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#125   http://www.erzbistum-muenchen.de/EMF086/EMF008512.asp28.07.2005 - 17:27
http://www.erzbistum-muenchen.de/EMF086/EMF008512.asp

#124   http://www.festjahr.de/index.taf28.07.2005 - 17:07
http://www.festjahr.de/index.taf

#123   fffff28.07.2005 - 16:52
tagespost
pur-magazin

#122   ztttt28.07.2005 - 15:45
der-fels.de

EWTN



Jean Marie Kardinal Lustiger:
Die Angst mit der Kraft Gottes
bekämpfen
S. 339
Dr.IrmgardSchmidt-Sommer:
Der Messias ist unser Heil
S. 341
Franz Salzmacher:
Weihnachten – Urfest der Versöhnung S.348
Page 2
338
DER FELS 12/2003
Jean Marie Kardinal Lustiger:
Die Angst mit der Kraft Gottes
bekämpfen .............................. .......... 339
Dr.IrmgardSchmidt-Sommer:
Der Messias ist unser Heil ................. 341
Jürgen Liminski:
Familienwohl und Gemeinwohl ........... 344
Franz Salzmacher:
Weihnachten –
Urfest der Versöhnung ........................ 348
P.Franz Schaumann SDB:
Ein Geschenk Gottes zur
rechten Zeit .............................. ......... 350
Dr.Michael Schneider-Flagmeyer:
Fels in der Brandung .......................... 352
Manfred Spieker:
Katholische Kirche und
Schwangerenkonfliktberatung
in Deutschland, II.Teil ........................ 354
Franziskanische Gemeinschaft:
„Nach der Form des heiligen
Evangeliums leben ............................ 359
StD. Gerhard Stumpf:
Die Märtyrer von gestern haben eine
Botschaft für heute ............................ 361
Auf dem Prüfstand ............................ 362
Zeit im Spektrum .............................. . 363
Bücher .............................. ................ 365
Namen- und Sachregister .................. 367
INHALT:
Titelbild: Der hl. Franziskus feiert Weihnachten;
Miniatur der Klarissin Sibilla von Bondorf (1478); A.
Rotzetter: Franziskus feiert Weihnachten, Titel, Ver-
lag am Eschbach GmbH
Fotos: 339 R. Gindert; 340 Markus Maria Plur; 341
Maria Amata Neyer:Edith Stein, Echter Verlag 1987,
S. 43 uns S.66 ; 342 P. F. Schauman SDB; 346, 348,
349 Liminski; 350 P. F. Schaumann; 353 Guiseppe
Romano: Papst Joh. Paul II. W. L. Buchverlag, Mün-
chen T. 9; 354 Spieker; 356, 357 R. Beckmann: Der
Streit um den Beratungsschein, Verlag J. W.
Naumann, Würzburg, Umschlag; 360 Archiv
368 Quelle: Die Vollendeten. Vom Opfertod grenz-
märkischer Priester 1945/46 von Johannes Schulz,
Selbstverlag der Freien Prälatur Schneidemühl
Impressum „Der Fels“ Dezember 2003 Seite 367
Liebe Leser,
Eine gesegnete Adventszeit
und ein gnadenreiches
Weihnachtsfest
wünscht Ihnen
Ihr Hubert Gindert
Ein Bericht über den 94.
Augsburger Seminarkongress
für praktische Medizin trägt die
Überschrift „Die beste Medizin:
Lebensgewohnheiten ändern!“
(AZ 20.10.03). Die Lebensge-
wohnheiten ändern heißt zuerst
die Denkgewohnheiten ändern.
Wer ein anderer Mensch werden
will, kommt am Umdenken nicht
vorbei. Die Frage ist, woher er-
halten wir die Kraft dafür?
Viele möchten sich und ihre
Lebensumstände verändern und
kommen sich dabei wie Sisyphus
vor. Dies ist jener Mensch, der
in der antiken Sage die Aufgabe
hatte, einen schweren Stein ei-
nen Berg hinaufzurollen. Aber
bevor er die Spitze des Berges
erreicht, rollt der Stein wieder
zurück, und das absurde Spiel
beginnt von neuem. Sisyphus ist
der auf sich selbst zurückgewor-
fene, hilflose Mensch, dem im
entscheidenden Moment die
Kraft fehlt, den Stein auf die
Bergkante zu heben. Der fran-
zösische Existenzialist Albert
Camus hat in seinen Büchern
„Der Mythos von Sisyphus“ und
„Die Pest“ den auf sich selbst
gestellten Menschen ohne Gott
beschrieben, der in einer hoff-
nungslosen Situation seine
Pflicht tut. Eine ständige Über-
forderung des Menschen, der auf
Gott hin angelegt ist. Aber trifft
diese Beschreibung nur auf
Atheisten zu, sehen sich nicht
auch Christen häufig in der Rolle
des Sisyphus? Eltern und Leh-
rer, die sich um die Erziehung der
Kinder bemühen, Priester, Poli-
tiker, Ärzte und Personal in den
Krankenhäusern – sie alle sind
in Gefahr, dass sie, weil sich
scheinbar kein Erfolg einstellt,
zwar in Pflichterfüllung ihre Ar-
beit tun, ihre Aufgabe aber zur
Routine ohne Begeisterung wer-
den lassen.
Vor kurzem wurde eine Frau
selig gesprochen. Sie war Leh-
rerin in klösterlicher Ordnung
und in Geborgenheit. Beim An-
blick der alleingelassenen, kran-
ken und sterbenden Menschen
auf den Straßen indischer Städ-
te hat sie sich und ihre Lebens-
gewohnheiten völlig verändert:
Mutter Teresa. Woher bezog sie
ihre Kraft, die Sisyphusarbeit mit
einem Lächeln für die Verlasse-
nen zu verrichten? Aus ihrer in-
nigen Verbindung mit Jesus
Christus! Sie, die beim Anblick
des Elends, das sie jeden Tag
sah, eigentlich hätte frustriert
sein müssen, gründete Hospitä-
ler, Häuser für Sterbende und
Heime für verlassene Kinder. Sie
bereiste die halbe Welt, um Hilfs-
mittel zu mobilisieren und Men-
schen wach zu rütteln. In einer
fruchtbaren Kreativität der Lie-
be reichten die „fünf Brote“ in
ihren Händen zur Speisung von
Tausenden.
Papst Johannes Paul II. hat im
Schlusskapitel seines Schreibens
vom 16. Oktober 2003 „Der Bi-
schof – Diener des Evangeliums
Jesu Christi für die Hoffnung der
Welt“ (Pastores gregis) die Krea-
tivität der Liebe angesprochen,
die sich zur vollen Wirkung ent-
faltet, wenn zur eigenen Anstren-
gung das ganze Vertrauen in die
Kraft Gottes hinzukommt, die jede
Situation verändern kann.
In der Hl. Schrift steht „Zieht
Jesus Christus an!“ In diesem
Kleid haben Männer und Frau-
en, die wir als Heilige der Kir-
che kennen, Berge versetzt und
die Welt verändert. Der Papst
mahnt in seinem o. a. Schreiben
die Bischöfe „Hüter der Hoff-
nung im Herzen der Menschen
zu sein“. Es ist jene Hoffnung,
die vor 2000 Jahren im Stall von
Bethlehem ihren Ausgang nahm
und die jeden mit Gnade erfüllt,
der im Vertrauen hinkommt.
Page 3
DER FELS 12/2003
339
D
er Sturm auf dem See ist ein
prophetisches Ereignis:
&9679;
eine Prophezeiung über
Christus, der eingeht in den Schlaf
des Todes und aufersteht zu
unserem Heil.
&9679;
eine Prophezeiung über das
Leben der Kirche, über das Boot
des Petrus, wo der Herr gegenwär-
tig ist, während wir Kleingläubigen
meinen, er schlafe.
Nachdem Jesus die Menge in
Gleichnissen gelehrt hat, fährt er mit
seinen Jüngern hinüber ans andere
Ufer. Plötzlich erhebt sich ein hefti-
ger Wirbelsturm, die Wellen schla-
gen in das Boot, es beginnt sich mit
Wasser zu füllen. Jesus aber liegt
hinten im Boot, auf einem Kissen,
und schläft. Die Jünger wecken ihn:
„Kümmert es dich nicht, dass wir
zugrunde gehen?!“ Daraufhin macht
Jesus eine unglaubliche Geste der
Autorität; auf sein Wort hin kehrt
Stille ein zwischen Himmel und
Meer…
Danach ergreift Jesus das Wort
und sagt: „Was seid ihr so furcht-
sam?“. Warum habt ihr solch eine
Angst, dass ihr euch benehmt wie
Feiglinge (deilos auf griechisch fin-
det sich nur dreimal im Neuen Tes-
tament: hier bei Markus, dann par-
allel hierzu bei Mt 8,26, und in der
Geheimen Offenbarung des Johan-
nes 21,8; wir werden noch darauf
zurückkommen.) „Also habt ihr
immer noch keinen Glauben?!“
Da geraten die Jünger „in große
Furcht“ (auf griechisch phobeis-
thai). In der Bibel bezeichnet die-
ses Wort die Gottesfurcht; für Maria
gebraucht der Engel dasselbe Wort:
„Fürchte dich nicht, denn du hast
Gnade gefunden bei Gott“, es ist
auch das Wort Jesu an Simon-Petrus,
Die Angst mit der Kraft Gottes bekämpfen
Predigt von Jean-Marie Kardinal Lustiger am 22. Juni 2003 in Fulda
der Jesus nach dem wunderbaren
Fischfang zu Füßen gefallen ist:
„Fürchte dich nicht! Von jetzt an
wirst du Menschen fangen.“
Wir müssen hier gut unterscheiden
zwischen zwei Haltungen: – ei-
nerseits die Angst, die Feig-
heit des Menschen ist, vor
dem Nichts, vor dem Tod,
vor Misserfolg und Gefan-
genschaft in der Sünde; –
andererseits die Furcht vor
Gott; der Mensch als Sün-
der wird sich bewusst der
Größe und der Heiligkeit
dessen, der Fülle des Le-
bens ist; Furcht also des
Menschen, der es nicht
wagt, sich der Quelle des Lebens zu
nähern.
Eben der Glaube befreit uns von
der Feigheit, von der Angst vor dem
Tod, Angst vor der Auflösung des
menschlichen Wesens, um uns ein-
zuführen in die Gottesfurcht, die uns
Weisheit, Kraft, Freiheit und Hoff-
nung verleiht, und uns entdecken
macht, was die Liebe ist.
Die Vision des Heiligen Johannes
am Ende der Geheimen Offenba-
rung (21,8) hilft uns, dies besser zu
verstehen, dank zweier Worte, die
auf sehr suggestive Weise nebenei-
nander gesetzt werden: deilos und
apistos: „Die ‚Feigen’ aber, die ‚Un-
gläubigen’, die ‚Unzüchtigen’...
sollen im brennenden Pfuhl von
Feuer und Schwefel ihren Anteil
haben. Dies ist der zweite Tod.“ Der
Seher von Patmos setzt diese Feig-
heit gleich mit den schlimmsten
Niederlagen der Freiheit – Mord,
Götzendienst, usw. Der Glaube
wächst, einer Flamme gleich, durch
die Macht des Hauches Gottes, oder
aber er verkümmert wegen unserer
Feigheit im Kampf des Lebens.
D
er nachstehende Text ist
die Predigt des Kardinals
auf dem Kongress „Freude am
Glauben“ im Hohen Dom zu
Fulda
Jean-Marie Kardi-
nal Lustiger, Erzbi-
schof von Paris,
wurde 1926 in Paris
als Sohn polnischer
Juden geboren. Mit
14 Jahren wurde er
Katholik und ließ
sich in Orléans tau-
fen. Die Konversion
zur katholischen
Kirche sieht Lusti-
ger nicht als Loslö-
sung von seinem Jüdischsein.
Als Jugendlicher entging er
wie sein Vater dem Holocaust.
Die Mutter wurde ermordet.
Von 1944 an studierte er an
der Sorbonne in Paris. Er trat
in das Séminaire des Carmes
ein und schloss sein Studium in
Philosophie und Theologie am
Institut Catholique de Paris ab.
Nach Absolvierung des Mili-
tärdienstes, wurde er am 17.
April 1954 zum Priester ge-
weiht. 1979 ernannte ihn Papst
Johannes Paul II. zum Bischof
von Orléans, 1981 zum Erzbi-
schof von Paris und 1983 zum
Kardinal.
Lustiger hat sich gegen jede
Art von Menschenverachtung
in den Dienst Gottes und sei-
ner Kirche gestellt.
Page 4
340
DER FELS 12/2003
Jesus wirft seinen Jüngern vor:
„Habt ihr denn immer noch keinen
Glauben?“ Der heilige Matthäus
sagt im entsprechenden Abschnitt
(8,26): „ Ihr Kleingläubigen“, ihr,
die ihr wenig Glauben habt (oligo-
pistoi).
Der Glaube, um gegen diese
Feigheit anzugehen und sie zu be-
kämpfen, besteht aber nicht nur in
einer Überzeugung, einer zusätzli-
chen oder austauschbaren Meinung.
Der Glaube besteht in erster Linie
darin, sich auf die Kraft des Lebens,
also auf Gott zu stützen, so schwach
man dabei auch sein mag. Diese
Umkehrung des eigenen Wesens,
diese Umkehrung des Herzens, ist
ein echter geistlicher Kampf.
Der Mensch, der ergriffen wird
vom Aufbegehren des Lebens, der
angesichts des Zusammenbruchs
seines Lebens oder der Faszination
vor dem Nichts nicht nur dem Tod
entrinnen will, sondern der auch
hoffen will, der Mensch, der das Le-
ben suchen will – auch wenn er
nicht weiß, welchen Herrn des Le-
bens er um das Heil bittet – dieser
Mensch trägt bereits ein klein we-
nig Glauben in sich.
Denn dann ist Christus da, der
leidende Messias, der unseren Tod
trägt – erinnert euch an die Worte
des Heiligen Paulus an die Korin-
ther, die wir soeben vernommen
haben – , Christus, in dem wir ge-
storben sind und in dem wir das
Leben empfangen, Christus, der zu
schweigen schien,
an dasselbe Los ge-
nagelt wie wir, die-
ser Christus ist hier,
der wacht und er-
wacht. Und die
Gnade, die er in uns
gelegt hat, erweckt
uns, hin in seine
Gegenwart.
Angesichts die-
ses Wunders unse-
rer besiegten Feig-
heit entdecken wir,
dass das von Gott
geschenkte Leben
stärker ist als der
Tod, der uns in
Bann schlägt, stär-
ker als die Sünde,
die uns in Ketten
hält. Wir entdecken,
dass der Sieg Christi
uns erlösen kann
und uns lebendig
macht. Dann begin-
nen wir zu verste-
hen, dass dieses
Geheimnis größer
ist als alles, was wir
uns vorstellen kön-
nen.
Dann wohnt die Gottesfurcht in
uns, wie in den Jüngern. „Da er-
griff sie eine große Furcht und sie
sagten zueinander: Wer ist wohl
dieser?“
Sie befinden sich an der Schwel-
le des Geheimnisses. Sie sind noch
ohne Antwort auf die Frage, die ih-
nen die Größe Gottes, der sich in
seinem Sohn offenbart, aufwirft.
Sie haben keine Antwort; und
doch: gerade ihre Frage lässt bereits
die Offenbarung vorausahnen, die
sie empfangen werden und zu de-
ren Zeugen sie dann später werden.
Zwar sind sie noch ohne Glau-
ben; doch die Macht Gottes hat in
ihnen bereits den Glauben hervor-
gerufen.
Im Lichte dieses prophetischen
Ereignisses werden sowohl ihre
Feigheit und Angst vor der Passion
des Herrn wie auch ihre Bestürzung
und Furcht vor seiner Auferstehung
den Jüngern verständlich machen,
dass sie den Vorwurf verdienen, den
Jesus den Emmaus-Jüngern macht:
„O ihr Unverständigen! Ihr seid zu
schwerfällig, um auf all das hin zu
glauben, was die Propheten gesagt
haben.“ (Lk 24, 25)
Im Lichte dieses prophetischen
Ereignisses müssen auch wir verste-
hen, dass wir denselben Vorwurf
verdienen, wenn uns die Angst er-
greift angesichts der Lage der Kir-
che, wo uns doch Jesus versichert
hat: „Seht, ich bin bei euch alle Tage
bis ans Ende der Welt.“ (Mt 28, 20)
Der Sturm erschüttert sowohl das
Boot Petri, wie auch die Jünger und
selbst Jesus. Dieser Meeressturm ist
Bild unserer Welt, alle Menschen
werden hineingerissen in den Tau-
mel ihrer eigenen Zerstörung. Sie
sind keine Gegner, vielmehr sind sie
die Opfer und die Gefangenen ih-
rer Sünde.
Christus, der einzige Retter der
Menschen, nimmt unsere Schuld auf
sich, unsere Wunden nimmt er auf
sich, um uns davon zu befreien: er
bringt den Sturm, der auch ihn her-
umwirbelt, zur Ruhe; er verflucht
ihn nicht. Denn sein Sieg ist die Be-
freiung der Menschen, die im Begriff
sind unterzugehen; und „unser Sieg
ist unser Glaube“, wie es der heilige
Johannes sagt (1 Joh 5,4).
Brüder und Schwestern, mögt ihr
doch Gott um diese Gnade bitten
und sie auch empfangen! Und er-
innert euch:
– es gibt eine feige Angst – die-
se gilt es mit der Kraft des Glaubens
zu bekämpfen.
– und es gibt eine Furcht vor
der Größe Gottes: eine Offenheit
des Herzens, die Gabe des Glaubens
ist. Und verstummen mögen wir vor
solch einer Größe. Doch diese
Furcht Gottes ist heilige Furcht, ja,
sie ist der „Anfang der Weisheit“ (Sir
25,16). Denn sie gibt uns das wah-
re Maß aller Dinge, das wahre Maß
unseres Lebens.
Kardinal Lustiger während der Predigt beim Ab-
schlussgottesdienst des Kongresses „Freude am
Glauben“ in Fulda.
§
Page 5
DER FELS 12/2003
341
Das Geheimnis der Erwählung
„Sie können nicht nachfühlen,
was es für mich bedeutet, dass die
Mutter Jesu Jüdin war.“ Dieser Aus-
spruch Edith Steins lässt etwas von
dem Geheimnis erahnen, was es
bedeutet, zum Volk Israel, dem aus-
erwählten Volk Gottes, zu gehören.
Dieser Erwählung sind sich die
meisten Konvertiten bewusst, die
aus dem Judentum kommen und
sich haben taufen lassen. Uns be-
gegnet hier das Geheimnis der
Erwählung eines ganzen Volkes,
aus dem der Messias für dieses Volk
und für die Welt hervorgegangen
ist. Verfolgt man die Geschichte die-
ses Volkes mit Gott, so zeigt sich,
dass es sich einerseits nach seinen
Weisungen gerichtet und an ihn
geglaubt hat, dass es andererseits
jedoch oft von Gott abgefallen ist
und ihn erzürnt hat. Und doch steht
Gott ihm zur Seite, hilft ihm und er-
rettet es immer wieder aus tiefer Not.
Es scheint aber auch das Geheim-
nis der Erwählung jedes einzelnen
auf, besonders die Erwählung und
Berufung derer, die als Angehörige
des Volkes Israel den Messias ge-
funden haben.
Die Kinder gläubiger jüdischer
Familien sind wie Edith Stein in dem
Glauben aufgewachsen, dass der
Messias noch zu erwarten sei. Des-
halb bedeutet für jüdische Familien
die Konversion eines Familienmit-
gliedes zur katholischen Kirche –
eher toleriert man die zum Protes-
tantismus – einen Bruch mit dem
Glauben der Väter. Eine Schwester
von Edith Stein hatte die Vorstel-
lung, die katholische Kirche sei eine
Art „mystische Sekte“; deshalb
konnte sie nicht verstehen, dass ihre
kluge Schwester auf so etwas her-
Der Messias ist unser Heil
Edith Stein und die Botschaft des Alten Testamentes
Von Irmgard Schmidt-Sommer
einfallen konnte. Und ihre Mutter
war sehr erstaunt, dass in der Kir-
che die Psalmen gebetet werden. Sie
hat als gläubige Jüdin den Weg ih-
rer Tochter nie akzeptieren können.
Altes und Neues Testament
– neu erfahren
Edith Stein erschloss sich durch
ihre Konversion der Reichtum der
jüdischen Religion neu, und zwar
durch den Messias und Gottmen-
schen Jesus, der in diesem Volk und
seinen Traditionen gelebt, die Pro-
pheten ausgelegt und
das Gebet des auser-
wählten Volkes ge-
pflegt hat. Er fügte
sich völlig ein in die
Religion seines Vol-
kes, feierte die Feste
mit und begab sich –
wissend um seinen
Tod – auf die Wallfahrt
nach Jerusalem. Er
war als Mensch ganz
eingebunden in das
jüdische Volk. Edith
Stein war der Über-
zeugung, dass der
menschgewordene
Gottessohn in einem
Volk beheimatet sein
musste, um ganz
Mensch sein zu können... In der Ab-
handlung „Der Aufbau der mensch-
lichen Person“ (1932/33) schreibt
sie:
„Wenn es einen Menschen gibt,
dessen Sein von Bedeutung für die
ganze Menschheit und für jeden ein-
zelnen Menschen ist, so müßte man
erwarten, dass dieser Mensch – wenn
überhaupt einer – frei von Bindung
an ein einzelnes Volkstum sein müs-
se. Und doch ist dieser einzigartige
Mensch, das Haupt der ganzen
Menschheit, aus einem Volk und in
einem Volk geboren, hat in diesem
Volk gelebt und es als Werkzeug der
Die
Gottsucherin
Edith Stein als junge
Wissenschaftlerin.
„Unruhig ist unser
Herz, bis es Ruhe fin-
det in dir, oh Gott.“
(Augustinus)
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342
DER FELS 12/2003
Erlösung für die ganze Menschheit
erwählt. Die Tatsache des auser-
wählten Volkes und das Hervorge-
hen des Erlösers aus ihm, scheint
mir ein natürlicher Hinweis auf die
unaufhebbare Bedeutung des
Volkstums für die Menschheit.“
Der Glaube an diesen Messias
vermittelt Edith Stein eine neue
Sicht des Alten Testamentes als Bot-
schaft der Verheißung, während ihr
das Neue Testament zum Kraftquell
des Lebens in und mit Gott wird.
Jesus, der durch die Propheten an-
gekündigte Messias, ist die Erfül-
lung der Verheißungen des Alten
Testamentes und das Heil der
Menschheit. Und so bildet die Sehn-
sucht nach Erlösung den Urgrund
von Konversionen vom Judentum
zum Christentum, nicht nur für
Edith Stein, sondern für viele Chris-
ten jüdischer Herkunft. Die Verhei-
ßung des Neuen Testamentes sagt,
dass Jesus uns durch den Tod am
Kreuz und seine Auferstehung die
Vergebung der Sünden und ewiges
Leben schenkt, so dass unser Weg
in dieser Welt eine Pilgerfahrt hin
zur ewigen Herrlichkeit Gottes be-
deutet. Edith Stein bedauert, dass
ihre Landsleute häufig einem
Diesseitsglauben huldigen, der in
kritischen Situationen wie der Ju-
denverfolgung des Dritten Reiches
die Hoffnung auf ein ewiges Leben
entbehrt. Weil sie und die Christen
jüdischer Abstammung an diese
Ewigkeit geglaubt haben, konnten
sie im niederländischen Lager
Westerbork vor der Deportation
nach Auschwitz ihren verzweifelten
Schicksalsgefährten beistehen.
Eine Schlüsselgestalt aus dem
Alten Testament weist für Edith
Stein in besonderer Weise auf die
Rettung und Erlösung des Volkes
Israel hin: Es ist Ester, die Frau des
Königs Xerxes, die unter Lebens-
gefahr für ihr Volk beim König ein-
trat und Gehör fand. Diese Gestalt
wird auch im Zusammenhang mit
Maria gesehen, die ebenfalls aus
diesem Volk stammt und am Er-
lösungsgeschehen teil hat, weil sie
dem Messias das Leben schenkte.
Damit wird nicht nur eine Verbin-
dung vom Alten zum Neuen Testa-
ment hergestellt, sondern das jüdi-
sche Volk, hier repräsentiert durch
Ester, wird in enger Beziehung zur
Erlösung durch Jesus Christus ge-
sehen. Edith Stein betrachtet diese
Frauengestalt als eine Parallele ih-
res eigenen Lebens. Sie will ihrem
Volk die Botschaft der Erlösung
durch Jesus, den Messias, überbrin-
gen, so wie Ester das Leiden des
Volkes dem König Xerxes vorge-
tragen hat. In einem Brief schreibt
sie:
„Ich muss immer wieder an die
Königin Ester denken, die gerade
darum aus ihrem Volk genommen
wurde, um für das Volk vor dem
König zu stehen. Ich bin eine sehr
arme und ohnmächtige Ester, aber
der König, der mich erwählt hat, ist
unendlich groß und barmherzig.
Das ist ein so großer Trost.“
Während des Dritten Reiches hat
Edith Stein, als sie im Karmelklos-
ter Köln war, einen Dialog zwischen
Ester als Vertreterin des Alten Tes-
tamentes und einer Ordensoberin als
Vertreterin des Neuen Testamentes
verfasst, also eine Begegnung zwi-
schen Altem und Neuem Bund: Es-
ter ist wieder auf dem Weg zu ih-
rem Volk, um es zu retten, indem
sie ihm die Botschaft vom Messias
bringt, der auch sie erlöst hat. Das
ist ein Gedanke, der von Christen,
die aus dem Judentum kommen,
viel stärker bedacht wird als von
uns, die wir im Christentum aufge-
wachsen sind. Die eindrucksvollen
Gestalten aus dem Alten Testament
bedeuten für Edith Stein Verkünder
der Botschaft von der Erlösung
durch den Messias, der bereits er-
schienen ist... Sie sind ein Stück ih-
rer Herkunft, ihrer Existenz, ihres
Lebens.
Die jüdische Familie
Edith Stein hat immer betont –
besonders nach ihrer Konversion –
dass sie am Tag des jüdischen Ver-
söhnungsfestes Jom Kippur, am 12.
Oktober, geboren sei. Sie betrach-
tete das als ein Zeichen für ihren
Auftrag, Versöhnung zwischen Ju-
dentum und Christentum zu stiften,
besonders in der eigenen Familie.
Wenn jüdische Familien den Kon-
takt mit ihren Kindern abbrechen,
weil sie Christen geworden sind,
halten diese Kinder als Konsequenz
der Verwurzelung in ihrem Volk ih-
ren Familien die Treue, auch wenn
sie angefeindet oder verstoßen wer-
den. Für viele jüdische Konvertiten
war und ist dies ein tiefer Schmerz,
auch für Edith Stein. Trotzdem blei-
ben sie ihren Familien verbunden.
So hat sich Edith Stein immer um
ihre Familie gekümmert, auch wenn
sie Unverständnis und Ablehnung
erfahren hat. Das Schicksal ihrer
Mutter, die 1936 an einem Krebs-
leiden starb, und das ihrer Schwes-
ter Rosa, die mit ihr in den Tod ging,
lag ihr stets am Herzen. Davon zeu-
gen viele Briefe, in denen sie sich
über ihre Familie äußert. Diese tie-
fe Familienbindung ist typisch im
gläubigen Judentum und unter-
scheidet sich von manchen Auffas-
sungen in unserer säkularisierten
Welt.
Außerdem machte Edith Stein
1933 angesichts der zunehmenden
Judenfeindlichkeit durch den Nati-
onalsozialismus einen lang gehegten
Plan wahr: Sie schrieb die Autobio-
graphie „Aus dem Leben einer jüdi-
schen Familie“, um den nachfolgen-
den Generationen Zeugnis zu geben,
„über die, die wir im Judentum groß
geworden sind,“ und um ein wahres
Bild von jüdischen Familien zu
zeichnen. Denn die aufkommende
Judenhetze der Nationalsozialisten,
Siebenarmiger Leuchter und Kreuz
Jesu Christi – Ausgang und Ziel:
aus Edith Stein wird Teresa
Benedicta vom Kreuz
Page 7
DER FELS 12/2003
343
die der Verfolgung vorausging, wür-
de dieses wahre Bild entstellen.
Edith Stein schaute ihrer Zeit weit
voraus, denn die Verhöhnung des
jüdischen Zusammenlebens durch
die nationalsozialistische Propagan-
da hat lange angedauert und ist in
neonazistischen Kreisen bis heute
zu finden.
Auch die Wahl des Karmel als
„ihr Kloster“ hängt mit der Ver-
wurzelung im Judentum zusam-
men, denn der Berg Karmel spielt
in der Geschichte des Volkes Israel
mit Gott eine entscheidende Rolle.
Auch hier ergab sich eine Verbin-
dung zum Neuen Bund in Teresia
von Avila, der Kirchenlehrerin aus
dem Karmel, deren Lebensbeschrei-
bung Edith Stein starke Impulse zur
Konversion vermittelt hat. Deshalb
wählte sie als ersten Ordensnamen
Teresia; der zweite, Benedicta, be-
zieht sich auf die benediktinische
Spiritualität, die sie besonders in der
Benediktinerabtei Beuron kennen
gelernt hatte; und a Cruce wählte sie
im Hinblick auf den gekreuzigten
Messias, der aus ihrem Volk gekom-
men ist und dessen Nachfolge sie
durch ihren Klostereintritt angetre-
ten hatte...
Der Opfergang
Von Beginn ihres Christseins an
erfüllte Edith Stein eine tiefe Sehn-
sucht, Jesus im Leiden nachzufol-
gen bis zum Licht der Ewigkeit.
Dieses Licht ersehnte sie sich auch
für ihr Volk, auf dem sie in der Ver-
folgung des Dritten Reiches das
Kreuz Christi lasten sah. Sie wie
auch ihre Gefährten und Gefährtin-
nen auf dem Weg in die Gaskam-
mern nahmen dieses Kreuz für ihr
Volk bewusst auf sich, um dazu bei-
zutragen, dass ihm die Augen ge-
öffnet werden für den Erlöser. Das
geht aus Briefen und Berichten
hervor, die im und über das Lager
Westerbork geschrieben worden
sind, der letzten Station vor dem
Abtransport nach Auschwitz. Die
verzweifelten Inhaftierten – den Tod
vor Augen – erlebten in den jüdi-
schen Christen Menschen, die sich
ihnen zuwandten und sie trösteten,
obgleich sie sich in derselben aus-
sichtslosen Situation befanden. Ihr
Forum Deutscher Katholiken
Referate:
&9679;
Prof. Dr. Karl Wallner, O. Cist, Heiligenkreuz/Wien: „Ich habe dich
beim Namen gerufen – der Mensch im Blick Gottes“
&9679;
Prof. Dr. Volker Herzog, Bonn: „Die Menschenmacher – Der Mensch
als Schöpfer des Menschen?“
&9679;
Leo Kardinal Scheffczyk, München: „Gebenedeit unter den Frauen“
&9679;
Dr. Jeanette Siad, Straßburg: „Mitarbeiterin in Christus Jesus (Röm.
16,3) Die Rolle von Frauen in der Evangelisierung der Völker.“
&9679;
Prof. Dr. Jörg Splett, Frankfurt: „Schön, katholisch zu sein“
&9679;
Prof. Dr. Rocco Buttiglione, ital. Europaminister, Rom: „Europa –
Lebe aus deinen christlichen Wurzeln!“
&9679;
SKH Dr. Otto von Habsburg, Internat. Präsident der PANEUROPA-
Bewegung: „Gott als Quelle der Schönheit“
Podien:
&9679;
Moderator: Martin Lohmann, Chefredakteur der „Rhein-Zeitung“
Podiumsgespräch: „Zu sich selbst kommen! – Die Annahme seiner
selbst“.
&9679;
Moderator: Alex Dorow, Nachrichtensprecher beim Bayer. Rundfunk
Podiumsgespräch: „Alleinstehen muss nicht Einsamkeit bedeuten“
&9679;
Moderator: Bernhard Müller, Chefredakteur PUR-Magazin
Podiumsgespräch „Erfahrungen mit neuen Formen der
Evangelisierung“
Kongress „Freude am Glauben“
vom 14. – 16. Mai 2004 in Regensburg
Glaube an Jesus, den Messias, gab
ihnen Mut und Kraft, den Weg des
Opfers in Gebet und in der Hin-
wendung zum Nächsten zu gehen,
wie es der Herr vorgelebt hatte. Am
Ende stand für sie die Hoffnung auf
die ewige Heimat.
Edith Stein opfert sich bereits in
ihrem Testament, das sie 1939 im
Karmel von Echt geschrieben hat,
ganz auf und nimmt „den Tod, den
Gott mir zugedacht hat, in vollkom-
mener Unterwerfung unter seinen
heiligen Willen mit Freuden ent-
gegen“. Sie schließt in diesen Tod
fürbittend alles ein, was ihr am Her-
zen liegt, besonders aber „den Un-
glauben des jüdischen Volkes und
damit der Herr von den Seinen auf-
genommen werde und sein Reich
komme in Herrlichkeit“. Sie bittet
auch „für die Rettung Deutschlands
und den Frieden in der Welt“ sowie
für ihre Angehörigen und Freunde,
„dass keines von ihnen verloren
gehe“.
Unser Glaube erfährt eine wun-
derbare Bereicherung, wenn wir
uns bewusst machen, dass Jesus
Christus, der Erlöser von Welt und
Menschheit, aus dem kleinen, von
Gott erwählten Volk Israel hervor-
gegangen ist. Er trug sein Wesen
und seine Charakteristika an sich,
lebte in ihm und aus seiner Traditi-
on, besonders der des Psalmen-
gebetes, das Grundlage ist für das
Gebet der Kirche und damit eine
Brücke bildet zwischen Altem und
Neuem Bund. Edith Stein hat 1930
über das „Gebet der Kirche“ eine
Abhandlung geschrieben, in der sie
sagt: „Jedes echte Gebet ist Gebet
der Kirche: durch jedes echte Ge-
bet geschieht etwas in der Kirche
und es ist die Kirche selbst, die darin
betet, …“ Dieses Gebet der Kirche
wurzelt tief im Glauben der Prophe-
ten und der alttestamentlichen Vä-
ter, deren Verheißungen in Jesus,
dem Messias, Erfüllung finden.
Dafür haben Edith Stein und ihre
Schicksalsgefährten gelebt und sind
den Opferweg der Nachfolge bis zur
letzten Konsequenz gegangen, um
dadurch die Botschaft der Erlösung
weiterzutragen zu dem Volk Israel
und zu uns.
§
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344
DER FELS 12/2003
D
ie Familienfrage ist die
Schlüsselfrage für die Zu-
kunft der Sozialversiche-
rung. Es geht nicht, wie die Medien
jetzt mit Talkshows und zahllosen
Artikeln vorgaukeln, um einen Ge-
gensatz zwischen Alt und Jung. Die
Rentner haben die jüngsten Be-
schlüsse der Regierung, ihnen im
kommenden Jahr eine Nullrunde
zuzumuten, relativ gelassen zur
Kenntnis genommen. Die Statistik
weiß warum: In keiner Bevölke-
rungsgruppe gibt es so wenig
„Arme“ wie bei den Personen über
65 Jahren. Allerdings gilt auch:
Heute werden vor allem die Mütter
um den Alterslohn für ihre Lebens-
leistung geprellt. Mehr als 75 Pro-
zent der Frauenrenten liegen unter
Sozialhilfeniveau. Das ist, wie der
renommierte frühere Verfassungs-
richter Paul Kirchhof erst jüngst
schrieb, ein „rechtsstaatlicher Skan-
dal“. Dennoch, die Zahl der Sozial-
hilfeempfänger unter den Senioren
stagniert, bei den Jungen steigt sie
sprunghaft – mit ihr die Angst, eine
kinderreiche Familie zu gründen
oder unterhalten zu müssen. Denn
das sei, wie der ehemalige Caritas-
Präsident öffentlich beklagte, ein
sicherer Weg zum Ruin.
Nein, es geht heute um den Ge-
gensatz innerhalb der Generatio-
nen, und zwar zwischen denen, die
Kinder haben auf der einen und den
Kinderlosen auf der anderen Seite.
Hier vor allem ist die Gerechtigkeits-
lücke zu orten und zu beheben. Und
betroffen von der Lücke sind vor
allem die Mütter. Sie sind die stillen
Helden der Nation, die Zukunfts-
sicherer und zugleich die Sklaven
des Systems.
Heute werden rund 25 Prozent
der kinderlosen oder kinderarmen
Personen über die Sozialsysteme
von den Kindern anderer Leute ver-
Familienwohl und Gemeinwohl
Zur Gerechtigkeit zwischen den Generationen / Teil II und Schluss
Von Jürgen Liminski
sorgt, 2030 werden es bereits fünf-
zig Prozent sein. Dabei ist natürlich
zu bemerken, dass es bei den Tritt-
brettfahrern des Systems nicht um
diejenigen geht, die unverschuldet
kinderlos sind. Diese Gruppe hat
sich mit diesem Schicksal meist ab-
gefunden und Lösungen nicht nur
für ihre Altersvorsorge gefunden,
sondern auch für ihren sozialen
Beitrag. Aus dieser Gruppe kom-
men zum Beispiel viele ehrenamt-
liche soziale Engagements. Es wäre
ungerecht, sie mit den bewusst kin-
derlosen Singles in einen Topf zu
werfen. Die bewusst und gewollt
kinderlos Bleibenden sind die Tritt-
brettfahrer des Systems. Man findet
nicht wenige von ihnen auch in der
Politik, was zu einem guten Teil er-
klären mag, warum die Reform-
debatte so quer läuft und warum die
Debattierer sich nicht mit der wan-
delnden Struktur des Sozialstaats,
sondern fast nur mit den Sympto-
men der Krise, den Löchern in den
Kassen, befassen.
Zum Beispiel Schröder und Fi-
scher, die späten Heroen der 68er-
Generation, deren Politiker-Rente
sich nach wenigen Jahren schon auf
das zigfache beläuft. Sie haben kei-
ne eigenen Kinder, jedenfalls ist von
eigenen nichts bekannt. Sie sind
Prototypen einer Generation, die
Mitte der sechziger in das biolo-
gisch elternfähige Alter kam und auf
dem Trittbrett des Systems kinder-
los durch die Institutionen rausch-
te. Ihre Kinder fehlen heute in der
Erwerbsbevölkerung, mit ihnen die
Beitragszahler für das System. Und
zwar nicht nur bei der Rente, son-
dern auch im Gesundheitswesen,
bei der Pflege, bei der Arbeitslosen-
versicherung, kurz: bei allen um-
lagefinanzierten Sozialsystemen.
Langsam wird im Morgennebel der
Flurschaden sichtbar, der in der
durchzechten Nacht der Revolutio-
näre in Hirn und Herz der jungen
Menschen angerichtet wurde. Am
schlimmsten wüteten die Parolen
gegen die sogenannte traditionelle
Familie. Hier wurde im Rausch die
Zukunft verspielt. Und ebenso
schlimm war, dass die Politik in
den letzten drei, vier Jahrzehnten
nicht reagierte, sondern der Seuche
der antifamiliären Haltung, dem
Ich-Denken und der damit verbun-
denen Verhütungsmentalität freien
Lauf ließ.
Es ist politisch nicht korrekt, dar-
auf hinzuweisen, und kein Politiker
traut sich, es zu sagen: Sie tauchen
bei den Variablen nicht auf, die ab-
getriebenen und verhüteten Kinder,
aber sie stecken im Minus, und des-
halb wird die intragenerationelle
Verteilungsfrage nicht irgendwann
in 2015, 2025 oder 2030 zu ent-
scheiden sein, sondern heute, im
Herbst und Winter 2003/4. Wird sie
nicht entschieden, drohen Deutsch-
land wegen der anstehenden Serie
Die vereinfachte Rentenformel: Die
ausführliche Rentenformel hat sehr
viel mehr Variablen und ist ein
Hochgenuss für Mathematiker. Den
Politikern bereitet sie Kopfzerbre-
chen. Denn so sehr und soviel sie
auch damit herumrechnen, irgend-
wie geht die Gleichung nicht auf:
es kommt immer ein Minus heraus.
Die Rentenformel
Rentenartfaktor
x Engeltpunkte
x Zugangsfaktor
x aktueller Rentenwert
= Monatsrente
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DER FELS 12/2003
345
F
olgende Zeilen sind einem
Aufsatz des Darmstädter
Sozialrichters Dr. Jürgen Bor-
chert entnommen. Sie resümieren
die demographische Situation und
die Folgen der Kinderlosigkeit.
D
er Dreißigjährige Krieg (1618
-1648) gilt als die größte Tra-
gödie deutscher Geschichte.
Deutschland verlor etwa 30 bis 40
Prozent seiner Bevölkerung, und
es dauerte weit über 100 Jahre, bis
der Vorkriegsstandard der Le-
benshaltung wieder erreicht wur-
de. Etwa die gleiche Größenord-
nung wird die Bevölkerungs-
schrumpfung in Deutschland bis
zum Jahr 2030 ausmachen. Die
Geburtenrate in Deutschland
sinkt seit 1967. Seit 1972 liegt
sie unter jener der bittersten
Kriegsjahre 1917/18 und 1945.
Wurden 1965 in Gesamtdeutsch-
land noch 1. 325 Millionen Kin-
der geboren, waren es 1999 gera-
de mal 771 000 und damit rund
42 Prozent weniger. Und das, ob-
wohl die geburtenstarken Jahr-
gänge von damals nun die Eltern-
generation stellen! Hält diese Ent-
wicklung weiter an, kann man
sich die Folgen an den Fingern
einer Hand abzählen. Dann wer-
den wir 2030 nur noch 470 000
Geburten zählen. Die Generation
junger Frauen, „das grüne Holz
des Lebensbaumes“, wird im Jahr
2030 gegenüber ihrem Anteil zu
Beginn der 70er Jahre schon um
70 Prozent abgenommen haben.
Gleichzeitig steigt die Lebenser-
wartung. Deutschland wird zum
Seniorenweltmeister: Ist heute je-
der zweite Mann älter als 37 und
jede zweite Frau älter als 40 Jah-
re, wird im Jahr 2030 jeder zwei-
te Mann über 48 und jede zweite
Frau über 51 Jahre alt sein. Wenn
man weiß, dass international kon-
kurrierende Konzerne wie IBM
bereits 50-jährige in den Vor-
ruhestand schicken, ahnt man die
Konsequenzen für den Wirt-
schaftsstandort. Dabei hatte
Deutschland (hinter Irland) noch
bis Mitte der 60er Jahre in Europa
die höchste Geburtenrate. Damals
blieb nur etwa jeder zehnte kinder-
los, während der Anteil der lebens-
lang Kinderlosen heute bei vierzig
Prozent liegt. Und obwohl die
Mehrkinderfamilie damals die ge-
sellschaftliche Norm darstellte, war
der sogenannte Familienlasten-
ausgleich dennoch unvergleichlich
besser als heute.
Die Perspektiven für Deutschland
sind grau. Heute schon fehlt in
Schlüsselbranchen und im Hand-
werk der Nachwuchs; Konzerne wie
Procter&Gamble stellen bereits ihre
Windelproduktion ein. Die Exper-
ten erwarten eine Vollbremsung der
Wirtschaft. Gleichzeitig warnen sie
vor dem dramatischen Anstieg der
sozialen Lasten – Rente, Pflege, Ge-
sundheit. Aber die Politik will den
Ernst der Lage offensichtlich nicht
sehen, sondern verharmlost: Man
könne die defizitäre Geburten-
entwicklung durch Zuwanderung
ausgleichen, die Bevölkerungs-
entwicklung entlaste doch den Ar-
beitsmarkt und sei ökologisch wün-
schenswert, weniger Kinder wür-
den auch die Staatskasse entlasten,
und endlich litten auch die meisten
anderen europäischen Länder unter
denselben Problemen. Das ist,
Punkt für Punkt, kapitaler Selbst-
betrug:
Erstens: Entlastung der Staats-
kasse: Jawohl, von diesem Blick-
punkt aus hätten wir am besten gar
keine Kinder! Absurd!
Zweitens: Zuwanderung: Wenn,
was richtig ist, überall in Europa
Kinder fehlen, dann kann Zuwan-
derung nur aus außereuropäischen
Regionen kommen, und es müss-
ten, um nur den Bevölkerungsstand
zu halten, jedes Jahr rund 500 000
Ausländer zu uns kommen; die
Altersstrukturen würden dadurch
aber höchstens minimal verändert.
Diese Menschen müssen darüber
hinaus integriert werden, was einen
gigantischen Aufwand an sprachli-
cher, schulischer und beruflicher
Ausbildung erfordert. Dieser
kommt zu den ohnehin zu bewäl-
tigenden Lastenzuwächsen im so-
zialen Bereich ja noch hinzu. Un-
terlassen wir die notwendige In-
tegration aber, dann drohen uns
womöglich bürgerkriegsähnliche
Zustände, wie sie heute schon in
manchen französischen Großstäd-
ten an der Tagesordnung sind.
Nicht von der Hand zu weisen ist
überdies die Gefahr, dass die Zu-
wanderer auch ihre ethnischen und
politischen Konflikte aus den Hei-
matländern – siehe Kurden und
Türken in Deutschland – impor-
tieren; der Sicherheitsbedarf
steigt. Nehmen wir nur die am
besten ausgebildeten Arbeitskräf-
te der Dritten Welt, dann schaf-
fen wir für die Herkunftsländer
genau die wirtschaftlichen und
sozialen Probleme, die wir heute
mittels der Entwicklungshilfe ei-
gentlich beseitigen wollen. Nach-
dem der Erfolg der „greencard“
auf sich warten lässt, stellt sich
sogar die Frage, ob die Besten
überhaupt ausgerechnet zu uns
kommen wollen. Die USA, Ka-
nada, Australien sind vielleicht
attraktiver. Umgekehrt machen
sich überdies immer mehr der
begabtesten Nachwuchswissen-
schaftler Deutschlands auf ins
Ausland. Fazit: Das Zuwander-
ungskonzept bietet überhaupt
keine realistische Lösungs-
möglichkeit.
Drittens: Genauso illusorisch
sind die Arbeitsmarkterwartun-
gen. Denn weniger Kinder be-
deuten weniger Wirtschafts-
wachstum und weniger Bedarf an
Kindergärtnerinnen, Lehrern so-
wie Professoren, gleichzeitig
drängen immer mehr Frauen auf
den Arbeitsmarkt und viele Fir-
men schließen ihre Betriebe, wie
das Beispiel Procter&Gamble
zeigt. Abnehmende Kinder-
zahlen lassen deshalb eher stei-
gende als sinkende Arbeitslosen-
zahlen erwarten.
Fatale Folgen
Von Jürgen Borchert
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DER FELS 12/2003
der Landtagswahlen weitere Jahre
der Stagnation. Die Demographie
aber stagniert nicht. Die Problema-
tik würde sich verschärfen.
Eigentlich ist die Frage schon ent-
schieden. Sogar seit langem, seit dem
Trümmerfrauenurteil des Bundesver-
fassungsgerichts vom 7.7.1992.
Darin wurde dem Gesetzgeber auf-
gegeben, die sogenannte „Transfer-
ausbeutung der Familien“ zu be-
enden und die verzweifelte Situati-
on der Familien im Steuer- und So-
zialsystem mit jedem Gesetzge-
bungsschritt zu verbessern; soweit
die Benachteiligungen durch die
jeweiligen Sozialversicherungs-
systeme verursacht würden, seien
sie dort zu beseitigen. Nach elf Jah-
ren steht fest, dass dieser Verfas-
sungsauftrag nicht nur nicht erfüllt
wurde, sondern sich die ohnehin
desolate Lage der Familien relativ
zu Nichtfamilien sogar noch ver-
schlechtert hat.
Diese hartnäckige Verweigerung
des Gesetzgebers (also nicht nur der
Rotgrünen Ideologen, sondern auch
der familienvergessenen Kohl-Re-
gierungen) hat das BVerfG gezwun-
gen, die intragenerationelle Vertei-
lungsfrage am Beispiel der Pflege-
versicherung noch einmal zu prä-
zisieren und dabei die „Beitrags-
äquivalenz“ der Kindererziehung
besonders zu betonen. Dem Gesetz-
geber wurde eine Frist zur familien-
gerechten Korrektur der Pflegever-
sicherung sowie zur Vorlage eines
Gesamtkonzepts für die übrigen
Systeme bis zum Jahresende 2004
gesetzt.
Die Reformpläne der Bundesre-
gierung wie der Opposition setzen
sich jedoch, wie einer der schärfs-
ten Kritiker der Sozialpolitiker aller
Parteien, der Heidelberger Sozial-
richter Jürgen Borchert ausführt,
„komplett über die Vorgaben der
Verfassungsurteile hinweg: Ob Fi-
nanzierung der Familienkompo-
nenten bei der Sozialversicherung
durch die Steuern (Herzog) oder
2,50 Euro mehr Pflegebeitrag für
Kinderlose, ob Rentenkürzungen
aus demographischen Gründen für
Eltern und Nichteltern im gleichen
Maß oder andere Maßnahmen – all
das ist unvereinbar mit den Aufträ-
gen der Verfassungsjudikatur. Die
Kürzungen im gleichen Ausmaß für
Eltern wie Nichteltern beinhalten
unter Berücksichtigung der Tatsa-
che, dass Eltern gemeinsam in der
Regel weit niedrigere Renten-
anwartschaften besitzen als kinder-
lose Vollverdiener, wegen der re-
gressiven Minderungswirkung
sogar eine gesteigerte Haftung der
Eltern für die demographischen
Verantwortlichkeiten von Nicht-
eltern“.
Besonders plastisch werde die
Weigerung der Legislative am Bei-
spiel der Rentenfinanzierung durch
die Ökosteuer, die ja angeblich als
„Bundesbeitrag“ zur Finanzierung
der Erziehungszeiten ins System
gepumpt wird: Hier werden, so
Borchert, „Eltern gezwungen, über
ihre überproportionale Beteilung an
Nachdenken über den Generatio-
nenvertrag: Es gibt sie noch, die
traditionelle Familienbande. Mehr
als 80% aller Kinder in Deutschland
leben bis zum 18. Lebensjahr im
Haushalt ihrer leiblichen Eltern. Die
Politik aber scheint vor allem die
Randgruppen im Auge zu haben.
Darüber muß man nachdenken.
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DER FELS 12/2003
347
der Ökosteuer auf ihre genuinen
und originären Erziehungsbeiträge
für das System noch einmal, und
zwar überproportional, Ökosteuer-
beiträge zu zahlen! Dabei handelt
es sich derzeit um mindestens rund
16 Mrd. Euro, die so unter unver-
dächtiger Etikette ins Rentensystem
gepumpt werden; da aktuell jedoch
kaum mehr als 3 Mrd. Euro zur lau-
fenden Abdeckung der Babyjahr-
Valutierung benötigt werden und
eine Ansparung der überschies-
senden Beträge nicht erfolgt, ver-
stößt dieses Verfahren auch gegen
§ 153 SGB VI (Umlageverfahren)“.
In der Tat: Wohin man im Sozial-
system schaut, trifft man auf ver-
fassungswidrige Regelungen, die
nicht beseitigt, sondern sogar Jahr
um Jahr und Reform um Reform
noch verschärft werden – ein Skan-
dal ohne Beispiel in der Sozialge-
schichte der Bundesrepublik. Dass
er nicht im notwendigen Maß publik
und diskutiert wird, hängt offenbar
mit der Komplexität und Intrans-
parenz der Systeme sowie der
Informationsmonopole der Versi-
cherungsträger und Ministerien zu-
sammen. Aber die Experten in den
Ministerien und in den Parteien
müssten es sehen. Die Politik ver-
hält sich wie zwei der drei berühm-
ten Affen: Nichts sehen, nichts hö-
ren. Und beim dritten Affen verhal-
ten sie sich genau umgekehrt: Un-
ablässig preisen sie die Wohltaten
ihrer jeweiligen Parteien und ver-
schweigen, dass alle Reformschritte
der letzten Jahre auf Druck aus
Karlsruhe zustande gekommen
sind.
Die Verweigerung in allen Partei-
en hat vermutlich eine gemeinsame
Ursache. Es ist die Weigerung, der
Wahrheit ins Auge zu schauen und
zu sehen, dass alle Parteien jahr-
zehntelang versagt und die Fehler
im System immer wieder fortentwi-
ckelt oder zugedeckt haben, statt sie
an der Wurzel zu beheben. Das
(Umlage-) System ist nämlich mit
einem Geburtsfehler auf die Welt
gekommen. Auf den Hinweis, dass
die Erwerbsbevölkerung nicht nur
auf einer, sondern auf zwei Schul-
tern trage – auf der einen die Rent-
ner, also die Renten, auf der ande-
ren die Kinder, also die Erziehung
– , soll Adenauer seine berühmte
Antwort gegeben haben: „Kinder
kriegen die Leute immer“. Das
stimmte zu seiner Zeit, so dass er
die Warnung seines Rentenexperten
Wilfried Schreiber vom Bund Ka-
tholischer Unternehmer nicht ernst
nahm. Schreiber hatte darauf ge-
drungen, beide Schultern zu entlas-
ten und folgerichtig nicht nur eine
Rentenkasse, sondern auch eine
Familienkasse einzurichten, in die
ähnlich wie für die Renten, ein Teil
des Einkommens einzuzahlen wäre
und aus der dann die Familien ent-
sprechend ihrer Kinderzahl entlas-
tet, beziehungsweise für ihre Er-
ziehungsarbeit entlohnt werden soll-
ten. Dann wäre der Generationen-
vertrag stabil und gerecht. Adenauer
hielt das nicht für notwendig, weil
eben die Leute alle Kinder hätten
und somit das Unrecht für alle mehr
oder weniger gleich wäre. Ein fol-
genschwerer Irrtum. Zum einen war
die Belastung schon damals je nach
Kinderzahl unterschiedlich, zum
anderen trat genau ein, was Schrei-
ber geradezu prophetisch voraus-
sah: Es könnte ja sein, dass man-
che Leute keine Kinder bekommen
wollen und dann von dem System
auf Kosten der Familien profitierten.
Auch die Nachfolger Adenauers
hielten eine Korrektur dieses Ge-
burtsfehlers nicht für nötig. Sie sa-
ßen alle in der „Falle der Selbstver-
ständlichkeit“, wie der öster-
reichische Familienforscher Helmut
Schattovits es formuliert. Sie hiel-
ten Familie für eine historische Kon-
stante, unwandelbar, evident und
eben selbstverständlich. Selbst als
die Zahlen von der „demographi-
schen Zeitenwende“ (Herwig Birg)
auf dem Tisch lagen, Ende der acht-
ziger Jahre nach der Arbeit der
Bundetagsenquete-Kommission
Demographischer Wandel, und es
absehbar wurde, dass sich im sozi-
alen Gefüge Deutschlands eine
immer breiter werdende Gerechtig-
keitslücke auftat, unternahm die
Regierung Kohl nur wenig, um die
Talfahrt aufzuhalten. Die Rotgrünen
schließlich hoben das Wenige, den
demographischen Faktor im Ren-
tensystem etwa, noch auf. Der Ver-
lust wird auf rund drei Milliarden
Euro geschätzt. Die fehlen in der
Rentenkasse, aber es fehlt viel
mehr. Es fehlt die Gerechtigkeit, die
Korrektur des Geburtsfehlers, ohne
den der Generationenvertrag keine
Zukunft hat.
Dem Geburtsfehler entsprach ein
Mentalitätsirrtum in Nachkriegs-
deutschland. Man hielt Familie
nach den Erfahrungen der Diktatur
für reine Privatsache – das ist
übrigens natürlich, Familie ist in
Diktaturen immer die letzte Zuflucht
gewesen. Das war außerdem vor-
gegeben von der Wirtschafts-
wissenschaft. Hier wird auch der
Zusammenhang deutlich zwischen
dem Glück der Familie und dem der
Gesellschaft. Die Utilitaristen, allen
voran der Brite Bentham, aber vor
ihm auch schon der große Ökonom
Adam Smith, begründen ihr Kon-
zept vom Sittengesetz mit einer nu-
merischen Idee vom Gemeinwohl,
wenn sie sagen, dass „das größte
Glück der größten Zahl“ der Inbe-
griff der verwirklichten Sittlichkeit
sei. Wie immer man zu dieser The-
orie steht, sie hat den Begriff des
Glücks, happiness, immerhin im
politischen Diskurs verankert – in
Amerika sogar in der Verfassung als
pursuit of happiness – und ist heute
das beherrschende Prinzip im demo-
kratischen Wohlfahrtsstaat. Aber
eben als Zahlenidee, nicht als Werte-
kategorie. Ausdruck fand dieses
Denken im durchaus positiven Slo-
gan der sozialen Marktwirtschaft:
Wohlstand für alle.
So wie Adenauer und Erhard
dachten viele. Kein Wunder. Das
Land wuchs erst aus den Trümmern,
die Nachkriegsgeneration war mit
dem Rentensystem zufrieden, es
war das erste, und es gab einen
Wertekonsens. Dieser Konsens ging
dann in den sechziger Jahren in die
Brüche. Es ist müßig, darüber zu
debattieren, ob die Kriegsgenera-
tion ihren Nachwuchs zu mehr
Wertebewusstsein hätte erziehen
sollen oder können. Dieser Prozess
ist gelaufen und Teil der Geschich-
O
hne die Korrektur seines
Geburtsfehlers hat der
Generationenvertrag keine
Zukunft.
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D
ie Weihnachtsgeschichte ist
eine reiche Geschichte –
von Armut und Vertreibung,
von den reinen Herzen der Hirten
und den bösen der Herrscher. Aber
menschliche Schwäche und göttli-
che Güte sind in ihr allgegenwärtig,
und deshalb ist die Weihnachts-
geschichte auch eine Geschichte der
Versöhnung.
Sie wiederholt sich seit zweitau-
send Jahren. Auch mitten unter uns.
Zum Beispiel in Nordirland. Die
Benediktiner haben in dem Ort
Rostrevor in der Nähe der Kleinstadt
Down ein Kloster errichtet mit einer
Art Forum, damit Katholiken und
Protestanten organisiert ins Gespräch
kommen und ihre gegenseitigen,
von Politik und nationalistischen
Ideen geprägten Vorurteile abbauen.
Und sie haben Erfolg damit. Seit fünf
Jahren führen sie Menschen zusam-
men und gemeinsam zu Christus.
Das Zentrum wächst, dank der Un-
terstützung kirchlicher Werke, zum
Beispiel „Kirche in Not“, der von
Pater Werenfried van Straaten zu
Weihnachten 1947 gegründeten
Hilfsorganisation. Dieses Hilfswerk
hat sich der Versöhnung unter dem
Zeichen des Kreuzes verpflichtet.
Das Charisma des Weihnachts-
geschehens ist für dieses Werk we-
te, übrigens nicht nur in Deutsch-
land. Parallel zu der Relativierung
aller Werte, dem Aufkommen eines
Materialismus – das Wirtschafts-
wunder wurde zur Inkarnation des
nationalen Ziels – entstand eine
Verhütungsmentalität, die auf Si-
cherheit und Wohlstand und seine
Vermehrung ausgerichtet war und
alles vermeiden wollte, was diese
Ziele beeinträch-
tigen könnte.
Werte aber sind
nicht immer eine
kommode Ange-
legenheit, sie
können Geld und
Anstrengung
kosten. Kinder
zu haben und zu
erziehen stört das
Wohlstandsdenken und, wichtiger
noch: das Sicherheitsdenken. Erst
viel später, in unseren Tagen, er-
kannte man in den politischen Krei-
sen, dass Kinder Zukunft und da-
mit auch Sicherheit bedeuten. Aber
es ist vielleicht schon zu spät,
jedenfalls nicht mehr rechtzeitig,
um die Polarisierung innerhalb der
Generationen zu überdecken und
die Gerechtigkeitslücke zu überbrü-
cken. Die Korrektur des Geburtsfeh-
lers wird nur noch operativ gelin-
gen. Der Eingriff wird schmerzhaft
sein, und er kann nur, wenn die
Gerechtigkeitslücke geschlossen
werden soll, zu Lasten des Wohl-
stands der Kinderlosen gehen.
Denn diese haben den Wohlstand
per Systemtransfer von den Famili-
en geborgt.
Die Operation ist dringend. Ohne
Familie versiegt der Gemeinsinn.
Ohne den Humus Familie verdorrt
die Solidarität. Es kommt darauf an,
der Familie den Freiraum zu lassen,
damit diese Quelle das gesellschaft-
liche Feld befruchten kann. Wer die
Familie erobern oder instrumenta-
lisieren will, hat keine Ahnung von
dieser Lebensquelle der Gesell-
schaft. Wer die Familie zerstört, ver-
schüttet diese Quelle. Die Stärke
einer Nation lebt von der Stärke ih-
rer Familien, sagte Johannes Paul II.
vor der UNO. Deswegen ist es
zukunftsentscheidend für ein Volk,
dass die Familien leben und die
Früchte ihrer Erziehung weiterge-
ben können. Das braucht die Ge-
sellschaft, denn „Erziehung ist
Beschenkung mit Menschlichkeit“,
wie Johannes Paul II. in seinem
Brief an die Familien schreibt. Ohne
dieses Geschenk (der Eltern an die
Kinder) wird die Gesellschaft käl-
ter – und riskanter. Zur Menschlich-
keit gehört der Sinn für Freiheit.
Paul Kirchhof weist, Montesquieu
zitierend, auf die gesellschaftliche
Bedeutung der Familie für eine frei-
heitliche Gesell-
schaft hin, wenn
er die Kausal-
kette aufstellt:
Ohne Familie
keine wirksame
Erziehung, ohne
Erziehung keine
Persönlichkeit,
ohne Persön-
lichkeit keine
Freiheit. Man könnte anschließen:
Ohne freiheitsbewusste Bürger kei-
ne Demokratie.
Mehr noch: „Aus der Familie er-
wächst der Friede für die
Menschheitsfamilie“, schrieb Papst
Johannes Paul zum Jahr der Fami-
lie 1994. „Die Familie in eine un-
tergeordnete und nebensächliche
Rolle zu versetzen, sie aus der ihr
in der Gesellschaft gebührenden
Stellung auszuschließen, heißt, dem
echten Wachstum des gesamten
Sozialgefüges einen schweren Scha-
den zu zufügen.“ Dieser Schaden
hat heute einen Namen. Es ist die
systembedingte Gerechtigkeits-
lücke zwischen den Familien und
willentlich Kinderlosen, nicht zwi-
schen Alt und Jung. Im Gegenteil,
zwischen den Generationen funkti-
oniert der Generationenvertrag noch
und manchmal sogar besser als
zuvor. Viele Großeltern helfen ih-
ren Kindern. Es findet ein Aus-
tausch an Großzügigkeit statt, eine
jener Voraussetzungen wieder, von
der der Staat lebt, die er aber nicht
geschaffen hat. Dieser inner-
familiäre Austausch wird zahlen-
mäßig dünner. Das System zehrt die
Familie aus, es muss strukturell ge-
ändert werden. Dazu gehört auch
das Umdenken. Der Befund Ende
der siebziger Jahre war richtig: Es
bedarf auch einer geistig-morali-
schen Wende. Sie fand in der Ära
Kohl nicht statt. Sie ist immer noch
nötig. Ohne Sinn für Werte und
Wahrheit wird es kein gerechtes
System geben.
O
hne Familie keine wirksa-
me Erziehung, ohne Erzie-
hung keine Persönlichkeit,
ohne Persönlichkeit keine Frei-
heit.
Montesquieu
§
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DER FELS 12/2003
349
Weihnachten – Urfest der
Versöhnung
Denkanstöße aus gegebenem Anlass
Von Franz Salzmacher
sentlich. Es ist ein Werk der Versöh-
nung weltweit geworden. Jetzt wol-
len die Benediktiner das Kloster aus-
bauen.
Ein anderes Beispiel ist die Un-
terstützung für ehemals Drogenab-
hängige, die in Brasilien in soge-
nannten „Farmen der Hoffnung“
wieder arbeiten lernen und der Fro-
hen Botschaft folgen und sich so mit
sich selbst und mit Gott versöhnen.
Auch in Deutschland gibt es in der
Nähe von Berlin zwei dieser Farmen.
Oder die katholische Universität
Bethlehem, die einzige höhere ka-
tholische Bildungseinrichtung im
Heiligen Land. Von den rund 2000
Studenten sind ein Drittel Christen,
die anderen Muslime. Auch hier im
Heiligen Land geschieht die Versöh-
nung ähnlich wie in Nordirland un-
terhalb der politischen Ebene. Dort,
wo Menschen zusammenkommen
im Geist des Evangeliums, dort ist
Er mitten unter ihnen und sein Ge-
schenk ist eben die Versöhnung.
In genau diesem Sinn sprach Papst
Johannes Paul II. den Studenten und
Professoren in Bethlehem bei seinem
Besuch im März 2000 Mut zu: „Habt
keine Angst, die christliche Präsenz
und das Erbe an genau dem Ort auf-
recht zu erhalten, wo der Erlöser
geboren wurde.“ Habt keine Angst
– trotz der Lebensumstände, trotz
der Anfeindungen. Wer Versöhnung
sucht, sucht mit Gott. Wer den Men-
schen sucht, der findet Gott. Wer Gott
sucht, der findet den Menschen. Das
ist die Botschaft von Weihnachten,
der Menschwerdung Gottes. „Das
Wort ist Fleisch geworden und hat
unter uns gewohnt“ (Joh. 1,14) – in
Bethlehem ist es aus der Geborgen-
heit des Mutterschosses in die Welt
getreten. Die katholische Universi-
tät ist die Krippe des Wortes. Das
Kloster in Nordirland ist wie die
Grotte, vor der sich die Hirten aus
der Umgegend versammeln.
Die Weisen und die Hirten fanden
das Kind in der Krippe. Das war vor
zweitausend Jahren. Es ist immer
noch da. Es wartet, an den leeren
Tischen so vieler Familien in Latein-
amerika, vor den Lehmhütten in Af-
rika, in den Unterschlüpfen und Ka-
takomben, in denen die Christen in
China sich verstecken müssen, in
den geplünderten und ausgeraubten
Missionsstationen in Ruanda, Kon-
go, Angola oder Nigeria. Überall auf
dieser Welt lächelt uns das Kind aus
der armseligen Krippe zu, überall hat
das Heil „Fleisch angenommen“,
wartet es in einer konkreten Gestalt
auf die Geste der Hirten und all de-
rer, die an die Krippe herantreten. Es
rettet auch ohne Geschenke. Die
Menschwerdung, sein Tod, seine
Auferstehung – das sind Seine Ge-
schenke.
Es waren nicht viele Menschen,
die von dem Kind in der Krippe er-
fuhren. Die junge Mutter, Maria, er-
schöpft aber glücklich, „bewahrte
alle diese Dinge und erwog sie in
ihrem Herzen“. Josef, wie immer
bescheiden im Hintergrund, wird in
diesen Momenten Gott gedankt ha-
ben. Und unter den Hirten wird man-
ches Kind gewesen sein, das mit gro-
ßen Augen die Sternen- und
Krippenszene mit den Engeln be-
trachtete. Viele Kinder können auch
heute noch staunend die Lichter des
Festes bewundern, die inneren und
die äußeren, das Licht, das im Her-
zen aufgeht und das Strahlen der
Gesichter. Aber wie viele Kinder-
augen sind müde geworden! Müde
von der Flucht, müde vom Hunger,
müde von der Last, die Liebsten ver-
loren zu haben, müde von der Last
des Konsums, vom Materialismus,
der die Herzen verengt. Und wie vie-
le Kinderaugen haben nie das Licht
der Welt erblickt! Auch heute geht
Herodes umher und sucht, wen er
vernichten könne. Mit Weihnachten
aber begann eine neue Ära, die Zeit
der Kultur des Lebens. „Die Kultur
des Lebens heißt,“ sagte Johannes
Paul II. vor zehn Jahren zu den Ju-
gendlichen in Denver, „Gott jeden
Tag für das Geschenk des Lebens zu
danken, für unseren Wert und für
unsere Würde als menschliche We-
sen, für die Freundschaft, die er uns
anbietet auf dem Pilgerweg zu un-
serem ewigen Ziel.“
Dieser Weg der Freundschaft be-
gann in Bethlehem, er hat endlos
viele Stationen auf dieser Welt, aber
nur ein Ziel: die Versöhnung mit Gott
und den Menschen. Weihnachten ist
ein Familienfest, sagt der Volks-
mund. Vielleicht liegt das daran, dass
die Freundschaft in der Familie ihr
erstes Zuhause hat – mit den Nächs-
ten und mit Gott selbst.
§
Auch das gehört zu Weihnachten:
Die Muttergottes in Erwartung ihres Kindes (aus
einer Kirche in Chile) und die erschöpfte Familie
auf der Flucht (aus einer Kirche in den USA).
Page 14
350
DER FELS 12/2003
Eine Riesenüberraschung
Erinnern Sie sich noch, als heute
vor 25 Jahren aus Rom die Meldung
kam, dass der damals fast unbe-
kannte polnische Kardinal Karol
Wojtyla als Papst Johannes Paul II.
aus dem Konklave hervorging? Es
war eine Sensation! Nach 455 Jah-
ren der erste Nichtitaliener, und noch
Ein Geschenk Gottes zur rechten Zeit
Zum 25. Jahrestag der Wahl Johannes’Pauls II. zum Papst
Von P. Franz Schaumann SDB
dazu aus einem kommu-
nistischen Land! Er sag-
te von sich selbst, er
komme „aus einem fer-
nen Land“. Nicht weni-
ge fragten sich: Wie wird
das wohl werden? Heu-
te, nach 25 Jahren, kön-
nen wir mit Staunen und
dankbar fest-
stellen: Dieser
Papst war eine
Überraschung
des Heiligen
Geistes, ein
Geschenk für
die Kirche und
die
ganze
Welt.
Mit seinem
Namen „Jo-
hannes Paul
II.“ erinnerte er an sei-
nen Vorgänger, der nur
33 Tage Papst war und
durch seine Liebenswür-
digkeit in Kürze die Her-
zen vieler Menschen ge-
wonnen hatte. Dessen
Programm wollte er mit
diesem Doppelnamen
fortsetzen. Der Evan-
gelist Johannes spricht
immer wieder vom
„neuen Gebot“ Jesu
Christi: „Liebt einander
so, wie ich euch geliebt habe.“ Der
Apostel Paulus war der erste und
größte Missionar, der die Botschaft
Jesu von der Liebe Gottes zunächst
zu den Juden, dann zu den Heiden
und schließlich zu allen Menschen
brachte. So wundert es nicht, dass
der neue Papst in seiner Predigt bei
der Amtsübernahme den Gläubigen
auf dem Petersplatz und der ganzen
Menschheit zurief: „Habt keine
Angst! Öffnet, ja reißt die Tore auf
für Christus!“
Wurzeln und Erfahrungen
Wer ist dieser Karol Wojtyla? Wo-
her kommt er und wie ist er der
Mensch und Priester geworden, wie
wir ihn bis heute kennen? Karol
Wojtyla stammt aus dem kleinen Ort
Wadowice bei Krakau. Mit acht Jah-
ren hat er seine Mutter verloren. Bei
seinem Vater wuchs er zusammen
mit einem Bruder auf. In seiner Ju-
gend lernte er die Unterdrückung
durch die Nazis kennen. Er musste
immer wieder erleben, wie polni-
sche und jüdische Freunde über
Nacht verschwanden. Das KZ
Auschwitz war nicht weit entfernt.
Er selbst wurde vor die Wahl ge-
stellt: entweder Arbeit im Steinbruch
oder Zwangsarbeit in Deutschland.
Er wählte den Steinbruch, um in der
Heimat und in der Nähe des Vaters
bleiben zu können. Nach dem Nazi-
regime folgte die Unterdrückung
durch die Kommunisten. Gern wäre
er Schauspieler geworden, aber es
reifte in ihm die Überzeugung, dass
er den Menschen als Priester besser
helfen könne. In einem geheimen
Priesterseminar musste er sein Stu-
dium absolvieren.
Die leidvollen Erfahrungen mit
jenen gottlosen, menschenver-
achtenden und verlogenen Syste-
men des Nationalsozialismus und
Kommunismus haben ihn für sein
ganzes Leben geprägt. So wurde er
sensibel für jedes Unrecht und nennt
es beim Namen. Darum spielen die
Würde und Rechte der menschli-
chen Person in seinem philosophi-
schen Denken eine ebenso große
Rolle wie der Begriff der Wahrheit.
Bis heute tritt er ein für das Lebens-
recht eines jeden Menschen, ange-
fangen vom Ungeborenen bis zum
Sterbenden. Wenn er etwas hasst,
dann ist es die Lüge, die Feindin der
D
er hier abgedruckte Text ist die An-
sprache von Pfarrer P. Franz Schau-
mann am 16. Oktober 2003 in der Kir-
che Maria Himmelfahrt, Kaufering. Don
Boscos Treue zu Kirche und Papst ist für
Pater Schaumann Vorbild und Maßstab
seines Wirkens.
P
ater Fanz Schaumann
SDB, Jahrgang 1940, trat
1958 in das Noviziat der Sale-
sianer Don Boscos in Endorf/
Oberpfalz ein.
Nach dem Studium der Philo-
sophie und Theologie in Bene-
diktbeuern wurde er 1968 zum
Priester geweiht. Danach war er
bis 1971 Jugendseelsorger und
Heimerzieher in Furtwangen/
Schwarzwald. Anschließend
war Pater Schaumann bis 1981 in der Ju-
gend- und Erwachsenenbildung im Akti-
onszentrum der Salesianer Don Boscos
Bendiktbeuern tätig. Von 1982 bis 1999
war Pater Schaumann Pfarrer von Don
Bosco in Augsburg, seitdem ist er Pfarrer
von Maria Himmelfahrt in Kaufering.
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DER FELS 12/2003
351
Wahrheit. Die unbestechliche Wahr-
heit ist für ihn begründet in der
Person und im Evangelium Jesu
Christi.
Pastoral für Kirche und Welt
In einem deutschen Fernsehsen-
der wurden in diesen Tagen die Zu-
schauer gefragt, ob sie Papst
Johannes Paul II. für einen Funda-
mentalisten halten oder nicht. Das
überraschende Ergebnis war: 78
Prozent verneinten dies. Offensicht-
lich dämmert es vielen, dass dieser
Papst einer der wenigen in dieser
Welt ist, der noch klare Orientierung
darüber gibt, was den Menschen
hilft oder schadet, mag dies gefal-
len oder nicht. Darum lieben ihn die
Armen und Kleinen, darum hassen
ihn alle, die die Menschen für ihre
Zwecke und Interessen missbrau-
chen. Mit seinem ersten Besuch in
seiner polnischen Heimat im Juni
1979 hat er die Wende im Ostblock
eingeleitet. Die Menschen haben
seinen Aufruf verstanden: „Verän-
dert das Gesicht der Welt!“
Das Attentat am 13. Mai 1981 war
zu befürchten. Der Gottesmutter
Maria schreibt er es zu, dass er mit
dem Leben davon gekommen ist.
Offenbar war seine Sendung noch
nicht erfüllt. Dem ferngesteuerten
Attentäter hat Johannes Paul II.
bereits auf dem Krankenbett und
später bei einem Besuch im Gefäng-
nis von Herzen verziehen. Dabei
spricht er von dem „Bruder, der
mich getroffen hat“. Diese Geste
lässt seinen Herzenswunsch erken-
nen: die Zivilisation des Todes
durch die Zivilisation der Liebe zu
überwinden. Dabei ist ihm jeder
willkommen, gleich welcher Reli-
gion oder Nation, der diese Absicht
aufrichtig mit ihm teilt.
Seine 102 Pastoralreisen galten
allen Menschen guten Willens. Nie-
mand müht sich so sehr um echten
Frieden in der Welt wie er. Keiner
tut mehr für die Einheit aller Chris-
ten, ohne freilich die Gebote Got-
tes aufzuweichen oder etwas vom
reichen Glaubensgut der katholi-
schen Kirche aufzugeben. Er hat als
erster Papst in Rom die evangeli-
schen Christen aufgesucht. Er be-
suchte auch die Synagoge der Ju-
den in Rom. Ein Jude sagte damals,
es habe lange Jahrhunderte gedau-
ert, bis ein Papst diese kurze Stre-
cke von einem Kilometer zurück-
gelegt habe. Welch großartiges Zei-
chen hat er im Jahr 2000 mit sei-
nem Besuch in Israel gesetzt. Dort
ist ihm das diplomatische Meister-
stück gelungen, den jüdischen
Oberrabbiner und den moslemi-
schen Imam zusammenzubringen.
Bei dieser Reise besuchte erstmals
in der Kirchengeschichte ein Papst
die Omajjadenmoschee in Damas-
kus. Bei den zwei Treffen aller
Religionsführer in Assisi ging es ihm
nicht um die Gleichmacherei aller
Religionen, wie einige unterstellen,
sondern um die gemeinsame Ver-
antwortung aller Religionen für den
Frieden und das Wohl aller Men-
schen, und dass keine Religion zur
Legitimierung von Gewalt miss-
braucht werden darf.
Autorität und Freund der Jugend
Trotz körperlicher Schwäche ist
er die geistliche Autorität in der
Welt, die den Großen und Kleinen
mit Freimut sagt, was dem Leben
der Menschen dient oder schadet.
Nur staunen kann man, wie der
jetzt alte und gebrechliche Mann
auf dem Stuhl Petri immer wieder
sogar Millionen von jungen Men-
schen begeistert. Er hat im Jahr
1985 die Weltjugendtage eingeführt,
bei denen sich gläubige Jugendli-
che aus der ganzen Welt treffen und
einander im Glauben stärken.
Warum kommt der Papst so gut
bei ihnen an? Ich meine, sie glau-
ben ihm einfach, dass er nur ihr
Glück im Sinn hat, auch wenn er
sie davor warnt, ohne Gott und nur
für sich zu leben. Und er sagt es
ihnen, dass er auf sie zählt: „Ihr seid
die Hoffnung der Kirche!“
Was ist diesem Papst besonders
wichtig?
1. Das Geschenk des Lebens,
sowie Würde und Wert der mensch-
lichen Person.
2. Jesus Christus. Deshalb war
seine erste Enzyklika „Redemptor
hominis“ dem Erlöser des Men-
schen gewidmet. Jesus setzt an bei
der conditio humana, bei den Le-
bensbedingungen, den Fragen, Nö-
ten, Hoffnungen, Leiden und Freu-
den, die die Menschen bewegen.
Und er verkündet ihnen die heilen-
de Liebe Gottes und das befreien-
de Wort des Evangeliums.
3. Eine seiner Kraftquellen ist
das Gebet, besonders das Rosen-
kranzgebet.
4. Die Eucharistie. Wie wichtig
ihm selbst und für die ganze Kir-
che das Geschenk der Eucharistie
ist, legt er in seiner letzten Enzykli-
ka „Ecclesia de Eucharistia“ dar.
5. Nicht zu vergessen: Maria! Zur
Mutter Jesu hat er bereits von Kind-
heit an eine innige und vertrauens-
volle Beziehung. Im Wappen des
Papstes sehen wir ein großes M und
dabei die Worte: Totus tuus –
„Maria, ich bin ganz Dein“. Seit
dem Attentat verehrt er besonders
die Madonna von Fatima. In ihre
Krone ließ er die Kugel einfügen,
die ihn fast das Leben gekostet hät-
te. Und bei einem weiteren Besuch
in Fatima verehrte er Maria den
Ring, den ihm Kardinal Wyszynski
1978 nach der Wahl zum Papst mit
den Worten geschenkt hatte: „Du
wirst die Kirche ins dritte Jahrtau-
send führen.“
Was würde er sich zu seinem
Jubiläum wohl von uns wünschen?
Vielleicht würde er Dir und mir
sagen:
1. Sei gern Christ – dort, wo du
bist.
2. Liebe Christus, Maria und die
Menschen.
3. Gib Zeugnis davon, dass du

#121   ddddd25.07.2005 - 15:11
Eine kurze Geschichte der Zeit
The Shadow Of His Wings
The True Story Of Fr. Gereon Goldmann
A Shepherd In Combat Boots
Chaplain Emil Kapaun of the 1st
The Story Of A Family
The Home of St. Therese of Lisieux
Swimming with Scapulars
True Confessions of a Young Catholic
There Are No Accidents
In All Things Trust In God
To The Other Towns
The Life Of Blessed Peter Favre
Under Angel Wings
The True Story Of A Young Girl And Her
Under The Mercy
A Sequel To A Severe Mercy
With Life And Laughter
The Life Of Father Pro
Old Thunder
A Life Of Hilaire Belloc
Shepherd of Souls
A Pictorial Life of Pope Pius XII
Pierre Toussaint
Apostle of Old New York
Praxedes
Wife, Mother, Widow, Lay Dominican
ro-Life Christians
Heroes For The Pre-Born - 28 Corageous
Rebuilding a Lost Faith
By an American Agnostic
Journey Up The River
A Midwesterner\s Spiritual Pilgrimage
Leonie Martin
A Difficult Life
Life And Revelations Of Anne Catherine Emmerich
Life Is A Blessing
A Biography Of Jerome Lejeune
Man Of The Beatitudes
Pier Giorgio Frassati
The Miracle of Hope
Political Prisoner, Prophet of Peace
G. K. Chesterton
The Apostle Of Common Sense
God\s Call To Women
Twelve Spiritual Memoirs
A Heart For Europe
The Lives of Emperor Charles And

#120   http://www.catholicculture.org/lit/calendar/day.cfm?id=39321.07.2005 - 20:43
http://www.catholicculture.org/lit/calendar/day.cfm?id=393

#119   dddddd21.07.2005 - 20:28
ttp://www.catholictradition.org/saintly-quotes2.htm

#118   fffffff20.07.2005 - 18:27
www.nluu.blogspot.com/

#117   xxxxxxx20.07.2005 - 18:18
The Man Who Has the Clues
By R.V. Amos

The Bible is an amazing Book. Old though it is, it is as modern as this moment. It tells the stories of people just like ourselves--with the same kind of hopes and fears, the same kind of dreams and longings, the same kind of problems and sins. The Bible is filled with incidents which are dramatic, daring, and dynamic.

One of these is the familiar scene which tells of the meeting of Philip and the man from Ethiopia. You will find the story in Acts 8, and I suggest that you read it again, at this point, to get the facts.

What a graphic story it is! In it we hear the Evangelist\s pointed question, "Do you understand what you are reading?" Then comes a pause for thought, and a moment later we listen to the coloured councillor\s candid confession, "How can I unless someone will give me the clue?" (Acts 8:31 NEB). In saying that he was very conscious of his need, and admitted that he required the help of someone who could assist him. He was quite frank and honest. He was questing for truth, and had come up all the way to Jerusalem for that purpose. Already he had made certain positive discoveries, but he had not learned enough. As he returned home, he was reading the Scriptures, but he was still groping around in the dark. When Philip spoke to him, the Ethiopian replied that he was in desperate need of help. "How can I understand," he said, "unless someone will give me the clue?"

Well, Philip was such a man. He did have the clues, so he went right on from that point and told this man with enquiring mind, all that he had to know, and to do, to obtain eternal salvation. The result was that this man from Ethiopia listened carefully, weighed up the evidence and then accepted Jesus Christ as his Saviour, and was obedient to his new found Master in the waters of baptism.

This all happened because the Christian is a man who has the clues, which he receives because he loves and serves, worships and obeys THE Man who has all the clues--Jesus Christ. Philip was a man like that!

Now let us turn from the past to the present. We are living in an age when people are looking urgently, even desperately, for the clues which will explain, for them, the meaning of life and the mystery of eternity.

We are living in an abnormal crisis in the history of the world. According to historians there have only been three or four such crises in the whole course of human history. As Billy Graham recently said, "We are in a most critical period in world history, and never has the human race needed the Gospel of Jesus Christ as now." Then, to make the point clearer he adds, "During the past year we have gone on from crisis to crisis. The world is an armed camp, torn by riots, strife, hatred, division, and competing ideologies. Surely at this crucial and critical hour the Church of Christ should be ready to take the offensive. After all, the greatest revolution of all time did not take place in Russia in 1917, but two thousand years ago at the birth of Christ."

Like the Ethiopian of old, our word today is saying, "How can I understand unless someone will give me the clues?" Jesus Christ, the Man who has the answers to life\s problems, once reminded his audience of the need we all have to possess the clues which will make life worth living. This is what he said, "When you see cloud banking up in the west, you say, \It is going to rain,\ and rain it does. And

- 3 -

when the wind is from the south, you say, \There will be a heatwave,\ and there is. What hypocrites you are!! You know to interpret the appearance of the earth and the sky; how is it you cannot interpret this fateful hour?" (Luke 12:54-56 NEB).

The world, the church, and the individual all need the help of "Someone" who has the clues. That "Someone" is the Lord Jesus Christ, for he is the Man who has the clues for time and eternity. It is true to say, I think, that because Jesus Christ does have the answers, those who follow him learn to see things through his eyes. The real Christian, therefore, is a person who is "all clued up" as how to live life to the glory of God.

Our Master does have the clues! When Jesus Christ comes into our lives fully amazing things begin to happen. Bernard of Clairvaux once said of Christ\s coming, "He has come to water dry places; to illuminate the gloomy spots; and to inflame with warmth those which were cold. He has quickened my sleeping soul." Lovely words, aren\t they? Add to these the tribute of Clement of Alexandria, "He has turned all our sunsets into sunrises."

Doesn\t that grip your heart and mind? Our Master has the clues! He shows us how to live here, and hereafter. He stands before us and offers life--exciting, enterprising, exhilarating, everlasting. That is thrilling, isn\t it? This is what we long for, the ideal life for which we have dreamed. Down the arches of the years we can hear the strong, clear, quiet voice of our Lord saying to us, "I have the keys." When we hear those words our troubled hearts are at rest, for we know he has spoken, and all is well.

Jesus Christ is the Man who has the Clues for

THE CHURCH--WITH HER PURPOSE

The church of Jesus Christ is the most remarkable building this world has ever seen. It is not made of bricks, or stones, or timber, or metal. It is built up of people--like you and me. We are the Church! This church is a divine society, a believing fellowship, a worshipping community, a growing organism, a kingdom without frontiers, and is, in some marvellous and mysterious sense, an extension of the Incarnation.

We, who are members of churches of Christ, seek to find our pattern for the life and witness, the faith and order, the service and program of that church, in the pages of the New Testament. As far as we are able, God helping us, we strive constantly to restore that church in its original purity, simplicity, authority, vitality, and unity. Of course, being human we often fall short of our intention, but this is our ideal.

Over the years we have used several "watchwords", and we have tried to observe them in the spirit of Christian love. For example we used to hear, quite often, this truth--"We do not claim to be the only Christians, but we do claim to be Christians only." Likewise we were often told, "Where the Scriptures speak we speak. Where the Scriptures are silent we are silent." Constantly on our lips were the words which expressed our standard of conduct, "In things essential: Unity. In things nonessential: Liberty. In all things: Love." These are all fine ideals. How well we have maintained them is yet to be revealed. Perhaps we will discover that the real and the ideal are far apart.

As a people our dream has been for the restoration of the New Testament Church, and the union of Christians on the basis of God\s Word. Even today, although we seek to interpret this in the light of the modern scene, our purpose for existence is still the same. To make this effective, however, requires a sincere and penetrating rethinking of our position, so that in our own day we might still be relevant to the world in which we

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live. It may well be that our Lord will demand us to submit to the searching scrutiny of His Spirit. If we do let\s be prepared for some revolutions. As Murdo Ewen MacDonald said, "Jesus Christ is a radical . . . . not only did He question the accepted values of his time, he has literally turned the world upside down." So, if we ask our Master to review the place we hold in the Christian world today we might learn some truly amazing things, for,

"He wakes desires you never may forget,
He shows you stars you never saw before.
He makes you share with Him for evermore,
The burden of the world\s divine regret."

If we take a close look at the church today we will see that she has three great needs.

1. She has a need of POWER.

No! Not the power of position, nor the power of great wealth. But the power of a great inward strength. Alexander Vidler tells us that one of the things which contributed to the French Revolution was that "there was an absence of spiritual vitality, and without that a Church is ill qualified to face an hour of crisis." (The Church in an Age of Revolution" p. 12).

2. She has need of CONCERN.

This concern must be directed towards the needs of men, the lives of men, and the souls of men. It must express itself in the great church programs of Christian evangelism, Christian education, Christian benevolence, and Christian missions. The church\s task in the world is to bring God to men, and lead men to God. She has no other real purpose in existing, than that.

3. She has need of UNITY.

There must be a sense of the oneness of the family of God. There can be no full benediction on a sundered church. During a recent Crusade in Melbourne, in which several churches participated, a great deal of stress was laid on the "scandal of disunity." Well, this is in keeping with the Scriptures, for the Lord Jesus Christ prayed "that they all may be one that the world may believe." A divided church will never conquer the world. That will take a united church--and it must be one united on God\s terms, not men\s.

What, then, are the clues which our Lord Jesus Christ has for the church today? Just two verses of Scripture. But what verses they are. One of them is Luke 24:49,

"Tarry ye . . . . until ye be endued with power from on high."

This is a truly wonderful promise! It is no dream, no impossible ideal. This is something which our Lord promised. The church needs this power to enable her to fulfil her task in the world.

The second clue tells us how to get the power.

You will find it in Acts 1,

"Ye shall receive power after that the Holy Spirit is come upon you."

Now, these are the clues which Jesus gives the church. Are they too simple? No, rather are they likely to be too demanding on us. For this power comes only at a price. And that price? Paul sums it up in this saying--Jesus "alone should stand first in everything." (Colossians 1:18, C. B. Williams\ translation). A church filled with God\s power, and rejoicing in God\s presence, and seeking to fulfil God\s purpose will find she has the clues she needs for her magnificent task.

Jesus Christ is the Man who has the Clues for

THE COMMUNITY--AND ITS PROBLEMS

The Bible affirms three great truths--(1) That God created the world, (2) That God loves the world, and (3) That God will fill the whole earth with His glory. We believe these things, but when we look around at our social and communal

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life we begin to wonder how long it will be before the last of these takes place. The community is full of problems, which give us a great deal of concern.

1. There is the problem of LIQUOR.

Press reports at this point have been most significant. Let the newspapers tell their own story!

Mr. Debenhem, who has been a magistrate for over 13 years in the Redfern Court (New South Wales), said a little while ago that there has been "more crime from 10 o\clock closing. He added that 96% of the crimes which he adjudicated were at least partly caused by alcohol, of 11,437 street crimes . . . .only 149 did not involve liquor.

In some senses, an even more distressing report was a statement by a leading Sydney pathologist who said, "Children should be given an occasional shandy rather than forbidden to drink alcohol." The headline of the paper that quoted those words, read, "Give Children Alcohol says Expert."

In reply to this kind of thing it is heartening to read the warning, also in the press, in the words of Sir Philip Messent, former head of Surgical Studies at the University of Adelaide, and a member of the Unley Church of Christ. He said that "social pressures on teenagers to drink have reached criminal proportions. Our young people are faced with a tremendous amount of coercion and ridicule to make them start drinking." Let us take care, for liquor is one of the great social and moral evils of modern society.

2. There is the problem of LAXITY.

Again it is the press we call to our aid. On March 8, 1961, there were headlines informing us that "Doctor Finds Schoolgirl Mothers." The report informed us that a Sydney doctor, in one hospital, in one year, had questioned fifty "girl mothers" under the age of 16 years. That such a condition is to be found in our communities, tugs at the

strings of our hearts. But feeling sorry and sentimental about the matter is not nearly enough. We must seek to find some way of protecting our young folk--girls and boys alike.

3. There is the problem of LOVELESSNESS.

Look around at the old folk living in isolated rooms. Reflect on the strongly materialistic attitude so many folk have towards life. Consider the increasing automation of our way of living, with its decreasing significance of the importance of individuals who make up society. Lovelessness is rampant. "I couldn\t care less" is the philosophy of so many.

4. There is the problem of LIVING.

Yes, just living! We live in a world over which the threat of another war is ever imminent. The symbol of our atomic age is a vast mushroom-shaped cloud. George A. Buttrick, some while ago in the U.S., was addressing a Baptist Convention when he said, "The First World War gave Communism a start; the Second World War spread it; the Third World War will establish it across the earth for centuries." Whether that is too extreme, or not, I cannot say. But it is another indication of the problem of simply keeping alive at this time.

Now, what clues has Jesus Christ for these problems facing the community today? Right at the foundation he lays this terrific double commandment,

"Love the Lord your God with all your heart, with all your soul, with all your mind. This is the greatest commandment. It comes first. The second is like it: love your neighbour as yourself." (Matthew 22:37-38 NEB).

This is the first clue. If people in the modern society would choose to live by that standard all would be well. To this clue we add another, and it follows quite naturally,

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"Set your mind on God\s kingdom and His justice before everything else, and all the rest will come to you as well." (Matthew 6:33 NEB).

We can see the splendid wisdom and the shining logic of these words--words which have a deep spiritual significance for the way the community ought to live. Do you say they express an ideal which is impractical for this materialistic age? Let me reply by saying that there is nothing--NOTHING AT ALL--more realistic than the Kingdom of God at work in the lives of people, and in society as a whole.

Jesus Christ is the Man Who has the Clues For

THE CHRISTIAN--AND HIS POSSIBILITIES

Jesus Christ has made the most amazing promises to the Christian. Most people do want to live good, decent, honest and effective lives. But the problem is how to get the power to do it.

Could I remind you of a man who had a really remarkable revolution in his life? You will find his story in Mark 5: verses 1 to 21. This man was an outcast. He lived in a cemetery, and he made an absolute nuisance of himself. He was "the terror of the tombs." We are told that he was "a man possessed by an unclean spirit." He was terrifyingly strong, and even chains could not hold him. He rushed about constantly, making a great noise. He cut his body, and mutilated himself with sharp stones. He was a menace to himself and everybody he met.

Then, one unforgettable day he came face to face with Jesus Christ, and he had a most wonderful experience. By Jesus he was made clean, he was healed, he became a new man. At the end of the story we find him "sitting at the feet of Jesus, clothed and in his right mind" (Luke 8:35). What made all the difference? Just this--he had had a face to face encounter with the Great Physician.

When first we met this man he was a real problem. He had no sense of decency, no social relationships, no home, no restraints. After he had met the Master all was changed, decency was restored, the power of evil was broken, and he saw things through the eyes of Jesus Christ.

We, who offer Christ to the world, are offering people an experience like that! And, deep down in the souls of countless men and women is a burning desire for this kind of thing to happen to them, so that they might be made clean. What do you think happens when a person really comes face to face with Jesus Christ?

Well, for one thing, we begin to realise what God is like. F. C. Spurr has said, "Whether they know it or not, it is for a LIVING God that men cry. Humanity demands a God who answers to its humanity--the whole of it--a God of the mind and of the affections: a God who can be loved and fully trusted, and with whom we may have fellowship. In short, a Personal God, a "Thou" who answers to our "I". It is this God whom our Lord and Saviour revealed." ("The man Who Holds the Keys" p. 21).

When we meet Jesus Christ we begin to know what God is like! In him we see the love of God, the power of God, and the majesty of God. Jesus reveals God in a way we can understand. We all need these personal encounters with him, for he is the Man who has the clues to the secrets of successful Christian living. We must say to him, "I surrender all . . . . to You." This is the most revolutionary declaration any man can make.

William Watson wrote a poem, which he called "The Glimpse." In it he tells of a town dweller who achieved a break for one brief hour, when he left behind his dreary work, the smoke, the dust, the factory shadowed world in which he lived, and went out into the glory

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of the countryside. In one brief glimpse he saw the mountains and the sea and the sky--

"Then journeyed home, to carry in his soul,
The torment of the difference, till he die.

That\s it! We see what we are. Then we see, through the eyes of Jesus, what we can become. Ah, the torment of the difference! We raise our eyes to God. We say "This is possible. Lord TAKE me . . . .MAKE me." And he does, and life will never be the same again.

Yes Jesus Christ has the clues for the Christian. What are they? Listen. He says,

"Lo, I am with you alway, even unto the end of the age." (Matthew 28:20).

Listen again!

"I am come to give them life and something more." (John 10:10 Rieu).

Listen once more,

"Anything you ask in my name I will do . . . ." (John 14:13).

Glorious clues are these for the Christian--and his possibilities.

Jesus Christ is the Man Who Has the Clues For

THE CONFUSED--AND THEIR PERPLEXITIES.

In the world today there are many people who are baffled, and beaten, and bewildered. They are confused, they are anxious, they are filled with perplexity. Think, for a moment, of the things which get people into this unhappy state.

1. Worry.

Dr. A. C. Dixon, one time the minister of Spurgeon\s Tabernacle, said: "It is not the great tiger of calamity and grief that kills us, but the little ant-worries of every day life. Stanley, the explorer, tells us that few of his men suffered from elephants or tigers. Most suffered from \jiggers\--little insects under the skin." This is all very true! It is the constant, nagging, little worries which do such terrific damage to our peace of mind, and which get us down, making us all confused and perplexed.

2. Loneliness.

Few things drag us down into the depths of depression like this. People are meant for friendship. The man without a mate is, generally, a very miserable person. God meant us to enjoy the company of other folk. As the Psalmist says, "He has set the solitary of the earth in families."

3. Insignificance.

In this age of increasing automation man is becoming more and more dispensable. He is losing his significance, and this causes a great deal of havoc with a man\s self-esteem and dignity. God has made us as we are. He gave us talents, and skills, and minds. We expect to be able to use these things. When we are prevented (whatever the reason) we begin to grope around. We become resentful, confused, and perplexed.

4. Sorrow.

The way we use our sorrows (or are used by them) can make or mar a man. Some people are broken down by sorrow, others are built up by it. If we let it get out of hand the whole of life may become sour for us. Sorrow is at the bottom of much confusion and perplexity.

5. Guilt.

This is a feeling we all know. We have all sinned--whether we like to admit it or not. Nothing so confuses us like the knowledge that we have disobeyed God.

These are just some of the things which get people down, which confuse them, and which leave them in perplexity. What can we do with them? We know we must do something, for we each have a life to live. Unless there is something seriously wrong with him a man must ask, with great seriousness, questions like these--"what am I?" "why am I here?" "where am I going?" He feels he must have a key to unlock the mystery of his life. Is there such a key? Yes,

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there is! The key is more than a system of knowledge, more than a man\s philosophy, it is a PERSON . . . .a very wonderful person, and his name is Jesus Christ. He is the man who has the clues.

HE gives meaning to the universe,

HE offers the solution of the problems in the lives of men,

HE is the keystone of the arch which locks together the entire life of man, and makes it a noble edifice.

Look at him! Look at . . . .
THAT rebel young Carpenter from Nazareth,
THAT Teacher with a mind supreme,
THAT strange Man upon his cross.

Look at him! He has the answers to our needs. He has the clues of life and death. He is the emblem of God\s eternal love. With him anyone of us can face life radiantly, triumphantly, and victoriously. Listen to His clues for all those who are confused. He says:

"Come unto me, all ye that labour and are heavy laden, and I will give you rest. Take my yoke upon you, and learn of me; for I am meek and lowly in heart; and ye shall find rest unto your souls. For my yoke is easy, and my burden is light." (Matthew 11:28-30).

To this he adds a second lovely clue, "Peace is my parting gift to you, my own peace, such as the world cannot give. Set your troubled hearts at rest, and banish your fears." (John 14:28 NEB).

Well, there you have it! Jesus Christ IS the Man who Has the Clues. We serve the Christ who says, "I have the keys." (Revelation 1). All that remains for us is to follow him . . . with a song in our hearts, and a light in our eyes!

#116   ddddddd20.07.2005 - 18:12
A.D.
Anno Domini, or "Year of Our Lord". This is used to indicate a date that occurred after Christ\s birth, such as "A.D. 1976". Note that the "A.D." comes before the date, not after.

This dating system, along with the use of "B.C." for "Before Christ," used to be standard in the Western world; but secularism has replaced "A.D." with "C.E." for "Common Era" (and "B.C." with "B.C.E." for "Before Common Era", thereby removing reference to Christ. Catholics should not give in to this!

By the way, the calendar system that gave rise to the use of "A.D." and "B.C." was begun by St. Denis the Little, a.k.a. Dionysius Exiguus, (6th c.). The Venerable Bede (A.D. 672/3-735) popularized this usage.

A.M.
Ave Maria, or "Hail Mary"

A.M.D.G.
Ad Majorem Dei Gloriam, or "For the greater glory of God." This is the Jesuit motto, beloved by St. Ignatius of Loyola.

Athanasius contra mundum
"Athanasius against the world." This phrase refers to St. Athanasius\ brave stand against the Arian heresy of the 4th c. when the vast majority of Bishops -- even Pope Liberius himself -- succumbed to heresy. St. Athanasius was even excommunicated for his orthodoxy, but was later exonerated and canonized. The full phrase is, "If the world goes against Truth, then Athanasius goes against the world." The story of St. Athanasius is a good "check" on papolatry and the errors of false obedience. His words to the faithful are good solace for traditional Catholics today who watch Novus Ordo-ites destroy church buildings, trash the liturgy, and preach lies:

"May God console you!... What saddens you ... is the fact that others [Arian heretics] have occupied the churches by violence, while during this time you are on the outside. It is a fact that they have the premises -- but you have the apostolic Faith. They can occupy our churches, but they are outside the true Faith. You remain outside the places of worship, but the faith dwells within you. Let us consider: what is more important, the place or the Faith? The true Faith, obviously."

B.C.
Before Christ (see "A.D.". While "A.D." comes before the date, "B.C." comes after the date, ex. one writes "A.D. 1976" but "242 B.C."

Benedicere, Laudare, Praedicare
"To bless, to praise, to preach." One of the mottoes of the Dominican Order.

B.M.
Bonae Memoriae, or "Of Happy Memory"

B.V.M.
Blessed Virgin Mary
Christus A.O.M.P.S. Defendit Christus Ab Omni Malo Plebem Suam Defendat (“Christ defends His people against every evil”)

Christus resurrexit!
Christ is risen! This greeting is used during the Easter Octave. The response is "Vere resurrexit" ("He is risen indeed!".

Christus vincit, Christus regnat, Christus imperat
Christ conquers, Christ reigns, Christ commands

Contemplare et Contemplata aliis Tradere
"To Contemplate and hand on to others the fruit of our contemplation." One of the mottoes of the Dominican Order.

C.S.S.M.L.
"Crux sacra sit mihi lux" (Holy Cross be my light). This appears on the St. Benedict Medal.

Deus Meus et Omnia
"My God and My All." Motto of the Franciscan Order.

Deus non inridetur
"God is not mocked"

Deus vult!
"God wills it!" Motto of the Crusades.

D.G.
Dei Gratia, or "By the Grace of God"

D.N.
Dominus Noster, or "Our Lord"

D.N.J.C.
Dominus Noster Jesus Christus, "Our Lord Jesus Christ"

Dominus vobiscum
The Lord be with you (plural "you". These words are sung many times by the priest during the Mass. The choir\s response to them is "Et cum spiritu tuo," which means "And with thy spirit." If you want to tell a single person "May the Lord be with you, the form would be "Dominus tecum."

D.V.
Deo volente, or "God willing"

Ecce Agnus Dei
"Behold the Lamb of God." St. John the Baptist\s words. The full phrase is "Ecce Agnus Dei qui tollit peccata mundi" (Behold the Lamb of God Who takes away the sins of the world). These words are said at Mass after the Consecration, when the priest holds up the Blessed Sacrament for us to adore. See John 1:29.

Ecce Homo
"Behold the Man." These are the words of Pontius Pilate as he presents Our Lord, crowned with thorns, to the crowd. See John 19:5.

Extra Ecclesiam Nulla Salus
"Outside the Church there is no salvation." Often abbreviated "EENS" in Catholic discussion groups.

Fel. Mem.
Felicis Memoriae, or "Of Happy Memory," written after the name of a dead person, e.g. "Pope St. Pius X, Fel. Mem., was one of the greatest Popes of all time."

Gloria in excélsis Deo
"Glory to God in the highest." These are the words of the angels announcing the Nativity to the shepherds. The full phrase is "Glory to God in the highest: and on earth peace to men of good will" -- commonly misinterpreted on Christmas cards (and in the King James Version of the Bible) as "Glory to God in the highest, and on earth peace, good will to men." This misinterpretation has serious theological consequences as it leads one to believe that peace is owed to all men, regardless of their will. See Luke 2:14.

Habemus Papam!
"We have a Pope!" Said after a new Pope is elected.

IC XC
Jesus Christ (from the Greek)

IHS
Monogram of Jesus\s Name. Many believe the letters mean "Iesus Hominum Salvator" ("Jesus Saviour of Men" or "In His Service." These are false interpretations, but common nonetheless. This monogram is iconographically associated, too, with St. Bernardine of Siena, St. John Capistran, St. Vincent Ferrer, and the Jesuit Order. Sometimes also written as "IHC" or "JHS."

In hoc signo crucis vinces
"In this sign you will conquer." This is the Latin translation of the Greek words, TOUTO NIKA, seen by Constantine in his vision, along with the Chi-Rho.

I.N.R.I.
"Iesus Nazarenus Rex Iudeorum" -- "Jesus of Nazareth, King of the Jews." This was the sign placed on the top of Jesus\ Cross. See Matthew 27:37, Mark 15:26, Luke 23:38 and John 19:19.

i.p.i.
in partibus infidelium, or "among the infidels"

I.X.
In Christo, or "In Christ"

Jesu cum Maria sit nobis in via
"May Jesus with Mary be with us on the way." One of Christopher Columbus\s favorite prayers.

J.M.J.
"Jesus, Mary and Joseph." You will find this most often written, centered, on the tops of correspondence, articles, essays, etc., sometimes with the letters separated by Crosses. Catholic schoolchildren write the initials of the Holy Family across the top of their homework papers.

Kyrie eleison
Lord, have mercy (Greek). This phrase, combined with "Christe eleison" and sung nine times in the traditional Mass, is the only Greek to be found in the Latin Mass.

Laudetur Iesus Christus!
"Praise be to Jesus Christ!" This is an indulgenced Christian greeting. The response is "In aeternum!" ("For evermore!"

Lex credendi legem statuat supplicandi
"Let the rule of belief determine the rule of prayer." This is more liturgically accurate than the more commonly seen "Lex orandi, Lex credendi" ("the law of prayer determines the law of faith", which was condemned by Pope Pius XII in his Encyclical "Mediator Dei" (paragraphs 46-48). The latter, to use the words of His Holiness, inaccurately assumes that the "sacred liturgy is a kind of proving ground for the truths to be held of faith, meaning by this that the Church is obliged to declare such a doctrine sound when it is found to have produced fruits of piety and sanctity through the sacred rites of the liturgy, and to reject it otherwise." Instead, the rule of belief determines prayer.

Lex orandi, Lex credendi
See above

Mala lex, nulla lex
"A bad law is no law" (St. Thomas Aquinas)

Mea culpa, mea culpa, mea maxima culpa
"Through my fault, through my fault, through my most grievous fault." These words are part of the Confiteor at Mass, and are spoken as one beats one\s breast three times in penance.

MR QU
Greek acronym for "Meter Theou" or "Mother of God." Often seen in icons.

Name
While not an abbreviation, it is important to know that Catholics capitalize the word "name" when referring to God (e.g., "His Name is Jesus" and the word "face" when referring to the Face of Christ. We also usually capitalize pronouns referring to Jesus to emphasize His divinity (e.g., "He said to His disciples...".

N.D.
Notre Dame, French for "Our Lady"

NIKA
Greek for "Victor." Often seen in icons along with "IC XC" to indicate "Jesus Christ, Victor"

Noli Me tangere
"Touch Me not." These are the words of Jesus to Mary Magdalen after He rose from the grave. See John 20:17.

Non nobis Domine, sed Tuo Nomine da gloriam
"Not to us, O Lord, but to Thy Name give glory." Motto of the Militia of the Temple, Poor Knights of Christ. Formerly the motto of the Knights Templar, now defunct as it was dissolved by an Apostolic Decree -- a Bull of 22 March, 1312 -- written by Pope Clement V.

Non sum dignus
"I am not worthy." With Mike Meyers\s "Wayne World" and its "we\re not worthy" catchphrase, you might hear this one relatively often as a joking reference to that. The words come from the prayer of the Roman centurion, and are said at Mass before receiving Communion. The full prayer is "Dómine, non sum dignus ut intres sub tectum meum, sed tantum dic verbo, et sanábitur ánima mea." (Lord, I am not worthy that Thou shouldst enter under my roof, but only say the word, and my soul shall be healed.". See Matthew 8 and Luke 7:6.

O.L.
Our Lady

Ora et Labora
"Prayer and Work." One of the mottoes of the Benedictine Order and of the Trappists.

Ora pro nobis
Pray for us (addressing one person, as in "Maria, ora pro nobis". To address more than one person, use "Orate pro nobis," as in "Maria et Ioseph, orate pro nobis."

O wN
Greek for Christ\s title "The One Who Is" or "I am" (Exodus 3:14, Apocalypse 4). Pronounced "Oh own." Often seen in icons.

Pax
Peace. One of the mottoes of the Benedictine Order.

Pax Christi
Peace of Christ

Pax et Bonum
Peace and Goodness

Pax vobiscum
"Peace be with you" (plural). The singular would be "Pax tecum."

Per Matrem ad Filium
"Through the Mother to the Son." The motto of the Marianist Order.

Quo vadis?
"Where are You going?" These are the words of Pope St. Peter to Jesus, according to a legend. St. Peter tried to flee his persecution in Rome, but met Jesus on the Appian Way. He asked Him, "Dómine, quo vadis?" (Lord, where are You going?). Jesus answered, "Eo Romam iterum crucifigi" (I go to Rome to be crucified anew). There is a church there today that marks the spot where this is said to have happened. The church is named "Chiesa di Santa Maria in Palmis," but is better known as "Chiesa del Domine Quo Vadis" or simply the "Quo Vadis Church."

Residuum revertetur!
"The Remnant shall return!" This saying applies to the Truth that throughout History, a remnant has always remained faithful to God in spite of the corruption and lapses into paganism of their leaders

R.I.P.
Requiescat In Pace, or "May he or she rest in peace." The plural is "Requiescant in pace" ("May they rest in peace".

Roma locuta est,
causa finita est
"Rome has spoken, the matter is finished." This is a paraphrase of St. Augustine\s "jam enim de hac causa duo concilia missa sunt ad sedem apostolicam; inde etiam rescripta venerunt; causa finita est" ("for already on this matter two councils have sent to the Apostolic See, whence also rescripts have come. The cause is finished", found in his Sermon 131.10. He was writing in response to the fact that Pope St. Innocent I confirmed the Council of Carthage and the Council of Mileve (both in A.D. 416), both of which condemned Pelagianism, the heresy which denied Grace and Original Sin.

S.A.G.
"St. Anthony Guide." This short prayer asking St. Anthony to guide a correspondence to its destination is written on the backs of letters and envelopes, etc., and is often used in wax seals, ink stamps, and the like. It stems from St. Anthony\s intercession, in A.D. 1729, in the case of a woman whose merchant husband had gone from their home in Oviedo, Spain to Peru on business. The wife had written her spouse letters, but received no reply. She then asked St. Anthony to intercede for her. Trusting completely in the power of God working through His most faithful St. Anthony, she wrote a letter to her husband and took it to Oviedo\s Fransican church to place it in the hands of St. Anthony\s statue, asking that the Saint see to it that her husband got the letter. She returned to the church later to find a reply from her husband and several gold pieces in the statue\s hands. The husband\s letter noted that he received the wife\s letter from the hands of a Franciscan priest.

S.D.
Servus Dei, or "Servant of God"

Sic transit gloria mundi
"Thus passes the glory of the world." A reminder of mortality and the importance of storing up treasure in Heaven rather than earth. This phrase is repeated to newly-elected Popes just before their first Papal Mass in order to keep themm focused on what is important and to remind themm that, though they are the Vicars of Christ, they are just men.

Tuitio Fidei et Obsequium Pauperum
"To defend the faith and to serve the poor." Motto of the Knights of Malta.

U.I.O.G.D
That God may be glorified in all things (Ut In Omnibus Glorificetur Deus). One of the mottoes of the Benedictine Order.

Urbi et Orbi
"For the City (Rome) and the world." When these words are found in a papal document, it means that the document is meant not only for Rome, but for the entire world. These words are also the name of a papal blessing given from the balconies of major Roman basilicas at solemn occasions, such as papal coronations, the annual Easter blessing, etc.

Veritas
Truth. One of the mottoes of the Dominican Order.

V.G.F.A.
"Votum Fecit Gratiam Accepit" -- "Vow made, graces received." The abbreviation for this phrase is often seen on votive offerings.

¡Viva Cristo Rey!
Long live Christ the King! (Spanish). This was the battle cry of those who fought to defend Catholic culture against Communism in the Spanish Civil War, and of the Mexican "Cristeros" who fought for the same cause during the Mexican Revolution, the Masonic-Bolshevik takeover of their country which led to the suppression of Catholicism and the massacre of priests, religious and laymen. The Spanish upside-down exclamation mark is made by holding the ALT KEY while typing 0161 on your number pad.

Viva il Papa!
Long live the Pope! (Italian)

Vive Christus Rex!
Long live Christ the King! (You may see this also as "Vivat Christus Rex," but I\ve been informed that the use of the subjunctive, "vivat," would be used on birthdays of living men, such as a wish for their longevity, while the imperative, "vive," is best for ceremonies celebrating the coronation of a monarch or other ceremonies celebrating his reign.)

Zelo Zelatus Sum Pro Domino Deo Exercituum
"With Zeal have I been Zealous for the Lord God of Hosts." The motto of the Carmelite Order.
†
Cross character made thusly:
Turn Number Lock (Num Lock) Key on, press ALT key and hold down while typing 0134 on your Number Pad (the HTML is: &134; )

Crosses should not be used with signatures made by a layman; they are used by Bishops (who place the Cross before the signature) and priests (who place the Cross after the signature) and convey a blessing in the Name of Jesus.

+
Greek Cross, made by a plus sign. (See above entry, too).

+-(
The Pope emoticon, made with a plus sign, a dash, left parenthesis, colon, dash, and right parenthesis


#115   sssssss20.07.2005 - 18:06
http://www.vocation.com/bulletin_backissue-38523.htm

#114   rrrrr20.07.2005 - 18:03
http://www.veritaschristi.org/articles/apologetics/2004/religious_spirituality.htm

#113   ffffff20.07.2005 - 17:56
members.aol.com/ bernddirnberger/

traditio.com

#112   ddddddd20.07.2005 - 16:52
Warum hasst sich der Westen?
von Papst Benedikt XVI.

Die westliche Kultur zeigt Zerfallserscheinungen. Sie verliert mit ihrer Religiösität die Achtung vor sich selbst. Der aktuelle Kampf der Kulturen hält dem Westen einen unangenehmen Spiegel vor. Denn er entlarvt seinen fehlenden Spiritualismus.

Europa kannte über Jahrhunderte nur ein Gegenüber, mit dem es auskommen musste: den Islam. Amerika wurde im Norden und im Süden europäisiert. In Asien und Afrika startete man den Versuch, sie zu Zweigstellen Europas zu machen, zu Kolonien. Teilweise ist dies auch gelungen, insofern als Asien und Afrika das Ideal einer von Technik und Wohlstand beherrschten Welt übernahmen und säkulare Ideen das öffentliche Leben immer stärker bestimmen.

Aber es ergibt sich auch eine entgegen gesetzte Wirkung: Das Wiederaufblühen des Islam ist nicht nur durch den materiellen Reichtum islamischer Länder bedingt, seine Ausbreitung erklärt sich auch daher, dass er seinen Anhängern eine lebensnahe, spirituelle Basis bieten kann und genau diese scheint dem Alten Europa verloren gegangen zu sein. Deshalb wird Letzteres, trotz seines politischen und wirtschaftlichen Gewichts, als dem Niedergang geweiht angesehen.

Auch die großen religiösen Traditionen Asiens, insbesondere deren mystische Komponente, die im Buddhismus zum Ausdruck kommt, erheben sich zur spirituellen Macht gegen ein Europa, das von seinen religiösen und moralischen Grundsätzen abfällt. Der Optimismus, den Arnold Toynbee Anfang der Sechziger bezüglich der Behauptung des europäischen Elements vertrat, scheint heute völlig überholt: ???Von 28 Kulturen, die wir gefunden haben (…) sind 18 tot und bei neun von zehn Verbliebenen – das heißt alle außer unserer – sind bereits Anzeichen eines bevorstehenden Untergangs spürbar.“ Wer würde heute noch eine solche Ansicht vertreten? Was macht denn eigentlich unsere Kultur aus, die uns noch bleibt? Ist die europäische Kultur vielleicht die Zivilisation der Technik und des Kommerz, die sich erfolgreich über den ganzen Globus verbreitet hat? Entstand diese etwa nicht erst in einer posteuropäischen Phase, nach dem Niedergang der antiken europäischen Kulturen? Hier erscheint mir eine paradoxe Gleichzeitigkeit vorzuliegen: Mit der weltweiten Verbreitung der posteuropäischen, technisch säkularen Lebens- und Denkweise verbreitet sich auch die Ansicht, insbesondere unter den Kulturen Afrikas und Asiens ohne europäische Wurzeln, dass Werte, Kultur und Glauben in Europa, das heißt das Fundament der europäischen Identität, dem Untergang geweiht sind und nunmehr das Zeitalter der Wertsysteme anderer Kulturen anbricht, des präkolumbianischen Amerika, des Islam und des mystischen Asiens.

Europa scheint auf dem Höhepunkt seines Erfolges innerlich ausgehöhlt. Gewissermaßen ist sein Kreislaufsystem zusammengebrochen und diese lebensbedrohliche Situation soll durch Transplantationen abgewandt werden, mit denen es jedoch auch seine Identität zerstört. Neben diesem internen Schwinden tragender spiritueller Kräfte befindet sich Europa auch ethnisch auf dem Weg in den Untergang.

Die Zuversicht in die Zukunft ist auf eine sonderbare Weise abhanden gekommen. Die Kinder, die doch unsere Zukunft sind, werden als Bedrohung der Gegenwart, als Einschränkung unserer Lebensqualität angesehen. In ihnen sieht man nicht die Hoffnungsträger, sondern eine Last für die Gegenwart. Der Vergleich mit dem zerfallenden Römischen Reich drängt sich auf: Der geschichtliche Rahmen funktionierte noch, als es bereits von denjenigen lebte, die seinen Zerfall herbeiführen würden, weil es seine Vitalität eingebüßt hatte.

Damit kommen wir zu den Problemen dieser Zeit. Zur Zukunft Europas gibt es zwei gegensätzliche Prognosen. Oswald Spengler vertritt einerseits die Auffassung, dass er für die großen Kulturen eine Art Naturgesetz ausmachen kann: Sie entstehen, entwickeln sich, erblühen, breiten sich aus, beginnen zu altern und gehen schließlich unter. Spengler untermauert seine These anschaulich durch Quellen der Kulturgeschichte, die dieses Gesetz des natürlichen Verfalls verdeutlichen. Seiner Ansicht nach ist der Westen im Endstadium angelangt und steuert unaufhaltsam auf seinen kulturellen Untergang zu, aller Rettungsversuche zum Trotz. Europa kann seine Herrscher zwar in eine neu entstehende Kultur hinüberretten, wie dies bereits bei anderen, untergegangenen Kulturen der Fall war, aber seine Tage als eigenständiges Subjekt sind nichtsdestotrotz gezählt.

Dieser These, die man als biologistisch bezeichnen kann, wurde leidenschaftlich widersprochen, insbesondere aus katholischen Kreisen in der Zeit zwischen den Weltkriegen; vehement ging man auch gegen Arnold Toynbee vor, wenn auch mit Argumenten, die heute keiner mehr vertreten würde. Toynbee weist auf den Unterschied hin zwischen technisch materiellem Fortschritt einerseits und dem eigentlichen Fortschritt andererseits, den er als spirituell bezeichnet. Er vertritt die Ansicht, dass die Krise der westlichen Welt darauf zurückzuführen ist, dass die Religion durch einen Kult um Technik, Nation und Militarismus verdrängt wurde. Die Krise hat für ihn einen Namen: Säkularismus.

Wenn man die Ursache für die Krise kennt, kann folglich auch ein Ausweg aus dieser gefunden werden: Die Religion muss wieder eine größere Rolle spielen, hierzu gehört, seiner Meinung nach, das religiöse Erbe aller Kulturen, aber insbesondere dessen, ???was vom westlichen Christentum übrig geblieben ist“. Der eine beleuchtet die Situation unter biologistischen Gesichtspunkten, der andere stellt den Willen in den Mittelpunkt, die Kraft, die von kreativen Minderheiten und außergewöhnlichen Persönlichkeiten ausgeht.

Die Frage stellt sich: Ist diese Diagnose zutreffend? Und wenn ja, ist es möglich, die Religion neu zu beleben, durch eine Synthese der ???Überbleibsel“ des Christentums und des religiösen Erbes der Menschheit? Letztlich bleibt die Antwort zwischen Spengler und Toynbee offen, da wir nicht in die Zukunft schauen können. Aber unabhängig davon müssen wir uns fragen, auf welcher Grundlage die Zukunft gesichert und die innere Identität Europas erhalten werden kann, durch alle historischen Metamorphosen hindurch. Oder einfacher ausgedrückt: Wie können wir heute und morgen die menschliche Würde erhalten und ein menschwürdiges Leben ermöglichen?

Eine Antwort finden wir, wenn wir die heutige Zeit im Spiegel der historischen Wurzeln betrachten. Wir waren der Französischen Revolution und dem 19. Jahrhundert verhaftet geblieben. In dieser Zeit entstanden vor allem zwei neue europäische Modelle. In den romanischen Nationen das laizistische Modell: Der Staat ist strikt von den religiösen Körperschaften getrennt, die dem privaten Sektor zugeordnet werden. Der Staat selbst verwirft das religiöse Fundament und baut auf Vernunft und Intuition. Die Vernunft ist jedoch eine schwache Größe und dadurch sind auch diese Systeme kraftlos und leichte Beute für Diktatoren; sie konnten nur weiter bestehen, weil das alte, moralische Bewusstsein teilweise noch vorhanden war, wenn auch seiner früheren Fundamente beraubt und nur dadurch war ein grundsätzlicher, moralischer Konsens noch möglich. Andererseits gibt es in der germanischen Welt differenzierte Modelle einer Staatskirche des liberalen Protestantismus, in denen eine aufgeklärte, christliche Religion als moralische Instanz (auch wenn mit staatlich gesicherter Religionsausübung) für moralischen Konsens und eine breite religiöse Basis sorgt, in die sich die einzelnen, nichtstaatlichen Religionen einfügen müssen. Dieses Modell sicherte in Großbritannien, den skandinavischen Ländern und vor allem auch im preußischen Deutschland für lange Zeit den Zusammenhalt von Staat und Kirche. In Deutschland entstand jedoch durch den Niedergang des preußischen Staates ein Vakuum, das in der Folgezeit der Entstehung einer Diktatur Platz bot. Heute sind die Staatskirchen weltweit im Verfall begriffen: Aus religiösen Körperschaften, die vom Staat abgeleitet sind, geht keine moralische Kraft mehr aus und der Staat selbst kann keine moralische Kraft erzeugen. Er muss diese hingegen voraussetzen und sich auf diese stützen.

Zwischen den beiden Modellen liegen die Vereinigten Staaten von Nordamerika, die einerseits auf der Grundlage der freien Kirchen gewachsen sind und die von einem strengen Trennungsdogma ausgehen, die jedoch andererseits durch einen überkonfessionellen Konsens christlich-protestantischer Prägung im Allgemeinen geformt werden, der mit einem gegenüber dem Rest der Welt ausgeprägten religiösen Missionierungseifer einherging und damit dem religiösen Faktor eine bedeutende öffentliche Gewichtung verlieh. Sie könnte als präpolitische und überpolitische Kraft für das politische Leben von entscheidender Bedeutung sein. Sicher muss man auch der Tatsache Rechnung tragen, dass der Verfall des christlichen Erbes auch in den Vereinigten Staaten unaufhaltsam voranschreitet, während der Anteil der hispanischen Bevölkerungsgruppe rapide zunimmt und das Vorhandensein religiöser Traditionen aus der ganzen Welt das Bild verändern. Vielleicht sollte an dieser Stelle auch erwähnt werden, dass die Vereinigten Staaten die massive Protestantisierung Lateinamerikas vorantreiben und mithilfe der freien Kirchen den Zerfall der katholischen Kirche fördern, eben weil sie der Überzeugung sind, dass die katholische Kirche nicht in der Lage ist, ein stabiles politisches und wirtschaftliches System zu garantieren und erzieherisch auf die verschiedenen Nationen einzuwirken. Das Modell der freien Kirchen hingegen gestattet einen moralischen Konsens und auch eine demokratische Bildung des öffentlichen Willens, wie dies für die Vereinigten Staaten charakteristisch ist. Was das Ganze noch komplizierter macht, ist die Tatsache, dass man der katholischen Kirche zugestehen muss, dass sie heute die größte religiöse Gemeinschaft in den Vereinigten Staaten darstellt, dass diese Gemeinschaft sich in ihrem Glauben eindeutig zur katholischen Identität bekennt, dass die Katholiken jedoch, was das Verhältnis Kirche-Politik anbelangt, die Tradition der freien Kirchen angenommen haben in dem Sinne, dass gerade eine nicht mit dem Staat verquickte Kirche besser in zu gewährleisten, sodass die Verbreitung des demokratischen Ideals wie eine mit dem Glauben zutiefst übereinstimmende moralische Pflicht erscheint. In einer derartigen Haltung kann man zu Recht die – dem Zeitgeist angepasste – Fortführung des oben angesprochenen, von Papst Gelasius vertretenen Modells sehen.

Doch wenden wir uns wieder Europa zu. Zu den beiden oben erwähnten Modellen gesellt sich noch ein drittes, im neunzehnten Jahrhundert entstandenes Gesellschaftsmodell: der Sozialismus, der sich bald in zwei unterschiedliche Lager spaltete, den totalitären und den demokratischen Sozialismus. Der demokratische Sozialismus war in der Lage, seit seinem Aufkommen sich in die beiden existierenden Modelle einzufügen und ein gesundes Gegengewicht zu den liberal-radikalen Standpunkten zu bilden und diese darüber hinaus zu bereichern und zu korrigieren. Der Sozialismus bildete zudem ein überkonfessionelles Moment: In England war es das katholische Lager, das sich weder im protestantisch-konservativen noch im liberalen Umfeld heimisch fühlen konnte. Auch im wilhelminischen Deutschland konnte sich die katholische Mitte dem demokratischen Sozialismus näher fühlen als den streng preußisch-protestantisch konservativen Kräften. In vielerlei Hinsicht befand und befindet sich der demokratische Sozialismus nahe bei der sozialen katholischen Doktrin; in jedem Fall hat er zur Bildung eines sozialen Bewusstseins einen beträchtlichen Beitrag geleistet.

Das totalitäre Modell hingegen verband sich mit einer streng materialistischen und atheistischen Geschichtsphilosophie: Die Geschichte wird deterministisch als Prozess des Fortschritts betrachtet, die eine religiöse und liberale Phase durchlebt und schließlich die absolute und endgültige Gesellschaftsform erlangt, in der die Religion als Relikt der Vergangenheit überwunden wird und eine gut funktionierende materielle Grundlage das Glück aller gewährleistet. Die scheinbare Wissenschaftlichkeit verbirgt einen intoleranten Dogmatismus: Der Geist ist das Produkt der Materie, die Moral das Produkt der Umstände und muss nach den Zielen der Gesellschaft definiert und praktiziert werden. Alles, was dem Erreichen des ???guten Endes“ dient, ist moralisch. Hier erfolgt die vollkommene Umkehrung der Werte, die die Eckpfeiler Europas bilden. Und mehr noch findet hier ein Bruch der gesamten moralisch-ethischen Tradition der Menschheit statt: Es gibt keine Werte mehr, die losgelöst vom Fortschrittsdenken existieren könnten; alles ist erlaubt und sogar notwendig, alles ist – in einem neuen Sinne des Terminus – moralisch. Auch der Mensch kann zum Instrument werden. Nicht der Einzelne zählt, sondern nunmehr die Zukunft, die zur schrecklichen Gottheit wird, die über alle und alles verfügt.

Die kommunistischen Systeme sind in erster Linie an ihrer falschen ökonomischen Dogmatik gescheitert. Doch wird allzu gern darüber hinweggesehen, dass sie im Grunde an der ihnen eigenen Missachtung der Menschenrechte gescheitert sind, an der Unterordnung der Moral unter die Bedürfnisse des Systems und die von ihm gemachten Versprechungen für die Zukunft. Die eigentliche Katastrophe ist nicht wirtschaftlicher Natur. Sie besteht vielmehr in einer Verhärtung der Seelen, in der Zerstörung des moralischen Bewusstseins. Meiner Meinung nach besteht ein wesentliches Problem unserer Zeit sowohl europaweit als auch international darin, dass niemals der Untergang aus wirtschaftlichen Gründen in Frage gestellt wird und dass die Altkommunisten ohne mit der Wimper zu zucken zur liberalen Ökonomie übergegangen sind; die moralisch-ethische und religiöse Problematik hingegen, um die es in Wahrheit ging, wird fast vollständig beiseite geschoben. Somit besteht die Problematik, die der Marxismus hinter sich gelassen hat, auch heute noch: der Zerfall der uranfänglichen Gewissheit des Menschen Gott, sich selbst und das Universum betreffend. Der Niedergang des Bewusstseins für unverrückbare moralische Werte ist immer noch und gerade heute unser Problem und kann zur Selbstzerstörung des europäischen Bewusstseins führen. Das ist eine Gefahr, die wir unabhängig von Spenglers Untergangsvision als real existierend betrachten müssen.

WIE GEHT ES WEITER?

Und so sehen wir uns mit der Frage konfrontiert: Wie soll es weitergehen? Gibt es in den gewalttätigen Umwälzungen, die unsere Zeit erschüttern, die Aussicht auf eine europäische Identität, für die wir uns mit Leib und Seele einsetzen können? An dieser Stelle möchte ich nicht die Einzelheiten der künftigen europäischen Verfassung diskutieren. Ich möchte lediglich kurz auf die moralischen Grundelemente, die meines Erachtens nicht fehlen dürfen, zu sprechen kommen.

Ein erstes Element ist die ???Unbedingtheit“, mit der Menschenwürde und Menschenrechte als Grundpfeiler jeglicher staatlicher Gesetzgebung als Werte bestehen müssen. Diese grundlegenden Werte werden weder vom Gesetzgeber geschaffen noch dem Bürger zuerkannt, ???sondern existieren als Recht per se, müssen von Anbeginn an vom Gesetzgeber respektiert werden, werden ihm vorab als Werte höherer Ordnung gegeben“. Die Gültigkeit der Menschenwürde steht über jeglichem politischen Handeln und über jeglicher politischer Entscheidung und verweist letztlich nur an den Schöpfer: Nur Er kann Werte festlegen, die sich auf das menschliche Wesen stützen und die unantastbar sind. Dass es Werte gibt, die unverrückbar sind, das ist die eigentliche Garantie für unsere Freiheit und die menschliche Größe. Eben darin sieht der christliche Glaube das Mysterium des Schöpfers und des Ebenbilds Gottes, das Er dem Menschen verliehen hat.

Heute bestreitet fast niemand mehr, dass die Würde des Menschen und die fundamentalen Menschenrechte über jeder politischen Entscheidung stehen. Zu frisch im Gedächtnis sind noch die Gräueltaten des Nationalsozialismus und seiner Rassentheorie. Doch auf dem konkreten Gebiet des so genannten medizinischen Fortschritts werden diese Werte von sehr realen Bedrohungen überschattet. Man denke nur an das Klonen, an das Konservieren von menschlichen Föten zum Zwecke der Forschung und der Organspende, an das ganze große Gebiet der Genmanipulation: Niemand verkennt wohl den schleichenden Verschleiß der Menschenwürde, der uns auf diesem Gebiet droht. Dazu gesellen sich ein immer weiter um sich greifender Menschenhandel, neue Formen von Sklaverei und Organhandel für Transplantationen. Und zur Rechtfertigung dessen, was nicht zu rechtfertigen ist, wird stets ein löbliches Ziel angeführt. Bezogen auf diese Gebiete gibt es in der Grundrechte-Charta einige feste Grundsätze, über die man sich freuen kann. Doch in wichtigen Punkten bleibt sie zu vage, während doch gerade hier die Ernsthaftigkeit der Prinzipien auf dem Spiel steht. Zusammenfassend kann man sagen, dass die schriftliche Fixierung des Wertes und der Würde des Menschen, der Freiheit, Gleichheit und Solidarität mit der Bestätigung der Demokratie und des Rechtsstaats ein Bild des Menschen impliziert, eine moralische Option und den Gedanken von Recht – Werte, die alles in allem ganz und gar nicht selbstverständlich sind, die jedoch tatsächlich grundlegende Faktoren für die Identität Europas darstellen und die auch in ihren konkreten Folgen garantiert werden müssten und die sicherlich nur durch die stete Erneuerung des moralisch-ethischen Bewusstseins verteidigt werden können.

Ein zweiter Punkt, der die Identität Europas verkörpert, ist die Ehe und die Familie. Die monogame Ehe als Grundstruktur der Beziehung zwischen Mann und Frau und gleichzeitig als Urzelle des staatlichen Gebildes entstand auf der Grundlage des biblischen Glaubens. Sie hat sowohl das Bild West- als auch Osteuropas geprägt und ihm seinen besonderen Charakter und seine besondere Menschlichkeit verliehen, auch und gerade weil die Form des Glaubens und Verzichts, die ihr zugrunde liegen, immer wieder neu erobert werden muss, was mit viel Mühe und Leid einhergeht. Europa wäre nicht mehr Europa, wenn diese Urzelle seines sozialen Gebäudes verschwinden oder grundlegend verändert würde. Die Grundrechtecharta spricht vom Anrecht auf Heirat, bietet jedoch keinen konkreten rechtlichen und moralischen Schutz für sie und führt dies auch nicht weiter aus. Und doch ist uns allen bewusst, wie sehr Ehe und Familie bedroht sind, einerseits durch die Abschaffung der Unauflöslichkeit der Ehe, dadurch, dass eine Scheidung immer einfacher wird, andererseits durch neue, sich stetig verbreitende Verhaltensmuster, durch Lebensgemeinschaften von Männern und Frauen ohne Trauschein. In starkem Widerspruch hierzu steht die Forderung von homosexuellen Partnern, die nun paradoxerweise eine gesetzlich anerkannte Form ihrer Lebensgemeinschaft fordern, die juristisch den gleichen Stellenwert wie eine Ehe haben soll. Diese Tendenz zeigt, dass wir auf dem Weg sind, vom Komplex der Moralgeschichte der Menschheit, die trotz unterschiedlicher juristischer Formen der Ehe dennoch stets das Bewusstsein wahrte, dass das Wesen der Ehe die Gemeinschaft von Mann und Frau bedeutet, die offen ist für Kinder und so die Familie bildet. Hier handelt es sich nicht um Diskriminierung, sondern vielmehr um die Frage, was Menschsein als Mann oder Frau bedeutet und wie das Zusammensein von Mann und Frau in eine juristische Form gebracht werden kann. Wenn sich diese Gemeinschaft einerseits immer weiter von juristischen Formen entfernt, homosexuelle Partnerschaften andererseits vor dem Gesetz den gleichen Stellenwert wie die Ehe erhalten sollen, so stehen wir vor dem Zerfall dessen, was wir unter dem Begriff ???Mensch“ verstehen. Dieses Phänomen kann extrem schwer wiegende Folgen für uns haben.

DIE RELIGIÖSE GRUNDFRAGE

Der letzte Punkt, den ich ansprechen möchte, ist die Frage der Religiosität. Ich möchte hier nicht an die komplexen Diskussionen der letzten Jahre anknüpfen, sondern lediglich einen für alle Kulturen wesentlichen Aspekt ansprechen: die Achtung gegenüber dem, was dem anderen heilig ist, insbesondere die Achtung vor dem, was im höheren Sinne heilig ist, die Achtung bzw. Ehrfurcht vor Gott, etwas, das man auch bei Menschen findet, die nicht an Gott glauben. In einer Gesellschaft, in der diese Achtung verletzt wird, geht etwas Wesentliches verloren. In unserer heutigen Gesellschaft wird man Gott sei Dank bestraft, wenn man den jüdischen Glauben entehrt, sein Bild von Gott, seine großen Symbole. Auch wird bestraft, wer den Koran und die Überzeugungen des Islam verhöhnt. Handelt es sich hingegen um Christus und um das, was den Christen heilig ist, so erscheint hier die Meinungsfreiheit wie das höchste Gut und eine Beschränkung in diesem Zusammenhang käme einer Bedrohung oder gar der Zerstörung der Toleranz und der Freiheit im Allgemeinen gleich. Hier stößt jedoch die Meinungsfreiheit an ihre Grenzen. Es darf nicht sein, dass sie die Ehre und Würde des anderen zerstört; Meinungsfreiheit ist nicht die Freiheit zu lügen oder die Menschenrechte zu zerstören.

Hier leidet der Westen unter einem merkwürdigen Selbsthass, den man nur als pathologisch bezeichnen kann; zwar tendiert der Westen in löblicher Weise dazu, offen für andere Wertvorstellungen zu sein, doch mag er sich selbst nicht mehr leiden. Von seiner eigenen Geschichte sieht er nurmehr das, was verwerflich und destruktiv ist und er ist nicht mehr in der Lage zu erkennen, was groß und rein ist. Europa braucht, um überleben zu können, eine neue – sicherlich kritische und demütige – Selbstannahme. Die multikulturelle Gesellschaft, die beständig und mit Nachdruck bestärkt und gefördert wird, ist bisweilen vor allem das Verlassen und Verleugnen dessen, was Eigen ist, eine Flucht vor dem Eigenen. Doch die multikulturelle Gesellschaft kann nicht ohne eine gemeinsame Konstante existieren, ohne Orientierungspunkte, die ihren Ursprung im Eigenen haben. Sie kann sicher nicht ohne die Achtung vor dem, was heilig ist, existieren. Zu ihr gehört es, dem, was dem anderen heilig ist, mit Achtung zu begegnen. Doch dies schaffen wir nur, wenn das, was heilig ist – Gott – uns selbst nicht fremd ist. Natürlich können und müssen wir von dem lernen, was dem anderen heilig ist. Doch gerade vor dem anderen und für den anderen ist es unsere Pflicht, in uns selbst die Achtung vor dem, was heilig ist, zu nähren und das Antlitz Gottes, der uns erschienen ist, zu zeigen; eines Gottes, der Mitleid mit den Armen und Schwachen hat, mit den Witwen und Weisen, mit den Fremden; eines Gottes, der so menschlich ist, dass er selbst Mensch geworden ist, ein leidender Mensch, der, indem er mit uns leidet, dem Schmerz Würde und Hoffnung verleiht.

Wenn wir das nicht tun, so verleugnen wir nicht nur die Identität Europas, sondern unterlassen darüber hinaus einen Dienst, den wir am Nächsten tun müssen, einen Dienst, auf den er ein Anrecht hat. Für die Kulturen der Welt ist das absolut Weltliche, das sich im Westen gebildet hat, ein zutiefst befremdliches Phänomen. Sie sind überzeugt davon, dass eine Welt ohne Gott keine Zukunft hat. Somit fordert uns gerade die multikulturelle Gesellschaft dazu auf, wieder in uns zu gehen.

Wie die Dinge in Europa sich in der Zukunft entwickeln werden, wissen wir nicht. Die Grundrechte-Charta kann ein erster Schritt sein, ein Zeichen, dass Europa wieder ganz bewusst seine Seele sucht. Hier muss man Toynbee Recht geben, dass das Schicksal einer Gesellschaft immer von kreativen Minderheiten abhängt. Die gläubigen Christen müssten sich selbst als eine solche kreative Minderheit betrachten und dazu beitragen, dass Europa das Beste seines Erbes wiedererlangt, um so der ganzen Menschheit zu dienen.

Übersetzung aus dem Italienischen: Macfarlane International

#111   vvvvvvvv19.07.2005 - 10:21
Edith Stein\s Sole Boast Was the Cross of our Lord Jesus Christ

1. "Far be it from me to glory except in the Cross of our Lord Jesus Christ" (Gal 6: 14).

St Paul\s words to the Galatians, which we have just heard, are well suited to the human and spiritual experience of Teresa Benedicta of the Cross, who has been solemnly enrolled among the saints today. She too can repeat with the Apostle: Far be it from me to glory except in the Cross of our Lord Jesus Christ.

The Cross of Christ! Ever blossoming, the tree the Cross continues to bear new fruits of salvation. This is why believers look with confidence to the Cross, drawing from its mystery of love the courage and strength to walk faithfully in the footsteps of the crucified and risen Christ. Thus the message of the Cross has entered the hearts of so many men and women and changed their lives.

The spiritual experience of Edith Stein is an eloquent example of this extraordinary interior renewal. A young woman in search of the truth has become a saint and martyr through the silent workings of divine grace: Teresa Benedicta of the Cross, who from heaven repeats to us today all the words that marked her life: "Far be it from me to glory except in the Cross of our Lord Jesus Christ".

2. On 1 May 1987, during my Pastoral Visit to Germany, I had the joy of beatifying this generous witness to the faith in the city of Cologne. Today, 11 years later, here in Rome, in St Peter\s Square, I am able solemnly to present this eminent daughter of Israel and faithful daughter of the Church as a saint to the whole world.

Today, as then, we bow to the memory of Edith Stein, proclaiming the indomitable witness she bore during her life and especially by her death. Now alongside Teresa of Avila and Thérèse of Lisieux, another Teresa takes her place among the host of saints who do honour to the Carmelite Order.

Dear brothers and sisters who have gathered for this solemn celebration, let us give glory to God for what he has accomplished in Edith Stein.

We remember all concentration camp victims with respect

3. I greet the many pilgrims who have come to Rome, particularly the members of the Stein family who have wanted to be with us on this joyful occasion. I also extend a cordial greeting to the representatives of the Carmelite community, which became a "second family" for Teresa Benedicta of the Cross.

I also welcome the official delegation from the Federal Republic of Germany, led by Helmut Kohl, the outgoing Federal Chancellor, whom I greet with heartfelt respect. Moreover, I greet the representatives of the states of North Rhine-Westphalia and Rhineland-Palatinate and the Mayor of Cologne.

An official delegation has also come from my country, led by Prime Minister Jerzy Buzek. I extend a cordial greeting to them.

I would particularly like to mention the pilgrims from the Dioceses of Wroclaw (Breslau), Cologne, Münster, Speyer, Kraków and Bielsko-Zywiec who have come with their Cardinals, Bishops and pastors. They join the numerous groups of the faithful from Germany, the United States of America and my homeland, Poland.

4. Dear brothers and sisters! Because she was Jewish, Edith Stein was taken with her sister Rosa and many other Catholic Jews from the Netherlands to the concentration camp in Auschwitz, where she died with them in the gas chambers. Today we remember them all with deep respect. A few days before her deportation, the woman religious had dismissed the question about a possible rescue: "Do not do it! Why should I be spared? Is it not right that I should gain no advantage from my Baptism? If I cannot share the lot of my brothers and sisters, my life, in a certain sense, is destroyed".

From now on, as we celebrate the memory of this new saint from year to year, we must also remember the Shoah, that cruel plan to exterminate a people a plan to which millions of our Jewish brothers and sisters fell victim. May the Lord let his face shine upon them and grant them peace (cf. Nm 6: 25f.).

For the love of God and man, once again I raise an anguished cry: May such criminal deeds never be repeated against any ethnic group, against any race, in any corner of this world! It is a cry to everyone: to all people of goodwill; to all who believe in the Just and Eternal God; to all who know they are joined to Christ, the Word of God made man. We must all stand together: human dignity is at stake. There is only one human family. The new saint also insisted on this: "Our love of neighbour is the measure of our love of God. For Christians and not only for them no one is a "stranger\. The love of Christ knows no borders".

Only the love of Christ makes us truly free

5. Dear brothers and sisters! The love of Christ was the fire that inflamed the life of St Teresa Benedicta of the Cross. Long before she realized it, she was caught by this fire. At the beginning she devoted herself to freedom. For a long time Edith Stein was a seeker. Her mind never tired of searching and her heart always yearned for hope. She traveled the arduous path of philosophy with passionate enthusiasm. Eventually she was rewarded: she seized the truth. Or better: she was seized by it. Then she discovered that truth had a name: Jesus Christ. From that moment on, the incarnate Word was her One and All. Looking back as a Carmelite on this period of her life, she wrote to a Benedictine nun: "Whoever seeks the truth is seeking God, whether consciously or unconsciously".

Although Edith Stein had been brought up religiously by her Jewish mother, at the age of 14 she "had consciously and deliberately stopped praying". She wanted to rely exclusively on herself and was concerned to assert her freedom in making decisions about her life. At the end of a long journey, she came to the surprising realization: only those who commit themselves to the love of Christ become truly free.

This woman had to face the challenges of such a radically changing century as our own. Her experience is an example to us. The modern world boasts of the enticing door which says: everything is permitted. It ignores the narrow gate of discernment and renunciation. I am speaking especially to you, young Christians, particularly to the many altar servers who have come to Rome these days on pilgrimage: Pay attention! Your life is not an endless series of open doors! Listen to your heart! Do not stay on the surface, but go to the heart of things! And when the time is right, have the courage to decide! The Lord is waiting for you to put your freedom in his good hands.

6. St Teresa Benedicta of the Cross was able to understand that the love of Christ and human freedom are intertwined, because love and truth have an intrinsic relationship. The quest for truth and its expression in love did not seem at odds to her; on the contrary she realized that they call for one another.

In our time, truth is often mistaken for the opinion of the majority. In addition, there is a widespread belief that one should use the truth even against love or vice versa. But truth and love need each other. St Teresa Benedicta is a witness to this. The "martyr for love", who gave her life for her friends, let no one surpass her in love. At the same time, with her whole being she sought the truth, of which she wrote: "No spiritual work comes into the world without great suffering. It always challenges the whole person".

St Teresa Benedicta of the Cross says to us all: Do not accept anything as the truth if it lacks love. And do not accept anything as love which lacks truth! One without the other becomes a destructive lie.

Mystery of the Cross gradually enveloped her whole life

7. Finally, the new saint teaches us that love for Christ undergoes suffering. Whoever truly loves does not stop at the prospect of suffering: he accepts communion in suffering with the one he loves.

Aware of what her Jewish origins implied, Edith Stein spoke eloquently about them: "Beneath the Cross I understood the destiny of God\s People.... Indeed, today I know far better what it means to be the Lord\s bride under the sign of the Cross. But since it is a mystery, it can never be understood by reason alone".

The mystery of the Cross gradually enveloped her whole life, spurring her to the point of making the supreme sacrifice. As a bride on the Cross, Sr Teresa Benedicta did not only write profound pages about the "science of the Cross", but was thoroughly trained in the school of the Cross. Many of our contemporaries would like to silence the Cross. But nothing is more eloquent than the Cross when silenced! The true message of suffering is a lesson of love. Love makes suffering fruitful and suffering deepens love.

Through the experience of the Cross, Edith Stein was able to open the way to a new encounter with the God of Abraham, Isaac and Jacob, the Father of our Lord Jesus Christ. Faith and the Cross proved inseparable to her. Having matured in the school of the Cross, she found the roots to which the tree of her own life was attached. She understood that it was very important for her "to be a daughter of the chosen people and to belong to Christ not only spiritually, but also through blood".

8. "God is spirit, and those who worship him must worship in spirit and truth" (Jn 4: 24).

Dear brothers and sisters, the divine Teacher spoke these words to the Samaritan woman at Jacob\s well. What he gave his chance but attentive listener we also find in the life of Edith Stein, in her "ascent of Mount Carmel". The depth of the divine mystery became perceptible to her in the silence of contemplation. Gradually, throughout her life, as she grew in the knowledge of God, worshiping him in spirit and truth, she experienced ever more clearly her specific vocation to ascend the Cross with Christ, to embrace it with serenity and trust, to love it by following in the footsteps of her beloved Spouse: St Teresa Benedicta of the Cross is offered to us today as a model to inspire us and a protectress to call upon.

We give thanks to God for this gift. May the new saint be an example to us in our commitment to serve freedom, in our search for the truth. My her witness constantly strengthen the bridge of mutual understanding between Jews and Christians.

St Teresa Benedicta of the Cross, pray for us! Amen.

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