what it teaches, and their Bible isn’t even the whole Bible. My friend from my undergraduate school (also a Theology major) and I used to comment that it must be hard being an evangelical Christian because all they have is the mutilated Word of God, thanks to people like Martin Luther.

If you want to criticize the Church, then be sure you read good theology. Works by people such as Henri deLubac, Hans Urs von Balthesar, Yves Congar, Joseph Ratzinger, and of course, the dying anti-contraceptive Pope himself—John Paul II.

Sincerely,

Jennifer Van Dillen, Graduate student, French

BA, Theology and French, Franciscan University of Steubenville

Mary Krones replies:

First off, my disagreement with some of the Church’s teaching is not based on poor religious teaching, but rather my personal opinion. Your comments of “pro-life” and “pro-death” in regards to contraceptives and abortion are opinions as well, as the issue can be phrased in the opposite direction, as pro-woman and pro-choice versus anti-choice and pro-authoritarian. Arguing over statistics when it comes to people’s children and molestation is neither convincing nor appropriate. There should no Catholic priests molesting little boys. To say that priests are supposed to know better than that would be the understatement of the decade.

Most Catholics are concerned with real life issues, such as having children when they are ready to, and adequately providing for them, not what the Clement of Alexandria or Natural Law definitions from the eighteenth century. Like many Catholics, I view sex as something beautiful that can exist inside or outside a marriage. I say this because I do not belief the Bible or the Church should always be taken seriously. Everything declared by the Church is human interpretation, not directly spoken by God. So even “good” Catholics should take everything said by the Church with a grain of salt. I also belief that an important aspect of faith is to constantly be questioning that faith. To blindly follow one person’s opinion (even if that person is JP II) is foolish.

#176   JEN01.05.2006 - 09:22
Letters on religion
13 Nov 2003
By - (verified)

Letters on the religion issue (Nov. 5)

To the Indy:

I have read your paper many times, and though I do not agree with some of things you all write about, I respect you as an organization who seeks the truth and wants to inform people about the truth in government,among other subjects. However, I was disappointed by what was written about the Christian group, Intervarsity. I do not think it discriminatory to not allow a practicing homosexual to take on a leadership position in an organization such as Intervarsity. The Bible has a clear stance, in every Bible that I have ever read, on homosexuality. The act of homosexuality is wrong, according to the Bible (it exists in the Old Testament and the New Testament, particularly in the book of Acts when Paul is condemning the Church for allowing these practices continue right in front of their faces). Why would one want someone who clearly violates that to be in a leadership role? The Bible has a clear stance on premarital sex, so why would an organization that reflects the beliefs of the Bible put someone who has sex with a boyfriend or girlfriend in a leadership role; after all, is that not hypocritical? If I got drunk every single weekend but then stood as a leader of a Christian organization when the group has clearly stated that drunkenness is wrong according to the Bible, who would respect me as a leader? Nobody would, if they believed what the Bible said was true, and therefore, the organization would have no credibility. Would Jane Bohman of the Illinois Coalition Against the Death Penalty want a person who clearly believes the death penalty to be an appropriate task to sit in a leadership role in their organization? No, because the organization has a clear belief system against the death penalty and nobody would respect the organization with someone with those beliefs in that type of position. I have had homosexual friends in the past (although, they have all graduated and gone on to do bigger and better things), so I am not anti-gay. They know that I do not think their lifestyle is appropriate because of my faith and what my faith believes, but I still love them, and they know that. As someone who believes in the Bible, I cannot accept one aspect of the Bible and not others just because it is not convenient for society today. Who should respect that? I am not trying to attack in this response, just clarify why it would be inappropriate to allow a homosexual to lead in a group such as Intervarsity. Thank you for your time, and have a wonderful day.

Sincerely,

Brittany Smith

John K. Wilson replies:

Clearly, it is discriminatory to ban gay leaders—the only question is whether it’s the kind of discrimination that’s allowed under law. Unlike a private organization, this debate applies only to a public university’s recognition and subsidy of a group.

If InterVarsity’s members have this belief system (which is anti-gay, no matter how much you love your gay friends), then they are free to select anti-gay leaders. The question is whether they can institutionalize this bias by demanding an enforceable constitution which bans dissent, even if the members of the group want a dissenting leader.

If everyone is sinner, how does someone decide which sins justify banishment? For example, why ban drinking (since the Bible clearly endorses it)? If premarital sex by InterVarsity leaders is banned (though it happens in Bible—even Adam and Eve weren’t married—and lots of Christians do it), does the same ban apply to those who lie or who disrespect their parents or who covet their neighbor’s Lexus? There’s plenty of nonsense in the Bible that Christians ignore because it’s archaic and stupid. Why not include homophobia with, say, the bacon ban when you decide to ignore the Bible?

And how can you ban someone who sincerely believes that the Bible does not condemn all homosexuality? Surely there must be room for disagreement about the meaning of the Bible, since it does not explain itself. On what grounds can anyone ban certain ideas from being considered? InterVarsity members may think homosexuals are evil, but there’s always hope they may see the light and change their views. At a public university, InterVarsity can’t prohibit this possibility.

To the Indy:

You might want to take another look at Veggie-tales. I’m not angry at Keith Gottschalk, because he doesn’t address the real issue of Veggie-tales. I am Jewish, and I work at a Jewish Community Center (similar to a YMCA) summer day camp. I wrote a song for them about the story of Jonah from the Old Testament, and they raised their hands and told me they know the story already. I was very surprised and happy when they started describing to me a story from veggie-tales! Jewish children are watching a Christian program? Why would the parents allow this to happen? I’ll tell you why. Veggie-tales, along with every other mainstream Christian medium, keeps its association with the Christian faith on the down low. This program doesn’t even mention its Christianity in marketing or anywhere during the movie. It doesn’t come up until the end of the video, when they relate what they just learned to scripture from the New Testament! Thus, little children are watching these programs, enjoy the funny characters, then realize that their fun and education is related to the Christian Bible! And the parents don’t see this because either they as a family don’t watch the whole thing, or because the parent leaves the child alone to watch, to keep him/her busy. The point is that Christian society is trying to sneak its way into mainstream to contaminate others’ beliefs and slowly mold the

m into good, saluting Christians. Rock groups such as Evanescence (though I love their music), Creed, Michelle Branch, P.O.D., are all singing about Jesus, but disguise it with “you” and “darling.” Radio stations like the “Fish” in Chicago advertise on billboards as “Safe for the whole family!” Well, not a Jewish family! Then, I have to wake up at this school and see every channel covered with evangelists and gospel music! It’s not right, nor is it fair.

Thanks,

Adam Bellows

To the Indy:

Regarding your indy article Sex is Normal...

Sadly, your conception of the Catholic Church’s teaching on sexuality is wrong. Not just wrong, but I sense it is the product of poor catechesis (unfortunately a problem running rampant amongst baby boomer religion teachers).

First of all, the Church is not, as you say, in the Dark Ages. More people, unlike yourself, are returning to Catholicism because of the Pope’s teachings. And JPII isn’t dead yet. Even though his energy is waning, he is still mentally sharp, and as long as he can communicate by writing, he is good to go. I wouldn’t label him as anti-contraception either. He is pro-life (as opposed to the prominent pro-death stance that Americans call choice). Unlike the pro-death alternative, pro-life encompasses more than just contraceptives and abortion. It deals with promoting the “culture of life” in the “culture of death” (read Evangelium Vitae if you want to know more about this). The Pope pretty much brought down the Iron Curtain in Poland, which no doubt led to communism’s demise throughout Eastern Europe.

Gaudium et Spes (The Pastoral Constitution on the Church in the Modern World) says: “Whatever is opposed to life itself, such as any type of murder, genocide, abortion, euthanasia, or wilful self-destruction, whatever violates the integrity of the human person, such as mutilation, torments inflicted on body or mind, attempts to coerce the will itself; whatever insults human dignity, such as subhuman living conditions, arbitrary imprisonment, deportation, slavery, prostitution, the selling of women and children; as well as disgraceful working conditions, where people are treated as mere instruments of gain rather than as free and responsible persons; all these things and others like them are infamies indeed. They poison human society, and they do more harm to those who practise them than to those who suffer from the injury. Moreover, they are a supreme dishonour to the Creator.” This paragraph echoed the concerns of the pro-life movement, Pope John Paul II included it in his encyclical, Evangelium Vitae:

(http://www.vatican.va/edocs/ENG0141/_INDEX.HTM).

By the way, the priests are able to keep their hands off little boys, unlike your claim. The statistics show that the incidence of priests who abuse children is way lower than the incidence of lay people who abuse children. If you want information on this subject, you should check out a Protecting God’s Children seminar. The diocese of Peoria and many other dioceses throughout America are using this program to train priests and Church volunteers in ways to avoid sexual abuse.

Now onto sex...

You are mistaken that Catholics are preoccupied with sex. Perhaps your Catholic teachers never emphasized the proper part of Church teach on sex. Contrary to your claims, Church teaching is not militaristic regarding sex. Instead Church teaching is based on the attitude that sex is one of the greatest gifts from God. The sexual act is designed to be both a unitive and procreative act. If one is “screwing each other faster than [his or her] face broke out,” then it is obvious that people are ignoring the unitive act. Birth control destroys the procreative part. Not to mention it is against the Natural Law. Clement of Alexandria, for example, stated that “To have coition other than to procreate children is to do injury to nature.”

Contrary to what your teacher have taught you, sex isn’t evil. Sex isn’t bad. It is beautiful, and because of its nature, reserved for within marriage. In this past century with the advent of birth control, the family has been going downhill. You may scoff at the idea that the decline of family and the morals is related to things like birth control and abortion, but America used to be more family-centered before the pills and condoms, and now—sadly—sex is seen mainly as pleasure, which goes back to the quote from Clement of Alexandria.

Pope John Paul II (AKA the dying anti-contraceptive pope to you) said in paragraph 13 of Evangelium Vitae: “It is true that in many cases contraception and even abortion are practised under the pressure of real- life difficulties, which nonetheless can never exonerate from striving to observe God’s law fully. Still, in very many other instances such practices are rooted in a hedonistic mentality unwilling to accept responsibility in matters of sexuality, and they imply a self-centered concept of freedom, which regards procreation as an obstacle to personal fulfillment. The life which could result from a sexual encounter thus becomes an enemy to be avoided at all costs, and abortion becomes the only possible decisive response to failed contraception.”

Or how about paragraph 51 from Gaudium et Spes: “This council realizes that certain modern conditions often keep couples from arranging their married lives harmoniously, and that they find themselves in circumstances where at least temporarily the size of their families should not be increased. As a result, the faithful exercise of love and the full intimacy of their lives is hard to maintain. But where the intimacy of married life is broken off, its faithfulness can sometimes be imperiled and its quality of fruitfulness ruined, for then the upbringing of the children and the courage to accept new ones are both.” endangered.

As you can hopefully see, sex isn’t just normal; it’s beautiful. It isn’t beautiful when teenagers “screw around.” It isn’t beautiful when a couple marries and then refuses to be open to children. It’s hedonistic and makes us no more than pigs or dogs having sex.

Again, I apologize for your poor catechesis, but you must know that your points are not valid unless you have actually read what the Church really teaches. Catholics for Free Choice is a schismatic cafeteria-style of Catholicism. Their points are not valid as they are not in communion with the Roman Catholic Church. For whatever reason, its members say they are Catholic, but then do not believe in anything the Church actually teaches, which, my friend, is the joy of being Catholic. No other Christian religion has any kind of teaching whatsoever. The Indy paper hit the nail on the head when it said that evangelicals only believe in the Bible and what it teaches, and their Bible isn’t even the whole Bible. My friend from my undergraduate school (also a Theology major) and I used to comment that it must be hard being an evangelical Christian because all they have is the mutilated Word of God, thanks to people like Martin Luther.

If you want to criticize the Church, then be sure you read good theology. Works by people such as Henri deLubac, Hans Urs von Balthesar, Yves Congar, Joseph Ratzinger, and of course, the dying anti-contraceptive Pope himself—John Paul II.

Sincerely,

Jennifer Van Dillen, Graduate student, French

BA, Theology and French, Franciscan University of Steubenville

Mary Krones replies:

First off, my disagreement with some of the Church’s teaching is not based on poor religious teaching, but rather my personal opinion. Your comments of “pro-life” and “pro-death” in regards to contraceptives and abortion are opinions as well, as the issue can be phrased in the opposite direction, as pro-woman and pro-choice versus anti-choice and pro-authoritarian. Arguing over statistics when it comes to people’s children and molestation is neither convincing nor appropriate. There should no Catholic priests molesting little boys. To say that priests are supposed to know better than that would be the understatement of the decade.

Most Catholics are concerned with real life issues, such as having children when they are ready to, and adequately providing for them, not what the Clement of Alexandria or Natural Law definitions from the eighteenth century. Like many Catholics, I view sex as something beautiful that can exist inside or outside a marriage. I say this because I do not belief the Bible or the Church should always be taken seriously. Everything declared by the Church is human interpretation, not directly spoken by God. So even “good” Catholics should take everything said by the Church with a grain of salt. I also belief that an important aspect of faith is to constantly be questioning that faith. To blindly follow one person’s opinion (even if that person is JP II) is foolish.

Dear Editors and Staff,

I wanted to thank Anthony DiMaggio (and Keith Gottschalk) for their articles on Christianity in the 11-5 edition. It is sad, but true that those that yell the loudest, in any organization, are often the ones doing the least and causing the most trouble. What is also true is that those working the hardest are often not recognized for their efforts.

For every loud-mouth disc jockey and political lackey, please keep in mind that there are dozens of men and women working in organizations like World Vision and Samaritan’s Purse to do as Christ asked: feed the hungry, clothe the poor, and share the joy of Jesus’ resurrection. Within our own community many saints quietly donate money and time to the homeless and to churches that do what they can both here in town and on a global scale. Most of the world’s Christian population is not made up of Affluent Americans, thank God.

To learn more about some of these organizations I would suggest visiting the website of Evangelicals for Social Action, the organizations I noted above, and calling local churches to see how you might also get involved. Down the centuries many Christians have walked the narrow road, subverting the dominant culture and living out the passionate love and Truth of Jesus’ teaching. There is no danger of these people giving up or of the love of Christ dying out in our world. We are simply all imperfect, but working hard nonetheless!

Sincerely,

Emily McQuillan, Sr. English Major

Dear Indy,

Recently, I read a letter from one of your readers stating, “What good is it to wipe your butt, when you still wind up with deuce all over your hand?”....Well, after reading your “religion” issue (which covers only Christianity by the way) I couldn’t help but but notice a huge chunk of this “deuce” all over my left hand. This, I did not like.

Why? Because, I believe that Christ is King. I believe, he came down to Earth not only to show us how to live, but to save us from the trash we’ve allowed into our lives.

In reading your “Religion Issue”, I noticed you did not bash Christ, only his followers. I’ve been a Christian for four years now, and I could go on and on about the different evils, and ridiculous distractions in our church today. However, though I do attend a church, I do not seek it, it is in Christ I find my satisfaction, not his people. The purpose of the church is simply to glorify God, and be amongst other individuals looking to do the same(just like joining the NRA, or the Albino Squirrel Club). And just like any other organization run by humans, there are flaws. What matters is not the building, or the music inside it, but the Truth in which they seek.

When someone becomes a Christian, they are not magically transformed. Simply put, they have their sins covered. The rest is up to them. Some Christians sit on the couch and wait for Heaven, while many others pursue him, and are incredibly transformed through the strength and power that lies our creator. I myself can testify to this same transformation. I’ve had many experiences throughout my life, indulged in a vast array of psychedelics, and alcohol, and all fall short to what I have found in Christ.

This is where I have found my solution, Indy. Start with Christ, and go from there. I believe that if everyone was fully human (as Christ was), the problems with corporations, Bush, and the Middle East would cease to exist (then what would we write about?) Now comes my challenge to you. What is your solution? Honestly, what is it, and where to we start? Instead of a whole issue devoted to the problem. I’d like to see an entire issue devoted to the solution. An issue with practical steps, and answers to the question of life, and how then shall we live it. After all, maybe Christ is holding out on me.

Yours Truly,

Dave Smith

John K. Wilson replies: I don’t speak for everyone, but I think the solution to life is answered on a weekly basis in the Indy. It’s reason and action. It is understanding the truth and then acting to promote it. The problem is that many people claim to follow Christ, and yet have vastly different interpretations of the Bible. The command to “follow Christ”—even if it were not a waste of time to worship a long-dead religious nut—does not really answer many practical questions about life. If belief in Christ helps end an addiction, that’s nice. So can a rational decision. But in the end, religion can become its own problematic addiction: the idea that faith can solve every problem and individual reason is unnecessary.

#175   hhhhhhhh01.05.2006 - 09:21
When Pope John Paul II visited St. Louis, he gave those who saw him an
experience to last a lifetime. Here, readers share their memories of the day
they saw the pope, and why they will never forget it.


The day Pope John Paul said mass at the Dome was my father\s birthday. My dad
had died four months earlier, so there couldn\t have been a more memorable way
to honor my father. My son and I had two tickets to the mass. Our seats were in
the last row at the very top of the stadium and we were behind the altar. I
thought, how will we see anything? Once the pope entered the arena, I realized
it didn\t matter.

His mere presence filled the space with love. We were only able to see his
frail, hunched back throughout the ceremony, but his spirit touched me and my
son, who was only 12 at the time. When the pope passed away, my son
immediately called from college to see if I had heard and to reflect on our
visit to see him. I feel so blessed to have shared that special day with my
son, the pope and my dad.
Kathy Murano
Wildwood


I remember being at the Convention Center watching the mass on the huge TVs as
if it were yesterday -- I still remember what I wore! My family is Catholic and
our church gave us passes to go see the pope\s mass being broadcast. While my
three younger siblings were just happy to have an extra day off school (my mom
decided to make a long weekend out of this experience and stay, she was so
excited), I was 14 years old and realized just how special this experience was
to become.

My younger brothers were small enough that they were able to make their way up
front of the crowd (people tend to be nicer to small children when the pope is
around, I guess), and got very clear pictures of the pope in his popemobile.
For a Catholic, an experience like this is comparable to that of meeting the
president or seeing a historic play at Busch Stadium.

I had already planned a trip to Italy for my spring break next week, but now I
am 100 times more excited knowing I could possibly be around when the next pope
is chosen. I consider myself very fortunate and hope to pass these stories down
to my children and my children\s children.
Sara Schmittgens, 20 years old
St. Peters


I remember when Pope John Paul II visited in 1999. I anxiously awaited his
arrival on Lindell Boulevard and stood for hours until he arrived and was
transported from a limousine to the Popemobile. It was well worth the wait and
I would do it again in a heartbeat. I remember that the Popemobile appeared to
go by quicker than I expected but I was able to take a few pictures as he
passed by. I still have them and treasure them dearly.

I took the day off work and I cherish this memory and will remember this for
the rest of my life. I recorded all of the other Papal events on my VCR -- the
youth rally, the mass at the dome and the prayer service at the Cathedral, as
well as the various processions in the popemobile. These are memories that I
will treasure forever. I even have a copy of the special editon that the
Post-Dispatch put out the day of the mass.

John Paul II was one of the most, if not the most, influential public figures
of my lifetime. The next pope has very large shoes to fill and I wonder if we
will ever have another pope like John Paul II. He promoted world peace quite
often and I think it is only fitting that with all of the world leaders coming
to his funeral that this is the occasion to begin to spread a serious message
to spread world peace. It is exactly what John Paul would have wanted and it is
only fitting that after his burial that the world leaders would send this
message out and hope that everyone will continue to follow what John Paul had
preached to us so many times.
Conrad Knoten


Riding down highway 44 in the old school bus at 2:45 a.m., it seemed as if the
whole world was Catholic, as school bus after school bus surrounded us on our
way to the Dome. The organization was phenomenal. We were paired up with a new
family on our street, whom we car pooled with to Meramec Junior College. We all
knew we were going to experience a religious bond that would only happen once.
We just had no idea how powerful it would be... When we were let out downtown,
the mood was exciting, calm, and prayerful. We had stayed up the night before,
mesmerized by the televised vision of the Pope at the youth ralley, and yet no
one was tired.

My husband -- a recent convert -- and myself, a product of Catholic school
education, were spellbound by the holiness of the event.There was no pushing or
shoving, no children crying, though there were many in attendance...To see the
bishops, priests, and nuns in their official garb held to the idea that today
was indeed a very special and holy event. Each parish seemed to seek out their
pastors,and you could hear little cheers as they passed in procession. Sacred
Heart (Valley Park) parishioners had only to look for our (then) pastor\s
trademark cowboy boots to know that our immediate spiritual leader was there.

This was truly the holiest experience I have ever had. The words of the Pope,
his holiness so obvious to all around him, were unbelievably moving and
inspiring. This was undeniably the proudest day of my Catholic faith. Though
there may be so many external issues that surround different faiths, to know
that at the core of our faith is this holy man, was enough to last me my whole
life.
Denise Perisho
Ballwin


At the time of the Pope\s visit in 1999, I lived on Lindell Boulevard, almost
directly across the street from the archbishop\s residence. Needless to say, I
had several wonderful opportunities to see him those three days. One of those
evenings, from my fifth floor apartment building, I watched His Holiness in the
popemobile pull up to the rear of the archbishop\s house, from my kitchen
window.

Since then, I have often fondly reflected on that experience: How many people
can say they saw the pope from their kitchen window?

I was a seminarian in the archdiocesan seminary from 1968-74. During that
time, I was a liturgical musician, and got to be very familiar with the music
of a young Vincentian seminarian at the time, Rory Cooney. I particularly
loved his song "Here I am Lord". After I left the seminary, I never heard his
music or his name again. Then, during Pope John Paul II\s visit in 1999, at
the youth rally, that song was played, accompanied by liturgical dance. I had
always remembered that beautiful song, and how appropriate to hear it 25 years
later during the Holy Father\s visit.
John C. Connolly
St. Louis


I was honored to attend the Papal Mass with my mom in January 1999 (5 ½ months
before she died of complications from cancer). When my mom heard of the visit
she just lit up and I knew we had to go. When that day arrived she was feeling
great and we had an amazing experience sitting up in "Heaven" as she called
it. I will never forget her face when the Pope came in and began mass.
Sue Bearden
St. Louis, MO


At times, I think that I am all alone with regards to faith, my beliefs and how
one should act with regards to our families, friends and especially
“neighbors.” Two events in my life with regard to John Paul have reminded me of
the universality of the Church and the inherit faith that most people really do
want to believe in God, as our Creator, Redeemer and Friend and that there is
truly life after death, salvation in world much more beautiful than this one in
which we live today.

Those two events would be the visit to St. Louis in January of 1999 and now his
death.

I was fortunate to be one of some 110,000 faithful who woke at 3 a.m. one
morning to meet with parishioners and board a bus at 4 a.m. so we could arrive
at 5 a.m. in downtown St. Louis and sit for some three hours or so, to await
the arrival of his eminence. The dome was electric with anticipation and there
was a sense of celebrity in the air. What we finally were introduced to was one
humble, holy man of God. But it was as if we had met Christ Himself.

It’s encouraging to learn that there really is goodness out there. That life
isn’t all about self, greed, desire for power and control. That people really
care for others and it\s not all about murder, rape, sex, war, molestation and
robbery. It’s welcoming to know that people want to believe in God, the
Supreme Being, the Lover of all mankind.
John Bischof

The summer after my high school graduation my family and I attended the Polish
Falcons Festival at St. Stanislaus Church. Pope John Paul II had just been
elected and Polish people everywhere were surprised and thrilled with the
unexpected announcement.

At the Festival, my dad purchased a bumper sticker stating "Happiness is Having
Polish Pope," with a smiley face on it. We put it on our old station wagon
with pride.

In August, my mom and I loaded up the car and we headed down I-70 to Mizzou for
my move into the dorms as a freshman.

All along our route, people passing on our left kept honking, waving, pointing
at the back of our car...we weren\t sure what was happening. I think we pulled
over once to see if we had a flat tire. It was curious, because all of the
passers-by had been smiling.

It wasn\t until we pulled up to my dorm and lifted the tailgate to begin
unloading my stuff that we saw the bumper sticker. Evidently we weren\t the
only ones happy to have a Polish pope. It was such an exciting time for all
Catholics.
Anne M. Pokoski
Clayton


My wife Linda and I traveled in Italy in 1995. On Friday, June 9, we went to
the Vatican with a letter of admission to the Vatican Gardens. When we
exhibited our admission documents, the Swiss guard noticed that we were Trumans
from Missouri. He asked whether I was related to President Truman. I said that
he had been my great-uncle. The guard was so gracious that Linda asked to take
a picture of him and me. He replied that ordinarily that was not allowed, but
in my case he would make an exception. I assumed that both the photo and the
explanation were a Swiss version of Italian hospitality. Then we walked,
unescorted, all around the Vatican Gardens, realizing that popes walked here to
pray and relax. For our part we took photos.

After Mass (June 11) the Pope stood by the altar, waving as people clapped
loudly. Then he circled the altar, accompanied by waves of applause. The man
to my right yielded his place to a young boy who stood on a chair next to us,
hoping to see. As the Pope walked by he stopped and shook the hand of that
boy. We were within a couple of feet of the Pope. I might have shaken his hand
but would not relinquish my camera.

In all my travels I have lost only one roll of film. It was the roll on which
I took photos of Pope John Paul II standing by me. For some time afterwards I
called the hotel from the States, hoping that I had left the film in my room.
I never recovered the film, but I have pictures of the Pope from another roll,
and my memories are fresh
John Ross Truman
St. Louis

Our aunt, Jean Rewczuk was housekeeper at the rectory (of St. Stanislaus Church
in 1969) and she and her sisters served that meal to the Cardinal Karol Wojtyla
and other dignitaries. Father Pawlowski acted as host.

It is our understanding that he was the one responsible for persuading the
Cardinal Wojtyla to come to St. Louis. Our grandmother, Teofila Chrostowski was
one of the many Polish Americans who saw Karol Wojtyla as a hero for opposing
Communist rule in Poland and promoting religious rights to the people. Our
grandmother supported her family back in Poland over the years by sending
money, clothing and other care package items.

Cardinal Wojtyla was very warm with her and told her she reminded him of his
own mother whom he lost at age 9.

Our cousin Charlie McCarty served as the chaffeur that day and stated the
Cardinal insisted on riding with him in the front seat. Charlie changed his
radio station to easy listening but the Cardinal asked to hear "what the young
people were listening to." The Cardinal displayed a great sense of humor and
teased with him during the drive. Charlie had several stories about their rides
together that day. We were all excited and pleased when this special guest was
elevated to the position of leader of the Church.
Mary Jo Carlson

As a Catholic young adult, I always appreciated how John Paul II held us in
high esteem. He valued our youth, and he didn’t compromise the truth whenever
he presented it to us. While I never met him, I will always hold the 1999 youth
rally close to my heart. My seat was on the aisle on the floor, so I was
literally four feet away from him as he rode up to the stage. When he spoke, it
seemed like he was speaking just to me, and as I prepare to enter the religious
life this summer, I will always remember the words he spoke that evening:
Remember: Christ is calling you; the Church needs you; the pope believes in you
and he expects great things of you!
Jennifer Van Dillen
St. Charles


I can tell you that when it was my turn to stand before him at Savvis Center, a
real sense of nervousness came over me. My legs started to shake, and my hands
started to sweat. I knew this was on national TV, so I was trying real hard not
to fall over or do anything to ruin the moment.

Just being in his presence was an experience that was really special. Pope John
Paul II stood over me and blessed my feet with his hands, then his top aid gave
me a rosary as a gift from him. We were told beforehand that we were not to
make any movements to touch him. It was a real mind-altering experience, when I
was near him I felt like I was near Jesus. He made me reevalute life and what
is important. I don’t think that anyone that I will ever meet the rest of my
life will be able to make me feel the way that he did. His presence is
indescribable, when I looked at his eyes, I could see God.
Jack Cribbin
St. Louis


My fondest memory of Pope John Paul II was when I handled the official
canonization tour for Phillipine Duchesne in 1988. Five hundred and thirty
alums from around the world gathered in Rome to celebrate the canonization of
the Sacred Heart nun who founded convent schools in the United States.

Marge Schott was among the group. She insisted on having a private audience
with the pope. He agreed to come aside during our audience and meet her and
accept her special gift. Knowing Marge, none of us knew what was in the box.
When we saw the huge smile on the pope’s face we knew it was something special.
She gave him a Cincinnati Red’s jacket with John Paul II embroidered on the
back. He put it on and was photographed later that year wearing it while skiing
in Cortina. This man loved everyone he encountered. The feeling was mutual.
Joan Kiburz
Clayton


Having been up since 2 a.m. on that unseasonably warm winter’s day, both my
wife Lynn and myself found ourselves in a trance-like mood as we returned to
Harrah’s Casino onboard a large coach. Most of the day had been spent standing
in line; hours at Harrah’s to board the bus taking us to the Dome, and hours to
enter the Dome. The entire bus seemed to be in silent reflection of what they
had witnessed just hours ago — the celebration of Mass by Pope John Paul II.

Clearly the highlight of the Mass was John Paul’s homily, his message to the
110,000 gathered. As we headed back to St. Charles, Lynn said to me “Do you
know what most impressed me from His homily?” I sat and thought for a moment
or two and responded “yes, I do” She then went on to tell me how I was not
nearly as smart as I thought I was, and how could I possibly know, out of the
thousands of words spoken, which ones she remembered most. “As the family goes,
so goes the nation,” I told her.

She sat and stared and asked me how I knew. I was not sure how I knew, yet I
did. Words cannot describe how we both felt; we both knew our marriage was
stronger, and we had a clearer understanding of each other. On that
unseasonably warm winter’s day in 1999 both Lynn and I realized how dedicated
the other was to raising our children, Maggie, Joe and yet to be born Dee — and
how much we loved each other. It was a life-altering experience.
Mike McMurran
St. Charles


I was one of the music teachers whose students sang in the choir at the papal
youth event in 1999. It was a long day. I remember some of the adults there
were asking the question, This is an elderly, frail, conservative, Polish
priest who became the pope. What do all these kids see in him?

It occurred to me as the evening progressed that these teenagers in the Kiel
Center were the kids who went to church, participated in their youth groups,
loved their parents and teachers, got good grades, and did what life asked of
them. These were the teens who made good decisions and stuck by their beliefs.
No one usually pays much attention to them, but John Paul II did. Tonight, the
pope belongs to you, he told them. They sang and prayed and had a great evening
together.

I sat and watched and learned a great deal that night. There are thousands,
millions of young people who celebrate their spiritual lives without cynicism,
publicity, or financial gain. John Paul told them to meet the challenges of the
Gospel, because you are so worthy of it. John Paul gave these kids his time and
attention when so many of the rest of us fail to do so. No wonder they loved
him so much.
Steve Nobel
Kirkwood


I was thrilled to get four tickets to the Mass at the Dome when the pope was in
St. Louis.

My two nieces and cousin went with me. After rising at 2 a.m. and driving to a
central location to board buses, we were on our way. When we finally reached
downtown, the lines to get in were very long. The people in the lines with us
waited respectfully and quietly to get their seats.

After we were seated, it was another few hours before Mass. When the pope
finally was driven into the Dome and we were able to see him for the first
time, we all were so moved. I know I had tears in my eyes...what an experience.
It was the only time I have seen a pope in person, and to attend a Mass
celebrated by him was awesome. I believe we got home around 4 or 5 that
afternoon. I still have all my souvenirs as a remembrance of that special day.
Linda Polka
Lake Saint Louis


My daughter, grandson and I made it a point too see our beloved pope. His visit
here made our special city blessed by the visit of such a saintly man of God.
Our city had two greatest Christian leaders enter our soil: St. Louis and John
Paul. We truly are blessed.

I cried over Pope John Paul’s death. He touched our hearts like a family
member. Torn between his entering heaven and the selfishness of missing him and
wanting him with us brought tears to our eyes. A great man that truly served
God. When he went down the street a few feet away at his St. Louis visit he
seemed so pure and beautiful. You could truly see that his devotion to God made
him glow in a real sort of way, it made everyone Catholic and non-Catholic love
and respect him. It was simple: He walked like he talked in his leadership
serving our Lord.
Patricia Bialik
St. Louis


The day I recieved the call that I had the honor of two tickets to see the pope
is one I will never forget. It happened to be my birthday. I did, however, have
a decision to make. You see there were four in my family and only two tickets.
A few days later I was blessed with two more tickets. It was an experience that
I shared with my husband and two daughters, one we will never forget.

The feeling of overwhelming joy washed over you as the crowd waited for him to
enter the Dome. When he did I saw tears in everyone’s eyes around me. I felt a
warmth that I hadn’t felt before, I knew this was a once in a lifetime event,
one to cherish forever. This past Saturday upon hearing the news that the pope
had passed, I shed a single tear, not of sadness but happiness for him, because
he was joining our father in a place where that warm feeling is every day.
Christina Middendorf
St. Louis area


I was born Catholic but not raised, so when a friend called and asked if I
would be interested in being an usher at papal mass, at the Dome, I jumped at
the opportunity.

It was my job to get an entire section of people out of their seats, up the
stairs to the waiting priest, take Communion, and then back to their seats
within 15 minutes.

I will never forget the sights etched onto my memory from that day. The sight
of literally thousands of flashes going off as His Holiness entered was
staggering and surreal. No sports event or rock concert had prepared me for the
spectacle I witnessed. From the first moment until the last I was completely
enthralled by Ill Papa. Even when his homily was unintelligible, the power of
his words rang through the hall. The captions had a hard time keeping up with
his Latin and when I tried to follow along I would frequently lose step with
his words, I finally stopped looking at the screen and just enjoyed the sound
of his voice. But the most exhilarating thing about the whole event was the
fact that, even from the distance of the balcony, his sparkling blue eyes never
belied his age nor his illness. Like I said, it will remain etched in my memory
forever. Thank you for allowing me to share my experience.
Tony Perez
Affton


In January 1999 I was an eighth grader who wasn’t necessarily excited about
about my faith, nor was I all that concerned about the upcoming papal visit to
St. Louis.

I attended St. Simon the Apostle Catholic grade school. The school was given an
allowed number of tickets to the papal teen rally. All the sudden I found
myself on a bus at 6:30 a.m. with a bunch of my classmates headed toward the
Arch.

We started the morning off by marching from the Arch to what was then the Kiel
Center. We sang the whole way there. Once in our seats we were entertained by
many religious music groups, one being the group DC Talk. Most the people I was
with would have never sat through these groups but it didn’t take long until we
were up singing along to words that celebrated God.

The pope’s speech was much later in the day but that didn’t mean we, teens were
tired when he arrived. When it was clear John Paul II was in the building the
whole Kiel Center started to chant John Paul 2 We Love You. I can’t say I
remember what the pope said that day but I can remember the amazing feeling of
looking around the Kiel Center and seeing thousands of teens celebrating their
faith. Although I was only in eighth grade I knew that many Americans saw teens
only as trouble makers, but this papal rally renewed my faith in people and
mostly in my fellow teens. I wouldn’t trade my experience for anything. John
Paul II was a man that brought people together and he definitely had that
effect on the teens on St. Louis that day.
Claire Conway
South County, St. Louis


I was a greeter volunteer at Kiel Center when Pope John Paul 11 came to St.
Louis. I was going through a bad time in my marriage and just being there
amidst all of the inspiration of him, gave me such a feeling of peace. He was
the most kindest, gentlest man you could ever meet. An angel from God on earth.
Pam Rose
Imperial, Mo.


I sang in the St. Louis Archdiocesan Choir during the papal visit. I remember
the pope’s first night in St. Louis when he was presiding over the youth rally
at the Savvis Center. We were rehearsing inside the Edward Jones Dome in
preparation for the mass the next morning. While we rehearsed they had a live
feed of the activities in Savvis Center playing over the large screen video
board, and we all enjoyed seeing the Pope being handed his very own Blues
jersey and stick, and then imitating taking a shot with the stick.

I remember too sitting outside my hotel on Lindell Boulevard, just a block
north of the Archbishop’s residence where the Pope was staying, and I waited
nearly four hours just to catch a glimpse of the Holy Father as he drove by. I
saw the pope three times that weekend, during his parade down Lindell, at the
papal Mass, and at the evening service. I got chills each time. The most
amazing thing I remember was after singing at the Dome for the Mass with the
St. Louis Archdiocesan Choir, we rode back to the Basilica to prepare for the
evening prayer service. When we pulled up to the Basilica and got off the bus,
there was a rainbow in the sky high above the dome. We were all knew that the
Pink Ladies had been praying for good weather for the weekend, but thought they
really outdid themselves with this!
Jeremy A. Boyer
Potosi, Mo.


Hello, my name is Marione Johnson. In 1999 I was a police officer in the city
of Hazelwood, and I got the opportunity to be on the security detail inside the
Kiel Center for the pope’s mass. That was one of the most awesome memories to
date. We had to wear a special pope protection detail pin that was given to us
by the Secret Service. No one was allowed in the area we were guarding without
one of the pins. I still have my pin, and I later wrote Archbishop Rigali and
thanked him for the opportunity that only occurs once in a lifetime, and how
thrilled I was to be a part of St. Louis, and the Catholic community. I am now
retired from the police department, but I had purchased a couple of t-shirts,
and a scarf (bandana) which I wore all weekend. Thank you for the opportunity
to let us express ourselves about our experience!
Marione Johnson
St.Louis


I remember the visit as if it were yesterday. The anticipation of the visit and
the media coverage were overwhelming. It seemed as if nobody could get enough,
me included. The only event I witnessed in person was the mass at the dome. I
remember getting up at 3:30 in the morning to go catch a bus at Florissant
Valley Community College by 4:30. We arrived at the dome between 5:30 and 6
a.m. Then we waited for five hours for the Mass to begin.

I was seated with my wife (fiancée at the time) and her family in a corridor of
the dome. We bought our papal souvenirs while waiting for the arrival of the
pontiff. When he arrived in his popemobile, we stood up on our chairs and were
bobbing and weaving our heads just to see him. When I saw him, it gave me
chills up and down my spine. I had the same chills when I had heard Saturday
afternoon that the pope had passed away. I think the chills were the excitement
of knowing that a great man was being called home.
Phil Braun Jr.
Roseville, Mich., formerly of St. Louis, my hometown


My children, my mother and I were blessed to be able to attend the Mass
celebrated by Pope John Paul at the dome in St. Louis. I got the feeling that
he truly was close to God—he was a very holy, very spiritual man, but also a
genuinely good human being. You could tell that he was suffering then, his
speech was very hard to understand.

But to just be in the presence of this holy man was an experience that will
stay with me for the rest of my life. We mourn his death, but we celebrate his
life and find peace and comfort in knowing that he has been welcomed home and
is no longer suffering.
Cheryl
Arnold


I saw Pope John Paul II when he visited St. Louis in 1999. I was standing on
Lindell Boulevard when his motorcade passed by. He turned to our side of the
street as he passed and blessed us. I felt he was personally blessing me. May
God bless the pope and welcome him into His kingdom.
Chris Skoklo


When the Pope came to St. Louis in 1999 I was in the eighth grade class at
Sacred Heart School in Eureka. Every archdiocesan school had the two days off
for the visit, and I spent every moment of it glued to the TV watching every
bit of live coverage. Not only did I watch every venue, but I also recorded
them—they filled two VHS tapes. I also had the privilege of attending the final
departure at the airport the day that he left St. Louis. My name was pulled out
of a hat along with two other classmates to be the representatives from our
school.

To this day, I still have the program, bandana, and pen-light that everyone at
the venue received. It was an amazing experience that I will never forget.
Mary Woll
Hometown Eureka, currently living in Cape Girardeau


I lived in St. Louis in January 1999 when the Holy Father visited us. My wife
and I could not get tickets to any of the official events so we took the
MetroLink down to the Savvis Center. We hiked it to the steps of what I think
was one of the courthouses and waited for his motorcade. We were probably 100
feet from the street but it seemed like we could see him so clearly in his
popemobile! He gave us all a drive-by blessing and then entered the Savvis
Center.

We took several pictures, in one there is a blur of everything else around him
(due to lights) so it makes it appear that he is floating on thin air!!

On that same day, my wife an I had applied for a mortgage loan to buy our first
house (I was 29 at the time). About a week later, we got the acceptance letter!
We know it was the blessing of Pope John Paul II that helped us buy our first
home!
Paul Norman
Dallas


My lasting memory was watching the transformation of the pope’s face turn to
joy every time he came in contact with any of the children. This wonderful
spiritual man loved much and was loved in return by all who met him.
Jeanne Messmer


My partner and I own the flower shop that has the honor of doing the flowers
for the new cathedral for about 30 years now.

When the pope was to arrive we waited for word that we would be able to do the
flowers. Father Jim Telthorst was pastor and called with the exciting news that
yes, we would be able to do the flowers for our beloved prince of the church.
Yellow and white represent the papal colors. I don’t think there was a yellow
or white flower left in the midwest when Ken was through. It was absoluting
awesome, certainly something worthy of the successor of St. Peter.

I put the white lily arrangement in place at the Blessed Mother’s altar. I have
a picture of me putting this creation by Ken in place. I also have in my album
a picture of John Paul praying at that same altar. The arrangement is clearly
visible in both pictures. It remains one of my greatest treasures. I later
learned that Ken had donated all those flowers and all our labor in honor of
our beloved pope.
John Sullivan
St. Louis


When my friends and I heard the Holy Father was coming to St. Louis, we were
excited. But, we live in Alton, and our Springfield, Ill., diocese was only
given the chance of a few tickets for lottery distribution. Just as
disappointment set in, we heard that people were needed to do service work
during the papal Mass. We jumped! And miraculously, we thought anyway, all of
us who signed up were chosen!

From our parish we went to St. Louis University to wait to get our work
assignment, our yellow vests marking us as volunteer workers, and be bused to
the TWA Dome. We arrived at the Dome at 2 a.m. We had to enter through metal
detectors. We found this humorous, because being Catholics, we all had numerous
rosaries and medals for the Holy Father to bless.

I was a communion usher. My job was to get the people in my section up to the
umbrellas and back to their seats in an orderly fashion.

It was the most awesome experience. The air was electric and when John Paul II
drove in and circled in his specially-made popemobile, the crowd went wild! I
still sometimes listen to the CD I have of the Basilica choir who sang for the
Mass. Their music was so beautiful it takes me back. The most memorable line
for me from the Pope’s homily was: As the family goes, so goes society. What
an awesome Papa John Paul II was to the Church and the whole world.
Carolyn Simansky
Alton


I remember my mother and I rushing to pick up my daughter, then in second
grade, from school and making a spur of the moment decision to head down to
Forest Park to try to see the pope as his caravan made its way along Lindell to
the new cathedral. Just in time, we pulled to the curb in Forest Park, ran to
the orange emergency fence , and saw pope drive by in the popemobile. My
daughter thought that was funny and she waved. He looked our way as he raised
his hand to the crowd. Even though I am not Catholic, I felt excited about the
pope’s visit to St. Louis, and was inspired by the way he seemed to unify
people of all faiths. I believe he cared for all the the people of the world.
This will be my lasting memory of him.
Kay Houghtaling
Fenton


Our third child was born the day the pope arrived in St. Louis. I remember
sitting in my wife’s hospital room while she recuperated from the C-section,
watching the television coverage of the visit. It goes without saying that I
will always associate the two events together. My wife and I make certain that
we periodically remind our child of the coincidence of the two events. It’s
something I’ll never forget.
Kenny and Lea Lynn
Glen Carbon


Hearing that the pope was coming to St. Louis was very exciting, and everyone
was making plans for the event. I was working both a full-time and a part-time
job, so I didn\t sign up at church for a chance to be able to go to the Mass at
the dome. As the time grew closer, I felt like I wanted to do something, so I
asked for a vacation day. I took the Metrolink to Grand and walked up to
Lindell.

It was exciting to see him go by. After he\d gone by, I walked on down Olive
into the city.

For all the people who were not able to get into the Dome, (and we were quite a
few) they had a big vacant lot with giant TV screens so we could watch the
pope saying Mass, and pray just as if we were inside. And everyone was
praying, and it was very special; little children who\d come with their parents
were lying around asleep, as well as some grownups who\d probably traveled a
long way.
Colleen Adams

#174   POETRY30.04.2006 - 00:22
Heaven—Haven

A nun takes the veil

I have desired to go
Where springs not fail,
To fields where flies no sharp and sided hail
And a few lilies blow.

And I have asked to be
Where no storms come,
Where the green swell is in the havens dumb,
And out of the swing of the sea.


I know I\ve posted this one before, but I\m going to again. Just because it\s my all time favorite! And not because the "young child" is named Margaret! Not just because, anyway ... Incidentally, "unleaving" means "losing leaves." Like in autumn. Yeah, the first couple times I read it, I took a while to figure that out, genius that I am


Spring and Fall

to a young child

MÁRGARÉT, áre you gríeving
Over Goldengrove unleaving?
Leáves, líke the things of man, you
With your fresh thoughts care for, can you?
Áh! ás the heart grows older
It will come to such sights colder
By and by, nor spare a sigh
Though worlds of wanwood leafmeal lie;
And yet you wíll weep and know why.
Now no matter, child, the name:
Sórrow’s spríngs áre the same.
Nor mouth had, no nor mind, expressed
What heart heard of, ghost guessed:
It ís the blight man was born for,
It is Margaret you mourn for.


Another favorite from high school days ... one of my high school English teachers liked Hopkins, too. Lucky me!


Pied Beauty

Glory be to God for dappled things—
For skies of couple-colour as a brinded cow;
For rose-moles all in stipple upon trout that swim;
Fresh-firecoal chestnut-falls; finches’ wings;
Landscape plotted and pieced—fold, fallow, and plough;
And áll trádes, their gear and tackle and trim.

All things counter, original, spare, strange;
Whatever is fickle, freckled (who knows how?)
With swift, slow; sweet, sour; adazzle, dim;
He fathers-forth whose beauty is past change:
Praise him.




Summa

The best ideal is the true
And other truth is none.
All glory be ascribèd to
The holy Three in One.

#173   SUSTAINING LIFE22.04.2006 - 19:24
What the Church teaches about artificially sustaining life
Just so nobody writes any "angry letters" (he he, just kidding if, God forbid it, His Holiness has to be taken off a respirator or something ...

... A person may, but is not bound to, use extraordinary means - those means which primarily are not considered ordinary medical care or common medical treatments. These means do not offer reasonable hope of benefit and may be excessively burdensome to either the patient or the family. Factors to consider in determining whether a treatment is extraordinary include the type of treatment, the degree of complexity, the amount of risk involved, its cost and accessibility, and the state of the sick person and his resources. One would weigh the proportion of pain and suffering against the amount of good to be done. Granted, in our world today, however, exactly what constitutes extraordinary medical care becomes harder and harder to define. For instance, accepting an artificial heart is clearly experimental and would be extraordinary, whereas the usage of a respirator or ventilator is oftentimes standard procedure to aid the patient\s recovery.

While the Church makes the distinction between ordinary and extraordinary means, it would not sanction any act of euthanasia. Euthanasia, literally translated as good death or easy death, is "an action or omission which of itself or by intention causes death, in order that all suffering may in this way be eliminated" (Declaration on Euthanasia). In other words, euthanasia involves the purposeful termination of life by a direct action, such as lethal injection, or by an omission, such as starvation or dehydration. Note that euthanasia is commonly known as "mercy killing": this term is most appropriate because the act involves an intentional killing, no matter how good the intention may be to alleviate suffering ...

However, euthanasia must be distinguished from the stopping of extraordinary means of health care or other aggressive medical treatment. The patient - or guardian in the case of an unconscious patient - has the right to reject outright or to discontinue those procedures which are extraordinary, no longer correspond to the real situation of the patient, do not offer a proportionate good, do not offer reasonable hope of benefit, impose excessive burdens on the patient and his family, or are simply "heroic." Such a decision is most appropriate when death is clearly imminent and inevitable. Here a person may refuse forms of treatment which at best provide a precarious and burdensome prolonging of life. In these cases, the person would place himself in God\s hands and prepare to leave this life, while maintaining ordinary means of health care.

... Another friend of mine was dying of prostate cancer, which had metastasised throughout his body. When I saw him last in the hospital, he had gone into a coma and was being fed intravenously and was breathing with a respirator. His kidneys had failed. The doctors told the family that there was nothing more they could do and the situation was irreversible. At that point, the medical technology was not providing any hope of recovery or benefit, but rather was merely prolonging the death process. The family decided to turn-off the respirator, which had now become an extraordinary means, and minutes later my friend went to meet his Lord. This action was morally permissible and different from purposefully terminating life.

Keep in mind that in both of these cases, if someone had decided to give a lethal injection to the person, or to deny the person ordinary means of health care, like food and water, then that would have been a purposeful act of killing.


The entire article, by Fr. William Saunders at Catholic Exchange, is very informative and enlightening. I would recommend reading the rest.

#172   bbbbbbbbbb22.04.2006 - 19:17
I just got around to reading that little missive from Sara Grogg that caused sucha an uproar! and I have to admit that I don\t find much wrong with it! In fact, in most ways I agree.

Some points:

1. Society has been completely desensitized to believe that everything is ok and nothing is bad as long as someone likes it. Even if a majority of people are offended by it, they are forced to be tolerant because it makes someone else feel good.

I think she is right about this. Ask most people about their conception of right and wrong, and it often comes down to not so much "Is this true? Is this right?" than "Am I comfortable with this?" She probably relates this to a loss of "Christian ethics," and I think that plays a role for many people, but it\s not the whole picture. There are plenty of intelligent atheists and agnostics and pagans (Plato, anybody?) who realize and manage to coherently avoid the ethical bankruptcy of relativism. But many other "moderns" don\t.

This is either because people are paralyzed by the idea of making definite distinctions, or because they are simply unmotivated to develop a method with which to evaluate truth or falsity, right or wrong. A nastier person than me would say, "Intellectually lazy." But I think in some respects it\s not their fault. The culture itself is highly relativistic; ours is a society that loathes philosophy. You can\t expect lots of people to drag themselves out of the (very comfortable) morass of their own volition.

You see this in the gay marriage debate a lot, on both sides. A lot of people are just freaked out by homosexuals (usually as a result of a lack of personal contact with them) and that\s the extent of the depth of their position - when in fact there\s a rich, very deep natural law argument against gay marriage that they never bother to investigate. Other than to say, "that ain\t natural!" which isn\t much of anything at all. And I have yet to read anything in support of gay marriage that does not devolve into a treatise on how people feel they should be allowed to get married and it hurts them that they can\t, and it feels terrible so let\s change the law! Singing: Feeeeelings, whoa whoa whoaaa feeeeeelings ... Hello? Does anybody care to think and use their brains to come up with an INTELLECTUAL ARGUMENT?(I feel a rant about the nature of philosophy coming on ... eck ... not now .. stifles self)

Point 2:

2. Society has completely taken away the concept of sex as something sacred. It used to be improper to talk about sex, and it was an experience only between you and your husband/wife. Marriage used to be a lifelong commitment. I think that it is really sad that very few people have anything that they\re proud of anymore. Sex used to be something that you could give as a "gift" to your husband or wife. Now that everyone\s doing it with whomever they want, whenever they want, sex has lost its meaning and significance. People have become selfish and very me-oriented. The mindset of today is that "anything and everything is acceptable as long as I get something out of it or it makes me feel good"

This "point" is a bit messier. I don\t see why it should be considered "improper" to talk about sex. The crass, degrading, pornographic way of discussing sexuality is, of course, both disgusting and commonplace. But that doesn\t mean that mature people shouldn\t be allowed to discuss sex (I think that rules out most college students, lol).

She is correct, however, that sex is for the most part no longer considered something sacred. Rather than being a unique part of marriage intimately connected to the mystery of new life, it has become something casual and pedestrian. Again, some people might consider this the "Christian fundamentalist" position, but ironically, in the years before Christianity came to Europe, sex was, to the pagan societies, a sacred event due to its connection with the creation of new life, and it was even included in the pagan marriage ritual (ooo, imagine being a bridesmaid at one of those shindigs, lol

I love how she refers to sex as a "gift" exchanged between husband and wife. I wonder if she is a closet Catholic or thinking of converting, (lol, probably NOT because that way of looking at sexuality is an idea right out of Pope John Paul II\s Theology of the Body.

I think she is also onto something with her suggestion that people have become very "me-oriented." My connection, not hers: I think this has a lot to do with the rise of birth control and contraception. No one says, "I have a boyfriend/girlfriend husband/wife, and I want to use them and their body to obtain physical pleasure, as though the one I love was a cheap device from a porn store. However, I might make a child, which would involve "commitment," which obviously I am not interested in, since it isn\t fun. So I\m going to wear a condom, swallow a pill, or do other nasty unnatural chemical things to my body to prevent it." What they do say is more along the lines of, "We\re in love, but we\re not married, we\re not ready to have children blah blah ..." Of course, the Church teaches that sex is both procreative and unitive; that is, it\s for producing children AND for the meaningful union between two people. But, as the Church also teaches, there\s not much "meaning" to a union where one or both of the partners wants to deliberately prevent the creation of new life. When you actually analyze it intellectually, the reasons for contraception are incredibly narcissistic. The pursuit of personal pleasure is put above the other considerations (we\re not ready to have children). I want it, my pleasure, it feels good to me, I-my-me-me-me.

Think about it: (and let me be a bit crude) What\s the major sexual difference between humans and blow-up dolls? The major sexual difference between your significant other and a blow-up doll? Oh yeah. You and your significant other can create new life. Contraception, whether it comes in the form of rubber or medicine, reduces the other person to so much plastic. A sexual receptacle. Yeah, it was such a victory for women\s rights that now men can sleep with as many girls as they like without worrying. It\s a regular Sex-Objectopia. "Batter up, they\re all on the pill!"

Point 3:

3. Obviously if you\re only 20 years old, and you\ve already resorted to finding pleasure in something that is man-made, there is something wrong. It\s sad to think that something that was created for the enjoyment and pleasure between two married people has been perverted into something that we can just joke about and have parties about.

Hmmm. I find "pleasure" in a lot of things that are man-made. Art, music, literature ... Snickers. LOL, and I\m not even kidding about that last one! However, that\s not what she means. She is talking about using sex toys to "spice up" intercourse. Again, I think her idea is correct: There is no need to take what is naturally a beautiful, enjoyable thing and introduce something artificial into it. Unless of course you are not actually interested in the meaningful union of bodies but rather, only the pleasure that accompanies it.

Well, that\s my rant. I thought the "piece" was actually pretty mature, in that she did not dismiss sexuality as something "dirty" but nevertheless pointed out that it is meaningful and not something that ought to be casual - what\s the really crude line from the movie - "Screwing is not like shaking hands." She probably went about communicating her ideas in the wrong way - she should have gotten permission, etc. Although she does have a right to free speech, and this is a public university. I hope I didn\t offend anybody, and if I did, I\m sorry, I\m not judging anyone or anyone\s conscience. These are just the thoughts trolling around my mad, mad brain

#171   bbbbbbbbb22.04.2006 - 16:21
The Immaculate Conception
is the Patron Saint of
the United States of America

“. . . At my third request her face took on a serious expression, and at the same time an expression of deep humility . . joining her palms as if for prayer, she raised them to the height of her breast . . . She looked up to heaven . . . then slowly opening her hands and bending down towards me, she said to me in a voice in which one could sense a slight trembling, ‘I am the Immaculate Conception’”

The Basilica of the National Shrine of the Immaculate Conception in Washington, DC

The Immaculate Conception Appears at Lourdes, France

History of the Dogma of the Immaculate Conception

Prayer of the Immaculate Conception

A Defense of the Dogma of the Immaculate Conception

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