| #125 http://www.erzbistum-muenchen.de/EMF086/EMF008512.asp28.07.2005 - 17:27 |
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| #124 http://www.festjahr.de/index.taf28.07.2005 - 17:07 |
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| #123 fffff28.07.2005 - 16:52 |
| tagespost pur-magazin |
| #122 ztttt28.07.2005 - 15:45 |
| der-fels.de EWTN Jean Marie Kardinal Lustiger: Die Angst mit der Kraft Gottes bekämpfen S. 339 Dr.IrmgardSchmidt-Sommer: Der Messias ist unser Heil S. 341 Franz Salzmacher: Weihnachten Urfest der Versöhnung S.348 Page 2 338 DER FELS 12/2003 Jean Marie Kardinal Lustiger: Die Angst mit der Kraft Gottes bekämpfen .............................. .......... 339 Dr.IrmgardSchmidt-Sommer: Der Messias ist unser Heil ................. 341 Jürgen Liminski: Familienwohl und Gemeinwohl ........... 344 Franz Salzmacher: Weihnachten Urfest der Versöhnung ........................ 348 P.Franz Schaumann SDB: Ein Geschenk Gottes zur rechten Zeit .............................. ......... 350 Dr.Michael Schneider-Flagmeyer: Fels in der Brandung .......................... 352 Manfred Spieker: Katholische Kirche und Schwangerenkonfliktberatung in Deutschland, II.Teil ........................ 354 Franziskanische Gemeinschaft: Nach der Form des heiligen Evangeliums leben ............................ 359 StD. Gerhard Stumpf: Die Märtyrer von gestern haben eine Botschaft für heute ............................ 361 Auf dem Prüfstand ............................ 362 Zeit im Spektrum .............................. . 363 Bücher .............................. ................ 365 Namen- und Sachregister .................. 367 INHALT: Titelbild: Der hl. Franziskus feiert Weihnachten; Miniatur der Klarissin Sibilla von Bondorf (1478); A. Rotzetter: Franziskus feiert Weihnachten, Titel, Ver- lag am Eschbach GmbH Fotos: 339 R. Gindert; 340 Markus Maria Plur; 341 Maria Amata Neyer:Edith Stein, Echter Verlag 1987, S. 43 uns S.66 ; 342 P. F. Schauman SDB; 346, 348, 349 Liminski; 350 P. F. Schaumann; 353 Guiseppe Romano: Papst Joh. Paul II. W. L. Buchverlag, Mün- chen T. 9; 354 Spieker; 356, 357 R. Beckmann: Der Streit um den Beratungsschein, Verlag J. W. Naumann, Würzburg, Umschlag; 360 Archiv 368 Quelle: Die Vollendeten. Vom Opfertod grenz- märkischer Priester 1945/46 von Johannes Schulz, Selbstverlag der Freien Prälatur Schneidemühl Impressum Der Fels Dezember 2003 Seite 367 Liebe Leser, Eine gesegnete Adventszeit und ein gnadenreiches Weihnachtsfest wünscht Ihnen Ihr Hubert Gindert Ein Bericht über den 94. Augsburger Seminarkongress für praktische Medizin trägt die Überschrift Die beste Medizin: Lebensgewohnheiten ändern! (AZ 20.10.03). Die Lebensge- wohnheiten ändern heißt zuerst die Denkgewohnheiten ändern. Wer ein anderer Mensch werden will, kommt am Umdenken nicht vorbei. Die Frage ist, woher er- halten wir die Kraft dafür? Viele möchten sich und ihre Lebensumstände verändern und kommen sich dabei wie Sisyphus vor. Dies ist jener Mensch, der in der antiken Sage die Aufgabe hatte, einen schweren Stein ei- nen Berg hinaufzurollen. Aber bevor er die Spitze des Berges erreicht, rollt der Stein wieder zurück, und das absurde Spiel beginnt von neuem. Sisyphus ist der auf sich selbst zurückgewor- fene, hilflose Mensch, dem im entscheidenden Moment die Kraft fehlt, den Stein auf die Bergkante zu heben. Der fran- zösische Existenzialist Albert Camus hat in seinen Büchern Der Mythos von Sisyphus und Die Pest den auf sich selbst gestellten Menschen ohne Gott beschrieben, der in einer hoff- nungslosen Situation seine Pflicht tut. Eine ständige Über- forderung des Menschen, der auf Gott hin angelegt ist. Aber trifft diese Beschreibung nur auf Atheisten zu, sehen sich nicht auch Christen häufig in der Rolle des Sisyphus? Eltern und Leh- rer, die sich um die Erziehung der Kinder bemühen, Priester, Poli- tiker, Ärzte und Personal in den Krankenhäusern sie alle sind in Gefahr, dass sie, weil sich scheinbar kein Erfolg einstellt, zwar in Pflichterfüllung ihre Ar- beit tun, ihre Aufgabe aber zur Routine ohne Begeisterung wer- den lassen. Vor kurzem wurde eine Frau selig gesprochen. Sie war Leh- rerin in klösterlicher Ordnung und in Geborgenheit. Beim An- blick der alleingelassenen, kran- ken und sterbenden Menschen auf den Straßen indischer Städ- te hat sie sich und ihre Lebens- gewohnheiten völlig verändert: Mutter Teresa. Woher bezog sie ihre Kraft, die Sisyphusarbeit mit einem Lächeln für die Verlasse- nen zu verrichten? Aus ihrer in- nigen Verbindung mit Jesus Christus! Sie, die beim Anblick des Elends, das sie jeden Tag sah, eigentlich hätte frustriert sein müssen, gründete Hospitä- ler, Häuser für Sterbende und Heime für verlassene Kinder. Sie bereiste die halbe Welt, um Hilfs- mittel zu mobilisieren und Men- schen wach zu rütteln. In einer fruchtbaren Kreativität der Lie- be reichten die fünf Brote in ihren Händen zur Speisung von Tausenden. Papst Johannes Paul II. hat im Schlusskapitel seines Schreibens vom 16. Oktober 2003 Der Bi- schof Diener des Evangeliums Jesu Christi für die Hoffnung der Welt (Pastores gregis) die Krea- tivität der Liebe angesprochen, die sich zur vollen Wirkung ent- faltet, wenn zur eigenen Anstren- gung das ganze Vertrauen in die Kraft Gottes hinzukommt, die jede Situation verändern kann. In der Hl. Schrift steht Zieht Jesus Christus an! In diesem Kleid haben Männer und Frau- en, die wir als Heilige der Kir- che kennen, Berge versetzt und die Welt verändert. Der Papst mahnt in seinem o. a. Schreiben die Bischöfe Hüter der Hoff- nung im Herzen der Menschen zu sein. Es ist jene Hoffnung, die vor 2000 Jahren im Stall von Bethlehem ihren Ausgang nahm und die jeden mit Gnade erfüllt, der im Vertrauen hinkommt. Page 3 DER FELS 12/2003 339 D er Sturm auf dem See ist ein prophetisches Ereignis: &9679; eine Prophezeiung über Christus, der eingeht in den Schlaf des Todes und aufersteht zu unserem Heil. &9679; eine Prophezeiung über das Leben der Kirche, über das Boot des Petrus, wo der Herr gegenwär- tig ist, während wir Kleingläubigen meinen, er schlafe. Nachdem Jesus die Menge in Gleichnissen gelehrt hat, fährt er mit seinen Jüngern hinüber ans andere Ufer. Plötzlich erhebt sich ein hefti- ger Wirbelsturm, die Wellen schla- gen in das Boot, es beginnt sich mit Wasser zu füllen. Jesus aber liegt hinten im Boot, auf einem Kissen, und schläft. Die Jünger wecken ihn: Kümmert es dich nicht, dass wir zugrunde gehen?! Daraufhin macht Jesus eine unglaubliche Geste der Autorität; auf sein Wort hin kehrt Stille ein zwischen Himmel und Meer Danach ergreift Jesus das Wort und sagt: Was seid ihr so furcht- sam?. Warum habt ihr solch eine Angst, dass ihr euch benehmt wie Feiglinge (deilos auf griechisch fin- det sich nur dreimal im Neuen Tes- tament: hier bei Markus, dann par- allel hierzu bei Mt 8,26, und in der Geheimen Offenbarung des Johan- nes 21,8; wir werden noch darauf zurückkommen.) Also habt ihr immer noch keinen Glauben?! Da geraten die Jünger in große Furcht (auf griechisch phobeis- thai). In der Bibel bezeichnet die- ses Wort die Gottesfurcht; für Maria gebraucht der Engel dasselbe Wort: Fürchte dich nicht, denn du hast Gnade gefunden bei Gott, es ist auch das Wort Jesu an Simon-Petrus, Die Angst mit der Kraft Gottes bekämpfen Predigt von Jean-Marie Kardinal Lustiger am 22. Juni 2003 in Fulda der Jesus nach dem wunderbaren Fischfang zu Füßen gefallen ist: Fürchte dich nicht! Von jetzt an wirst du Menschen fangen. Wir müssen hier gut unterscheiden zwischen zwei Haltungen: ei- nerseits die Angst, die Feig- heit des Menschen ist, vor dem Nichts, vor dem Tod, vor Misserfolg und Gefan- genschaft in der Sünde; andererseits die Furcht vor Gott; der Mensch als Sün- der wird sich bewusst der Größe und der Heiligkeit dessen, der Fülle des Le- bens ist; Furcht also des Menschen, der es nicht wagt, sich der Quelle des Lebens zu nähern. Eben der Glaube befreit uns von der Feigheit, von der Angst vor dem Tod, Angst vor der Auflösung des menschlichen Wesens, um uns ein- zuführen in die Gottesfurcht, die uns Weisheit, Kraft, Freiheit und Hoff- nung verleiht, und uns entdecken macht, was die Liebe ist. Die Vision des Heiligen Johannes am Ende der Geheimen Offenba- rung (21,8) hilft uns, dies besser zu verstehen, dank zweier Worte, die auf sehr suggestive Weise nebenei- nander gesetzt werden: deilos und apistos: Die Feigen aber, die Un- gläubigen, die Unzüchtigen... sollen im brennenden Pfuhl von Feuer und Schwefel ihren Anteil haben. Dies ist der zweite Tod. Der Seher von Patmos setzt diese Feig- heit gleich mit den schlimmsten Niederlagen der Freiheit Mord, Götzendienst, usw. Der Glaube wächst, einer Flamme gleich, durch die Macht des Hauches Gottes, oder aber er verkümmert wegen unserer Feigheit im Kampf des Lebens. D er nachstehende Text ist die Predigt des Kardinals auf dem Kongress Freude am Glauben im Hohen Dom zu Fulda Jean-Marie Kardi- nal Lustiger, Erzbi- schof von Paris, wurde 1926 in Paris als Sohn polnischer Juden geboren. Mit 14 Jahren wurde er Katholik und ließ sich in Orléans tau- fen. Die Konversion zur katholischen Kirche sieht Lusti- ger nicht als Loslö- sung von seinem Jüdischsein. Als Jugendlicher entging er wie sein Vater dem Holocaust. Die Mutter wurde ermordet. Von 1944 an studierte er an der Sorbonne in Paris. Er trat in das Séminaire des Carmes ein und schloss sein Studium in Philosophie und Theologie am Institut Catholique de Paris ab. Nach Absolvierung des Mili- tärdienstes, wurde er am 17. April 1954 zum Priester ge- weiht. 1979 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Bischof von Orléans, 1981 zum Erzbi- schof von Paris und 1983 zum Kardinal. Lustiger hat sich gegen jede Art von Menschenverachtung in den Dienst Gottes und sei- ner Kirche gestellt. Page 4 340 DER FELS 12/2003 Jesus wirft seinen Jüngern vor: Habt ihr denn immer noch keinen Glauben? Der heilige Matthäus sagt im entsprechenden Abschnitt (8,26): Ihr Kleingläubigen, ihr, die ihr wenig Glauben habt (oligo- pistoi). Der Glaube, um gegen diese Feigheit anzugehen und sie zu be- kämpfen, besteht aber nicht nur in einer Überzeugung, einer zusätzli- chen oder austauschbaren Meinung. Der Glaube besteht in erster Linie darin, sich auf die Kraft des Lebens, also auf Gott zu stützen, so schwach man dabei auch sein mag. Diese Umkehrung des eigenen Wesens, diese Umkehrung des Herzens, ist ein echter geistlicher Kampf. Der Mensch, der ergriffen wird vom Aufbegehren des Lebens, der angesichts des Zusammenbruchs seines Lebens oder der Faszination vor dem Nichts nicht nur dem Tod entrinnen will, sondern der auch hoffen will, der Mensch, der das Le- ben suchen will auch wenn er nicht weiß, welchen Herrn des Le- bens er um das Heil bittet dieser Mensch trägt bereits ein klein we- nig Glauben in sich. Denn dann ist Christus da, der leidende Messias, der unseren Tod trägt erinnert euch an die Worte des Heiligen Paulus an die Korin- ther, die wir soeben vernommen haben , Christus, in dem wir ge- storben sind und in dem wir das Leben empfangen, Christus, der zu schweigen schien, an dasselbe Los ge- nagelt wie wir, die- ser Christus ist hier, der wacht und er- wacht. Und die Gnade, die er in uns gelegt hat, erweckt uns, hin in seine Gegenwart. Angesichts die- ses Wunders unse- rer besiegten Feig- heit entdecken wir, dass das von Gott geschenkte Leben stärker ist als der Tod, der uns in Bann schlägt, stär- ker als die Sünde, die uns in Ketten hält. Wir entdecken, dass der Sieg Christi uns erlösen kann und uns lebendig macht. Dann begin- nen wir zu verste- hen, dass dieses Geheimnis größer ist als alles, was wir uns vorstellen kön- nen. Dann wohnt die Gottesfurcht in uns, wie in den Jüngern. Da er- griff sie eine große Furcht und sie sagten zueinander: Wer ist wohl dieser? Sie befinden sich an der Schwel- le des Geheimnisses. Sie sind noch ohne Antwort auf die Frage, die ih- nen die Größe Gottes, der sich in seinem Sohn offenbart, aufwirft. Sie haben keine Antwort; und doch: gerade ihre Frage lässt bereits die Offenbarung vorausahnen, die sie empfangen werden und zu de- ren Zeugen sie dann später werden. Zwar sind sie noch ohne Glau- ben; doch die Macht Gottes hat in ihnen bereits den Glauben hervor- gerufen. Im Lichte dieses prophetischen Ereignisses werden sowohl ihre Feigheit und Angst vor der Passion des Herrn wie auch ihre Bestürzung und Furcht vor seiner Auferstehung den Jüngern verständlich machen, dass sie den Vorwurf verdienen, den Jesus den Emmaus-Jüngern macht: O ihr Unverständigen! Ihr seid zu schwerfällig, um auf all das hin zu glauben, was die Propheten gesagt haben. (Lk 24, 25) Im Lichte dieses prophetischen Ereignisses müssen auch wir verste- hen, dass wir denselben Vorwurf verdienen, wenn uns die Angst er- greift angesichts der Lage der Kir- che, wo uns doch Jesus versichert hat: Seht, ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt. (Mt 28, 20) Der Sturm erschüttert sowohl das Boot Petri, wie auch die Jünger und selbst Jesus. Dieser Meeressturm ist Bild unserer Welt, alle Menschen werden hineingerissen in den Tau- mel ihrer eigenen Zerstörung. Sie sind keine Gegner, vielmehr sind sie die Opfer und die Gefangenen ih- rer Sünde. Christus, der einzige Retter der Menschen, nimmt unsere Schuld auf sich, unsere Wunden nimmt er auf sich, um uns davon zu befreien: er bringt den Sturm, der auch ihn her- umwirbelt, zur Ruhe; er verflucht ihn nicht. Denn sein Sieg ist die Be- freiung der Menschen, die im Begriff sind unterzugehen; und unser Sieg ist unser Glaube, wie es der heilige Johannes sagt (1 Joh 5,4). Brüder und Schwestern, mögt ihr doch Gott um diese Gnade bitten und sie auch empfangen! Und er- innert euch: es gibt eine feige Angst die- se gilt es mit der Kraft des Glaubens zu bekämpfen. und es gibt eine Furcht vor der Größe Gottes: eine Offenheit des Herzens, die Gabe des Glaubens ist. Und verstummen mögen wir vor solch einer Größe. Doch diese Furcht Gottes ist heilige Furcht, ja, sie ist der Anfang der Weisheit (Sir 25,16). Denn sie gibt uns das wah- re Maß aller Dinge, das wahre Maß unseres Lebens. Kardinal Lustiger während der Predigt beim Ab- schlussgottesdienst des Kongresses Freude am Glauben in Fulda. § Page 5 DER FELS 12/2003 341 Das Geheimnis der Erwählung Sie können nicht nachfühlen, was es für mich bedeutet, dass die Mutter Jesu Jüdin war. Dieser Aus- spruch Edith Steins lässt etwas von dem Geheimnis erahnen, was es bedeutet, zum Volk Israel, dem aus- erwählten Volk Gottes, zu gehören. Dieser Erwählung sind sich die meisten Konvertiten bewusst, die aus dem Judentum kommen und sich haben taufen lassen. Uns be- gegnet hier das Geheimnis der Erwählung eines ganzen Volkes, aus dem der Messias für dieses Volk und für die Welt hervorgegangen ist. Verfolgt man die Geschichte die- ses Volkes mit Gott, so zeigt sich, dass es sich einerseits nach seinen Weisungen gerichtet und an ihn geglaubt hat, dass es andererseits jedoch oft von Gott abgefallen ist und ihn erzürnt hat. Und doch steht Gott ihm zur Seite, hilft ihm und er- rettet es immer wieder aus tiefer Not. Es scheint aber auch das Geheim- nis der Erwählung jedes einzelnen auf, besonders die Erwählung und Berufung derer, die als Angehörige des Volkes Israel den Messias ge- funden haben. Die Kinder gläubiger jüdischer Familien sind wie Edith Stein in dem Glauben aufgewachsen, dass der Messias noch zu erwarten sei. Des- halb bedeutet für jüdische Familien die Konversion eines Familienmit- gliedes zur katholischen Kirche eher toleriert man die zum Protes- tantismus einen Bruch mit dem Glauben der Väter. Eine Schwester von Edith Stein hatte die Vorstel- lung, die katholische Kirche sei eine Art mystische Sekte; deshalb konnte sie nicht verstehen, dass ihre kluge Schwester auf so etwas her- Der Messias ist unser Heil Edith Stein und die Botschaft des Alten Testamentes Von Irmgard Schmidt-Sommer einfallen konnte. Und ihre Mutter war sehr erstaunt, dass in der Kir- che die Psalmen gebetet werden. Sie hat als gläubige Jüdin den Weg ih- rer Tochter nie akzeptieren können. Altes und Neues Testament neu erfahren Edith Stein erschloss sich durch ihre Konversion der Reichtum der jüdischen Religion neu, und zwar durch den Messias und Gottmen- schen Jesus, der in diesem Volk und seinen Traditionen gelebt, die Pro- pheten ausgelegt und das Gebet des auser- wählten Volkes ge- pflegt hat. Er fügte sich völlig ein in die Religion seines Vol- kes, feierte die Feste mit und begab sich wissend um seinen Tod auf die Wallfahrt nach Jerusalem. Er war als Mensch ganz eingebunden in das jüdische Volk. Edith Stein war der Über- zeugung, dass der menschgewordene Gottessohn in einem Volk beheimatet sein musste, um ganz Mensch sein zu können... In der Ab- handlung Der Aufbau der mensch- lichen Person (1932/33) schreibt sie: Wenn es einen Menschen gibt, dessen Sein von Bedeutung für die ganze Menschheit und für jeden ein- zelnen Menschen ist, so müßte man erwarten, dass dieser Mensch wenn überhaupt einer frei von Bindung an ein einzelnes Volkstum sein müs- se. Und doch ist dieser einzigartige Mensch, das Haupt der ganzen Menschheit, aus einem Volk und in einem Volk geboren, hat in diesem Volk gelebt und es als Werkzeug der Die Gottsucherin Edith Stein als junge Wissenschaftlerin. Unruhig ist unser Herz, bis es Ruhe fin- det in dir, oh Gott. (Augustinus) Page 6 342 DER FELS 12/2003 Erlösung für die ganze Menschheit erwählt. Die Tatsache des auser- wählten Volkes und das Hervorge- hen des Erlösers aus ihm, scheint mir ein natürlicher Hinweis auf die unaufhebbare Bedeutung des Volkstums für die Menschheit. Der Glaube an diesen Messias vermittelt Edith Stein eine neue Sicht des Alten Testamentes als Bot- schaft der Verheißung, während ihr das Neue Testament zum Kraftquell des Lebens in und mit Gott wird. Jesus, der durch die Propheten an- gekündigte Messias, ist die Erfül- lung der Verheißungen des Alten Testamentes und das Heil der Menschheit. Und so bildet die Sehn- sucht nach Erlösung den Urgrund von Konversionen vom Judentum zum Christentum, nicht nur für Edith Stein, sondern für viele Chris- ten jüdischer Herkunft. Die Verhei- ßung des Neuen Testamentes sagt, dass Jesus uns durch den Tod am Kreuz und seine Auferstehung die Vergebung der Sünden und ewiges Leben schenkt, so dass unser Weg in dieser Welt eine Pilgerfahrt hin zur ewigen Herrlichkeit Gottes be- deutet. Edith Stein bedauert, dass ihre Landsleute häufig einem Diesseitsglauben huldigen, der in kritischen Situationen wie der Ju- denverfolgung des Dritten Reiches die Hoffnung auf ein ewiges Leben entbehrt. Weil sie und die Christen jüdischer Abstammung an diese Ewigkeit geglaubt haben, konnten sie im niederländischen Lager Westerbork vor der Deportation nach Auschwitz ihren verzweifelten Schicksalsgefährten beistehen. Eine Schlüsselgestalt aus dem Alten Testament weist für Edith Stein in besonderer Weise auf die Rettung und Erlösung des Volkes Israel hin: Es ist Ester, die Frau des Königs Xerxes, die unter Lebens- gefahr für ihr Volk beim König ein- trat und Gehör fand. Diese Gestalt wird auch im Zusammenhang mit Maria gesehen, die ebenfalls aus diesem Volk stammt und am Er- lösungsgeschehen teil hat, weil sie dem Messias das Leben schenkte. Damit wird nicht nur eine Verbin- dung vom Alten zum Neuen Testa- ment hergestellt, sondern das jüdi- sche Volk, hier repräsentiert durch Ester, wird in enger Beziehung zur Erlösung durch Jesus Christus ge- sehen. Edith Stein betrachtet diese Frauengestalt als eine Parallele ih- res eigenen Lebens. Sie will ihrem Volk die Botschaft der Erlösung durch Jesus, den Messias, überbrin- gen, so wie Ester das Leiden des Volkes dem König Xerxes vorge- tragen hat. In einem Brief schreibt sie: Ich muss immer wieder an die Königin Ester denken, die gerade darum aus ihrem Volk genommen wurde, um für das Volk vor dem König zu stehen. Ich bin eine sehr arme und ohnmächtige Ester, aber der König, der mich erwählt hat, ist unendlich groß und barmherzig. Das ist ein so großer Trost. Während des Dritten Reiches hat Edith Stein, als sie im Karmelklos- ter Köln war, einen Dialog zwischen Ester als Vertreterin des Alten Tes- tamentes und einer Ordensoberin als Vertreterin des Neuen Testamentes verfasst, also eine Begegnung zwi- schen Altem und Neuem Bund: Es- ter ist wieder auf dem Weg zu ih- rem Volk, um es zu retten, indem sie ihm die Botschaft vom Messias bringt, der auch sie erlöst hat. Das ist ein Gedanke, der von Christen, die aus dem Judentum kommen, viel stärker bedacht wird als von uns, die wir im Christentum aufge- wachsen sind. Die eindrucksvollen Gestalten aus dem Alten Testament bedeuten für Edith Stein Verkünder der Botschaft von der Erlösung durch den Messias, der bereits er- schienen ist... Sie sind ein Stück ih- rer Herkunft, ihrer Existenz, ihres Lebens. Die jüdische Familie Edith Stein hat immer betont besonders nach ihrer Konversion dass sie am Tag des jüdischen Ver- söhnungsfestes Jom Kippur, am 12. Oktober, geboren sei. Sie betrach- tete das als ein Zeichen für ihren Auftrag, Versöhnung zwischen Ju- dentum und Christentum zu stiften, besonders in der eigenen Familie. Wenn jüdische Familien den Kon- takt mit ihren Kindern abbrechen, weil sie Christen geworden sind, halten diese Kinder als Konsequenz der Verwurzelung in ihrem Volk ih- ren Familien die Treue, auch wenn sie angefeindet oder verstoßen wer- den. Für viele jüdische Konvertiten war und ist dies ein tiefer Schmerz, auch für Edith Stein. Trotzdem blei- ben sie ihren Familien verbunden. So hat sich Edith Stein immer um ihre Familie gekümmert, auch wenn sie Unverständnis und Ablehnung erfahren hat. Das Schicksal ihrer Mutter, die 1936 an einem Krebs- leiden starb, und das ihrer Schwes- ter Rosa, die mit ihr in den Tod ging, lag ihr stets am Herzen. Davon zeu- gen viele Briefe, in denen sie sich über ihre Familie äußert. Diese tie- fe Familienbindung ist typisch im gläubigen Judentum und unter- scheidet sich von manchen Auffas- sungen in unserer säkularisierten Welt. Außerdem machte Edith Stein 1933 angesichts der zunehmenden Judenfeindlichkeit durch den Nati- onalsozialismus einen lang gehegten Plan wahr: Sie schrieb die Autobio- graphie Aus dem Leben einer jüdi- schen Familie, um den nachfolgen- den Generationen Zeugnis zu geben, über die, die wir im Judentum groß geworden sind, und um ein wahres Bild von jüdischen Familien zu zeichnen. Denn die aufkommende Judenhetze der Nationalsozialisten, Siebenarmiger Leuchter und Kreuz Jesu Christi Ausgang und Ziel: aus Edith Stein wird Teresa Benedicta vom Kreuz Page 7 DER FELS 12/2003 343 die der Verfolgung vorausging, wür- de dieses wahre Bild entstellen. Edith Stein schaute ihrer Zeit weit voraus, denn die Verhöhnung des jüdischen Zusammenlebens durch die nationalsozialistische Propagan- da hat lange angedauert und ist in neonazistischen Kreisen bis heute zu finden. Auch die Wahl des Karmel als ihr Kloster hängt mit der Ver- wurzelung im Judentum zusam- men, denn der Berg Karmel spielt in der Geschichte des Volkes Israel mit Gott eine entscheidende Rolle. Auch hier ergab sich eine Verbin- dung zum Neuen Bund in Teresia von Avila, der Kirchenlehrerin aus dem Karmel, deren Lebensbeschrei- bung Edith Stein starke Impulse zur Konversion vermittelt hat. Deshalb wählte sie als ersten Ordensnamen Teresia; der zweite, Benedicta, be- zieht sich auf die benediktinische Spiritualität, die sie besonders in der Benediktinerabtei Beuron kennen gelernt hatte; und a Cruce wählte sie im Hinblick auf den gekreuzigten Messias, der aus ihrem Volk gekom- men ist und dessen Nachfolge sie durch ihren Klostereintritt angetre- ten hatte... Der Opfergang Von Beginn ihres Christseins an erfüllte Edith Stein eine tiefe Sehn- sucht, Jesus im Leiden nachzufol- gen bis zum Licht der Ewigkeit. Dieses Licht ersehnte sie sich auch für ihr Volk, auf dem sie in der Ver- folgung des Dritten Reiches das Kreuz Christi lasten sah. Sie wie auch ihre Gefährten und Gefährtin- nen auf dem Weg in die Gaskam- mern nahmen dieses Kreuz für ihr Volk bewusst auf sich, um dazu bei- zutragen, dass ihm die Augen ge- öffnet werden für den Erlöser. Das geht aus Briefen und Berichten hervor, die im und über das Lager Westerbork geschrieben worden sind, der letzten Station vor dem Abtransport nach Auschwitz. Die verzweifelten Inhaftierten den Tod vor Augen erlebten in den jüdi- schen Christen Menschen, die sich ihnen zuwandten und sie trösteten, obgleich sie sich in derselben aus- sichtslosen Situation befanden. Ihr Forum Deutscher Katholiken Referate: &9679; Prof. Dr. Karl Wallner, O. Cist, Heiligenkreuz/Wien: Ich habe dich beim Namen gerufen der Mensch im Blick Gottes &9679; Prof. Dr. Volker Herzog, Bonn: Die Menschenmacher Der Mensch als Schöpfer des Menschen? &9679; Leo Kardinal Scheffczyk, München: Gebenedeit unter den Frauen &9679; Dr. Jeanette Siad, Straßburg: Mitarbeiterin in Christus Jesus (Röm. 16,3) Die Rolle von Frauen in der Evangelisierung der Völker. &9679; Prof. Dr. Jörg Splett, Frankfurt: Schön, katholisch zu sein &9679; Prof. Dr. Rocco Buttiglione, ital. Europaminister, Rom: Europa Lebe aus deinen christlichen Wurzeln! &9679; SKH Dr. Otto von Habsburg, Internat. Präsident der PANEUROPA- Bewegung: Gott als Quelle der Schönheit Podien: &9679; Moderator: Martin Lohmann, Chefredakteur der Rhein-Zeitung Podiumsgespräch: Zu sich selbst kommen! Die Annahme seiner selbst. &9679; Moderator: Alex Dorow, Nachrichtensprecher beim Bayer. Rundfunk Podiumsgespräch: Alleinstehen muss nicht Einsamkeit bedeuten &9679; Moderator: Bernhard Müller, Chefredakteur PUR-Magazin Podiumsgespräch Erfahrungen mit neuen Formen der Evangelisierung Kongress Freude am Glauben vom 14. 16. Mai 2004 in Regensburg Glaube an Jesus, den Messias, gab ihnen Mut und Kraft, den Weg des Opfers in Gebet und in der Hin- wendung zum Nächsten zu gehen, wie es der Herr vorgelebt hatte. Am Ende stand für sie die Hoffnung auf die ewige Heimat. Edith Stein opfert sich bereits in ihrem Testament, das sie 1939 im Karmel von Echt geschrieben hat, ganz auf und nimmt den Tod, den Gott mir zugedacht hat, in vollkom- mener Unterwerfung unter seinen heiligen Willen mit Freuden ent- gegen. Sie schließt in diesen Tod fürbittend alles ein, was ihr am Her- zen liegt, besonders aber den Un- glauben des jüdischen Volkes und damit der Herr von den Seinen auf- genommen werde und sein Reich komme in Herrlichkeit. Sie bittet auch für die Rettung Deutschlands und den Frieden in der Welt sowie für ihre Angehörigen und Freunde, dass keines von ihnen verloren gehe. Unser Glaube erfährt eine wun- derbare Bereicherung, wenn wir uns bewusst machen, dass Jesus Christus, der Erlöser von Welt und Menschheit, aus dem kleinen, von Gott erwählten Volk Israel hervor- gegangen ist. Er trug sein Wesen und seine Charakteristika an sich, lebte in ihm und aus seiner Traditi- on, besonders der des Psalmen- gebetes, das Grundlage ist für das Gebet der Kirche und damit eine Brücke bildet zwischen Altem und Neuem Bund. Edith Stein hat 1930 über das Gebet der Kirche eine Abhandlung geschrieben, in der sie sagt: Jedes echte Gebet ist Gebet der Kirche: durch jedes echte Ge- bet geschieht etwas in der Kirche und es ist die Kirche selbst, die darin betet, Dieses Gebet der Kirche wurzelt tief im Glauben der Prophe- ten und der alttestamentlichen Vä- ter, deren Verheißungen in Jesus, dem Messias, Erfüllung finden. Dafür haben Edith Stein und ihre Schicksalsgefährten gelebt und sind den Opferweg der Nachfolge bis zur letzten Konsequenz gegangen, um dadurch die Botschaft der Erlösung weiterzutragen zu dem Volk Israel und zu uns. § Page 8 344 DER FELS 12/2003 D ie Familienfrage ist die Schlüsselfrage für die Zu- kunft der Sozialversiche- rung. Es geht nicht, wie die Medien jetzt mit Talkshows und zahllosen Artikeln vorgaukeln, um einen Ge- gensatz zwischen Alt und Jung. Die Rentner haben die jüngsten Be- schlüsse der Regierung, ihnen im kommenden Jahr eine Nullrunde zuzumuten, relativ gelassen zur Kenntnis genommen. Die Statistik weiß warum: In keiner Bevölke- rungsgruppe gibt es so wenig Arme wie bei den Personen über 65 Jahren. Allerdings gilt auch: Heute werden vor allem die Mütter um den Alterslohn für ihre Lebens- leistung geprellt. Mehr als 75 Pro- zent der Frauenrenten liegen unter Sozialhilfeniveau. Das ist, wie der renommierte frühere Verfassungs- richter Paul Kirchhof erst jüngst schrieb, ein rechtsstaatlicher Skan- dal. Dennoch, die Zahl der Sozial- hilfeempfänger unter den Senioren stagniert, bei den Jungen steigt sie sprunghaft mit ihr die Angst, eine kinderreiche Familie zu gründen oder unterhalten zu müssen. Denn das sei, wie der ehemalige Caritas- Präsident öffentlich beklagte, ein sicherer Weg zum Ruin. Nein, es geht heute um den Ge- gensatz innerhalb der Generatio- nen, und zwar zwischen denen, die Kinder haben auf der einen und den Kinderlosen auf der anderen Seite. Hier vor allem ist die Gerechtigkeits- lücke zu orten und zu beheben. Und betroffen von der Lücke sind vor allem die Mütter. Sie sind die stillen Helden der Nation, die Zukunfts- sicherer und zugleich die Sklaven des Systems. Heute werden rund 25 Prozent der kinderlosen oder kinderarmen Personen über die Sozialsysteme von den Kindern anderer Leute ver- Familienwohl und Gemeinwohl Zur Gerechtigkeit zwischen den Generationen / Teil II und Schluss Von Jürgen Liminski sorgt, 2030 werden es bereits fünf- zig Prozent sein. Dabei ist natürlich zu bemerken, dass es bei den Tritt- brettfahrern des Systems nicht um diejenigen geht, die unverschuldet kinderlos sind. Diese Gruppe hat sich mit diesem Schicksal meist ab- gefunden und Lösungen nicht nur für ihre Altersvorsorge gefunden, sondern auch für ihren sozialen Beitrag. Aus dieser Gruppe kom- men zum Beispiel viele ehrenamt- liche soziale Engagements. Es wäre ungerecht, sie mit den bewusst kin- derlosen Singles in einen Topf zu werfen. Die bewusst und gewollt kinderlos Bleibenden sind die Tritt- brettfahrer des Systems. Man findet nicht wenige von ihnen auch in der Politik, was zu einem guten Teil er- klären mag, warum die Reform- debatte so quer läuft und warum die Debattierer sich nicht mit der wan- delnden Struktur des Sozialstaats, sondern fast nur mit den Sympto- men der Krise, den Löchern in den Kassen, befassen. Zum Beispiel Schröder und Fi- scher, die späten Heroen der 68er- Generation, deren Politiker-Rente sich nach wenigen Jahren schon auf das zigfache beläuft. Sie haben kei- ne eigenen Kinder, jedenfalls ist von eigenen nichts bekannt. Sie sind Prototypen einer Generation, die Mitte der sechziger in das biolo- gisch elternfähige Alter kam und auf dem Trittbrett des Systems kinder- los durch die Institutionen rausch- te. Ihre Kinder fehlen heute in der Erwerbsbevölkerung, mit ihnen die Beitragszahler für das System. Und zwar nicht nur bei der Rente, son- dern auch im Gesundheitswesen, bei der Pflege, bei der Arbeitslosen- versicherung, kurz: bei allen um- lagefinanzierten Sozialsystemen. Langsam wird im Morgennebel der Flurschaden sichtbar, der in der durchzechten Nacht der Revolutio- näre in Hirn und Herz der jungen Menschen angerichtet wurde. Am schlimmsten wüteten die Parolen gegen die sogenannte traditionelle Familie. Hier wurde im Rausch die Zukunft verspielt. Und ebenso schlimm war, dass die Politik in den letzten drei, vier Jahrzehnten nicht reagierte, sondern der Seuche der antifamiliären Haltung, dem Ich-Denken und der damit verbun- denen Verhütungsmentalität freien Lauf ließ. Es ist politisch nicht korrekt, dar- auf hinzuweisen, und kein Politiker traut sich, es zu sagen: Sie tauchen bei den Variablen nicht auf, die ab- getriebenen und verhüteten Kinder, aber sie stecken im Minus, und des- halb wird die intragenerationelle Verteilungsfrage nicht irgendwann in 2015, 2025 oder 2030 zu ent- scheiden sein, sondern heute, im Herbst und Winter 2003/4. Wird sie nicht entschieden, drohen Deutsch- land wegen der anstehenden Serie Die vereinfachte Rentenformel: Die ausführliche Rentenformel hat sehr viel mehr Variablen und ist ein Hochgenuss für Mathematiker. Den Politikern bereitet sie Kopfzerbre- chen. Denn so sehr und soviel sie auch damit herumrechnen, irgend- wie geht die Gleichung nicht auf: es kommt immer ein Minus heraus. Die Rentenformel Rentenartfaktor x Engeltpunkte x Zugangsfaktor x aktueller Rentenwert = Monatsrente Page 9 DER FELS 12/2003 345 F olgende Zeilen sind einem Aufsatz des Darmstädter Sozialrichters Dr. Jürgen Bor- chert entnommen. Sie resümieren die demographische Situation und die Folgen der Kinderlosigkeit. D er Dreißigjährige Krieg (1618 -1648) gilt als die größte Tra- gödie deutscher Geschichte. Deutschland verlor etwa 30 bis 40 Prozent seiner Bevölkerung, und es dauerte weit über 100 Jahre, bis der Vorkriegsstandard der Le- benshaltung wieder erreicht wur- de. Etwa die gleiche Größenord- nung wird die Bevölkerungs- schrumpfung in Deutschland bis zum Jahr 2030 ausmachen. Die Geburtenrate in Deutschland sinkt seit 1967. Seit 1972 liegt sie unter jener der bittersten Kriegsjahre 1917/18 und 1945. Wurden 1965 in Gesamtdeutsch- land noch 1. 325 Millionen Kin- der geboren, waren es 1999 gera- de mal 771 000 und damit rund 42 Prozent weniger. Und das, ob- wohl die geburtenstarken Jahr- gänge von damals nun die Eltern- generation stellen! Hält diese Ent- wicklung weiter an, kann man sich die Folgen an den Fingern einer Hand abzählen. Dann wer- den wir 2030 nur noch 470 000 Geburten zählen. Die Generation junger Frauen, das grüne Holz des Lebensbaumes, wird im Jahr 2030 gegenüber ihrem Anteil zu Beginn der 70er Jahre schon um 70 Prozent abgenommen haben. Gleichzeitig steigt die Lebenser- wartung. Deutschland wird zum Seniorenweltmeister: Ist heute je- der zweite Mann älter als 37 und jede zweite Frau älter als 40 Jah- re, wird im Jahr 2030 jeder zwei- te Mann über 48 und jede zweite Frau über 51 Jahre alt sein. Wenn man weiß, dass international kon- kurrierende Konzerne wie IBM bereits 50-jährige in den Vor- ruhestand schicken, ahnt man die Konsequenzen für den Wirt- schaftsstandort. Dabei hatte Deutschland (hinter Irland) noch bis Mitte der 60er Jahre in Europa die höchste Geburtenrate. Damals blieb nur etwa jeder zehnte kinder- los, während der Anteil der lebens- lang Kinderlosen heute bei vierzig Prozent liegt. Und obwohl die Mehrkinderfamilie damals die ge- sellschaftliche Norm darstellte, war der sogenannte Familienlasten- ausgleich dennoch unvergleichlich besser als heute. Die Perspektiven für Deutschland sind grau. Heute schon fehlt in Schlüsselbranchen und im Hand- werk der Nachwuchs; Konzerne wie Procter&Gamble stellen bereits ihre Windelproduktion ein. Die Exper- ten erwarten eine Vollbremsung der Wirtschaft. Gleichzeitig warnen sie vor dem dramatischen Anstieg der sozialen Lasten Rente, Pflege, Ge- sundheit. Aber die Politik will den Ernst der Lage offensichtlich nicht sehen, sondern verharmlost: Man könne die defizitäre Geburten- entwicklung durch Zuwanderung ausgleichen, die Bevölkerungs- entwicklung entlaste doch den Ar- beitsmarkt und sei ökologisch wün- schenswert, weniger Kinder wür- den auch die Staatskasse entlasten, und endlich litten auch die meisten anderen europäischen Länder unter denselben Problemen. Das ist, Punkt für Punkt, kapitaler Selbst- betrug: Erstens: Entlastung der Staats- kasse: Jawohl, von diesem Blick- punkt aus hätten wir am besten gar keine Kinder! Absurd! Zweitens: Zuwanderung: Wenn, was richtig ist, überall in Europa Kinder fehlen, dann kann Zuwan- derung nur aus außereuropäischen Regionen kommen, und es müss- ten, um nur den Bevölkerungsstand zu halten, jedes Jahr rund 500 000 Ausländer zu uns kommen; die Altersstrukturen würden dadurch aber höchstens minimal verändert. Diese Menschen müssen darüber hinaus integriert werden, was einen gigantischen Aufwand an sprachli- cher, schulischer und beruflicher Ausbildung erfordert. Dieser kommt zu den ohnehin zu bewäl- tigenden Lastenzuwächsen im so- zialen Bereich ja noch hinzu. Un- terlassen wir die notwendige In- tegration aber, dann drohen uns womöglich bürgerkriegsähnliche Zustände, wie sie heute schon in manchen französischen Großstäd- ten an der Tagesordnung sind. Nicht von der Hand zu weisen ist überdies die Gefahr, dass die Zu- wanderer auch ihre ethnischen und politischen Konflikte aus den Hei- matländern siehe Kurden und Türken in Deutschland impor- tieren; der Sicherheitsbedarf steigt. Nehmen wir nur die am besten ausgebildeten Arbeitskräf- te der Dritten Welt, dann schaf- fen wir für die Herkunftsländer genau die wirtschaftlichen und sozialen Probleme, die wir heute mittels der Entwicklungshilfe ei- gentlich beseitigen wollen. Nach- dem der Erfolg der greencard auf sich warten lässt, stellt sich sogar die Frage, ob die Besten überhaupt ausgerechnet zu uns kommen wollen. Die USA, Ka- nada, Australien sind vielleicht attraktiver. Umgekehrt machen sich überdies immer mehr der begabtesten Nachwuchswissen- schaftler Deutschlands auf ins Ausland. Fazit: Das Zuwander- ungskonzept bietet überhaupt keine realistische Lösungs- möglichkeit. Drittens: Genauso illusorisch sind die Arbeitsmarkterwartun- gen. Denn weniger Kinder be- deuten weniger Wirtschafts- wachstum und weniger Bedarf an Kindergärtnerinnen, Lehrern so- wie Professoren, gleichzeitig drängen immer mehr Frauen auf den Arbeitsmarkt und viele Fir- men schließen ihre Betriebe, wie das Beispiel Procter&Gamble zeigt. Abnehmende Kinder- zahlen lassen deshalb eher stei- gende als sinkende Arbeitslosen- zahlen erwarten. Fatale Folgen Von Jürgen Borchert Page 10 346 DER FELS 12/2003 der Landtagswahlen weitere Jahre der Stagnation. Die Demographie aber stagniert nicht. Die Problema- tik würde sich verschärfen. Eigentlich ist die Frage schon ent- schieden. Sogar seit langem, seit dem Trümmerfrauenurteil des Bundesver- fassungsgerichts vom 7.7.1992. Darin wurde dem Gesetzgeber auf- gegeben, die sogenannte Transfer- ausbeutung der Familien zu be- enden und die verzweifelte Situati- on der Familien im Steuer- und So- zialsystem mit jedem Gesetzge- bungsschritt zu verbessern; soweit die Benachteiligungen durch die jeweiligen Sozialversicherungs- systeme verursacht würden, seien sie dort zu beseitigen. Nach elf Jah- ren steht fest, dass dieser Verfas- sungsauftrag nicht nur nicht erfüllt wurde, sondern sich die ohnehin desolate Lage der Familien relativ zu Nichtfamilien sogar noch ver- schlechtert hat. Diese hartnäckige Verweigerung des Gesetzgebers (also nicht nur der Rotgrünen Ideologen, sondern auch der familienvergessenen Kohl-Re- gierungen) hat das BVerfG gezwun- gen, die intragenerationelle Vertei- lungsfrage am Beispiel der Pflege- versicherung noch einmal zu prä- zisieren und dabei die Beitrags- äquivalenz der Kindererziehung besonders zu betonen. Dem Gesetz- geber wurde eine Frist zur familien- gerechten Korrektur der Pflegever- sicherung sowie zur Vorlage eines Gesamtkonzepts für die übrigen Systeme bis zum Jahresende 2004 gesetzt. Die Reformpläne der Bundesre- gierung wie der Opposition setzen sich jedoch, wie einer der schärfs- ten Kritiker der Sozialpolitiker aller Parteien, der Heidelberger Sozial- richter Jürgen Borchert ausführt, komplett über die Vorgaben der Verfassungsurteile hinweg: Ob Fi- nanzierung der Familienkompo- nenten bei der Sozialversicherung durch die Steuern (Herzog) oder 2,50 Euro mehr Pflegebeitrag für Kinderlose, ob Rentenkürzungen aus demographischen Gründen für Eltern und Nichteltern im gleichen Maß oder andere Maßnahmen all das ist unvereinbar mit den Aufträ- gen der Verfassungsjudikatur. Die Kürzungen im gleichen Ausmaß für Eltern wie Nichteltern beinhalten unter Berücksichtigung der Tatsa- che, dass Eltern gemeinsam in der Regel weit niedrigere Renten- anwartschaften besitzen als kinder- lose Vollverdiener, wegen der re- gressiven Minderungswirkung sogar eine gesteigerte Haftung der Eltern für die demographischen Verantwortlichkeiten von Nicht- eltern. Besonders plastisch werde die Weigerung der Legislative am Bei- spiel der Rentenfinanzierung durch die Ökosteuer, die ja angeblich als Bundesbeitrag zur Finanzierung der Erziehungszeiten ins System gepumpt wird: Hier werden, so Borchert, Eltern gezwungen, über ihre überproportionale Beteilung an Nachdenken über den Generatio- nenvertrag: Es gibt sie noch, die traditionelle Familienbande. Mehr als 80% aller Kinder in Deutschland leben bis zum 18. Lebensjahr im Haushalt ihrer leiblichen Eltern. Die Politik aber scheint vor allem die Randgruppen im Auge zu haben. Darüber muß man nachdenken. Page 11 DER FELS 12/2003 347 der Ökosteuer auf ihre genuinen und originären Erziehungsbeiträge für das System noch einmal, und zwar überproportional, Ökosteuer- beiträge zu zahlen! Dabei handelt es sich derzeit um mindestens rund 16 Mrd. Euro, die so unter unver- dächtiger Etikette ins Rentensystem gepumpt werden; da aktuell jedoch kaum mehr als 3 Mrd. Euro zur lau- fenden Abdeckung der Babyjahr- Valutierung benötigt werden und eine Ansparung der überschies- senden Beträge nicht erfolgt, ver- stößt dieses Verfahren auch gegen § 153 SGB VI (Umlageverfahren). In der Tat: Wohin man im Sozial- system schaut, trifft man auf ver- fassungswidrige Regelungen, die nicht beseitigt, sondern sogar Jahr um Jahr und Reform um Reform noch verschärft werden ein Skan- dal ohne Beispiel in der Sozialge- schichte der Bundesrepublik. Dass er nicht im notwendigen Maß publik und diskutiert wird, hängt offenbar mit der Komplexität und Intrans- parenz der Systeme sowie der Informationsmonopole der Versi- cherungsträger und Ministerien zu- sammen. Aber die Experten in den Ministerien und in den Parteien müssten es sehen. Die Politik ver- hält sich wie zwei der drei berühm- ten Affen: Nichts sehen, nichts hö- ren. Und beim dritten Affen verhal- ten sie sich genau umgekehrt: Un- ablässig preisen sie die Wohltaten ihrer jeweiligen Parteien und ver- schweigen, dass alle Reformschritte der letzten Jahre auf Druck aus Karlsruhe zustande gekommen sind. Die Verweigerung in allen Partei- en hat vermutlich eine gemeinsame Ursache. Es ist die Weigerung, der Wahrheit ins Auge zu schauen und zu sehen, dass alle Parteien jahr- zehntelang versagt und die Fehler im System immer wieder fortentwi- ckelt oder zugedeckt haben, statt sie an der Wurzel zu beheben. Das (Umlage-) System ist nämlich mit einem Geburtsfehler auf die Welt gekommen. Auf den Hinweis, dass die Erwerbsbevölkerung nicht nur auf einer, sondern auf zwei Schul- tern trage auf der einen die Rent- ner, also die Renten, auf der ande- ren die Kinder, also die Erziehung , soll Adenauer seine berühmte Antwort gegeben haben: Kinder kriegen die Leute immer. Das stimmte zu seiner Zeit, so dass er die Warnung seines Rentenexperten Wilfried Schreiber vom Bund Ka- tholischer Unternehmer nicht ernst nahm. Schreiber hatte darauf ge- drungen, beide Schultern zu entlas- ten und folgerichtig nicht nur eine Rentenkasse, sondern auch eine Familienkasse einzurichten, in die ähnlich wie für die Renten, ein Teil des Einkommens einzuzahlen wäre und aus der dann die Familien ent- sprechend ihrer Kinderzahl entlas- tet, beziehungsweise für ihre Er- ziehungsarbeit entlohnt werden soll- ten. Dann wäre der Generationen- vertrag stabil und gerecht. Adenauer hielt das nicht für notwendig, weil eben die Leute alle Kinder hätten und somit das Unrecht für alle mehr oder weniger gleich wäre. Ein fol- genschwerer Irrtum. Zum einen war die Belastung schon damals je nach Kinderzahl unterschiedlich, zum anderen trat genau ein, was Schrei- ber geradezu prophetisch voraus- sah: Es könnte ja sein, dass man- che Leute keine Kinder bekommen wollen und dann von dem System auf Kosten der Familien profitierten. Auch die Nachfolger Adenauers hielten eine Korrektur dieses Ge- burtsfehlers nicht für nötig. Sie sa- ßen alle in der Falle der Selbstver- ständlichkeit, wie der öster- reichische Familienforscher Helmut Schattovits es formuliert. Sie hiel- ten Familie für eine historische Kon- stante, unwandelbar, evident und eben selbstverständlich. Selbst als die Zahlen von der demographi- schen Zeitenwende (Herwig Birg) auf dem Tisch lagen, Ende der acht- ziger Jahre nach der Arbeit der Bundetagsenquete-Kommission Demographischer Wandel, und es absehbar wurde, dass sich im sozi- alen Gefüge Deutschlands eine immer breiter werdende Gerechtig- keitslücke auftat, unternahm die Regierung Kohl nur wenig, um die Talfahrt aufzuhalten. Die Rotgrünen schließlich hoben das Wenige, den demographischen Faktor im Ren- tensystem etwa, noch auf. Der Ver- lust wird auf rund drei Milliarden Euro geschätzt. Die fehlen in der Rentenkasse, aber es fehlt viel mehr. Es fehlt die Gerechtigkeit, die Korrektur des Geburtsfehlers, ohne den der Generationenvertrag keine Zukunft hat. Dem Geburtsfehler entsprach ein Mentalitätsirrtum in Nachkriegs- deutschland. Man hielt Familie nach den Erfahrungen der Diktatur für reine Privatsache das ist übrigens natürlich, Familie ist in Diktaturen immer die letzte Zuflucht gewesen. Das war außerdem vor- gegeben von der Wirtschafts- wissenschaft. Hier wird auch der Zusammenhang deutlich zwischen dem Glück der Familie und dem der Gesellschaft. Die Utilitaristen, allen voran der Brite Bentham, aber vor ihm auch schon der große Ökonom Adam Smith, begründen ihr Kon- zept vom Sittengesetz mit einer nu- merischen Idee vom Gemeinwohl, wenn sie sagen, dass das größte Glück der größten Zahl der Inbe- griff der verwirklichten Sittlichkeit sei. Wie immer man zu dieser The- orie steht, sie hat den Begriff des Glücks, happiness, immerhin im politischen Diskurs verankert in Amerika sogar in der Verfassung als pursuit of happiness und ist heute das beherrschende Prinzip im demo- kratischen Wohlfahrtsstaat. Aber eben als Zahlenidee, nicht als Werte- kategorie. Ausdruck fand dieses Denken im durchaus positiven Slo- gan der sozialen Marktwirtschaft: Wohlstand für alle. So wie Adenauer und Erhard dachten viele. Kein Wunder. Das Land wuchs erst aus den Trümmern, die Nachkriegsgeneration war mit dem Rentensystem zufrieden, es war das erste, und es gab einen Wertekonsens. Dieser Konsens ging dann in den sechziger Jahren in die Brüche. Es ist müßig, darüber zu debattieren, ob die Kriegsgenera- tion ihren Nachwuchs zu mehr Wertebewusstsein hätte erziehen sollen oder können. Dieser Prozess ist gelaufen und Teil der Geschich- O hne die Korrektur seines Geburtsfehlers hat der Generationenvertrag keine Zukunft. Page 12 348 DER FELS 12/2003 D ie Weihnachtsgeschichte ist eine reiche Geschichte von Armut und Vertreibung, von den reinen Herzen der Hirten und den bösen der Herrscher. Aber menschliche Schwäche und göttli- che Güte sind in ihr allgegenwärtig, und deshalb ist die Weihnachts- geschichte auch eine Geschichte der Versöhnung. Sie wiederholt sich seit zweitau- send Jahren. Auch mitten unter uns. Zum Beispiel in Nordirland. Die Benediktiner haben in dem Ort Rostrevor in der Nähe der Kleinstadt Down ein Kloster errichtet mit einer Art Forum, damit Katholiken und Protestanten organisiert ins Gespräch kommen und ihre gegenseitigen, von Politik und nationalistischen Ideen geprägten Vorurteile abbauen. Und sie haben Erfolg damit. Seit fünf Jahren führen sie Menschen zusam- men und gemeinsam zu Christus. Das Zentrum wächst, dank der Un- terstützung kirchlicher Werke, zum Beispiel Kirche in Not, der von Pater Werenfried van Straaten zu Weihnachten 1947 gegründeten Hilfsorganisation. Dieses Hilfswerk hat sich der Versöhnung unter dem Zeichen des Kreuzes verpflichtet. Das Charisma des Weihnachts- geschehens ist für dieses Werk we- te, übrigens nicht nur in Deutsch- land. Parallel zu der Relativierung aller Werte, dem Aufkommen eines Materialismus das Wirtschafts- wunder wurde zur Inkarnation des nationalen Ziels entstand eine Verhütungsmentalität, die auf Si- cherheit und Wohlstand und seine Vermehrung ausgerichtet war und alles vermeiden wollte, was diese Ziele beeinträch- tigen könnte. Werte aber sind nicht immer eine kommode Ange- legenheit, sie können Geld und Anstrengung kosten. Kinder zu haben und zu erziehen stört das Wohlstandsdenken und, wichtiger noch: das Sicherheitsdenken. Erst viel später, in unseren Tagen, er- kannte man in den politischen Krei- sen, dass Kinder Zukunft und da- mit auch Sicherheit bedeuten. Aber es ist vielleicht schon zu spät, jedenfalls nicht mehr rechtzeitig, um die Polarisierung innerhalb der Generationen zu überdecken und die Gerechtigkeitslücke zu überbrü- cken. Die Korrektur des Geburtsfeh- lers wird nur noch operativ gelin- gen. Der Eingriff wird schmerzhaft sein, und er kann nur, wenn die Gerechtigkeitslücke geschlossen werden soll, zu Lasten des Wohl- stands der Kinderlosen gehen. Denn diese haben den Wohlstand per Systemtransfer von den Famili- en geborgt. Die Operation ist dringend. Ohne Familie versiegt der Gemeinsinn. Ohne den Humus Familie verdorrt die Solidarität. Es kommt darauf an, der Familie den Freiraum zu lassen, damit diese Quelle das gesellschaft- liche Feld befruchten kann. Wer die Familie erobern oder instrumenta- lisieren will, hat keine Ahnung von dieser Lebensquelle der Gesell- schaft. Wer die Familie zerstört, ver- schüttet diese Quelle. Die Stärke einer Nation lebt von der Stärke ih- rer Familien, sagte Johannes Paul II. vor der UNO. Deswegen ist es zukunftsentscheidend für ein Volk, dass die Familien leben und die Früchte ihrer Erziehung weiterge- ben können. Das braucht die Ge- sellschaft, denn Erziehung ist Beschenkung mit Menschlichkeit, wie Johannes Paul II. in seinem Brief an die Familien schreibt. Ohne dieses Geschenk (der Eltern an die Kinder) wird die Gesellschaft käl- ter und riskanter. Zur Menschlich- keit gehört der Sinn für Freiheit. Paul Kirchhof weist, Montesquieu zitierend, auf die gesellschaftliche Bedeutung der Familie für eine frei- heitliche Gesell- schaft hin, wenn er die Kausal- kette aufstellt: Ohne Familie keine wirksame Erziehung, ohne Erziehung keine Persönlichkeit, ohne Persön- lichkeit keine Freiheit. Man könnte anschließen: Ohne freiheitsbewusste Bürger kei- ne Demokratie. Mehr noch: Aus der Familie er- wächst der Friede für die Menschheitsfamilie, schrieb Papst Johannes Paul zum Jahr der Fami- lie 1994. Die Familie in eine un- tergeordnete und nebensächliche Rolle zu versetzen, sie aus der ihr in der Gesellschaft gebührenden Stellung auszuschließen, heißt, dem echten Wachstum des gesamten Sozialgefüges einen schweren Scha- den zu zufügen. Dieser Schaden hat heute einen Namen. Es ist die systembedingte Gerechtigkeits- lücke zwischen den Familien und willentlich Kinderlosen, nicht zwi- schen Alt und Jung. Im Gegenteil, zwischen den Generationen funkti- oniert der Generationenvertrag noch und manchmal sogar besser als zuvor. Viele Großeltern helfen ih- ren Kindern. Es findet ein Aus- tausch an Großzügigkeit statt, eine jener Voraussetzungen wieder, von der der Staat lebt, die er aber nicht geschaffen hat. Dieser inner- familiäre Austausch wird zahlen- mäßig dünner. Das System zehrt die Familie aus, es muss strukturell ge- ändert werden. Dazu gehört auch das Umdenken. Der Befund Ende der siebziger Jahre war richtig: Es bedarf auch einer geistig-morali- schen Wende. Sie fand in der Ära Kohl nicht statt. Sie ist immer noch nötig. Ohne Sinn für Werte und Wahrheit wird es kein gerechtes System geben. O hne Familie keine wirksa- me Erziehung, ohne Erzie- hung keine Persönlichkeit, ohne Persönlichkeit keine Frei- heit. Montesquieu § Page 13 DER FELS 12/2003 349 Weihnachten Urfest der Versöhnung Denkanstöße aus gegebenem Anlass Von Franz Salzmacher sentlich. Es ist ein Werk der Versöh- nung weltweit geworden. Jetzt wol- len die Benediktiner das Kloster aus- bauen. Ein anderes Beispiel ist die Un- terstützung für ehemals Drogenab- hängige, die in Brasilien in soge- nannten Farmen der Hoffnung wieder arbeiten lernen und der Fro- hen Botschaft folgen und sich so mit sich selbst und mit Gott versöhnen. Auch in Deutschland gibt es in der Nähe von Berlin zwei dieser Farmen. Oder die katholische Universität Bethlehem, die einzige höhere ka- tholische Bildungseinrichtung im Heiligen Land. Von den rund 2000 Studenten sind ein Drittel Christen, die anderen Muslime. Auch hier im Heiligen Land geschieht die Versöh- nung ähnlich wie in Nordirland un- terhalb der politischen Ebene. Dort, wo Menschen zusammenkommen im Geist des Evangeliums, dort ist Er mitten unter ihnen und sein Ge- schenk ist eben die Versöhnung. In genau diesem Sinn sprach Papst Johannes Paul II. den Studenten und Professoren in Bethlehem bei seinem Besuch im März 2000 Mut zu: Habt keine Angst, die christliche Präsenz und das Erbe an genau dem Ort auf- recht zu erhalten, wo der Erlöser geboren wurde. Habt keine Angst trotz der Lebensumstände, trotz der Anfeindungen. Wer Versöhnung sucht, sucht mit Gott. Wer den Men- schen sucht, der findet Gott. Wer Gott sucht, der findet den Menschen. Das ist die Botschaft von Weihnachten, der Menschwerdung Gottes. Das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt (Joh. 1,14) in Bethlehem ist es aus der Geborgen- heit des Mutterschosses in die Welt getreten. Die katholische Universi- tät ist die Krippe des Wortes. Das Kloster in Nordirland ist wie die Grotte, vor der sich die Hirten aus der Umgegend versammeln. Die Weisen und die Hirten fanden das Kind in der Krippe. Das war vor zweitausend Jahren. Es ist immer noch da. Es wartet, an den leeren Tischen so vieler Familien in Latein- amerika, vor den Lehmhütten in Af- rika, in den Unterschlüpfen und Ka- takomben, in denen die Christen in China sich verstecken müssen, in den geplünderten und ausgeraubten Missionsstationen in Ruanda, Kon- go, Angola oder Nigeria. Überall auf dieser Welt lächelt uns das Kind aus der armseligen Krippe zu, überall hat das Heil Fleisch angenommen, wartet es in einer konkreten Gestalt auf die Geste der Hirten und all de- rer, die an die Krippe herantreten. Es rettet auch ohne Geschenke. Die Menschwerdung, sein Tod, seine Auferstehung das sind Seine Ge- schenke. Es waren nicht viele Menschen, die von dem Kind in der Krippe er- fuhren. Die junge Mutter, Maria, er- schöpft aber glücklich, bewahrte alle diese Dinge und erwog sie in ihrem Herzen. Josef, wie immer bescheiden im Hintergrund, wird in diesen Momenten Gott gedankt ha- ben. Und unter den Hirten wird man- ches Kind gewesen sein, das mit gro- ßen Augen die Sternen- und Krippenszene mit den Engeln be- trachtete. Viele Kinder können auch heute noch staunend die Lichter des Festes bewundern, die inneren und die äußeren, das Licht, das im Her- zen aufgeht und das Strahlen der Gesichter. Aber wie viele Kinder- augen sind müde geworden! Müde von der Flucht, müde vom Hunger, müde von der Last, die Liebsten ver- loren zu haben, müde von der Last des Konsums, vom Materialismus, der die Herzen verengt. Und wie vie- le Kinderaugen haben nie das Licht der Welt erblickt! Auch heute geht Herodes umher und sucht, wen er vernichten könne. Mit Weihnachten aber begann eine neue Ära, die Zeit der Kultur des Lebens. Die Kultur des Lebens heißt, sagte Johannes Paul II. vor zehn Jahren zu den Ju- gendlichen in Denver, Gott jeden Tag für das Geschenk des Lebens zu danken, für unseren Wert und für unsere Würde als menschliche We- sen, für die Freundschaft, die er uns anbietet auf dem Pilgerweg zu un- serem ewigen Ziel. Dieser Weg der Freundschaft be- gann in Bethlehem, er hat endlos viele Stationen auf dieser Welt, aber nur ein Ziel: die Versöhnung mit Gott und den Menschen. Weihnachten ist ein Familienfest, sagt der Volks- mund. Vielleicht liegt das daran, dass die Freundschaft in der Familie ihr erstes Zuhause hat mit den Nächs- ten und mit Gott selbst. § Auch das gehört zu Weihnachten: Die Muttergottes in Erwartung ihres Kindes (aus einer Kirche in Chile) und die erschöpfte Familie auf der Flucht (aus einer Kirche in den USA). Page 14 350 DER FELS 12/2003 Eine Riesenüberraschung Erinnern Sie sich noch, als heute vor 25 Jahren aus Rom die Meldung kam, dass der damals fast unbe- kannte polnische Kardinal Karol Wojtyla als Papst Johannes Paul II. aus dem Konklave hervorging? Es war eine Sensation! Nach 455 Jah- ren der erste Nichtitaliener, und noch Ein Geschenk Gottes zur rechten Zeit Zum 25. Jahrestag der Wahl JohannesPauls II. zum Papst Von P. Franz Schaumann SDB dazu aus einem kommu- nistischen Land! Er sag- te von sich selbst, er komme aus einem fer- nen Land. Nicht weni- ge fragten sich: Wie wird das wohl werden? Heu- te, nach 25 Jahren, kön- nen wir mit Staunen und dankbar fest- stellen: Dieser Papst war eine Überraschung des Heiligen Geistes, ein Geschenk für die Kirche und die ganze Welt. Mit seinem Namen Jo- hannes Paul II. erinnerte er an sei- nen Vorgänger, der nur 33 Tage Papst war und durch seine Liebenswür- digkeit in Kürze die Her- zen vieler Menschen ge- wonnen hatte. Dessen Programm wollte er mit diesem Doppelnamen fortsetzen. Der Evan- gelist Johannes spricht immer wieder vom neuen Gebot Jesu Christi: Liebt einander so, wie ich euch geliebt habe. Der Apostel Paulus war der erste und größte Missionar, der die Botschaft Jesu von der Liebe Gottes zunächst zu den Juden, dann zu den Heiden und schließlich zu allen Menschen brachte. So wundert es nicht, dass der neue Papst in seiner Predigt bei der Amtsübernahme den Gläubigen auf dem Petersplatz und der ganzen Menschheit zurief: Habt keine Angst! Öffnet, ja reißt die Tore auf für Christus! Wurzeln und Erfahrungen Wer ist dieser Karol Wojtyla? Wo- her kommt er und wie ist er der Mensch und Priester geworden, wie wir ihn bis heute kennen? Karol Wojtyla stammt aus dem kleinen Ort Wadowice bei Krakau. Mit acht Jah- ren hat er seine Mutter verloren. Bei seinem Vater wuchs er zusammen mit einem Bruder auf. In seiner Ju- gend lernte er die Unterdrückung durch die Nazis kennen. Er musste immer wieder erleben, wie polni- sche und jüdische Freunde über Nacht verschwanden. Das KZ Auschwitz war nicht weit entfernt. Er selbst wurde vor die Wahl ge- stellt: entweder Arbeit im Steinbruch oder Zwangsarbeit in Deutschland. Er wählte den Steinbruch, um in der Heimat und in der Nähe des Vaters bleiben zu können. Nach dem Nazi- regime folgte die Unterdrückung durch die Kommunisten. Gern wäre er Schauspieler geworden, aber es reifte in ihm die Überzeugung, dass er den Menschen als Priester besser helfen könne. In einem geheimen Priesterseminar musste er sein Stu- dium absolvieren. Die leidvollen Erfahrungen mit jenen gottlosen, menschenver- achtenden und verlogenen Syste- men des Nationalsozialismus und Kommunismus haben ihn für sein ganzes Leben geprägt. So wurde er sensibel für jedes Unrecht und nennt es beim Namen. Darum spielen die Würde und Rechte der menschli- chen Person in seinem philosophi- schen Denken eine ebenso große Rolle wie der Begriff der Wahrheit. Bis heute tritt er ein für das Lebens- recht eines jeden Menschen, ange- fangen vom Ungeborenen bis zum Sterbenden. Wenn er etwas hasst, dann ist es die Lüge, die Feindin der D er hier abgedruckte Text ist die An- sprache von Pfarrer P. Franz Schau- mann am 16. Oktober 2003 in der Kir- che Maria Himmelfahrt, Kaufering. Don Boscos Treue zu Kirche und Papst ist für Pater Schaumann Vorbild und Maßstab seines Wirkens. P ater Fanz Schaumann SDB, Jahrgang 1940, trat 1958 in das Noviziat der Sale- sianer Don Boscos in Endorf/ Oberpfalz ein. Nach dem Studium der Philo- sophie und Theologie in Bene- diktbeuern wurde er 1968 zum Priester geweiht. Danach war er bis 1971 Jugendseelsorger und Heimerzieher in Furtwangen/ Schwarzwald. Anschließend war Pater Schaumann bis 1981 in der Ju- gend- und Erwachsenenbildung im Akti- onszentrum der Salesianer Don Boscos Bendiktbeuern tätig. Von 1982 bis 1999 war Pater Schaumann Pfarrer von Don Bosco in Augsburg, seitdem ist er Pfarrer von Maria Himmelfahrt in Kaufering. Page 15 DER FELS 12/2003 351 Wahrheit. Die unbestechliche Wahr- heit ist für ihn begründet in der Person und im Evangelium Jesu Christi. Pastoral für Kirche und Welt In einem deutschen Fernsehsen- der wurden in diesen Tagen die Zu- schauer gefragt, ob sie Papst Johannes Paul II. für einen Funda- mentalisten halten oder nicht. Das überraschende Ergebnis war: 78 Prozent verneinten dies. Offensicht- lich dämmert es vielen, dass dieser Papst einer der wenigen in dieser Welt ist, der noch klare Orientierung darüber gibt, was den Menschen hilft oder schadet, mag dies gefal- len oder nicht. Darum lieben ihn die Armen und Kleinen, darum hassen ihn alle, die die Menschen für ihre Zwecke und Interessen missbrau- chen. Mit seinem ersten Besuch in seiner polnischen Heimat im Juni 1979 hat er die Wende im Ostblock eingeleitet. Die Menschen haben seinen Aufruf verstanden: Verän- dert das Gesicht der Welt! Das Attentat am 13. Mai 1981 war zu befürchten. Der Gottesmutter Maria schreibt er es zu, dass er mit dem Leben davon gekommen ist. Offenbar war seine Sendung noch nicht erfüllt. Dem ferngesteuerten Attentäter hat Johannes Paul II. bereits auf dem Krankenbett und später bei einem Besuch im Gefäng- nis von Herzen verziehen. Dabei spricht er von dem Bruder, der mich getroffen hat. Diese Geste lässt seinen Herzenswunsch erken- nen: die Zivilisation des Todes durch die Zivilisation der Liebe zu überwinden. Dabei ist ihm jeder willkommen, gleich welcher Reli- gion oder Nation, der diese Absicht aufrichtig mit ihm teilt. Seine 102 Pastoralreisen galten allen Menschen guten Willens. Nie- mand müht sich so sehr um echten Frieden in der Welt wie er. Keiner tut mehr für die Einheit aller Chris- ten, ohne freilich die Gebote Got- tes aufzuweichen oder etwas vom reichen Glaubensgut der katholi- schen Kirche aufzugeben. Er hat als erster Papst in Rom die evangeli- schen Christen aufgesucht. Er be- suchte auch die Synagoge der Ju- den in Rom. Ein Jude sagte damals, es habe lange Jahrhunderte gedau- ert, bis ein Papst diese kurze Stre- cke von einem Kilometer zurück- gelegt habe. Welch großartiges Zei- chen hat er im Jahr 2000 mit sei- nem Besuch in Israel gesetzt. Dort ist ihm das diplomatische Meister- stück gelungen, den jüdischen Oberrabbiner und den moslemi- schen Imam zusammenzubringen. Bei dieser Reise besuchte erstmals in der Kirchengeschichte ein Papst die Omajjadenmoschee in Damas- kus. Bei den zwei Treffen aller Religionsführer in Assisi ging es ihm nicht um die Gleichmacherei aller Religionen, wie einige unterstellen, sondern um die gemeinsame Ver- antwortung aller Religionen für den Frieden und das Wohl aller Men- schen, und dass keine Religion zur Legitimierung von Gewalt miss- braucht werden darf. Autorität und Freund der Jugend Trotz körperlicher Schwäche ist er die geistliche Autorität in der Welt, die den Großen und Kleinen mit Freimut sagt, was dem Leben der Menschen dient oder schadet. Nur staunen kann man, wie der jetzt alte und gebrechliche Mann auf dem Stuhl Petri immer wieder sogar Millionen von jungen Men- schen begeistert. Er hat im Jahr 1985 die Weltjugendtage eingeführt, bei denen sich gläubige Jugendli- che aus der ganzen Welt treffen und einander im Glauben stärken. Warum kommt der Papst so gut bei ihnen an? Ich meine, sie glau- ben ihm einfach, dass er nur ihr Glück im Sinn hat, auch wenn er sie davor warnt, ohne Gott und nur für sich zu leben. Und er sagt es ihnen, dass er auf sie zählt: Ihr seid die Hoffnung der Kirche! Was ist diesem Papst besonders wichtig? 1. Das Geschenk des Lebens, sowie Würde und Wert der mensch- lichen Person. 2. Jesus Christus. Deshalb war seine erste Enzyklika Redemptor hominis dem Erlöser des Men- schen gewidmet. Jesus setzt an bei der conditio humana, bei den Le- bensbedingungen, den Fragen, Nö- ten, Hoffnungen, Leiden und Freu- den, die die Menschen bewegen. Und er verkündet ihnen die heilen- de Liebe Gottes und das befreien- de Wort des Evangeliums. 3. Eine seiner Kraftquellen ist das Gebet, besonders das Rosen- kranzgebet. 4. Die Eucharistie. Wie wichtig ihm selbst und für die ganze Kir- che das Geschenk der Eucharistie ist, legt er in seiner letzten Enzykli- ka Ecclesia de Eucharistia dar. 5. Nicht zu vergessen: Maria! Zur Mutter Jesu hat er bereits von Kind- heit an eine innige und vertrauens- volle Beziehung. Im Wappen des Papstes sehen wir ein großes M und dabei die Worte: Totus tuus Maria, ich bin ganz Dein. Seit dem Attentat verehrt er besonders die Madonna von Fatima. In ihre Krone ließ er die Kugel einfügen, die ihn fast das Leben gekostet hät- te. Und bei einem weiteren Besuch in Fatima verehrte er Maria den Ring, den ihm Kardinal Wyszynski 1978 nach der Wahl zum Papst mit den Worten geschenkt hatte: Du wirst die Kirche ins dritte Jahrtau- send führen. Was würde er sich zu seinem Jubiläum wohl von uns wünschen? Vielleicht würde er Dir und mir sagen: 1. Sei gern Christ dort, wo du bist. 2. Liebe Christus, Maria und die Menschen. 3. Gib Zeugnis davon, dass du |
| #121 ddddd25.07.2005 - 15:11 |
| Eine kurze Geschichte der Zeit The Shadow Of His Wings The True Story Of Fr. Gereon Goldmann A Shepherd In Combat Boots Chaplain Emil Kapaun of the 1st The Story Of A Family The Home of St. Therese of Lisieux Swimming with Scapulars True Confessions of a Young Catholic There Are No Accidents In All Things Trust In God To The Other Towns The Life Of Blessed Peter Favre Under Angel Wings The True Story Of A Young Girl And Her Under The Mercy A Sequel To A Severe Mercy With Life And Laughter The Life Of Father Pro Old Thunder A Life Of Hilaire Belloc Shepherd of Souls A Pictorial Life of Pope Pius XII Pierre Toussaint Apostle of Old New York Praxedes Wife, Mother, Widow, Lay Dominican ro-Life Christians Heroes For The Pre-Born - 28 Corageous Rebuilding a Lost Faith By an American Agnostic Journey Up The River A Midwesterner\s Spiritual Pilgrimage Leonie Martin A Difficult Life Life And Revelations Of Anne Catherine Emmerich Life Is A Blessing A Biography Of Jerome Lejeune Man Of The Beatitudes Pier Giorgio Frassati The Miracle of Hope Political Prisoner, Prophet of Peace G. K. Chesterton The Apostle Of Common Sense God\s Call To Women Twelve Spiritual Memoirs A Heart For Europe The Lives of Emperor Charles And |
| #120 http://www.catholicculture.org/lit/calendar/day.cfm?id=39321.07.2005 - 20:43 |
| http://www.catholicculture.org/lit/calendar/day.cfm?id=393 |
| #119 dddddd21.07.2005 - 20:28 |
| ttp://www.catholictradition.org/saintly-quotes2.htm |
| #118 fffffff20.07.2005 - 18:27 |
| www.nluu.blogspot.com/ |
| #117 xxxxxxx20.07.2005 - 18:18 |
| The Man Who Has the Clues By R.V. Amos The Bible is an amazing Book. Old though it is, it is as modern as this moment. It tells the stories of people just like ourselves--with the same kind of hopes and fears, the same kind of dreams and longings, the same kind of problems and sins. The Bible is filled with incidents which are dramatic, daring, and dynamic. One of these is the familiar scene which tells of the meeting of Philip and the man from Ethiopia. You will find the story in Acts 8, and I suggest that you read it again, at this point, to get the facts. What a graphic story it is! In it we hear the Evangelist\s pointed question, "Do you understand what you are reading?" Then comes a pause for thought, and a moment later we listen to the coloured councillor\s candid confession, "How can I unless someone will give me the clue?" (Acts 8:31 NEB). In saying that he was very conscious of his need, and admitted that he required the help of someone who could assist him. He was quite frank and honest. He was questing for truth, and had come up all the way to Jerusalem for that purpose. Already he had made certain positive discoveries, but he had not learned enough. As he returned home, he was reading the Scriptures, but he was still groping around in the dark. When Philip spoke to him, the Ethiopian replied that he was in desperate need of help. "How can I understand," he said, "unless someone will give me the clue?" Well, Philip was such a man. He did have the clues, so he went right on from that point and told this man with enquiring mind, all that he had to know, and to do, to obtain eternal salvation. The result was that this man from Ethiopia listened carefully, weighed up the evidence and then accepted Jesus Christ as his Saviour, and was obedient to his new found Master in the waters of baptism. This all happened because the Christian is a man who has the clues, which he receives because he loves and serves, worships and obeys THE Man who has all the clues--Jesus Christ. Philip was a man like that! Now let us turn from the past to the present. We are living in an age when people are looking urgently, even desperately, for the clues which will explain, for them, the meaning of life and the mystery of eternity. We are living in an abnormal crisis in the history of the world. According to historians there have only been three or four such crises in the whole course of human history. As Billy Graham recently said, "We are in a most critical period in world history, and never has the human race needed the Gospel of Jesus Christ as now." Then, to make the point clearer he adds, "During the past year we have gone on from crisis to crisis. The world is an armed camp, torn by riots, strife, hatred, division, and competing ideologies. Surely at this crucial and critical hour the Church of Christ should be ready to take the offensive. After all, the greatest revolution of all time did not take place in Russia in 1917, but two thousand years ago at the birth of Christ." Like the Ethiopian of old, our word today is saying, "How can I understand unless someone will give me the clues?" Jesus Christ, the Man who has the answers to life\s problems, once reminded his audience of the need we all have to possess the clues which will make life worth living. This is what he said, "When you see cloud banking up in the west, you say, \It is going to rain,\ and rain it does. And - 3 - when the wind is from the south, you say, \There will be a heatwave,\ and there is. What hypocrites you are!! You know to interpret the appearance of the earth and the sky; how is it you cannot interpret this fateful hour?" (Luke 12:54-56 NEB). The world, the church, and the individual all need the help of "Someone" who has the clues. That "Someone" is the Lord Jesus Christ, for he is the Man who has the clues for time and eternity. It is true to say, I think, that because Jesus Christ does have the answers, those who follow him learn to see things through his eyes. The real Christian, therefore, is a person who is "all clued up" as how to live life to the glory of God. Our Master does have the clues! When Jesus Christ comes into our lives fully amazing things begin to happen. Bernard of Clairvaux once said of Christ\s coming, "He has come to water dry places; to illuminate the gloomy spots; and to inflame with warmth those which were cold. He has quickened my sleeping soul." Lovely words, aren\t they? Add to these the tribute of Clement of Alexandria, "He has turned all our sunsets into sunrises." Doesn\t that grip your heart and mind? Our Master has the clues! He shows us how to live here, and hereafter. He stands before us and offers life--exciting, enterprising, exhilarating, everlasting. That is thrilling, isn\t it? This is what we long for, the ideal life for which we have dreamed. Down the arches of the years we can hear the strong, clear, quiet voice of our Lord saying to us, "I have the keys." When we hear those words our troubled hearts are at rest, for we know he has spoken, and all is well. Jesus Christ is the Man who has the Clues for THE CHURCH--WITH HER PURPOSE The church of Jesus Christ is the most remarkable building this world has ever seen. It is not made of bricks, or stones, or timber, or metal. It is built up of people--like you and me. We are the Church! This church is a divine society, a believing fellowship, a worshipping community, a growing organism, a kingdom without frontiers, and is, in some marvellous and mysterious sense, an extension of the Incarnation. We, who are members of churches of Christ, seek to find our pattern for the life and witness, the faith and order, the service and program of that church, in the pages of the New Testament. As far as we are able, God helping us, we strive constantly to restore that church in its original purity, simplicity, authority, vitality, and unity. Of course, being human we often fall short of our intention, but this is our ideal. Over the years we have used several "watchwords", and we have tried to observe them in the spirit of Christian love. For example we used to hear, quite often, this truth--"We do not claim to be the only Christians, but we do claim to be Christians only." Likewise we were often told, "Where the Scriptures speak we speak. Where the Scriptures are silent we are silent." Constantly on our lips were the words which expressed our standard of conduct, "In things essential: Unity. In things nonessential: Liberty. In all things: Love." These are all fine ideals. How well we have maintained them is yet to be revealed. Perhaps we will discover that the real and the ideal are far apart. As a people our dream has been for the restoration of the New Testament Church, and the union of Christians on the basis of God\s Word. Even today, although we seek to interpret this in the light of the modern scene, our purpose for existence is still the same. To make this effective, however, requires a sincere and penetrating rethinking of our position, so that in our own day we might still be relevant to the world in which we - 4 - live. It may well be that our Lord will demand us to submit to the searching scrutiny of His Spirit. If we do let\s be prepared for some revolutions. As Murdo Ewen MacDonald said, "Jesus Christ is a radical . . . . not only did He question the accepted values of his time, he has literally turned the world upside down." So, if we ask our Master to review the place we hold in the Christian world today we might learn some truly amazing things, for, "He wakes desires you never may forget, He shows you stars you never saw before. He makes you share with Him for evermore, The burden of the world\s divine regret." If we take a close look at the church today we will see that she has three great needs. 1. She has a need of POWER. No! Not the power of position, nor the power of great wealth. But the power of a great inward strength. Alexander Vidler tells us that one of the things which contributed to the French Revolution was that "there was an absence of spiritual vitality, and without that a Church is ill qualified to face an hour of crisis." (The Church in an Age of Revolution" p. 12). 2. She has need of CONCERN. This concern must be directed towards the needs of men, the lives of men, and the souls of men. It must express itself in the great church programs of Christian evangelism, Christian education, Christian benevolence, and Christian missions. The church\s task in the world is to bring God to men, and lead men to God. She has no other real purpose in existing, than that. 3. She has need of UNITY. There must be a sense of the oneness of the family of God. There can be no full benediction on a sundered church. During a recent Crusade in Melbourne, in which several churches participated, a great deal of stress was laid on the "scandal of disunity." Well, this is in keeping with the Scriptures, for the Lord Jesus Christ prayed "that they all may be one that the world may believe." A divided church will never conquer the world. That will take a united church--and it must be one united on God\s terms, not men\s. What, then, are the clues which our Lord Jesus Christ has for the church today? Just two verses of Scripture. But what verses they are. One of them is Luke 24:49, "Tarry ye . . . . until ye be endued with power from on high." This is a truly wonderful promise! It is no dream, no impossible ideal. This is something which our Lord promised. The church needs this power to enable her to fulfil her task in the world. The second clue tells us how to get the power. You will find it in Acts 1 ,"Ye shall receive power after that the Holy Spirit is come upon you." Now, these are the clues which Jesus gives the church. Are they too simple? No, rather are they likely to be too demanding on us. For this power comes only at a price. And that price? Paul sums it up in this saying--Jesus "alone should stand first in everything." (Colossians 1:18, C. B. Williams\ translation). A church filled with God\s power, and rejoicing in God\s presence, and seeking to fulfil God\s purpose will find she has the clues she needs for her magnificent task. Jesus Christ is the Man who has the Clues for THE COMMUNITY--AND ITS PROBLEMS The Bible affirms three great truths--(1) That God created the world, (2) That God loves the world, and (3) That God will fill the whole earth with His glory. We believe these things, but when we look around at our social and communal - 5 - life we begin to wonder how long it will be before the last of these takes place. The community is full of problems, which give us a great deal of concern. 1. There is the problem of LIQUOR. Press reports at this point have been most significant. Let the newspapers tell their own story! Mr. Debenhem, who has been a magistrate for over 13 years in the Redfern Court (New South Wales), said a little while ago that there has been "more crime from 10 o\clock closing. He added that 96% of the crimes which he adjudicated were at least partly caused by alcohol, of 11,437 street crimes . . . .only 149 did not involve liquor. In some senses, an even more distressing report was a statement by a leading Sydney pathologist who said, "Children should be given an occasional shandy rather than forbidden to drink alcohol." The headline of the paper that quoted those words, read, "Give Children Alcohol says Expert." In reply to this kind of thing it is heartening to read the warning, also in the press, in the words of Sir Philip Messent, former head of Surgical Studies at the University of Adelaide, and a member of the Unley Church of Christ. He said that "social pressures on teenagers to drink have reached criminal proportions. Our young people are faced with a tremendous amount of coercion and ridicule to make them start drinking." Let us take care, for liquor is one of the great social and moral evils of modern society. 2. There is the problem of LAXITY. Again it is the press we call to our aid. On March 8, 1961, there were headlines informing us that "Doctor Finds Schoolgirl Mothers." The report informed us that a Sydney doctor, in one hospital, in one year, had questioned fifty "girl mothers" under the age of 16 years. That such a condition is to be found in our communities, tugs at the strings of our hearts. But feeling sorry and sentimental about the matter is not nearly enough. We must seek to find some way of protecting our young folk--girls and boys alike. 3. There is the problem of LOVELESSNESS. Look around at the old folk living in isolated rooms. Reflect on the strongly materialistic attitude so many folk have towards life. Consider the increasing automation of our way of living, with its decreasing significance of the importance of individuals who make up society. Lovelessness is rampant. "I couldn\t care less" is the philosophy of so many. 4. There is the problem of LIVING. Yes, just living! We live in a world over which the threat of another war is ever imminent. The symbol of our atomic age is a vast mushroom-shaped cloud. George A. Buttrick, some while ago in the U.S., was addressing a Baptist Convention when he said, "The First World War gave Communism a start; the Second World War spread it; the Third World War will establish it across the earth for centuries." Whether that is too extreme, or not, I cannot say. But it is another indication of the problem of simply keeping alive at this time. Now, what clues has Jesus Christ for these problems facing the community today? Right at the foundation he lays this terrific double commandment, "Love the Lord your God with all your heart, with all your soul, with all your mind. This is the greatest commandment. It comes first. The second is like it: love your neighbour as yourself." (Matthew 22:37-38 NEB). This is the first clue. If people in the modern society would choose to live by that standard all would be well. To this clue we add another, and it follows quite naturally, - 6 - "Set your mind on God\s kingdom and His justice before everything else, and all the rest will come to you as well." (Matthew 6:33 NEB). We can see the splendid wisdom and the shining logic of these words--words which have a deep spiritual significance for the way the community ought to live. Do you say they express an ideal which is impractical for this materialistic age? Let me reply by saying that there is nothing--NOTHING AT ALL--more realistic than the Kingdom of God at work in the lives of people, and in society as a whole. Jesus Christ is the Man Who has the Clues For THE CHRISTIAN--AND HIS POSSIBILITIES Jesus Christ has made the most amazing promises to the Christian. Most people do want to live good, decent, honest and effective lives. But the problem is how to get the power to do it. Could I remind you of a man who had a really remarkable revolution in his life? You will find his story in Mark 5: verses 1 to 21. This man was an outcast. He lived in a cemetery, and he made an absolute nuisance of himself. He was "the terror of the tombs." We are told that he was "a man possessed by an unclean spirit." He was terrifyingly strong, and even chains could not hold him. He rushed about constantly, making a great noise. He cut his body, and mutilated himself with sharp stones. He was a menace to himself and everybody he met. Then, one unforgettable day he came face to face with Jesus Christ, and he had a most wonderful experience. By Jesus he was made clean, he was healed, he became a new man. At the end of the story we find him "sitting at the feet of Jesus, clothed and in his right mind" (Luke 8:35). What made all the difference? Just this--he had had a face to face encounter with the Great Physician. When first we met this man he was a real problem. He had no sense of decency, no social relationships, no home, no restraints. After he had met the Master all was changed, decency was restored, the power of evil was broken, and he saw things through the eyes of Jesus Christ. We, who offer Christ to the world, are offering people an experience like that! And, deep down in the souls of countless men and women is a burning desire for this kind of thing to happen to them, so that they might be made clean. What do you think happens when a person really comes face to face with Jesus Christ? Well, for one thing, we begin to realise what God is like. F. C. Spurr has said, "Whether they know it or not, it is for a LIVING God that men cry. Humanity demands a God who answers to its humanity--the whole of it--a God of the mind and of the affections: a God who can be loved and fully trusted, and with whom we may have fellowship. In short, a Personal God, a "Thou" who answers to our "I". It is this God whom our Lord and Saviour revealed." ("The man Who Holds the Keys" p. 21). When we meet Jesus Christ we begin to know what God is like! In him we see the love of God, the power of God, and the majesty of God. Jesus reveals God in a way we can understand. We all need these personal encounters with him, for he is the Man who has the clues to the secrets of successful Christian living. We must say to him, "I surrender all . . . . to You." This is the most revolutionary declaration any man can make. William Watson wrote a poem, which he called "The Glimpse." In it he tells of a town dweller who achieved a break for one brief hour, when he left behind his dreary work, the smoke, the dust, the factory shadowed world in which he lived, and went out into the glory - 7 - of the countryside. In one brief glimpse he saw the mountains and the sea and the sky-- "Then journeyed home, to carry in his soul, The torment of the difference, till he die. That\s it! We see what we are. Then we see, through the eyes of Jesus, what we can become. Ah, the torment of the difference! We raise our eyes to God. We say "This is possible. Lord TAKE me . . . .MAKE me." And he does, and life will never be the same again. Yes Jesus Christ has the clues for the Christian. What are they? Listen. He says, "Lo, I am with you alway, even unto the end of the age." (Matthew 28:20). Listen again! "I am come to give them life and something more." (John 10:10 Rieu). Listen once more, "Anything you ask in my name I will do . . . ." (John 14:13). Glorious clues are these for the Christian--and his possibilities. Jesus Christ is the Man Who Has the Clues For THE CONFUSED--AND THEIR PERPLEXITIES. In the world today there are many people who are baffled, and beaten, and bewildered. They are confused, they are anxious, they are filled with perplexity. Think, for a moment, of the things which get people into this unhappy state. 1. Worry. Dr. A. C. Dixon, one time the minister of Spurgeon\s Tabernacle, said: "It is not the great tiger of calamity and grief that kills us, but the little ant-worries of every day life. Stanley, the explorer, tells us that few of his men suffered from elephants or tigers. Most suffered from \jiggers\--little insects under the skin." This is all very true! It is the constant, nagging, little worries which do such terrific damage to our peace of mind, and which get us down, making us all confused and perplexed. 2. Loneliness. Few things drag us down into the depths of depression like this. People are meant for friendship. The man without a mate is, generally, a very miserable person. God meant us to enjoy the company of other folk. As the Psalmist says, "He has set the solitary of the earth in families." 3. Insignificance. In this age of increasing automation man is becoming more and more dispensable. He is losing his significance, and this causes a great deal of havoc with a man\s self-esteem and dignity. God has made us as we are. He gave us talents, and skills, and minds. We expect to be able to use these things. When we are prevented (whatever the reason) we begin to grope around. We become resentful, confused, and perplexed. 4. Sorrow. The way we use our sorrows (or are used by them) can make or mar a man. Some people are broken down by sorrow, others are built up by it. If we let it get out of hand the whole of life may become sour for us. Sorrow is at the bottom of much confusion and perplexity. 5. Guilt. This is a feeling we all know. We have all sinned--whether we like to admit it or not. Nothing so confuses us like the knowledge that we have disobeyed God. These are just some of the things which get people down, which confuse them, and which leave them in perplexity. What can we do with them? We know we must do something, for we each have a life to live. Unless there is something seriously wrong with him a man must ask, with great seriousness, questions like these--"what am I?" "why am I here?" "where am I going?" He feels he must have a key to unlock the mystery of his life. Is there such a key? Yes, - 8 - there is! The key is more than a system of knowledge, more than a man\s philosophy, it is a PERSON . . . .a very wonderful person, and his name is Jesus Christ. He is the man who has the clues. HE gives meaning to the universe, HE offers the solution of the problems in the lives of men, HE is the keystone of the arch which locks together the entire life of man, and makes it a noble edifice. Look at him! Look at . . . . THAT rebel young Carpenter from Nazareth, THAT Teacher with a mind supreme, THAT strange Man upon his cross. Look at him! He has the answers to our needs. He has the clues of life and death. He is the emblem of God\s eternal love. With him anyone of us can face life radiantly, triumphantly, and victoriously. Listen to His clues for all those who are confused. He says: "Come unto me, all ye that labour and are heavy laden, and I will give you rest. Take my yoke upon you, and learn of me; for I am meek and lowly in heart; and ye shall find rest unto your souls. For my yoke is easy, and my burden is light." (Matthew 11:28-30). To this he adds a second lovely clue, "Peace is my parting gift to you, my own peace, such as the world cannot give. Set your troubled hearts at rest, and banish your fears." (John 14:28 NEB). Well, there you have it! Jesus Christ IS the Man who Has the Clues. We serve the Christ who says, "I have the keys." (Revelation 1 ). All that remains for us is to follow him . . . with a song in our hearts, and a light in our eyes! |
| #116 ddddddd20.07.2005 - 18:12 |
| A.D. Anno Domini, or "Year of Our Lord". This is used to indicate a date that occurred after Christ\s birth, such as "A.D. 1976". Note that the "A.D." comes before the date, not after. This dating system, along with the use of "B.C." for "Before Christ," used to be standard in the Western world; but secularism has replaced "A.D." with "C.E." for "Common Era" (and "B.C." with "B.C.E." for "Before Common Era" , thereby removing reference to Christ. Catholics should not give in to this!By the way, the calendar system that gave rise to the use of "A.D." and "B.C." was begun by St. Denis the Little, a.k.a. Dionysius Exiguus, (6th c.). The Venerable Bede (A.D. 672/3-735) popularized this usage. A.M. Ave Maria, or "Hail Mary" A.M.D.G. Ad Majorem Dei Gloriam, or "For the greater glory of God." This is the Jesuit motto, beloved by St. Ignatius of Loyola. Athanasius contra mundum "Athanasius against the world." This phrase refers to St. Athanasius\ brave stand against the Arian heresy of the 4th c. when the vast majority of Bishops -- even Pope Liberius himself -- succumbed to heresy. St. Athanasius was even excommunicated for his orthodoxy, but was later exonerated and canonized. The full phrase is, "If the world goes against Truth, then Athanasius goes against the world." The story of St. Athanasius is a good "check" on papolatry and the errors of false obedience. His words to the faithful are good solace for traditional Catholics today who watch Novus Ordo-ites destroy church buildings, trash the liturgy, and preach lies: "May God console you!... What saddens you ... is the fact that others [Arian heretics] have occupied the churches by violence, while during this time you are on the outside. It is a fact that they have the premises -- but you have the apostolic Faith. They can occupy our churches, but they are outside the true Faith. You remain outside the places of worship, but the faith dwells within you. Let us consider: what is more important, the place or the Faith? The true Faith, obviously." B.C. Before Christ (see "A.D." . While "A.D." comes before the date, "B.C." comes after the date, ex. one writes "A.D. 1976" but "242 B.C."Benedicere, Laudare, Praedicare "To bless, to praise, to preach." One of the mottoes of the Dominican Order. B.M. Bonae Memoriae, or "Of Happy Memory" B.V.M. Blessed Virgin Mary Christus A.O.M.P.S. Defendit Christus Ab Omni Malo Plebem Suam Defendat (Christ defends His people against every evil) Christus resurrexit! Christ is risen! This greeting is used during the Easter Octave. The response is "Vere resurrexit" ("He is risen indeed!" .Christus vincit, Christus regnat, Christus imperat Christ conquers, Christ reigns, Christ commands Contemplare et Contemplata aliis Tradere "To Contemplate and hand on to others the fruit of our contemplation." One of the mottoes of the Dominican Order. C.S.S.M.L. "Crux sacra sit mihi lux" (Holy Cross be my light). This appears on the St. Benedict Medal. Deus Meus et Omnia "My God and My All." Motto of the Franciscan Order. Deus non inridetur "God is not mocked" Deus vult! "God wills it!" Motto of the Crusades. D.G. Dei Gratia, or "By the Grace of God" D.N. Dominus Noster, or "Our Lord" D.N.J.C. Dominus Noster Jesus Christus, "Our Lord Jesus Christ" Dominus vobiscum The Lord be with you (plural "you" . These words are sung many times by the priest during the Mass. The choir\s response to them is "Et cum spiritu tuo," which means "And with thy spirit." If you want to tell a single person "May the Lord be with you, the form would be "Dominus tecum."D.V. Deo volente, or "God willing" Ecce Agnus Dei "Behold the Lamb of God." St. John the Baptist\s words. The full phrase is "Ecce Agnus Dei qui tollit peccata mundi" (Behold the Lamb of God Who takes away the sins of the world). These words are said at Mass after the Consecration, when the priest holds up the Blessed Sacrament for us to adore. See John 1:29. Ecce Homo "Behold the Man." These are the words of Pontius Pilate as he presents Our Lord, crowned with thorns, to the crowd. See John 19:5. Extra Ecclesiam Nulla Salus "Outside the Church there is no salvation." Often abbreviated "EENS" in Catholic discussion groups. Fel. Mem. Felicis Memoriae, or "Of Happy Memory," written after the name of a dead person, e.g. "Pope St. Pius X, Fel. Mem., was one of the greatest Popes of all time." Gloria in excélsis Deo "Glory to God in the highest." These are the words of the angels announcing the Nativity to the shepherds. The full phrase is "Glory to God in the highest: and on earth peace to men of good will" -- commonly misinterpreted on Christmas cards (and in the King James Version of the Bible) as "Glory to God in the highest, and on earth peace, good will to men." This misinterpretation has serious theological consequences as it leads one to believe that peace is owed to all men, regardless of their will. See Luke 2:14. Habemus Papam! "We have a Pope!" Said after a new Pope is elected. IC XC Jesus Christ (from the Greek) IHS Monogram of Jesus\s Name. Many believe the letters mean "Iesus Hominum Salvator" ("Jesus Saviour of Men" or "In His Service." These are false interpretations, but common nonetheless. This monogram is iconographically associated, too, with St. Bernardine of Siena, St. John Capistran, St. Vincent Ferrer, and the Jesuit Order. Sometimes also written as "IHC" or "JHS."In hoc signo crucis vinces "In this sign you will conquer." This is the Latin translation of the Greek words, TOUTO NIKA, seen by Constantine in his vision, along with the Chi-Rho. I.N.R.I. "Iesus Nazarenus Rex Iudeorum" -- "Jesus of Nazareth, King of the Jews." This was the sign placed on the top of Jesus\ Cross. See Matthew 27:37, Mark 15:26, Luke 23:38 and John 19:19. i.p.i. in partibus infidelium, or "among the infidels" I.X. In Christo, or "In Christ" Jesu cum Maria sit nobis in via "May Jesus with Mary be with us on the way." One of Christopher Columbus\s favorite prayers. J.M.J. "Jesus, Mary and Joseph." You will find this most often written, centered, on the tops of correspondence, articles, essays, etc., sometimes with the letters separated by Crosses. Catholic schoolchildren write the initials of the Holy Family across the top of their homework papers. Kyrie eleison Lord, have mercy (Greek). This phrase, combined with "Christe eleison" and sung nine times in the traditional Mass, is the only Greek to be found in the Latin Mass. Laudetur Iesus Christus! "Praise be to Jesus Christ!" This is an indulgenced Christian greeting. The response is "In aeternum!" ("For evermore!" ![]() Lex credendi legem statuat supplicandi "Let the rule of belief determine the rule of prayer." This is more liturgically accurate than the more commonly seen "Lex orandi, Lex credendi" ("the law of prayer determines the law of faith" , which was condemned by Pope Pius XII in his Encyclical "Mediator Dei" (paragraphs 46-48). The latter, to use the words of His Holiness, inaccurately assumes that the "sacred liturgy is a kind of proving ground for the truths to be held of faith, meaning by this that the Church is obliged to declare such a doctrine sound when it is found to have produced fruits of piety and sanctity through the sacred rites of the liturgy, and to reject it otherwise." Instead, the rule of belief determines prayer.Lex orandi, Lex credendi See above Mala lex, nulla lex "A bad law is no law" (St. Thomas Aquinas) Mea culpa, mea culpa, mea maxima culpa "Through my fault, through my fault, through my most grievous fault." These words are part of the Confiteor at Mass, and are spoken as one beats one\s breast three times in penance. MR QU Greek acronym for "Meter Theou" or "Mother of God." Often seen in icons. Name While not an abbreviation, it is important to know that Catholics capitalize the word "name" when referring to God (e.g., "His Name is Jesus" and the word "face" when referring to the Face of Christ. We also usually capitalize pronouns referring to Jesus to emphasize His divinity (e.g., "He said to His disciples..." .N.D. Notre Dame, French for "Our Lady" NIKA Greek for "Victor." Often seen in icons along with "IC XC" to indicate "Jesus Christ, Victor" Noli Me tangere "Touch Me not." These are the words of Jesus to Mary Magdalen after He rose from the grave. See John 20:17. Non nobis Domine, sed Tuo Nomine da gloriam "Not to us, O Lord, but to Thy Name give glory." Motto of the Militia of the Temple, Poor Knights of Christ. Formerly the motto of the Knights Templar, now defunct as it was dissolved by an Apostolic Decree -- a Bull of 22 March, 1312 -- written by Pope Clement V. Non sum dignus "I am not worthy." With Mike Meyers\s "Wayne World" and its "we\re not worthy" catchphrase, you might hear this one relatively often as a joking reference to that. The words come from the prayer of the Roman centurion, and are said at Mass before receiving Communion. The full prayer is "Dómine, non sum dignus ut intres sub tectum meum, sed tantum dic verbo, et sanábitur ánima mea." (Lord, I am not worthy that Thou shouldst enter under my roof, but only say the word, and my soul shall be healed." . See Matthew 8 and Luke 7:6.O.L. Our Lady Ora et Labora "Prayer and Work." One of the mottoes of the Benedictine Order and of the Trappists. Ora pro nobis Pray for us (addressing one person, as in "Maria, ora pro nobis" . To address more than one person, use "Orate pro nobis," as in "Maria et Ioseph, orate pro nobis."O wN Greek for Christ\s title "The One Who Is" or "I am" (Exodus 3:14, Apocalypse 4 ). Pronounced "Oh own." Often seen in icons.Pax Peace. One of the mottoes of the Benedictine Order. Pax Christi Peace of Christ Pax et Bonum Peace and Goodness Pax vobiscum "Peace be with you" (plural). The singular would be "Pax tecum." Per Matrem ad Filium "Through the Mother to the Son." The motto of the Marianist Order. Quo vadis? "Where are You going?" These are the words of Pope St. Peter to Jesus, according to a legend. St. Peter tried to flee his persecution in Rome, but met Jesus on the Appian Way. He asked Him, "Dómine, quo vadis?" (Lord, where are You going?). Jesus answered, "Eo Romam iterum crucifigi" (I go to Rome to be crucified anew). There is a church there today that marks the spot where this is said to have happened. The church is named "Chiesa di Santa Maria in Palmis," but is better known as "Chiesa del Domine Quo Vadis" or simply the "Quo Vadis Church." Residuum revertetur! "The Remnant shall return!" This saying applies to the Truth that throughout History, a remnant has always remained faithful to God in spite of the corruption and lapses into paganism of their leaders R.I.P. Requiescat In Pace, or "May he or she rest in peace." The plural is "Requiescant in pace" ("May they rest in peace" .Roma locuta est, causa finita est "Rome has spoken, the matter is finished." This is a paraphrase of St. Augustine\s "jam enim de hac causa duo concilia missa sunt ad sedem apostolicam; inde etiam rescripta venerunt; causa finita est" ("for already on this matter two councils have sent to the Apostolic See, whence also rescripts have come. The cause is finished" , found in his Sermon 131.10. He was writing in response to the fact that Pope St. Innocent I confirmed the Council of Carthage and the Council of Mileve (both in A.D. 416), both of which condemned Pelagianism, the heresy which denied Grace and Original Sin.S.A.G. "St. Anthony Guide." This short prayer asking St. Anthony to guide a correspondence to its destination is written on the backs of letters and envelopes, etc., and is often used in wax seals, ink stamps, and the like. It stems from St. Anthony\s intercession, in A.D. 1729, in the case of a woman whose merchant husband had gone from their home in Oviedo, Spain to Peru on business. The wife had written her spouse letters, but received no reply. She then asked St. Anthony to intercede for her. Trusting completely in the power of God working through His most faithful St. Anthony, she wrote a letter to her husband and took it to Oviedo\s Fransican church to place it in the hands of St. Anthony\s statue, asking that the Saint see to it that her husband got the letter. She returned to the church later to find a reply from her husband and several gold pieces in the statue\s hands. The husband\s letter noted that he received the wife\s letter from the hands of a Franciscan priest. S.D. Servus Dei, or "Servant of God" Sic transit gloria mundi "Thus passes the glory of the world." A reminder of mortality and the importance of storing up treasure in Heaven rather than earth. This phrase is repeated to newly-elected Popes just before their first Papal Mass in order to keep themm focused on what is important and to remind themm that, though they are the Vicars of Christ, they are just men. Tuitio Fidei et Obsequium Pauperum "To defend the faith and to serve the poor." Motto of the Knights of Malta. U.I.O.G.D That God may be glorified in all things (Ut In Omnibus Glorificetur Deus). One of the mottoes of the Benedictine Order. Urbi et Orbi "For the City (Rome) and the world." When these words are found in a papal document, it means that the document is meant not only for Rome, but for the entire world. These words are also the name of a papal blessing given from the balconies of major Roman basilicas at solemn occasions, such as papal coronations, the annual Easter blessing, etc. Veritas Truth. One of the mottoes of the Dominican Order. V.G.F.A. "Votum Fecit Gratiam Accepit" -- "Vow made, graces received." The abbreviation for this phrase is often seen on votive offerings. ¡Viva Cristo Rey! Long live Christ the King! (Spanish). This was the battle cry of those who fought to defend Catholic culture against Communism in the Spanish Civil War, and of the Mexican "Cristeros" who fought for the same cause during the Mexican Revolution, the Masonic-Bolshevik takeover of their country which led to the suppression of Catholicism and the massacre of priests, religious and laymen. The Spanish upside-down exclamation mark is made by holding the ALT KEY while typing 0161 on your number pad. Viva il Papa! Long live the Pope! (Italian) Vive Christus Rex! Long live Christ the King! (You may see this also as "Vivat Christus Rex," but I\ve been informed that the use of the subjunctive, "vivat," would be used on birthdays of living men, such as a wish for their longevity, while the imperative, "vive," is best for ceremonies celebrating the coronation of a monarch or other ceremonies celebrating his reign.) Zelo Zelatus Sum Pro Domino Deo Exercituum "With Zeal have I been Zealous for the Lord God of Hosts." The motto of the Carmelite Order. Cross character made thusly: Turn Number Lock (Num Lock) Key on, press ALT key and hold down while typing 0134 on your Number Pad (the HTML is: &134; ) Crosses should not be used with signatures made by a layman; they are used by Bishops (who place the Cross before the signature) and priests (who place the Cross after the signature) and convey a blessing in the Name of Jesus. + Greek Cross, made by a plus sign. (See above entry, too). +-( ![]() The Pope emoticon, made with a plus sign, a dash, left parenthesis, colon, dash, and right parenthesis |
| #115 sssssss20.07.2005 - 18:06 |
| http://www.vocation.com/bulletin_backissue-38523.htm |
| #114 rrrrr20.07.2005 - 18:03 |
| http://www.veritaschristi.org/articles/apologetics/2004/religious_spirituality.htm |
| #113 ffffff20.07.2005 - 17:56 |
| members.aol.com/ bernddirnberger/ traditio.com |
| #112 ddddddd20.07.2005 - 16:52 |
| Warum hasst sich der Westen? von Papst Benedikt XVI. Die westliche Kultur zeigt Zerfallserscheinungen. Sie verliert mit ihrer Religiösität die Achtung vor sich selbst. Der aktuelle Kampf der Kulturen hält dem Westen einen unangenehmen Spiegel vor. Denn er entlarvt seinen fehlenden Spiritualismus. Europa kannte über Jahrhunderte nur ein Gegenüber, mit dem es auskommen musste: den Islam. Amerika wurde im Norden und im Süden europäisiert. In Asien und Afrika startete man den Versuch, sie zu Zweigstellen Europas zu machen, zu Kolonien. Teilweise ist dies auch gelungen, insofern als Asien und Afrika das Ideal einer von Technik und Wohlstand beherrschten Welt übernahmen und säkulare Ideen das öffentliche Leben immer stärker bestimmen. Aber es ergibt sich auch eine entgegen gesetzte Wirkung: Das Wiederaufblühen des Islam ist nicht nur durch den materiellen Reichtum islamischer Länder bedingt, seine Ausbreitung erklärt sich auch daher, dass er seinen Anhängern eine lebensnahe, spirituelle Basis bieten kann und genau diese scheint dem Alten Europa verloren gegangen zu sein. Deshalb wird Letzteres, trotz seines politischen und wirtschaftlichen Gewichts, als dem Niedergang geweiht angesehen. Auch die großen religiösen Traditionen Asiens, insbesondere deren mystische Komponente, die im Buddhismus zum Ausdruck kommt, erheben sich zur spirituellen Macht gegen ein Europa, das von seinen religiösen und moralischen Grundsätzen abfällt. Der Optimismus, den Arnold Toynbee Anfang der Sechziger bezüglich der Behauptung des europäischen Elements vertrat, scheint heute völlig überholt: ???Von 28 Kulturen, die wir gefunden haben ( ) sind 18 tot und bei neun von zehn Verbliebenen das heißt alle außer unserer sind bereits Anzeichen eines bevorstehenden Untergangs spürbar. Wer würde heute noch eine solche Ansicht vertreten? Was macht denn eigentlich unsere Kultur aus, die uns noch bleibt? Ist die europäische Kultur vielleicht die Zivilisation der Technik und des Kommerz, die sich erfolgreich über den ganzen Globus verbreitet hat? Entstand diese etwa nicht erst in einer posteuropäischen Phase, nach dem Niedergang der antiken europäischen Kulturen? Hier erscheint mir eine paradoxe Gleichzeitigkeit vorzuliegen: Mit der weltweiten Verbreitung der posteuropäischen, technisch säkularen Lebens- und Denkweise verbreitet sich auch die Ansicht, insbesondere unter den Kulturen Afrikas und Asiens ohne europäische Wurzeln, dass Werte, Kultur und Glauben in Europa, das heißt das Fundament der europäischen Identität, dem Untergang geweiht sind und nunmehr das Zeitalter der Wertsysteme anderer Kulturen anbricht, des präkolumbianischen Amerika, des Islam und des mystischen Asiens. Europa scheint auf dem Höhepunkt seines Erfolges innerlich ausgehöhlt. Gewissermaßen ist sein Kreislaufsystem zusammengebrochen und diese lebensbedrohliche Situation soll durch Transplantationen abgewandt werden, mit denen es jedoch auch seine Identität zerstört. Neben diesem internen Schwinden tragender spiritueller Kräfte befindet sich Europa auch ethnisch auf dem Weg in den Untergang. Die Zuversicht in die Zukunft ist auf eine sonderbare Weise abhanden gekommen. Die Kinder, die doch unsere Zukunft sind, werden als Bedrohung der Gegenwart, als Einschränkung unserer Lebensqualität angesehen. In ihnen sieht man nicht die Hoffnungsträger, sondern eine Last für die Gegenwart. Der Vergleich mit dem zerfallenden Römischen Reich drängt sich auf: Der geschichtliche Rahmen funktionierte noch, als es bereits von denjenigen lebte, die seinen Zerfall herbeiführen würden, weil es seine Vitalität eingebüßt hatte. Damit kommen wir zu den Problemen dieser Zeit. Zur Zukunft Europas gibt es zwei gegensätzliche Prognosen. Oswald Spengler vertritt einerseits die Auffassung, dass er für die großen Kulturen eine Art Naturgesetz ausmachen kann: Sie entstehen, entwickeln sich, erblühen, breiten sich aus, beginnen zu altern und gehen schließlich unter. Spengler untermauert seine These anschaulich durch Quellen der Kulturgeschichte, die dieses Gesetz des natürlichen Verfalls verdeutlichen. Seiner Ansicht nach ist der Westen im Endstadium angelangt und steuert unaufhaltsam auf seinen kulturellen Untergang zu, aller Rettungsversuche zum Trotz. Europa kann seine Herrscher zwar in eine neu entstehende Kultur hinüberretten, wie dies bereits bei anderen, untergegangenen Kulturen der Fall war, aber seine Tage als eigenständiges Subjekt sind nichtsdestotrotz gezählt. Dieser These, die man als biologistisch bezeichnen kann, wurde leidenschaftlich widersprochen, insbesondere aus katholischen Kreisen in der Zeit zwischen den Weltkriegen; vehement ging man auch gegen Arnold Toynbee vor, wenn auch mit Argumenten, die heute keiner mehr vertreten würde. Toynbee weist auf den Unterschied hin zwischen technisch materiellem Fortschritt einerseits und dem eigentlichen Fortschritt andererseits, den er als spirituell bezeichnet. Er vertritt die Ansicht, dass die Krise der westlichen Welt darauf zurückzuführen ist, dass die Religion durch einen Kult um Technik, Nation und Militarismus verdrängt wurde. Die Krise hat für ihn einen Namen: Säkularismus. Wenn man die Ursache für die Krise kennt, kann folglich auch ein Ausweg aus dieser gefunden werden: Die Religion muss wieder eine größere Rolle spielen, hierzu gehört, seiner Meinung nach, das religiöse Erbe aller Kulturen, aber insbesondere dessen, ???was vom westlichen Christentum übrig geblieben ist. Der eine beleuchtet die Situation unter biologistischen Gesichtspunkten, der andere stellt den Willen in den Mittelpunkt, die Kraft, die von kreativen Minderheiten und außergewöhnlichen Persönlichkeiten ausgeht. Die Frage stellt sich: Ist diese Diagnose zutreffend? Und wenn ja, ist es möglich, die Religion neu zu beleben, durch eine Synthese der ???Überbleibsel des Christentums und des religiösen Erbes der Menschheit? Letztlich bleibt die Antwort zwischen Spengler und Toynbee offen, da wir nicht in die Zukunft schauen können. Aber unabhängig davon müssen wir uns fragen, auf welcher Grundlage die Zukunft gesichert und die innere Identität Europas erhalten werden kann, durch alle historischen Metamorphosen hindurch. Oder einfacher ausgedrückt: Wie können wir heute und morgen die menschliche Würde erhalten und ein menschwürdiges Leben ermöglichen? Eine Antwort finden wir, wenn wir die heutige Zeit im Spiegel der historischen Wurzeln betrachten. Wir waren der Französischen Revolution und dem 19. Jahrhundert verhaftet geblieben. In dieser Zeit entstanden vor allem zwei neue europäische Modelle. In den romanischen Nationen das laizistische Modell: Der Staat ist strikt von den religiösen Körperschaften getrennt, die dem privaten Sektor zugeordnet werden. Der Staat selbst verwirft das religiöse Fundament und baut auf Vernunft und Intuition. Die Vernunft ist jedoch eine schwache Größe und dadurch sind auch diese Systeme kraftlos und leichte Beute für Diktatoren; sie konnten nur weiter bestehen, weil das alte, moralische Bewusstsein teilweise noch vorhanden war, wenn auch seiner früheren Fundamente beraubt und nur dadurch war ein grundsätzlicher, moralischer Konsens noch möglich. Andererseits gibt es in der germanischen Welt differenzierte Modelle einer Staatskirche des liberalen Protestantismus, in denen eine aufgeklärte, christliche Religion als moralische Instanz (auch wenn mit staatlich gesicherter Religionsausübung) für moralischen Konsens und eine breite religiöse Basis sorgt, in die sich die einzelnen, nichtstaatlichen Religionen einfügen müssen. Dieses Modell sicherte in Großbritannien, den skandinavischen Ländern und vor allem auch im preußischen Deutschland für lange Zeit den Zusammenhalt von Staat und Kirche. In Deutschland entstand jedoch durch den Niedergang des preußischen Staates ein Vakuum, das in der Folgezeit der Entstehung einer Diktatur Platz bot. Heute sind die Staatskirchen weltweit im Verfall begriffen: Aus religiösen Körperschaften, die vom Staat abgeleitet sind, geht keine moralische Kraft mehr aus und der Staat selbst kann keine moralische Kraft erzeugen. Er muss diese hingegen voraussetzen und sich auf diese stützen. Zwischen den beiden Modellen liegen die Vereinigten Staaten von Nordamerika, die einerseits auf der Grundlage der freien Kirchen gewachsen sind und die von einem strengen Trennungsdogma ausgehen, die jedoch andererseits durch einen überkonfessionellen Konsens christlich-protestantischer Prägung im Allgemeinen geformt werden, der mit einem gegenüber dem Rest der Welt ausgeprägten religiösen Missionierungseifer einherging und damit dem religiösen Faktor eine bedeutende öffentliche Gewichtung verlieh. Sie könnte als präpolitische und überpolitische Kraft für das politische Leben von entscheidender Bedeutung sein. Sicher muss man auch der Tatsache Rechnung tragen, dass der Verfall des christlichen Erbes auch in den Vereinigten Staaten unaufhaltsam voranschreitet, während der Anteil der hispanischen Bevölkerungsgruppe rapide zunimmt und das Vorhandensein religiöser Traditionen aus der ganzen Welt das Bild verändern. Vielleicht sollte an dieser Stelle auch erwähnt werden, dass die Vereinigten Staaten die massive Protestantisierung Lateinamerikas vorantreiben und mithilfe der freien Kirchen den Zerfall der katholischen Kirche fördern, eben weil sie der Überzeugung sind, dass die katholische Kirche nicht in der Lage ist, ein stabiles politisches und wirtschaftliches System zu garantieren und erzieherisch auf die verschiedenen Nationen einzuwirken. Das Modell der freien Kirchen hingegen gestattet einen moralischen Konsens und auch eine demokratische Bildung des öffentlichen Willens, wie dies für die Vereinigten Staaten charakteristisch ist. Was das Ganze noch komplizierter macht, ist die Tatsache, dass man der katholischen Kirche zugestehen muss, dass sie heute die größte religiöse Gemeinschaft in den Vereinigten Staaten darstellt, dass diese Gemeinschaft sich in ihrem Glauben eindeutig zur katholischen Identität bekennt, dass die Katholiken jedoch, was das Verhältnis Kirche-Politik anbelangt, die Tradition der freien Kirchen angenommen haben in dem Sinne, dass gerade eine nicht mit dem Staat verquickte Kirche besser in zu gewährleisten, sodass die Verbreitung des demokratischen Ideals wie eine mit dem Glauben zutiefst übereinstimmende moralische Pflicht erscheint. In einer derartigen Haltung kann man zu Recht die dem Zeitgeist angepasste Fortführung des oben angesprochenen, von Papst Gelasius vertretenen Modells sehen. Doch wenden wir uns wieder Europa zu. Zu den beiden oben erwähnten Modellen gesellt sich noch ein drittes, im neunzehnten Jahrhundert entstandenes Gesellschaftsmodell: der Sozialismus, der sich bald in zwei unterschiedliche Lager spaltete, den totalitären und den demokratischen Sozialismus. Der demokratische Sozialismus war in der Lage, seit seinem Aufkommen sich in die beiden existierenden Modelle einzufügen und ein gesundes Gegengewicht zu den liberal-radikalen Standpunkten zu bilden und diese darüber hinaus zu bereichern und zu korrigieren. Der Sozialismus bildete zudem ein überkonfessionelles Moment: In England war es das katholische Lager, das sich weder im protestantisch-konservativen noch im liberalen Umfeld heimisch fühlen konnte. Auch im wilhelminischen Deutschland konnte sich die katholische Mitte dem demokratischen Sozialismus näher fühlen als den streng preußisch-protestantisch konservativen Kräften. In vielerlei Hinsicht befand und befindet sich der demokratische Sozialismus nahe bei der sozialen katholischen Doktrin; in jedem Fall hat er zur Bildung eines sozialen Bewusstseins einen beträchtlichen Beitrag geleistet. Das totalitäre Modell hingegen verband sich mit einer streng materialistischen und atheistischen Geschichtsphilosophie: Die Geschichte wird deterministisch als Prozess des Fortschritts betrachtet, die eine religiöse und liberale Phase durchlebt und schließlich die absolute und endgültige Gesellschaftsform erlangt, in der die Religion als Relikt der Vergangenheit überwunden wird und eine gut funktionierende materielle Grundlage das Glück aller gewährleistet. Die scheinbare Wissenschaftlichkeit verbirgt einen intoleranten Dogmatismus: Der Geist ist das Produkt der Materie, die Moral das Produkt der Umstände und muss nach den Zielen der Gesellschaft definiert und praktiziert werden. Alles, was dem Erreichen des ???guten Endes dient, ist moralisch. Hier erfolgt die vollkommene Umkehrung der Werte, die die Eckpfeiler Europas bilden. Und mehr noch findet hier ein Bruch der gesamten moralisch-ethischen Tradition der Menschheit statt: Es gibt keine Werte mehr, die losgelöst vom Fortschrittsdenken existieren könnten; alles ist erlaubt und sogar notwendig, alles ist in einem neuen Sinne des Terminus moralisch. Auch der Mensch kann zum Instrument werden. Nicht der Einzelne zählt, sondern nunmehr die Zukunft, die zur schrecklichen Gottheit wird, die über alle und alles verfügt. Die kommunistischen Systeme sind in erster Linie an ihrer falschen ökonomischen Dogmatik gescheitert. Doch wird allzu gern darüber hinweggesehen, dass sie im Grunde an der ihnen eigenen Missachtung der Menschenrechte gescheitert sind, an der Unterordnung der Moral unter die Bedürfnisse des Systems und die von ihm gemachten Versprechungen für die Zukunft. Die eigentliche Katastrophe ist nicht wirtschaftlicher Natur. Sie besteht vielmehr in einer Verhärtung der Seelen, in der Zerstörung des moralischen Bewusstseins. Meiner Meinung nach besteht ein wesentliches Problem unserer Zeit sowohl europaweit als auch international darin, dass niemals der Untergang aus wirtschaftlichen Gründen in Frage gestellt wird und dass die Altkommunisten ohne mit der Wimper zu zucken zur liberalen Ökonomie übergegangen sind; die moralisch-ethische und religiöse Problematik hingegen, um die es in Wahrheit ging, wird fast vollständig beiseite geschoben. Somit besteht die Problematik, die der Marxismus hinter sich gelassen hat, auch heute noch: der Zerfall der uranfänglichen Gewissheit des Menschen Gott, sich selbst und das Universum betreffend. Der Niedergang des Bewusstseins für unverrückbare moralische Werte ist immer noch und gerade heute unser Problem und kann zur Selbstzerstörung des europäischen Bewusstseins führen. Das ist eine Gefahr, die wir unabhängig von Spenglers Untergangsvision als real existierend betrachten müssen. WIE GEHT ES WEITER? Und so sehen wir uns mit der Frage konfrontiert: Wie soll es weitergehen? Gibt es in den gewalttätigen Umwälzungen, die unsere Zeit erschüttern, die Aussicht auf eine europäische Identität, für die wir uns mit Leib und Seele einsetzen können? An dieser Stelle möchte ich nicht die Einzelheiten der künftigen europäischen Verfassung diskutieren. Ich möchte lediglich kurz auf die moralischen Grundelemente, die meines Erachtens nicht fehlen dürfen, zu sprechen kommen. Ein erstes Element ist die ???Unbedingtheit, mit der Menschenwürde und Menschenrechte als Grundpfeiler jeglicher staatlicher Gesetzgebung als Werte bestehen müssen. Diese grundlegenden Werte werden weder vom Gesetzgeber geschaffen noch dem Bürger zuerkannt, ???sondern existieren als Recht per se, müssen von Anbeginn an vom Gesetzgeber respektiert werden, werden ihm vorab als Werte höherer Ordnung gegeben. Die Gültigkeit der Menschenwürde steht über jeglichem politischen Handeln und über jeglicher politischer Entscheidung und verweist letztlich nur an den Schöpfer: Nur Er kann Werte festlegen, die sich auf das menschliche Wesen stützen und die unantastbar sind. Dass es Werte gibt, die unverrückbar sind, das ist die eigentliche Garantie für unsere Freiheit und die menschliche Größe. Eben darin sieht der christliche Glaube das Mysterium des Schöpfers und des Ebenbilds Gottes, das Er dem Menschen verliehen hat. Heute bestreitet fast niemand mehr, dass die Würde des Menschen und die fundamentalen Menschenrechte über jeder politischen Entscheidung stehen. Zu frisch im Gedächtnis sind noch die Gräueltaten des Nationalsozialismus und seiner Rassentheorie. Doch auf dem konkreten Gebiet des so genannten medizinischen Fortschritts werden diese Werte von sehr realen Bedrohungen überschattet. Man denke nur an das Klonen, an das Konservieren von menschlichen Föten zum Zwecke der Forschung und der Organspende, an das ganze große Gebiet der Genmanipulation: Niemand verkennt wohl den schleichenden Verschleiß der Menschenwürde, der uns auf diesem Gebiet droht. Dazu gesellen sich ein immer weiter um sich greifender Menschenhandel, neue Formen von Sklaverei und Organhandel für Transplantationen. Und zur Rechtfertigung dessen, was nicht zu rechtfertigen ist, wird stets ein löbliches Ziel angeführt. Bezogen auf diese Gebiete gibt es in der Grundrechte-Charta einige feste Grundsätze, über die man sich freuen kann. Doch in wichtigen Punkten bleibt sie zu vage, während doch gerade hier die Ernsthaftigkeit der Prinzipien auf dem Spiel steht. Zusammenfassend kann man sagen, dass die schriftliche Fixierung des Wertes und der Würde des Menschen, der Freiheit, Gleichheit und Solidarität mit der Bestätigung der Demokratie und des Rechtsstaats ein Bild des Menschen impliziert, eine moralische Option und den Gedanken von Recht Werte, die alles in allem ganz und gar nicht selbstverständlich sind, die jedoch tatsächlich grundlegende Faktoren für die Identität Europas darstellen und die auch in ihren konkreten Folgen garantiert werden müssten und die sicherlich nur durch die stete Erneuerung des moralisch-ethischen Bewusstseins verteidigt werden können. Ein zweiter Punkt, der die Identität Europas verkörpert, ist die Ehe und die Familie. Die monogame Ehe als Grundstruktur der Beziehung zwischen Mann und Frau und gleichzeitig als Urzelle des staatlichen Gebildes entstand auf der Grundlage des biblischen Glaubens. Sie hat sowohl das Bild West- als auch Osteuropas geprägt und ihm seinen besonderen Charakter und seine besondere Menschlichkeit verliehen, auch und gerade weil die Form des Glaubens und Verzichts, die ihr zugrunde liegen, immer wieder neu erobert werden muss, was mit viel Mühe und Leid einhergeht. Europa wäre nicht mehr Europa, wenn diese Urzelle seines sozialen Gebäudes verschwinden oder grundlegend verändert würde. Die Grundrechtecharta spricht vom Anrecht auf Heirat, bietet jedoch keinen konkreten rechtlichen und moralischen Schutz für sie und führt dies auch nicht weiter aus. Und doch ist uns allen bewusst, wie sehr Ehe und Familie bedroht sind, einerseits durch die Abschaffung der Unauflöslichkeit der Ehe, dadurch, dass eine Scheidung immer einfacher wird, andererseits durch neue, sich stetig verbreitende Verhaltensmuster, durch Lebensgemeinschaften von Männern und Frauen ohne Trauschein. In starkem Widerspruch hierzu steht die Forderung von homosexuellen Partnern, die nun paradoxerweise eine gesetzlich anerkannte Form ihrer Lebensgemeinschaft fordern, die juristisch den gleichen Stellenwert wie eine Ehe haben soll. Diese Tendenz zeigt, dass wir auf dem Weg sind, vom Komplex der Moralgeschichte der Menschheit, die trotz unterschiedlicher juristischer Formen der Ehe dennoch stets das Bewusstsein wahrte, dass das Wesen der Ehe die Gemeinschaft von Mann und Frau bedeutet, die offen ist für Kinder und so die Familie bildet. Hier handelt es sich nicht um Diskriminierung, sondern vielmehr um die Frage, was Menschsein als Mann oder Frau bedeutet und wie das Zusammensein von Mann und Frau in eine juristische Form gebracht werden kann. Wenn sich diese Gemeinschaft einerseits immer weiter von juristischen Formen entfernt, homosexuelle Partnerschaften andererseits vor dem Gesetz den gleichen Stellenwert wie die Ehe erhalten sollen, so stehen wir vor dem Zerfall dessen, was wir unter dem Begriff ???Mensch verstehen. Dieses Phänomen kann extrem schwer wiegende Folgen für uns haben. DIE RELIGIÖSE GRUNDFRAGE Der letzte Punkt, den ich ansprechen möchte, ist die Frage der Religiosität. Ich möchte hier nicht an die komplexen Diskussionen der letzten Jahre anknüpfen, sondern lediglich einen für alle Kulturen wesentlichen Aspekt ansprechen: die Achtung gegenüber dem, was dem anderen heilig ist, insbesondere die Achtung vor dem, was im höheren Sinne heilig ist, die Achtung bzw. Ehrfurcht vor Gott, etwas, das man auch bei Menschen findet, die nicht an Gott glauben. In einer Gesellschaft, in der diese Achtung verletzt wird, geht etwas Wesentliches verloren. In unserer heutigen Gesellschaft wird man Gott sei Dank bestraft, wenn man den jüdischen Glauben entehrt, sein Bild von Gott, seine großen Symbole. Auch wird bestraft, wer den Koran und die Überzeugungen des Islam verhöhnt. Handelt es sich hingegen um Christus und um das, was den Christen heilig ist, so erscheint hier die Meinungsfreiheit wie das höchste Gut und eine Beschränkung in diesem Zusammenhang käme einer Bedrohung oder gar der Zerstörung der Toleranz und der Freiheit im Allgemeinen gleich. Hier stößt jedoch die Meinungsfreiheit an ihre Grenzen. Es darf nicht sein, dass sie die Ehre und Würde des anderen zerstört; Meinungsfreiheit ist nicht die Freiheit zu lügen oder die Menschenrechte zu zerstören. Hier leidet der Westen unter einem merkwürdigen Selbsthass, den man nur als pathologisch bezeichnen kann; zwar tendiert der Westen in löblicher Weise dazu, offen für andere Wertvorstellungen zu sein, doch mag er sich selbst nicht mehr leiden. Von seiner eigenen Geschichte sieht er nurmehr das, was verwerflich und destruktiv ist und er ist nicht mehr in der Lage zu erkennen, was groß und rein ist. Europa braucht, um überleben zu können, eine neue sicherlich kritische und demütige Selbstannahme. Die multikulturelle Gesellschaft, die beständig und mit Nachdruck bestärkt und gefördert wird, ist bisweilen vor allem das Verlassen und Verleugnen dessen, was Eigen ist, eine Flucht vor dem Eigenen. Doch die multikulturelle Gesellschaft kann nicht ohne eine gemeinsame Konstante existieren, ohne Orientierungspunkte, die ihren Ursprung im Eigenen haben. Sie kann sicher nicht ohne die Achtung vor dem, was heilig ist, existieren. Zu ihr gehört es, dem, was dem anderen heilig ist, mit Achtung zu begegnen. Doch dies schaffen wir nur, wenn das, was heilig ist Gott uns selbst nicht fremd ist. Natürlich können und müssen wir von dem lernen, was dem anderen heilig ist. Doch gerade vor dem anderen und für den anderen ist es unsere Pflicht, in uns selbst die Achtung vor dem, was heilig ist, zu nähren und das Antlitz Gottes, der uns erschienen ist, zu zeigen; eines Gottes, der Mitleid mit den Armen und Schwachen hat, mit den Witwen und Weisen, mit den Fremden; eines Gottes, der so menschlich ist, dass er selbst Mensch geworden ist, ein leidender Mensch, der, indem er mit uns leidet, dem Schmerz Würde und Hoffnung verleiht. Wenn wir das nicht tun, so verleugnen wir nicht nur die Identität Europas, sondern unterlassen darüber hinaus einen Dienst, den wir am Nächsten tun müssen, einen Dienst, auf den er ein Anrecht hat. Für die Kulturen der Welt ist das absolut Weltliche, das sich im Westen gebildet hat, ein zutiefst befremdliches Phänomen. Sie sind überzeugt davon, dass eine Welt ohne Gott keine Zukunft hat. Somit fordert uns gerade die multikulturelle Gesellschaft dazu auf, wieder in uns zu gehen. Wie die Dinge in Europa sich in der Zukunft entwickeln werden, wissen wir nicht. Die Grundrechte-Charta kann ein erster Schritt sein, ein Zeichen, dass Europa wieder ganz bewusst seine Seele sucht. Hier muss man Toynbee Recht geben, dass das Schicksal einer Gesellschaft immer von kreativen Minderheiten abhängt. Die gläubigen Christen müssten sich selbst als eine solche kreative Minderheit betrachten und dazu beitragen, dass Europa das Beste seines Erbes wiedererlangt, um so der ganzen Menschheit zu dienen. Übersetzung aus dem Italienischen: Macfarlane International |
| #111 vvvvvvvv19.07.2005 - 10:21 |
| Edith Stein\s Sole Boast Was the Cross of our Lord Jesus Christ 1. "Far be it from me to glory except in the Cross of our Lord Jesus Christ" (Gal 6: 14). St Paul\s words to the Galatians, which we have just heard, are well suited to the human and spiritual experience of Teresa Benedicta of the Cross, who has been solemnly enrolled among the saints today. She too can repeat with the Apostle: Far be it from me to glory except in the Cross of our Lord Jesus Christ. The Cross of Christ! Ever blossoming, the tree the Cross continues to bear new fruits of salvation. This is why believers look with confidence to the Cross, drawing from its mystery of love the courage and strength to walk faithfully in the footsteps of the crucified and risen Christ. Thus the message of the Cross has entered the hearts of so many men and women and changed their lives. The spiritual experience of Edith Stein is an eloquent example of this extraordinary interior renewal. A young woman in search of the truth has become a saint and martyr through the silent workings of divine grace: Teresa Benedicta of the Cross, who from heaven repeats to us today all the words that marked her life: "Far be it from me to glory except in the Cross of our Lord Jesus Christ". 2. On 1 May 1987, during my Pastoral Visit to Germany, I had the joy of beatifying this generous witness to the faith in the city of Cologne. Today, 11 years later, here in Rome, in St Peter\s Square, I am able solemnly to present this eminent daughter of Israel and faithful daughter of the Church as a saint to the whole world. Today, as then, we bow to the memory of Edith Stein, proclaiming the indomitable witness she bore during her life and especially by her death. Now alongside Teresa of Avila and Thérèse of Lisieux, another Teresa takes her place among the host of saints who do honour to the Carmelite Order. Dear brothers and sisters who have gathered for this solemn celebration, let us give glory to God for what he has accomplished in Edith Stein. We remember all concentration camp victims with respect 3. I greet the many pilgrims who have come to Rome, particularly the members of the Stein family who have wanted to be with us on this joyful occasion. I also extend a cordial greeting to the representatives of the Carmelite community, which became a "second family" for Teresa Benedicta of the Cross. I also welcome the official delegation from the Federal Republic of Germany, led by Helmut Kohl, the outgoing Federal Chancellor, whom I greet with heartfelt respect. Moreover, I greet the representatives of the states of North Rhine-Westphalia and Rhineland-Palatinate and the Mayor of Cologne. An official delegation has also come from my country, led by Prime Minister Jerzy Buzek. I extend a cordial greeting to them. I would particularly like to mention the pilgrims from the Dioceses of Wroclaw (Breslau), Cologne, Münster, Speyer, Kraków and Bielsko-Zywiec who have come with their Cardinals, Bishops and pastors. They join the numerous groups of the faithful from Germany, the United States of America and my homeland, Poland. 4. Dear brothers and sisters! Because she was Jewish, Edith Stein was taken with her sister Rosa and many other Catholic Jews from the Netherlands to the concentration camp in Auschwitz, where she died with them in the gas chambers. Today we remember them all with deep respect. A few days before her deportation, the woman religious had dismissed the question about a possible rescue: "Do not do it! Why should I be spared? Is it not right that I should gain no advantage from my Baptism? If I cannot share the lot of my brothers and sisters, my life, in a certain sense, is destroyed". From now on, as we celebrate the memory of this new saint from year to year, we must also remember the Shoah, that cruel plan to exterminate a people a plan to which millions of our Jewish brothers and sisters fell victim. May the Lord let his face shine upon them and grant them peace (cf. Nm 6: 25f.). For the love of God and man, once again I raise an anguished cry: May such criminal deeds never be repeated against any ethnic group, against any race, in any corner of this world! It is a cry to everyone: to all people of goodwill; to all who believe in the Just and Eternal God; to all who know they are joined to Christ, the Word of God made man. We must all stand together: human dignity is at stake. There is only one human family. The new saint also insisted on this: "Our love of neighbour is the measure of our love of God. For Christians and not only for them no one is a "stranger\. The love of Christ knows no borders". Only the love of Christ makes us truly free 5. Dear brothers and sisters! The love of Christ was the fire that inflamed the life of St Teresa Benedicta of the Cross. Long before she realized it, she was caught by this fire. At the beginning she devoted herself to freedom. For a long time Edith Stein was a seeker. Her mind never tired of searching and her heart always yearned for hope. She traveled the arduous path of philosophy with passionate enthusiasm. Eventually she was rewarded: she seized the truth. Or better: she was seized by it. Then she discovered that truth had a name: Jesus Christ. From that moment on, the incarnate Word was her One and All. Looking back as a Carmelite on this period of her life, she wrote to a Benedictine nun: "Whoever seeks the truth is seeking God, whether consciously or unconsciously". Although Edith Stein had been brought up religiously by her Jewish mother, at the age of 14 she "had consciously and deliberately stopped praying". She wanted to rely exclusively on herself and was concerned to assert her freedom in making decisions about her life. At the end of a long journey, she came to the surprising realization: only those who commit themselves to the love of Christ become truly free. This woman had to face the challenges of such a radically changing century as our own. Her experience is an example to us. The modern world boasts of the enticing door which says: everything is permitted. It ignores the narrow gate of discernment and renunciation. I am speaking especially to you, young Christians, particularly to the many altar servers who have come to Rome these days on pilgrimage: Pay attention! Your life is not an endless series of open doors! Listen to your heart! Do not stay on the surface, but go to the heart of things! And when the time is right, have the courage to decide! The Lord is waiting for you to put your freedom in his good hands. 6. St Teresa Benedicta of the Cross was able to understand that the love of Christ and human freedom are intertwined, because love and truth have an intrinsic relationship. The quest for truth and its expression in love did not seem at odds to her; on the contrary she realized that they call for one another. In our time, truth is often mistaken for the opinion of the majority. In addition, there is a widespread belief that one should use the truth even against love or vice versa. But truth and love need each other. St Teresa Benedicta is a witness to this. The "martyr for love", who gave her life for her friends, let no one surpass her in love. At the same time, with her whole being she sought the truth, of which she wrote: "No spiritual work comes into the world without great suffering. It always challenges the whole person". St Teresa Benedicta of the Cross says to us all: Do not accept anything as the truth if it lacks love. And do not accept anything as love which lacks truth! One without the other becomes a destructive lie. Mystery of the Cross gradually enveloped her whole life 7. Finally, the new saint teaches us that love for Christ undergoes suffering. Whoever truly loves does not stop at the prospect of suffering: he accepts communion in suffering with the one he loves. Aware of what her Jewish origins implied, Edith Stein spoke eloquently about them: "Beneath the Cross I understood the destiny of God\s People.... Indeed, today I know far better what it means to be the Lord\s bride under the sign of the Cross. But since it is a mystery, it can never be understood by reason alone". The mystery of the Cross gradually enveloped her whole life, spurring her to the point of making the supreme sacrifice. As a bride on the Cross, Sr Teresa Benedicta did not only write profound pages about the "science of the Cross", but was thoroughly trained in the school of the Cross. Many of our contemporaries would like to silence the Cross. But nothing is more eloquent than the Cross when silenced! The true message of suffering is a lesson of love. Love makes suffering fruitful and suffering deepens love. Through the experience of the Cross, Edith Stein was able to open the way to a new encounter with the God of Abraham, Isaac and Jacob, the Father of our Lord Jesus Christ. Faith and the Cross proved inseparable to her. Having matured in the school of the Cross, she found the roots to which the tree of her own life was attached. She understood that it was very important for her "to be a daughter of the chosen people and to belong to Christ not only spiritually, but also through blood". 8. "God is spirit, and those who worship him must worship in spirit and truth" (Jn 4: 24). Dear brothers and sisters, the divine Teacher spoke these words to the Samaritan woman at Jacob\s well. What he gave his chance but attentive listener we also find in the life of Edith Stein, in her "ascent of Mount Carmel". The depth of the divine mystery became perceptible to her in the silence of contemplation. Gradually, throughout her life, as she grew in the knowledge of God, worshiping him in spirit and truth, she experienced ever more clearly her specific vocation to ascend the Cross with Christ, to embrace it with serenity and trust, to love it by following in the footsteps of her beloved Spouse: St Teresa Benedicta of the Cross is offered to us today as a model to inspire us and a protectress to call upon. We give thanks to God for this gift. May the new saint be an example to us in our commitment to serve freedom, in our search for the truth. My her witness constantly strengthen the bridge of mutual understanding between Jews and Christians. St Teresa Benedicta of the Cross, pray for us! Amen. |
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, thereby removing reference to Christ. Catholics should not give in to this!